Solothurner Torte Rezept: Tradition, Geschichte und Schritt-für-Schritt-Anleitung
Die Solothurner Torte gehört zu den edlen Klassikern der Schweizer Backkunst und vereint Haselnussbiskuit, Japonais und feine Buttercrème in einem raffinierten, vielschichtigen Gebäck. Seit über 100 Jahren wird die Original Solothurner Torte nach dem Rezept des Erfinders Albert Studer in Solothurn hergestellt und ist deutschlandweit bekannt für ihre feine Meringuage und leichte Crèmefüllung. In dieser umfassenden Anleitung erfahren Sie alles über Geschichte, Aufbau und die Zubereitung der Solothurner Torte.
Die Geschichte der Solothurner Torte
Die Geschichte der Solothurner Torte beginnt im Jahre 1897, als der erste Konditormeister in die Solothurner Schmiedengasse 20 einzog. Sein Geschäft wurde im Jahr 1915 von Albert Studer übernommen, der als Erfinder der Solothurner Torte gilt. Ein gedrucktes Rechnungsformular aus dieser Zeit nennt als Spezialitäten des Hauses: Solothurner Kuchen, Japonais-, Sarah Bernhard- und Regententorte. Studer bezeichnet sich als „Erfinder und alleiniger Fabrikant der echten Solothurner Kuchen“. Sein Kuchen war ein Erfolg, des Namens und der Qualität wegen und viele andere Konditoren in Solothurn nahmen sie ins Sortiment auf.
Studers Nachfolger Werner Suter ließ im Jahr 1928 den Kuchen und das Originalrezept unter Markenschutz stellen. Friedrich Flückiger änderte nach 1949 das Rezept leicht ab und machte den Kuchen weniger süß. Seit 1975 verfeinerte Manfred Suter die Crème erneut, machte sie leichter und reduzierte den Zuckeranteil. So hat sich der Solothurner Kuchen bzw. die Solothurner Torte in den letzten 100 Jahren den neuen Geschmacksvorlieben angepasst.
Was macht die Solothurner Torte aus?
Die Solothurner Torte ist eine runde Torte aus Haselnussbiskuit, Japonais und Buttercrème. Der Rand ist mit gerösteten, gehobelten Piemonteser Haselnüssen bestreut. Die edle Original Solothurner Torte wird täglich frisch zubereitet und ist in fünf Größen erhältlich. Im Kühlschrank aufbewahrt hält sie sich drei Tage ohne Qualitätseinbusse und sollte etwa 15 Minuten vor dem Servieren herausgenommen werden. Die Torte ist eine Hausspezialität und somit ein wichtiges Leaderprodukt.
Für die Solothurner Torte werden im wahrsten Sinne des Wortes nur die Crème de la Crème verwendet: Zartschmelzende Haselnuss-Meringuage mit verführerisch leichter Crèmefüllung. Man isst sie das ganze Jahr hindurch und zu allen Festen, sei es zuhause oder auswärts.
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Unterschied zwischen Kuchen und Torte
Was unterscheidet einen Kuchen von einer Torte? Vereinfacht gesagt ist heute der Kuchen ein Hefe- oder Mürbeteiggebäck und die Torte ein "Luxuskuchen", ein besonders raffiniertes Gebilde, aus mehreren Schichten, cremigen Füllungen und aufwändigem Dekor. Im 18. Jahrhundert wurden Torten zum Luxusprodukt, vor allem mit leichter Biskuitmasse und feinen Crèmefüllungen.
Erst im 14. Jahrhundert taucht das Wort "Torte" im deutschen Sprachschatz als Lehnwort für Feingebäck auf. Unsere Vorstellung, wie eine Torte auszusehen hat, ist etwa 160 Jahre alt.
Zutaten für eine klassische Solothurner Torte (8-10 Stücke)
| Zutat | Menge | Verwendung |
|---|---|---|
| Eiweiß | 4 für Japonais, 3 für Biskuit | Japonais- und Biskuitböden |
| Eigelb | 3 | Biskuit |
| Haselnüsse | 100 g (gemahlen) für Japonais, 60 g für Biskuit, 50 g geröstet für Creme | Japonais, Biskuit, Buttercrème |
| Zucker | ca. 150 g für Biskuit, 125 g für Japonais, 150 g Puderzucker für Creme | Biskuit, Japonais, Buttercrème |
| Mehl | 50 g Biskuit | Biskuit |
| Maisstärke | 20-50 g | Japonais, Biskuit |
| Butter | 180 g (weich) | Buttercrème |
| Puderzucker | 150 g | Buttercrème |
Weitere Zutaten für Dekoration und Garnitur
- 100 g Haselnüsse, geröstet und grob gehackt
- Marzipanrohmasse für das Solothurner Wappen (weiß, rot)
- Etwas Puderzucker
Schritt-für-Schritt Zubereitung der Solothurner Torte
1. Japonaisboden
- Auf Backpapier für Boden und Deckel zwei Kreise von 22 cm Ø aufzeichnen.
- Eiweiß mit Salz steif schlagen, Zucker nach und nach einrieseln lassen und weiterschlagen, bis die Masse glänzt.
- Haselnüsse und Maizena mischen und vorsichtig darunterheben.
- In Spritzsack mit Lochtülle füllen und auf die Papierkreise von der Mitte bis zum Rand spiralförmig aufspritzen.
- Bei 160°C - 180°C im vorgeheizten Ofen 10-20 Minuten backen. Noch warm (!) vom Papier lösen und auf einem Gitter auskühlen lassen.
2. Haselnuss-Biskuitboden
- Haselnüsse rösten, auskühlen lassen und fein hacken.
- Eier teilen. Eigelb mit Wasser schaumig schlagen, Zucker beigeben und weiter schlagen bis sehr schaumig und hell.
- Eiweiß mit Salz steif schlagen, mit den Haselnüssen zum Eigelb geben.
- Mehl, Maizena und Backpulver darüber sieben und alles vorsichtig mischen.
- In eine mit Backpapier ausgelegte Springform füllen und bei 180°C ca. 20-30 Minuten backen.
- In der Form auskühlen lassen und vorsichtig herauslösen.
3. Buttercrème
- Butter mit den Schwingbesen des Handrührgerätes rühren, bis sich Spitzchen bilden.
- Puderzucker beifügen und mehrere Minuten schaumig rühren.
- Haselnüsse dazugeben und mit dem Teigschaber daruntermischen.
- Optional: Für eine englische Buttercrème zusätzlich Eigelb und Vanilleschote mit heißer Sahne verrühren und langsam zu einer dicken Crème reduzieren, abkühlen lassen und mit Butter vermengen.
4. Zusammensetzen der Torte
- Einen Japonaisboden mit der glatten Unterseite nach oben auf einen Tortenteller setzen.
- Mit 1/3 der Buttercrème bestreichen.
- Haselnuss-Biskuitboden auflegen und leicht andrücken.
- Wieder mit 1/3 der Buttercrème bestreichen.
- Zweiten Japonaisboden mit der Spiralseite nach oben aufsetzen.
- Den Rand und Deckel mit restlicher Buttercrème bestreichen und glattstreichen.
- Die grob gehackten Haselnüsse auf den gesamten Rand drücken.
- Marzipanrohmasse für das Wappen von Solothurn formen und mittig auf die Torte legen.
- Die Torte mindestens 2 Stunden lang kühlstellen, damit die Buttercreme ihre Festigkeit bekommt.
Aufbewahrung und Genuss-Tipps
Im Kühlschrank hält sich die Solothurner Torte drei Tage ohne Qualitätseinbusse. Es empfiehlt sich, die Torte etwa 15 Minuten vor dem Servieren aus dem Kühlschrank zu nehmen, damit die Buttercrème ihre volle Aromatik entfalten kann.
Die Torte eignet sich hervorragend für festliche Anlässe und besondere Feiertage. Sie ist ein echtes Schweizer Traditionsgebäck und repräsentiert die Vielfalt der Schweizer Konditorenkunst.
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