Traditionelle Pfälzer Kuchen: Rezepte, Zutaten und besondere Spezialitäten
Die typische Pfälzer Küche wird von regionalen Produkten bestimmt. Das gilt auch für Kuchen und Desserts. In der Pfalz wird viel Obst angebaut, das aufgrund des milden Klimas hier vorzüglich gedeiht. Sogar Feigen wachsen und reifen in der Pfalz wie nirgendwo sonst in Deutschland. Dann ist da natürlich der Weinbau. In der Pfalz wird zu fast allen Gerichten Wein serviert.
Obstkuchen: Vielfalt aus Äpfeln, Kirschen und Zwetschgen
Neben dem oben bereits erwähnten Rotweinkuchen werden in der Pfalz reichlich Obst-, Rahm- und Käsekuchen gebacken. Der typische Pfälzer Apfelkuchen besteht aus einem reichhaltigen Rührteig, in den vor dem Backen Apfelstücke eingedrückt werden. Er wird in manchen Regionen der Pfalz Versunkener Apfelkuchen genannt, da die Apfelstücke beim Backen in den Teig einsinken. Auch ein Apfelkuchen mit Streuseln, ein Apfel-Rahmkuchen und ein Apfelwein-Kuchen werden in der Pfalz gerne gebacken.
Neben den süßen, saftigen Pfälzer Äpfeln gibt es in der Region auch reichlich Kirschen. Daher ist ein Kuchen mit Äpfeln und Kirschen in der Pfalz ebenfalls sehr beliebt. Der Zwetschgenkuchen (Quetschekuche) ist ebenfalls einer der meist gebackene Obstkuchen in der Pfalz. Der Kirschenplotzer, in Pfälzisch Kerscheplotzer oder Kerschemichel genannt, ist eine echte Spezialität der Pfälzer Küche. Er wird mit eingeweichten Brötchen vom Vortag und reichlich Kirschen zubereitet. Wie viele traditionelle Kuchen ist auch der Kirschenplotzer sehr sättigend. Er wird in der Pfalz nach einer herzhaften Suppe zum Mittagessen gereicht.
Rahm- und Käsekuchen: cremige Klassiker
Neben den Obstkuchen sind Rahmkuchen weit verbreitet. Besonders lecker und schnell gemacht sind auch die Rahmkuchen mit Zucker und Zimt. Es gibt viele Rezepte und Varianten zum „Pfälzer Rahmkuchen“. Rahmkuchen mit Hefeteig oder Quark-Öl-Teig oder auch mit Mürbeteig. Rahmkuchen schmeckt sehr gut, wenn er noch lauwarm ist, aber auch kalt ist er ein „einfacher“ Genuss. Im Original nimmt man einen Hefeteig und als „Belag“ 125 gr. Zucker, 200 gr. süße Sahne, 500 gr. saure Sahne und 50 gr. Mehl zum Binden. Letzten Endes ist es aber Geschmackssache. Pfälzer Rahmkuchen, köstlich!
Auch Käsekuchen ist beliebt: Den Mürbteig nach bevorzugter Methode zubereiten und eine gefettete Springform damit auslegen. Für die Käsemasse die Eigelbe mit dem Zucker cremig schlagen. Nach und nach Quark und Sauerrahm, Zitronensaft und zuletzt Mehl und Backpulver unterrühren. Eiweiß steif schlagen und unterheben. In eine gefettete Springform (28-30 cm) füllen und bei 180°C etwa 1 Stunde backen. Die Masse geht sehr hoch auf, das ist normal! Nach dem Backen sofort auf ein Kuchengitter stürzen und dort erkalten lassen. Dann wieder herumdrehen und aus der Form lösen.
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Rotweinkuchen: Pfälzer Wein im Kuchen
Und da ist er: der Pfälzer Rotweinkuchen. In der Pfalz spielt der Wein auch bei Desserts eine große Rolle. Für den Rotweinkuchen Butter und Zucker cremig schlagen. Die Eier trennen, Eigelb in die Schüssel geben. Zimt, Kakao, Rotwein, Zitronensaft und die Schokolade unterrühren. Mehl mit Backpulver vermischen und ebenfalls untermengen. Das Eiweiß steif schlagen und unterheben. Den Teig in eine gefettete Kastenform geben und bei 180° (Umluft 160°) 50 bis 60 Minuten lang backen. Tipp: Wer mag, kann als Deko noch eine Handvoll gehobelte Mandeln, die ohne Fett in einer Pfanne goldgelb geröstet wurden, über die frische Kuvertüre streuen.
Hefeteig- und Gugelhupf‑Rezepte
Hefeteig ist Grundlage vieler Pfälzer Kuchen. Hefeteig aus Mehl, Hefe, Milch, Butter, Salz und Zucker zubereiten und gehen lassen. Ich werfe die Zutaten für den Teig immer in den Brotbackautomaten und lass das Teig-Programm laufen. Die Hefe in der lauwarmen, leicht gezuckerten Milch auflösen. Das Mehl in eine Schüssel schütten und eine Mulde eindrücken. Zucker, 2 Eier, Eigelb, Milch, Hefemilch und Salz dazugeben und vermengen. Das Mehl und die Margarine mit dem Mixer einrühen, da der Hefeteig dünnflüssiger als normal ist. Den Teig zugedeckt an einem warmen Ort ca. 30 Minuten gehen lassen. In einer gefetteten, bemehlten Gugelhupfform bei 200°C ca. 1 Stunde backen.
Streuselkuchen, Mürbeteig und Quark‑Öl‑Teig
Für Streuselkuchen: Teig: 250 g Margarine oder Butter, 250 g Zucker, 1 Pk. Für die Streusel: 400 g Mehl, 200 g Zucker, 250 g Margarine, 1 TL Zimt nach Belieben. Im Ofen bei 180° ca 30/40 min backen. Nach dem Backen über den noch heißen Kuchen gleichmäßig die Sahne gießen und abkühlen lassen.
Für Mürbeteig und Quark‑Öl‑Teig gibt es ebenfalls erprobte Grundrezepte: Mehl auf die Arbeitsfläche geben und in der Mitte eine Mulde bilden. Weiche Margarine, Zucker, Vanillezucker und das Ei in die Mulde geben. Alle Zutaten schnell zu einem Mürbeteig verkneten, in eine gut gefettete 26 cm Form geben, einen ca. 3 cm hohen Rand formen. Für Quark‑Öl‑Teig: Zutaten für ein Backblech (40 x 30 cm): 300 g Weizen- oder Dinkelmehl, 80 gr. Zucker (nur bei süßen Kuchen), 3 gestr. TL Backpulver, 1 Pr. Salz, 125 g Speisequark (Magerstufe), 100 ml Milch, 100 ml Speiseöl.
Ausgefallene Pfälzer Varianten: Sauerkraut‑Schokoladenkuchen & salzige Kuchen
Haben Sie schon einmal einen Sauerkraut-Schokoladenkuchen probiert? Hier das Rezept: 125 g Butter, 150 g Zucker, 3 Eier, Mark 1 Vanilleschote, 250 g Dinkelmehl Type 1050, 1 Pk. Backpulver, 125 g Kakaopulver, 300 ml Milch, 1 Prise Salz, 200 g Weinsauerkraut. Backofen auf 170°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Butter und Zucker cremig schlagen, Eier, Mark der Vanilleschote, Dinkelmehl, Back- und Kakaopulver, Milch sowie Salz zu der Butter‑Zucker‑Masse geben und gründlich miteinander verrühren. Das Sauerkraut unter heißem Wasser abspülen, gut ausdrücken, evt. klein schneiden und unter den Teig rühren. Eine Kastenform einfetten und den Teig einfüllen. In rund 60 Minuten bei 170 ° backen. Nach kurzer Abkühlzeit kann der Schoko‑Sauerkrautkuchen gestürzt werden. Für die Glasur Schokolade mit Kokosöl schmelzen.
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Nicht nur süß: Salzige Kuchen, Tartes und Quiches, Kartoffelwaffeln und vieles mehr. Nicht nur lecker zum Wein schmecken die salzigen Kuchen wie Zwiebelkuchen oder Flammkuchen in vielen Variationen. Was machen denn Zwiebeln auf einem Kuchen? - Ganz einfach: Fantastisch gut schmecken! Vor allem im Herbst, der Zeit der Weinlese, öffnen viele Straußwirtschaften in der Pfalz. Im Hof der Weingüter werden hauseigene Weine und pfalztypische Speisen angeboten. Und da ist es ein Muss, einmal einen noch warmen herzhaften Zwiebelkuchen zum süßen Neuen Wein (allgemein als Federweißen bekannt) zu essen. Das typische Hüttenschmankerl!
Dampfnudeln, Grießklößchen und süß‑herzhafte Traditionen
Dampfnudeln sind ein echter Pfälzer Klassiker und wohl das bekannteste typische Dessert der Region. Hierbei handelt es sich um Hefeknödel, die im Dampfkocher gekocht werden. Dampfnudeln werden meist mit Weinsoße (auf pfälzisch Woisoß) serviert. Auch eingemachtes Obst, Obstsuppe, Rote Grütze oder Vanillesoße passen sehr gut zu Dampfnudeln. Wird in anderen Regionen des Landes die Dampfnudel meistens als Süßspeise angeboten, wird sie in der Pfalz aber mit einer Salzkruste gebacken und als traditionelles Hauptgericht gereicht, meist herzhaft mit Suppe oder Gulasch! Als Nachspeise gibt es dann Dampfnudeln mit Wein‑ oder Vanillesoße. Da sind sich alle Pfälzer einig: Dampnudle gehen immer!
Grießklößchen, auf Pfälzisch Grießknepp, werden in der Pfalz traditionsgemäß mit frischem oder eingemachten Obst als Nachtisch serviert. In ihrer herzhaften Variante sind Grießklößchen auch als Suppeneinlage bekannt. Es ist eine typische Eigenheit der Pfälzer Küche, Süßes und Herzhaftes zusammen zu servieren. Ursprünglich kommt der Flammkuchen aus dem französischen Elsass. Mittlerweile findet man unterschiedlichste Varianten beim Belag: Von Klassikern, wie Elsässer Flammkuchen mit Speck und Zwiebeln oder Griechischer Flammkuchen mit Schafskäse, Peperoni und Oliven, aber auch süße Varianten mit beispielsweise Äpfeln und Zimt. Und so gibt es natürlich auch eine Pfälzer Variante mit Blutwurst und Apfel: Flammkuche mit Grieweworschd un Äppel!
Praktische Grundrezepte und Backhinweise
- Hefeteig: Die Milch handwarm erwärmen, die Hefe mit etwas Zucker darin auflösen. Mehl und die anderen Teigzutaten in eine Schüssel geben, die Hefemilch dazu und alles gut durcharbeiten zu einem geschmeidigen Hefeteig. Abgedeckt an einem warmen Ort gehen lassen, bis er sich ungefähr verdoppelt hat.
- Quark‑Öl‑Teig: Mehl mit Backpulver mischen, Quark, Milch, Öl zugeben und rasch zu einem glatten Teig verarbeiten. Auf dem Backblech ausrollen und einen Rand hochziehen.
- Backzeiten: Backofen vorheizen. Ober-/Unterhitze etwa 180°, Heißluft etwa 160°. Kleine Kuchen benötigen meist 30-40 Minuten, größere Käse- oder Hefekuchen bis zu 60 Minuten.
- Tipps: Eiweiß steif schlagen und unterheben für lockere Massen; Früchte saisonal verwenden; Teige nicht zu lange kneten, sonst werden sie zäh.
Beispiel: einfaches Rahmkuchen‑Grundrezept
| Zutat | Menge |
|---|---|
| Hefeteig (für Springform) | Mehl, Hefe, Milch, Butter, Zucker, Salz |
| Belag (Rahmfüllung) | 125 g Zucker, 200 g süße Sahne, 500 g saure Sahne, 50 g Mehl |
| Backtemperatur | 180 °C, ca. 35-45 Min. |
Im Internet findet man reichlich Rezepte für diese und andere Kuchen, die typisch für die Pfalz sind. Wer keine Lust hat, selber zu backen, der kann bei deinetorte.de einen Kuchen bestellen. Willkommen im Pfälzer Koch- und Backbuch mit Pfälzer Rezepten und Rezepten von Pfälzern. Inspirationen für einen typisch Pfälzer Sonntagskuchen: Auf einer Kaffetafel findet sich meist ein Guglhupf, Streuselkuchen und natürlich der Pfälzer Rotweinkuchen. Auch wenn Zwetschgen und Äpfel keine Saison haben, gibt es Sonntags leckere Kuchen in der Pfalz.
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