Ragusa Schokolade: Geschichte und Herstellung

Ragusa Schokolade gehört zu den bekanntesten Schweizer Schokoladenmarken und versprüht seither ihren unverwechselbaren Charakter. Hergestellt wird sie von der Chocolats Camille Bloch SA im schweizerischen Courtelary, im Berner Jura. Die Schokolade steht für höchste Qualitätsansprüche und nachhaltige Produktion, bei dem ökologische und soziale Gesichtspunkte ebenso beachtet werden wie Geschmack und Tradition.

Die Geschichte von Ragusa

Die Erfindung von Ragusa geht zurück auf das Jahr 1942, eine Zeit, in der Rohstoffe wie Kakao während des Zweiten Weltkriegs durch Seeblockaden schwer erhältlich waren. Da Haselnüsse leichter verfügbar waren, machte der Chocolatier aus Courtelary aus der Not eine Tugend und ergänzte seine Schokolade mit einer Masse aus gemahlenen und ganzen Haselnüssen. Das Ergebnis war Ragusa, eine Schokolade mit Haselnussfüllung zwischen zwei dünnen Schokoladenschichten.

Wesentlich für den Erfolg war die Entscheidung, Ragusa in einer handlichen Riegelform von 50 Gramm zu produzieren. Diese Größe passte hervorragend zu den Lebensmittelkarten der Kriegszeit, die jeweils 100 Gramm Schokolade oder Konditoreiprodukte erlaubten. Gleichzeitig gewann Ragusa schnell an Beliebtheit und wurde ab den 1950er Jahren auch exportiert, mit dem größten Auslandsmarkt in Dänemark.

Der Name Ragusa stammt von der Stadt Ragusa, dem heutigen Dubrovnik in Kroatien, wo Camille Bloch seine Ferien verbrachte. Seit der Gründung des Familienunternehmens Camille Bloch im Jahr 1929 steht Ragusa für eine Marke mit Geschichte und Tradition, die bis heute gepflegt wird. Die Marke gehört zusammen mit Torino und weiteren Spezialitäten zum Portfolio der Chocolats Camille Bloch SA, die heute in der dritten Generation geführt wird.

Herstellung und Rohstoffauswahl

Die Produktion erfolgt mit großer Sorgfalt und unter Einhaltung höchster Qualitätsstandards im schweizerischen Courtelary. Die Kakaobohnen stammen hauptsächlich aus Peru, wobei die Rückverfolgbarkeit bis zum einzelnen Kakaobauern garantiert wird. Ein wichtiger Partner ist Ghana, wo der Kakaoanbau vor allem unter sozial und ökologisch nachhaltigen Bedingungen stattfindet. Hier hat das Unternehmen sogar ein Informatikzentrum zur Schulung der Kakaobauern eingerichtet, um eine faire Entlohnung und bestmögliche Qualität sicherzustellen.

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Peruanische Kakaobohnen auf einer Plantage

Die Haselnüsse, die fast ein Drittel der Ragusa Riegels ausmachen, beziehen die Schweizer vorwiegend aus der Türkei, dem weltweit größten Haselnussproduzenten mit rund 70 % des globalen Angebots. Diese Haselnüsse werden mechanisch sortiert, denn ihre Qualität ist entscheidend für den Geschmack und die Textur der Schokolade. Zusätzlich kommen Mandeln aus den USA mit Ethikgütesiegel ins Sortiment.

Für die typische zarte Konsistenz der Ragusa Schokolade verwendet man eine Mischung aus Kokosfett und Kakaobutter, wobei strikt auf ungehärtete Pflanzenfette ohne Transfettsäuren zurückgegriffen wird. Auch Schweizer Milchpulver und Zucker sowie Vanilleextrakt aus Madagaskar gehören zu den natürlichen Zutaten der Ragusa Schokolade.

Der Herstellungsprozess

Nach der Anlieferung werden die Kakaobohnen zuerst von kleinen Hämmern zu Nibs verarbeitet, die anschließend zu reiner Kakaomasse gemahlen werden. Diese werden dann gewalzt und conchiert, ein Verfahren zur Verfeinerung der Schokoladenmasse, das den typischen Geschmack und die zarte Textur entstehen lässt.

Detailaufnahme Schokoladen-Conchiermaschine in der Herstellung

Die fertige Schokoladenmasse wird schließlich in flache Formen gegossen, damit sie ordentlich portioniert und in rechteckige Riegel zugeschnitten werden kann - genau wie es schon seit der Erfindung des Ragusa Riegels 1942 üblich ist.

Produktvielfalt und Innovationen

Seit den 1960er und 70er Jahren wurde das Ragusa Sortiment stetig erweitert. 1979 erschien zum 50-jährigen Jubiläum des Unternehmens eine 100-Gramm-Tafel. Seit 2000 gibt es Ragusa auch als Pralinekugeln, die den beliebten Riegel in einer neuen Form präsentieren.

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Im Jahr 2008 veröffentlichte das Unternehmen Ragusa Noir - ein Riegel mit dunkler Schokolade und höherem Kakaoanteil - sowie im Jahr 2013 Ragusa Blond, eine helle Schokolade mit karamellartigem Geschmack und goldgelber Farbe. Diese Varianten ergänzen die klassische Ragusa Classique, die sich durch die traditionelle Kombination aus Haselnussnougat und edler Schweizer Schokolade auszeichnet.

Produktvariante Eigenschaften Markteinführung
Ragusa Classique Traditionelle Haselnussnougatfüllung, Milchschokolade Seit 1942
Ragusa Noir Dunkle Schokolade mit höherem Kakaoanteil 2008
Ragusa Blond Helle Schokolade mit karamellartigem Geschmack 2013
Sortiment von Ragusa Schokoladen: Classique, Noir und Blond

Die Spezialität Ragusa So Nuts wurde als neues Snacking-Format entwickelt. Ganze geröstete Haselnüsse umhüllt von Ragusa Schokolade bieten ein besonders genussvolles Erlebnis.

Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung

Nachhaltige Entwicklung ist für die Marke Ragusa ein zentrales Anliegen. Die hochwertigen Rohstoffe stammen aus kontrolliert nachhaltigem Anbau und werden unter ökologisch und sozial gerechtfertigten Bedingungen produziert. So werden beispielsweise Haselnüsse und Mandeln nur von Produzenten mit Ethikgütesiegel bezogen. Innerhalb des Unternehmens setzt man alles daran, die Produktionskette so ökologisch wie möglich zu gestalten.

Besuch einer Haselnussplantage in der Türkei durch den Einkaufleiter René Meier

Mit mehr als 180 Mitarbeitern wird pro Jahr rund 3.700 Tonnen Schweizer Schokolade bei Camille Bloch produziert. Ragusa allein macht etwa die Hälfte der Produktion von 3.282 Tonnen Schokolade aus. Die Marke hat sich vom regionalen Geheimtipp zu einem bedeutenden Akteur auf nationalen und internationalen Märkten entwickelt. Dabei bleibt der Fokus auf ausgewählte Schlüsselmärkte wie Deutschland, Frankreich, Skandinavien und Kanada gerichtet, wo gezielt Investitionen zur Markenstärkung erfolgen.

Die Verbindung zur Region Ragusa und sizilianische Schokoladenkunst

Obwohl der Name Ragusa aus Kroatien stammt, gibt es auch in Sizilien eine besondere Schokoladentradition. ChocoHouse befindet sich in Ragusa Ibla, dem ältesten Viertel der Stadt Ragusa auf Sizilien, und produziert traditionelle sizilianische Schokolade. Diese Zartbitterschokolade folgt einer jahrhundertealten Rezeptur mit Zutaten ausschließlich aus Sizilien, die keine Milch enthält und besonders für ihre cremige Eleganz geschätzt wird.

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ChocoHouse vereint Handwerkskunst und Gemeinschaftsgefühl und präsentiert mit verschiedenen Geschmacksrichtungen wie Vanille, Pistazie, Zimt, Chili, Orange und Zitrone eine vielfältige Produktpalette. Die sizilianische Schokolade ist damit mehr als nur eine Süßigkeit - sie erzählt eine Geschichte von Tradition und Geschmack, die den Verkoster tief berührt.

ChocoHouse: Herstellung sizilianischer Schokolade in Ragusa Ibla
Herstellung von Ragusa Schokolade in Courtelary und Einblicke in die Kakaoplantage

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