Kakaofreie Schokolade: Herstellung und Anbieter im Überblick

Schokolade zählt weltweit zu den beliebtesten Süßigkeiten und ist zu zahlreichen Anlässen wie Weihnachten, Valentinstag oder Ostern unverzichtbar. Doch bisher galt: Schokolade benötigt Kakao. Durch die Klimakrise und ihre negativen Auswirkungen auf den Kakaoanbau wie Extremwetterereignisse und Krankheiten werden Kakaobohnen immer knapper und teurer. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Idee, Schokolade ohne Kakao herzustellen, zunehmend an Bedeutung. Bereits erste Unternehmen erforschen und bieten kakaofreie Schokoladenalternativen an.

Was ist kakaofreie Schokolade und wie wird sie hergestellt?

Traditionelle Schokolade basiert auf Kakaomasse und Kakaobutter. Bei kakaofreier Schokolade werden diese Zutaten durch alternative Rohstoffe ersetzt, die mittels Fermentation, Röstung und weiterer Verarbeitung ähnliche Aromen und Konsistenzen erzeugen.

Das Münchener Start-up Planet A Foods stellt unter der Marke ChoViva eine kakaofreie Schokolade her, die anstatt Kakao gemahlene Sonnenblumenkerne nutzt. Diese Kerne werden zunächst fermentiert und anschließend geröstet, ein Verfahren, das analog zur Verarbeitung von Kakaobohnen abläuft und die schokoladentypischen Aromen bildet. Anschließend werden die fermentierten Sonnenblumenkerne mit pflanzlichen Fetten, Zucker und je nach Variante Milchpulver oder Sonnenblumenkernmehl vermischt. In mehreren Schritten erfolgt Mahlen, Conchieren und Walzen, bis eine Konsistenz entsteht, die herkömmlicher Schokolade ähnelt.

Ein weiteres Beispiel ist das britische Start-up Win Win UK, das vegane, kakaofreie Schokolade mit italienischem Carob, Reis und Sonnenblumenproteinpulver herstellt. Carob ist ein Pulver aus dem Fruchtfleisch des Johannisbrotbaums, der besonders in Europa heimisch ist und eine regionale Alternative zum tropischen Kakao darstellt.

Kakaofreie Schokolade aus Sonnenblumenkernen und Carob Pulver

Produktvielfalt und Geschmackserlebnis

Produkte mit ChoViva-Alternative sind bereits in Supermärkten wie Rewe, Penny und Kaufland erhältlich und umfassen neben Schokoladentafeln auch Kekse, Nussecken oder Dominosteine. Je nach Zutaten variieren Geschmack und Intensität: Manche Produkte zeichnen sich durch einen milden, cremigen Geschmack aus, andere durch eine kräftige Note dank Nusszusätzen. Alle Varianten sind süß und bieten Schokoladenliebhabern ein überraschendes Geschmackserlebnis.

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Ökologische und soziale Aspekte der kakaofreien Schokolade

Der konventionelle Kakaoanbau ist mit erheblichen Umweltproblemen wie Entwaldung, Biodiversitätsverlust, hohem Pestizideinsatz sowie Wasserverschmutzung verbunden. Auch soziale Missstände wie niedrige Löhne, Ausbeutung und Kinderarbeit sind traurige Realität in vielen Anbauregionen.

Kakaofreie Schokoladenalternativen wie ChoViva bieten eine nachhaltige ökologische Alternative: Durch die Verwendung heimischer Rohstoffe wie Sonnenblumenkerne aus Osteuropa werden Transportwege erheblich verkürzt, Pestizide können reduziert und Entwaldung vermieden werden. Zudem liegt der CO₂-Fußabdruck von ChoViva-Schokolade laut Berechnungen bis zu 80 % unter dem herkömmlicher Schokolade. Damit leistet kakaofreie Schokolade einen wertvollen Beitrag zur Reduzierung von Umweltbelastungen.

Vergleich der CO₂-Emissionen von Kakao- und kakaofreier Schokolade

Allerdings ist kakaofreie Schokolade keine Lösung für die sozialen Herausforderungen der Kakaobäuerinnen und -bauern. Sie benötigen weiterhin faire Preise und Unterstützung für eine nachhaltige und klimastabile Produktion. Eine nachhaltige Transformation des gesamten Kakaosektors bleibt unabdingbar.

Gesetzliche Rahmenbedingungen: Darf kakaofreie Schokolade Schokolade heißen?

Gemäß EU-Definition darf Schokolade nur Produkte mit mindestens 35 % Kakaoanteil (entweder Kakaomasse oder Kakaobutter) genannt werden. Dementsprechend dürfen kakaofreie Produkte formal nicht als Schokolade bezeichnet werden. Dennoch haben sich Begriffe wie „Schokoladenalternative“ etabliert, um diese innovativen Produkte zu kennzeichnen.

ChoViva - Marktführer der kakaofreien Schokoladenalternative

Das 2021 gegründete Unternehmen Planet A Foods setzt bei ChoViva auf fermentierte und geröstete Sonnenblumenkerne sowie weitere pflanzliche Zutaten. Bereits 2023 gelang der Markteintritt in deutschen Supermärkten. Im Februar 2026 sicherte sich das Start-up in einer Serie-B-Finanzierungsrunde 30 Mio. US-Dollar, um die Produktionskapazität von 2.000 auf über 15.000 Tonnen jährlich zu erhöhen und die Expansion nach Großbritannien, Frankreich, USA und Asien voranzutreiben.

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ChoViva Produkte sind in verschiedenen Varianten erhältlich:

  • ChoViva Smooth Milch: Süß und vollmundig cremig mit Milchpulver
  • ChoViva Vegan: Mit Sonnenblumenkernmehl, ohne tierische Zutaten
  • ChoViva Semi Sweet Dunkel: Kräftiges, dunkles Geschmackserlebnis
  • ChoViva White: Vollmundig und zart mit Vanille-Noten
  • ChoViva No Added Sugar: Zuckerfreie Variante mit Maltitol als Süßungsmittel
ChoViva Sortimentsübersicht - verschiedene Varianten kakaofreier Schokolade

Vorteile von ChoViva im Überblick

  1. Überraschend leckerer Geschmack: Zart schmelzend und geeignet für Schokoladenliebhaber
  2. Zukunftssichere Lieferkette: Verwendung von Sonnenblumenkernen aus Osteuropa mit kürzeren Transportwegen
  3. Hochwertige Zutaten: Natürliche, einfache Grundzutaten ohne Aromen oder Konservierungsstoffe
  4. Vegan erhältlich: Auch für vegane Ernährung geeignet

Das Unternehmen arbeitet kontinuierlich daran, Fette wie Sheabutter oder Palmöl durch noch nachhaltigere Alternativen zu ersetzen.

Große Anbieter und Handelspartner

Unternehmen wie Griesson DeBeukelaer setzen bereits seit einigen Jahren bei ausgewählten Produkten auf kakaofreie Alternativen. Große Handelsketten wie REWE integrieren ChoViva-Produkte in ihre Eigenmarken, darunter ja! und REWE Beste Wahl. Die REWE Group betont die Bedeutung von Nachhaltigkeit und pflanzenbasierten Sortimenten, die über alle Generationen hinweg im Trend liegen.

Weitere Kooperationspartner von Planet A Foods sind unter anderem die Deutsche Bahn, Lindt und Lambertz. Die Schokoladenalternative wird aktuell zum ähnlichen Preis wie herkömmliche Schokolade angeboten, da hochwertige Zutaten und aufwändige Produktionsprozesse Kosten verursachen.

Tipps für nachhaltigen Schokoladenkonsum

Wer Schokolade mit Kakao bevorzugt, sollte auf Nachhaltigkeitssiegel wie Fairtrade, Rainforest Alliance oder Bio-Siegel achten. Diese bieten Orientierung, garantieren jedoch nicht immer den vollständigen Schutz von Umwelt und Menschenrechten. Besonders sinnvoll ist der Kauf von Produkten, bei denen die Wertschöpfung in den Anbauländern selbst stattfindet - beispielsweise bei Fairafric (Ghana) und Paccari (Ecuador).

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Verbraucher sind außerdem eingeladen, sich aktiv über die Herkunft und Produktionsbedingungen zu informieren, ihr Wissen zu teilen und den bewussten Genuss von Schokolade zu fördern.

Nachhaltigkeitssiegel bei Schokolade - Bedeutung und Auswahl

Fazit zur kakaofreien Schokolade

Kakaofreie Schokolade wie ChoViva präsentiert eine innovative sowie schmackhafte Alternative, die ökologische Vorteile mit sich bringt und zur Entlastung des belasteten Kakaosektors beitragen kann. Trotz hoher Nachfrage und wachsender Beliebtheit gilt: Schokolade bleibt ein besonderes Produkt, dessen Genuss bewusst und wertschätzend erfolgen sollte.

Interview mit Gründerteam von Planet A Foods über die Zukunft kakaofreier Schokolade

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