Kakaofreie Schokolade: Alternative Herstellung und Inhaltsstoffe
Die Nachfrage nach nachhaltigen und innovativen Alternativen zu herkömmlicher Schokolade wächst stetig. Traditionelle Schokolade basiert auf Kakao, einer tropischen Pflanze, deren Anbau starke ökologische und soziale Herausforderungen mit sich bringt. Dafür bietet kakaofreie Schokolade eine wegweisende Lösung, indem sie gänzlich ohne Kakaobestandteile auskommt und dabei dennoch die beliebten Eigenschaften von Schokolade besitzt.
Was ist kakaofreie Schokolade?
Kakaofreie Schokolade verzichtet auf alle Bestandteile der Kakaopflanze, also Kakaobohnen, Kakaobutter und Kakaomasse. Stattdessen werden andere Zutaten verwendet, die ein schokoladiges Aroma erzeugen. Ein vielversprechendes Beispiel ist ChoViva, eine Schokoladenalternative ohne Kakao, die Sonnenblumenkerne und Hafer als Hauptrohstoffe nutzt. Die Gründerinnen und Gründer dieses Produkts haben erkannt, dass das typische Schokoladenaroma nicht in erster Linie von der Kakaobohne selbst stammt, sondern sich vor allem durch den Herstellungsprozess wie Fermentation und Röstung entwickelt.
Herstellungsprozess von ChoViva - eine Innovation inspiriert vom Bierbrauen
- Verwendung ausgesuchter natürlicher Grundzutaten: Sonnenblumenkerne, Zucker und pflanzliche Fette.
- Fermentation ähnlich der traditionellen Bierbrauerei, bei der die Sonnenblumenkerne veredelt und anschließend schonend geröstet werden.
- Verarbeitung der gerösteten Sonnenblumenkerne zu einem Konzentrat durch einen mehrstufigen Mahlvorgang, wodurch das schokoladentypische Aroma entsteht.
- Weitere Vermahlung, Conchieren und Walzen des Konzentrats zu einer zartschmelzenden Konsistenz.
Diese Verfahren erzeugen ein schokoladiges Charakterprofil mit Röstaromen, das der herkömmlichen Schokolade sehr nahekommt - jedoch komplett ohne Kakao.
Inhaltsstoffe von kakaofreier Schokolade
Die Hauptbestandteile von ChoViva und ähnlichen Alternativen sind:
- Mindestens 20 % gemahlene Sonnenblumenkerne und/oder Hafer (teilweise als Nebenprodukt der Getreideproduktion verwendet)
- Pflanzliche Fette als Ersatz für Kakaobutter
- Zucker oder Zuckeraustauschstoffe wie Maltitol (bei zuckerfreien Varianten)
- Milchpulver in nicht-veganen Rezepturen oder Hafermehl in veganen Varianten
ChoViva verzichtet dabei bewusst auf Geschmacksverstärker, künstliche Aromen und Konservierungsstoffe. Es handelt sich um eine 100% natürliche Produktpalette mit veganen und nicht-veganen Sorten.
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Varianten und Geschmackserlebnisse
ChoViva bietet verschiedene Geschmacksrichtungen, die mit denen herkömmlicher Schokolade konkurrieren können:
- ChoViva Smooth Milch: Cremig und süß mit Milchpulver.
- ChoViva Vegan: Vegan, mit Sonnenblumenkernmehl, besonders nachhaltig.
- ChoViva Semi Sweet Dunkel: Kräftiger, dunkler Geschmack für Liebhaber intensiver Schokoladennoten.
- ChoViva White: Weiß mit Vanillegeschmack, zart und vollmundig.
- ChoViva No Added Sugar: Volles Schokoladenaroma ganz ohne Zuckerzusatz, gesüßt mit Maltitol.
Das Aroma entsteht durch den innovativen Herstellungsprozess, sodass der typische "Schokoladengeschmack" erhalten bleibt - trotz des völligen Verzichts auf Kakao. Tests von Feinschmeckern bestätigen die Qualität: Schmelz, Geruch und Geschmack sind überzeugend ähnlich wie bei echter Schokolade.
Nachhaltigkeit der kakaofreien Schokolade
Die Nachhaltigkeit ist einer der wichtigsten Vorteile von kakaofreier Schokolade:
- Reduzierung der Umweltbelastung: Der Anbau von Kakao ist mit massiver Entwaldung, hohem Pestizideinsatz und Wasserverschmutzung verbunden. Die Alternative mit Sonnenblumenkernen hat deutlich kürzere Transportwege und nutzt vor allem Ressourcen aus Europa.
- Geringerer CO₂-Fußabdruck: ChoViva-Produkte haben einen CO₂-Ausstoß von etwa 1,3 bis 2,4 kg CO₂e pro kg Produkt, was deutlich unter dem von herkömmlicher Schokolade liegt.
- Verwendung von Nebenprodukten: Hafer, oft als Nebenprodukt der Getreideproduktion, wird genutzt, um Lebensmittelverschwendung zu verringern.
- Soziale Aspekte: Die Alternative wirkt nicht dem Kakaosektor entgegen, der weiterhin faire Preise und nachhaltige Entwicklung braucht, bietet aber zukunftsorientierte Versorgungssicherheit mit stabilen Lieferketten.
Die Kombination aus regionalen Zutaten und innovativen Produktionsverfahren sorgt für eine nachhaltige und ressourcenschonende Herstellung, ohne Kompromisse beim Geschmack eingehen zu müssen.
Vielfältige Anwendungsbereiche
ChoViva ist genauso vielseitig einzusetzen wie traditionelle Schokolade. Sie eignet sich hervorragend für die Backkunst, wird aber auch in zahlreichen anderen Produkten wie Müslis, Keksen und Süßwaren verwendet. Bekannte Lebensmittelhersteller bieten bereits ChoViva-basierte Produkte für große Einzelhandelsketten an.
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Weitere kakaofreie Alternativen und Forschung
Neben ChoViva arbeitet auch das britische Start-up Win Win UK mit italienischem Carob, Reis und Sonnenblumenprotein für vegane kakaofreie Schokolade. Carob, ein Pulver aus den Früchten des Johannisbrotbaums, gilt als regionalere und nachhaltigere Alternative zum traditionellen Kakao.
Auch das Schweizer Start-up Foodbrewer forscht an so genannter Zellschokolade, bei der Grundbausteine von Kakaobohnen kultiviert werden. Diese Zellschokolade darf den Namen „Schokolade“ tragen, da sie tatsächlich Kakao enthält, aber aufgrund der nachhaltigen Herstellung mit neuen Methoden überzeugt.
Die wachsende Kreativität im Schokoladenmarkt zeigt, dass kakaofreie und nachhaltige Schokoladenprodukte zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Schokolade ohne Kakao - aber darf sie so heißen?
Nach EU-Definition muss Schokolade mindestens 35 % Kakaoanteil enthalten, damit sie als solche verkauft werden darf. Kakaofreie Alternativen wie ChoViva dürfen deshalb streng genommen nicht als Schokolade bezeichnet werden. Dennoch erfüllen sie ähnliche Genussbedürfnisse und eröffnen neue Perspektiven für nachhaltigen, bewussten Schokoladengenuss.
Tipps für nachhaltigen Schokoladenkonsum
- Auf Nachhaltigkeitssiegel achten: Bio, Fairtrade und Rainforest Alliance bieten Orientierung, auch wenn keine Garantie für perfekte Einhaltung aller Kriterien besteht.
- Wertschöpfung vor Ort fördern: Der Kauf von Schokolade, die in Anbauländern selbst verarbeitet wird (z. B. Fairafric, Paccari), unterstützt Kleinbauern nachhaltig.
- Schokolade in Maßen genießen: Schokolade ist Luxusgut und Ressource zugleich, wertvoll durch Arbeit und Umwelt.
- Informieren und teilen: Nachhaltiger Genuss entsteht durch Wissen und Bewusstsein.
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