Kakao Tetrapack Test: Ein umfassender Überblick über Trinkschokolade
An kalten Wintertagen gibt es kaum etwas Schöneres als eine Decke und eine Tasse heißen Kakao. Die Auswahl an Trinkschokoladen in Supermärkten ist riesig, von nostalgischen Klassikern wie Kaba und Nesquik bis hin zu Premium-Optionen aus der Schweiz. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über Kakaopulver und Trinkschokoladen, von der Zubereitung bis hin zu Inhaltsstoffen und potenziellen Gesundheitsrisiken.
Kakao: Mehr als nur ein Getränk
Kakao ist mehr als nur ein Seelenwärmer. Er enthält geringe Mengen anregender Substanzen wie Koffein und Theobromin, was von Kennern geschätzt wird. Kinder kennen Kakao oft als Instantpulver, das jedoch meist einen geringeren Kakaoanteil aufweist.
Zubereitung: Milch oder Wasser?
Die Zubereitung von Kakao ist denkbar einfach: Heiße Milch nehmen, Pulver hinzufügen, umrühren, fertig. Doch hier scheiden sich die Geister: Milch oder Wasser? Traditionell wurde Kakao, wie bei den Mayas und Azteken, nur mit Wasser zubereitet. Leif Besselmann, Chef-Chocolatier bei Dallmayr, betont jedoch, dass Milch ein Qualitätskriterium ist.
Die Inhaltsstoffe: Zucker im Überfluss
Ein Blick auf die Inhaltsstoffe der getesteten Kakaopulver zeigt, dass fast alle mehr als 60 Prozent Zucker enthalten. Besonders hoch ist der Zuckeranteil bei kakaohaltigen Getränkepulvern, die bis zu 81 Prozent aus Zucker bestehen können. Die Zubereitungsempfehlungen vieler Hersteller sind daher zu großzügig. Fünf bis sechs Teelöffel Kakaopulver in eine Tasse Milch verwandeln das Getränk in eine Kalorienbombe. Eine Tasse Cho-Quick-Drink von Penny enthält beispielsweise 209 Kilokalorien.
Kakao für Kinder: Weniger ist mehr
Ernährungsexperten raten dringend dazu, für Kinder möglichst wenig Pulver und fettarme Milch zu verwenden. Für Vier- bis Sechsjährige empfehlen sie anderthalb gehäufte Teelöffel Kakaopulver (8 Gramm) auf 0,15 Liter Milch. Zehn- bis Zwölfjährige sollten nicht mehr als zwei gehäufte Teelöffel (12 Gramm) in ihre Milch (0,225 Liter) mischen.
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Zuckerreduzierte Varianten: Nicht immer die bessere Wahl
Schokofans sollten sich nicht von Rezepturen mit weniger Zucker täuschen lassen. "Nesquick zuckerreduziert" besteht beispielsweise hauptsächlich aus Maltodextrin, einem Kohlenhydratgemisch, das zwar weniger stark süßt als Haushaltszucker, aber keine Kalorien einspart. Auch die deklarierten Vitaminmengen sind oft hoch und können zusammen mit anderen vitaminisierten Lebensmitteln zu einer Übervitaminisierung führen. Unproblematisch, aber unsinnig sind Kalziumzusätze in Kakaopulvern.
Schadstoffe im Kakao: Kadmium und Ochratoxin A
In allen Kakaopulvern wurde Kadmium gefunden, meist in kleinen Mengen. Vergleichsweise hoch waren die Gehalte jedoch in den drei Bioprodukten Alnatura, Naturata und Rapunzel. Dies kann an der Herkunft der Kakaobohnen liegen, da die Böden einiger Anbauländer von Natur aus reich an Kadmium sein können. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt für Schokolade höchstens 0,3 Milligramm Kadmium pro Kilogramm.
Ein weiteres potenzielles Problem ist das Schimmelpilzgift Ochratoxin A, das bei der Lagerung und Verarbeitung der Bohnen entstehen kann. Einzig der Kakaoklassiker Kaba überschritt den derzeit diskutierten Höchstwert von 1 Mikrogramm Ochratoxin A je Kilogramm.
Sensorische Bewertung: Geschmack und Löslichkeit
Kakaoexperten haben die Kakaogetränke sensorisch beschrieben. Die meisten Getränke wurden als "gut" bewertet. Lediglich Sarotti Feine Trinkschokolade fiel durch einen Geruch und Geschmack "nach Papier und Karton" auf. Bei der Löslichkeit der Pulver gab es kaum Beanstandungen. Fast alle verteilten sich schnell und klümpchenfrei in Milch oder Wasser.
Kakaopulver im Test: Eine Übersicht
Einige Kakaopulver wurden in verschiedenen Tests und Vergleichen bewertet. Hier eine kurze Zusammenfassung:
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- Bio Kakao von Ruf: Zuckerfreies Kakao-Pulver in Bio-Qualität, ideal zum Backen und für Trinkschokolade. Glutenfrei und vegan.
- Bio-Rohkakaopulver von Rawster: Zuckerfreie Zusammensetzung, herber Schokoladengeschmack, 100 Prozent Kakaoanteil.
- Bio Kakao von DeuBauer: Vielseitig verwendbar zum Verfeinern von Backwaren oder als Heißgetränk. Enthält keine Zusatzstoffe oder Zucker.
- Edelkakao von Naturata: Bio-zertifiziert und aus Lateinamerika stammend. Engagiert sich in Fair-Trade-Projekten.
- Bio-Kakaopulver von Vom Achterhof: Hoher Kakao-Anteil von 100 %, ohne Zucker und Zusatzstoffe. Schonende Trocknung für einzigartiges Aroma.
- Bio Kakao Pulver von Azafran: Kräftiger und herber Kakao-Geschmack, löst sich problemlos in Milch auf. Frei von zugesetzten Aromen.
- Kakao von Biotiva: Ideal zum Backen und als Getränk, enthält keinen Zucker und wird fair gehandelt.
- koawach klassik von Koawach: Kakaopulver mit Koffeingehalt, in Bio-Qualität erhältlich und sowohl vegan als auch laktosefrei.
- Bio-Kakaopulver von Copaya: Kalt gepresste Kakaobohnen, zuckerfreies und zusatzstofffreies Kakaopulver mit hohem Magnesiumgehalt.
- Kakao Premium Qualität von Bensdorp: Preiswerte Option, jedoch mit Zusatzstoffen und nicht als Bio-Produkt klassifiziert.
Fazit: Qualität und bewusster Konsum
Die Welt der Kakaopulver und Trinkschokoladen ist vielfältig. Es ist wichtig, auf die Inhaltsstoffe zu achten und den Zuckergehalt im Blick zu behalten. Bio-Produkte und Fair-Trade-Kakao sind eine gute Wahl, um sowohl die eigene Gesundheit als auch die Arbeitsbedingungen der Kakaobauern zu berücksichtigen. Ob mit Milch oder Wasser, pur oder mit Zucker - der Genuss von Kakao sollte bewusst und in Maßen erfolgen.
Trinkmahlzeiten als Alternative?
In stressigen Situationen können Trinkmahlzeiten eine Alternative zu ungesunden Snacks bieten. Allerdings sollten sie nicht langfristig frische Lebensmittel ersetzen. Einige empfehlenswerte Trinkmahlzeiten sind:
- Classic von Bertrand: Natürliche Zutaten, ohne Süßstoffe und künstliche Zusätze.
- Vly Kakao Shake: Vegan, flüssig, wenig süß, mit vielen Ballaststoffen und wenig Kalorien.
- Natural Elements So Food Pulver: Preiswerte vegane Option mit funktionalem Nährstoffmix und hohem Proteinanteil.
Milka Schokoladenmilch: Ein Genuss für unterwegs?
Die Milka Schokoladenmilch erfreut sich großer Beliebtheit. Viele Konsumenten loben den schokoladigen Geschmack und die cremige Konsistenz. Allerdings wird auch der hohe Zuckergehalt bemängelt. Die kleinen Flaschen sind praktisch für unterwegs, aber möglicherweise überteuert.
Die beste Trinkschokolade der Welt?
Laut den International Chocolate Awards ist die beste Trinkschokolade die „Almendra Blanca Single Origin Hot Cocoa“ von Goodnow Farms Chocolate. Das beste Bio Kakaopulver kommt von der Chocolaterie Robert aus Madagaskar.
Tipps für die Zubereitung
- Verwenden Sie hochwertige Schokolade oder Kakaopulver.
- Experimentieren Sie mit verschiedenen Milchsorten oder Milchersatzprodukten.
- Süßen Sie nach Bedarf mit Zucker, Honig oder alternativen Süßungsmitteln.
- Verfeinern Sie Ihren Kakao mit Gewürzen wie Zimt, Chili oder Vanille.
- Für eine dickflüssige Trinkschokolade können Sie etwas Mehl oder Stärke hinzufügen.
Kakao: Ein Getränk mit Geschichte
Schon die Azteken tranken ihren "Xocolatl" aus gewalzten Kakaobohnen und Wasser. Der Trunk schmeckte bitter und war oft mit Chili oder Pfeffer gewürzt. Mit dem Ur-Kakao der Azteken haben die modernen, aus süßem Instantpulver zubereiteten Getränke nur wenig gemeinsam.
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Schwangerschaft und Kakao: Vorsicht ist geboten
Eine Schwangere trank versehentlich einen säuerlich schmeckenden Kakao Tetrapack. Der säuerliche Geschmack deutete auf verdorbene Milch hin. In solchen Fällen ist es ratsam, einen Arzt zu konsultieren, um mögliche Risiken für das Baby auszuschließen.
Vegane Milchschokolade: Eine Alternative?
Für Liebhaber von Milchschokolade, die auf tierische Milch verzichten möchten, gibt es eine wachsende Auswahl an veganen Alternativen. Die Sorte „Rice Choc“ von Vivani enthält beispielsweise Reisdrink-Pulver statt Milch.


