Huflattich-Honig selber machen: Rezept & ausführliche Anleitung

Huflattich (Tussilago farfara) ist eine bewährte Heilpflanze bei Husten und Erkältungen. Dieses Rezept erklärt Schritt für Schritt, wie du Huflattich-Honig bzw. Huflattich-Sirup selbst herstellen kannst, welche Pflanzenteile verwendbar sind, worauf du beim Sammeln achten musst und welche Vorsichtsmaßnahmen zu bedenken sind.

Warum Huflattich verwenden?

Huflattich zählt zu den wertvollsten und wirksamsten Pflanzen, welche wir Menschen bei Husten, Erkältungen, Kehlkopfentzündungen und Bronchitis zur Verfügung haben. Seine Schleim- und Gerbstoffe machen ihn zu einer hervorragenden Pflanze für alle Bronchialerkrankungen. Der Name weist auf seine heilsame Wirkung hin: Lateinisch heißt tussis „Husten“ und agere „treiben“ oder in diesem Zusammenhang „vertreiben“.

Huflattich-Blüten am Wegesrand

Welche Teile der Pflanze verwenden?

Verwendet werden die Blüten und Blätter des Huflattichs. Die Blüten finden wir je nach Witterung von Ende Februar bis Anfang April. Seine Blätter ernten wir von Mai bis Juli. Wir ernten die geöffneten Blüten. Sobald die Blätter zu finden sind, ernten wir die jungen Blätter, wenn möglich Blätter, die in der Sonne wachsen. Diese enthalten mehr Inhaltsstoffe.

Fundort und Erntehinweise

  • Wer den Huflattich sammeln möchte, findet diesen auf eher trockenen, bis hin zu kargen und steinigen Böden an Wegenrändern und Waldlichtungen.
  • Kaum zieht sich der Schnee zurück, leuchten seine gelben Blütenköpfe auf seinem geschuppten Stiel an Wegesrändern, Brachflächen, Waldrändern, kargen Böden, Steinbrüchen, Bach- und Flussufern sowie in Böschungen.
  • Bei Kälte und Regenwetter bleiben seine Blüten geschlossen, bei Schönwetter öffnen sich seine Blüten. Wir ernten die geöffneten Blüten.

Hinweis zu Inhaltsstoffen und Sicherheit

Der Huflattich enthält viele Mineralstoffe wie z.B. Kalium, Kalzium, Zink, Magnesium, Kieselsäure und Eisen. Mittlerweile ist er in Verruf geraten, da neben seinen vielen wertvollen Inhaltsstoffen auch in geringen Mengen Pyrrolizidinalkaloide enthalten sind, die im Verdacht stehen, leberschädigend zu wirken. Bei bestimmungsmäßigem Gebrauch und einer Einnahme von nicht mehr als 4-6 Wochen müssen wir sie nicht fürchten. Dieses Mittel ist nicht für Kinder, Schwangere und Stillende geeignet. Und wenn ihr ernsthaft krank seid, müsst ihr auf jeden Fall auch zum Doktor!

Zutaten (für ca. 1 kleines Glas Huflattich-Honig / Sirup)

  • 400 Huflattich-Blüten (frisch aufgeblüht)
  • Wasser
  • 1-2 Zitronen
  • Zucker oder Honig (je nach Variante)
  • Schraubgläser oder sterilisierte Glasflaschen

Variante A - Huflattich-Sirup (Zitronen-Zucker-Methode)

Diese Methode basiert auf einem Sud aus Blüten, Wasser, Zitrone und anschließender Einkochung mit Zucker.

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Zubereitung

  1. Die Zitrone sauber bürsten und in Scheiben schneiden.
  2. Huflattichblüten waschen und mit dem Wasser und den Zitronenscheiben ca. 20 Minuten aufkochen. Dabei vorsichtig umrühren.
  3. 24 Stunden an einem kühlen Ort stehen lassen.
  4. Durch ein feines Sieb gießen und mit dem Zucker 2-3 Stunden köcheln lassen (Rühren nicht vergessen).
  5. Noch heiß in Schraubgläser füllen. Diese Gläser kopfüber aufbewahren.

Der Sirup kann in warmem Wasser, Tee oder pur eingenommen werden. Er eignet sich hervorragend zur Linderung von Husten, vor allem in den kalten Monaten.

Topf mit Huflattich-Sud und Zitronenscheiben

Variante B - Huflattich-Honig (Blüten in Honig ziehen lassen)

Diese klassische Hausmittel-Variante nutzt Honig als Konservierungsmittel und Geschmacksträger.

Zubereitung

  1. Die gepflückten Huflattich-Blüten mit einem Messer oder einer Schere grob schneiden.
  2. Ein Glas mit Schraubverschluss ca. 4 cm hoch mit den Blüten befüllen und anschließend mit Honig übergießen bis die Huflattich-Blüten bedeckt sind.
  3. Den Vorgang wiederholen bis das Glas voll ist. Die Huflattich Blüten mit einer Schere etwa 4 Zentimeter hoch in das Glas einfüllen und mit Honig übergießen, sodass alle Blüten bedeckt sind.
  4. Das Glas verschließen und an einem halbschattigen bis sonnig warmen Platz stellen (besser noch den ganzen Sommer über) oder zuerst einige Tage an die Sonne stellen. Danach vier Wochen im Dunkeln ziehen lassen. Das Glas zwei bis vier Monate an einen halbschattig bis sonnig warmen Platz stellen (besser noch den ganzen Sommer über).
  5. Nach dieser Zeit die Blüten absieben, und den Honig an einem dunklen Ort aufbewahren. Durch den Wassergehalt der Blüten wird der Honig flüssiger und ähnelt einem Sirup.

Das Ganze abseihen und in dunkle Flaschen zur Lagerung füllen. Verwendung: Entweder pur wie Hustensirup, oder in den Hustentee eurer Wahl mischen.

Gläser mit Huflattich im Honig während der Ziehzeit

Alternative mit Zucker (statt Honig)

Wer möchte, kann statt dem Honig auch braunen Zucker verwenden. Auch hier schichtweise das Glas abwechselnd mit Blüten und Zucker befüllen, allerdings muss hier darauf geachtet werden, dass die erste und letzte Schicht immer der Zucker ist und die Pflanzenteile gut bedeckt sind damit das Ganze optimal konserviert ist und sich kein Schimmel bilden kann. Nach den zwei bis vier Monaten Ruhezeit haben sich die Schichten verflüssigt, der Sirup kann abgeseiht werden und in dunkle Flaschen umgefüllt werden.

Praktische Tipps zur Herstellung und Aufbewahrung

  • Die Gläser und Flaschen vor Gebrauch sterilisieren.
  • Die Blüten nur geöffnet und sauber ernten; giftige Verwechslungen (z. B. Krokusse) vermeiden.
  • Das Glas an einem halbschattigen, warmen Platz ziehen lassen; nach dem Ziehen dunkel und kühl lagern.
  • Bei Verwendung von Zucker darauf achten, dass die Pflanzenteile vollständig bedeckt sind, um Schimmel zu verhindern.
  • Die Einnahmezeit sollte begrenzt werden (z. B. 4-6 Wochen) wegen der Pyrrolizidinalkaloide; nicht für Kinder, Schwangere und Stillende geeignet.

Serviervorschläge und Anwendung

Schmeckt lecker auf einem Butterbrötchen und süßt Tee auf leckere Art bei Erkältungen. Der Sirup kann in warmem Wasser, Tee oder pur eingenommen werden. Er eignet sich hervorragend zur Linderung von Husten, vor allem in den kalten Monaten.

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Herstellung von Huflattich-Honig: Schritt-für-Schritt

Kurze Rezeptübersicht (Tabellarisch)

Variante Zutaten Zubereitungszeit Aufbewahrung
Sirup (Zitrone & Zucker) Huflattich-Blüten, Wasser, Zitrone, Zucker ~1 Tag + 2-3 Std. Einkochen sterilisierte Gläser, kühl
Honig-Zugabe Huflattich-Blüten, Honig 2-4 Monate Ziehzeit dunkle Flaschen, dunkel
Zucker-Schichtung Huflattich-Blüten, brauner Zucker 2-4 Monate Ruhezeit dunkel, kühl

Tradition und Kultur

Vom Huflattich wurden stets die Blüten und die Blätter verwendet und er hatte einen sehr hohen Stellenwert in der Volksverwendung. Bis zum 2. Weltkrieg dienten Huflattichblätter vielerorts als Tabakersatz. Kräuterpfarrer Künzle stellte einen Tabak aus Huflattich, Spitzwegerich, Münze und Waldmeister zum Pfeifenrauchen für Asthmakranke zusammen. Der britische „Herbal Tabacco“ enthält auch heute noch Huflattichblätter.

Wissenschaftlicher Hintergrund

Mag. Dr. Roxana Lebada erhielt 1999 den Herba-Preis für ihre Forschungsarbeit, welche dem Huflattich ein Stück weit zurück zu seiner einstigen Wertigkeit verhilft. In ihrer Arbeit fand sie folgendes heraus: In Blütenknospen, Blütenständen und jungen Laubblättern sind keine Alkaloide enthalten, in anderen (älteren) Teilen der Pflanze jedoch sehr wohl.

Sicherheits-Reminder

Auch Heilpflanzen haben Nebenwirkungen. Dieses Mittel ist nicht für Kinder, Schwangere und Stillende geeignet. Hikes&Herbs übernimmt keinerlei Haftung - fragt unbedingt euren Arzt oder Apotheker, wenn ihr nicht sicher seid.

Gutes Gelingen beim Herstellen deines Huflattich-Honigs! Genieße ihn sinnvoll und im Wissen um Wirkung und mögliche Risiken.

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