Honig richtig verpacken: Eine umfassende Anleitung für Imker
Honig ist ein wertvolles Naturprodukt, das sorgfältig verpackt werden muss, um seine Qualität und seinen Geschmack zu bewahren. Ob für den Eigengebrauch, zum Verschenken oder für den Verkauf, die richtige Verpackung spielt eine entscheidende Rolle. Dieser Artikel bietet eine detaillierte Anleitung für Imker und Honigliebhaber, wie Honig und insbesondere Honigwaben optimal verpackt werden können.
Die Bedeutung der richtigen Verpackung
Die Verpackung von Honig dient nicht nur dem Schutz des Produkts, sondern auch der Präsentation. Eine ansprechende und funktionale Verpackung kann den Wert des Honigs steigern und das Vertrauen der Kunden gewinnen.
Schutz vor äußeren Einflüssen
Honig ist hygroskopisch, das heißt, er zieht Feuchtigkeit aus der Umgebung an. Eine ungeeignete Verpackung kann dazu führen, dass der Honig Wasser aufnimmt, was seine Konsistenz und Haltbarkeit beeinträchtigt. Ebenso wichtig ist der Schutz vor Licht, da UV-Strahlung die Qualität des Honigs mindern kann.
Bewahrung der Qualität
Die Verpackung sollte den Honig vor Verunreinigungen und Geschmacksbeeinträchtigungen schützen. Materialien, die geruchs- oder geschmacksneutral sind, sind daher vorzuziehen.
Präsentation und Marketing
Eine attraktive Verpackung kann die Kaufentscheidung positiv beeinflussen. Etiketten mit Informationen über den Honig, den Imker und die Herkunft können das Produkt aufwerten und das Interesse der Kunden wecken.
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Honig schleudern: Vorbereitung für die Verpackung
Bevor der Honig verpackt werden kann, muss er aus den Waben gewonnen werden. Hierfür gibt es verschiedene Methoden und Geräte.
Honigschleudern: Ein Überblick
Vor der Erfindung der Honigschleuder war die Honigernte ein feuchter Prozess, bei dem die Waben in warmes Wasser gelegt wurden, um das Wachs weich zu machen. Heute gibt es verschiedene Arten von Honigschleudern, die eine effiziente und schonende Gewinnung des Honigs ermöglichen:
- Tangential-Honigschleudern: Diese Schleudern nutzen die Zentrifugalkraft, um den Honig aus den Waben zu schleudern. Die Rähmchen werden dabei tangential, also seitlich, zur Drehachse angeordnet.
- Radial-Honigschleudern: Bei dieser Bauart sind die Waben radial angeordnet, das heißt, die Wabenrahmen zeigen nach außen. Radialschleudern eignen sich besonders für größere Mengen an Waben und werden oft elektrisch betrieben.
- Selbstwende-Honigschleudern: Diese Schleudern verfügen über Wabentaschen, in die die Rähmchen eingelegt werden. Eine automatische Steuerung sorgt dafür, dass die Rähmchen während des Schleuderns gewendet werden, um den Honig vollständig zu gewinnen.
Der Schleuderprozess
- Entdeckeln der Waben: Bevor die Waben in die Schleuder gegeben werden können, müssen sie entdeckelt werden. Dabei werden die Wachsdeckel, mit denen die Bienen die Honigzellen verschlossen haben, entfernt.
- Schleudern: Die entdeckelten Waben werden in die Honigschleuder eingesetzt und geschleudert. Die Zentrifugalkraft sorgt dafür, dass der Honig aus den Zellen geschleudert wird.
- Filtern: Nach dem Schleudern wird der Honig gefiltert, um Wachsteilchen und andere Verunreinigungen zu entfernen.
- Abfüllen: Der gefilterte Honig kann nun in die vorbereiteten Verpackungen abgefüllt werden.
Nachbereitung des Honigs
Nach dem Schleudern sollte der Honig durch ein Honey Therma gegeben und in einen Eimer oder Abfüller abgefüllt werden. Lassen Sie ihn stehen, bis er leicht trübe wird. Falls erforderlich, geben Sie den Honig in einen Auftauschrank bei 39 °C für 20 Stunden, bis er angeliert, und rühren Sie ihn dann 30 Minuten lang. Anschließend füllen Sie den Honig in die Abfüllkanne und lassen ihn weitere 8 Stunden in den Auftauschrank bei 39 °C.
Verpackung von Schleuderhonig
Für die Verpackung von Schleuderhonig stehen verschiedene Optionen zur Verfügung, die jeweils Vor- und Nachteile haben.
Honiggläser
Honiggläser sind die gebräuchlichste Verpackung für Honig. Sie sind in verschiedenen Größen und Formen erhältlich und bieten einen guten Schutz vor äußeren Einflüssen.
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- Vorteile:
- Wiederverwendbar
- Recycelbar
- Gute Sichtbarkeit des Produkts
- Verschiedene Designs verfügbar
- Nachteile:
- Zerbrechlich
- Höheres Gewicht
Kunststoffbehälter
Kunststoffbehälter sind eine leichtere und bruchsicherere Alternative zu Honiggläsern. Sie sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich, darunter auch lebensmittelechte Kunststoffeimer.
- Vorteile:
- Leicht
- Bruchsicher
- Günstiger als Glas
- Nachteile:
- Weniger umweltfreundlich als Glas
- Können bei unsachgemäßer Lagerung Gerüche annehmen
Metallbehälter
Metallbehälter, wie beispielsweise Dosen, sind eine robuste und langlebige Verpackungsoption für Honig. Sie bieten einen guten Schutz vor Licht und Feuchtigkeit.
- Vorteile:
- Robust
- Langlebig
- Guter Schutz vor Licht und Feuchtigkeit
- Nachteile:
- Können bei Beschädigung rosten
- Weniger attraktiv als Glas
Abfüllen und Ruhen lassen
Füllen Sie den gefilterten Honig in einen Eimer oder Abfüller und lassen Sie ihn stehen, bis er leicht trübe wird. Dies ist ein Zeichen dafür, dass die Kristallisation begonnen hat.
Erster Rührvorgang
Sobald der Honig trübe wird, beginnen Sie, den Honig alle 12 Stunden für jeweils 20 Minuten zu rühren. Das Ziel ist es, den sogenannten Perlmutt-Effekt zu erzielen - eine glatte und gleichmäßige Struktur mit kleinen, feinen Kristallen.
Temperaturkontrolle im Auftauschrank
Sollte der Honig zu fest oder nicht gleichmäßig angeliert sein, können Sie ihn für etwa 20 Stunden in einen Auftauschrank bei 39 °C stellen. Rühren Sie ihn nach dem Auftauen für weitere 30 Minuten, um die perfekte Konsistenz zu erreichen.
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In Gläser abfüllen
Sobald der Honig die gewünschte Konsistenz erreicht hat, füllen Sie ihn in Honiggläser ab.
Honigwaben richtig verpacken
Die Verpackung von Honigwaben erfordert besondere Sorgfalt, da die Waben empfindlich sind und leicht beschädigt werden können.
Vorbereitung der Waben
- Zuschneiden: Schneiden Sie die Honigwaben in passende Stücke.
- Abtropfen lassen: Lassen Sie die zugeschnittenen Waben auf einem Gitter oder Sieb abtropfen, um überschüssigen Honig zu entfernen.
Verpackungsoptionen für Honigwaben
- Frischhaltefolie: Wickeln Sie die abgetropften Waben in Frischhaltefolie ein, um ein Auslaufen des Honigs zu verhindern.
- Plastikschalen: Verwenden Sie Plastikschalen, um die Waben zu verpacken. Flachschalen mit den Maßen 17x12x5cm (400 oder 500 ml) eignen sich gut für diesen Zweck.
- Honiggläser: Stecken Sie je zwei Stücke Wabenhonig in ein Honigglas.
- Metzgerpapier: Fragen Sie beim Metzger nach Metzgerpapier, um die Waben darin einzuwickeln.
Plastikfreie Verpackungsalternativen
Für umweltbewusste Imker gibt es verschiedene plastikfreie Verpackungsalternativen für Honigwaben:
- Honiggläser: Wie bereits erwähnt, können Honiggläser auch für die Verpackung von Wabenhonig verwendet werden.
- Bienenwachstücher: Bienenwachstücher sind eine wiederverwendbare und umweltfreundliche Alternative zu Frischhaltefolie.
- Papierverpackungen: Verwenden Sie Papierverpackungen aus recyceltem Papier, um die Waben zu verpacken.
Kurzfristiger Transport
Für den kurzfristigen Transport von Honigwaben empfiehlt es sich, die Waben zuzuschneiden, abtropfen zu lassen und dann in Frischhaltefolie einzuwickeln.
Wabenhonig: Die natürlichste Form des Honigs
Wabenhonig ist Honig in seiner natürlichsten Form. Der Imker verarbeitet ihn nach der Ernte nicht weiter. Durch eingelagerte Blütenpollen hat Wabenhonig einen besonders intensiven Geschmack.
Was ist Wabenhonig?
Wabenhonig ist Honig, der in der Wabe geerntet, verkauft und verzehrt wird. Die Honigwabe besteht aus Wachs, das die Bienen im Bienenstock produzieren. Die Bienen versiegeln den Wabenhonig erst, wenn er reif ist.
Vorteile von Wabenhonig
- Reines Naturprodukt: Wabenhonig ist ein reines Naturprodukt, da er nicht weiterverarbeitet wird.
- Intensiver Geschmack: Durch die eingelagerten Blütenpollen hat Wabenhonig einen besonders intensiven Geschmack.
- Hoher Nährwert: Wabenhonig enthält eine wertvolle Mischung von Nährstoffen und Vitaminen.
Ernte von Wabenhonig
Bei der Ernte entnimmt der Imker die verschlossenen Waben samt Honig aus dem Bienenstock und verpackt sie, ohne die Waben zu öffnen. So bleiben alle Stoffe, die die Bienen in den Waben einlagern, im Wabenhonig.
Qualität von Wabenhonig
Wenn du Wabenhonig kaufen möchtest, solltest du besonderen Wert auf die Qualität legen. Wabenhonig darf laut der Norm des deutschen Imkerverbands nur in Waben aus reinem Bienenwachs hergestellt und gehandelt werden. Die beste Qualität erhältst du in der Regel beim regionalen Bio-Imker.
Verzehr von Wabenhonig
Wabenhonig in guter Qualität kannst du ohne Bedenken samt Wabe essen. Die eingelagerten Pollen machen ihn zu einem besonderen Geschmackserlebnis. Du kannst die Wabe auskauen und anschließend wieder ausspucken oder die Waben klein schneiden und mit Brot oder in Joghurt genießen.
Lagerung von Wabenhonig
Lagere deinen Wabenhonig kühl und trocken.
Weitere Tipps und Hinweise
- Etikettierung: Kennzeichnen Sie Ihre Honigverpackungen mit einem Etikett, das Informationen über den Honig, den Imker, die Herkunft und das Mindesthaltbarkeitsdatum enthält.
- Lagerung: Lagern Sie den verpackten Honig kühl, trocken und dunkel, um seine Qualität zu erhalten.
- Hygiene: Achten Sie bei der Verarbeitung und Verpackung von Honig auf höchste Hygiene, um Verunreinigungen zu vermeiden.
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