Australische Kuchenrezepte: Lamingtons und mehr

Australien ist bekannt für seine einzigartige Küche, und die Kuchen spielen dabei eine besondere Rolle. Eines der bekanntesten und beliebtesten australischen Gebäcke sind die Lamingtons. Diese kleinen, saftigen Kuchenwürfel sind nicht nur in Australien ein Hit, sondern auch in anderen Ländern unter verschiedenen Namen bekannt. In Kroatien beispielsweise findet man sie unter dem Namen Čupavci. Egal wie man sie nennt, diese Köstlichkeiten sind ein Muss für jeden Kuchenliebhaber.

Was sind Lamingtons?

Lamingtons sind weiche Kuchenstücke aus Biskuitteig, die in eine Schokoladenglasur getunkt und mit Kokosraspeln überzogen werden. Oft sind sie zusätzlich mit Marmelade gefüllt, was ihnen eine fruchtige Note verleiht. Die Australier nennen sie Lamingtons, während sie in Bosnien, Serbien, Kroatien und Montenegro als Čupavci bekannt sind. Der Name Čupavci leitet sich vom kroatischen Wort „čupavi“ ab, was so viel wie „zottelig“ bedeutet und sich vermutlich auf die Kokosflocken bezieht.

Die australische Bezeichnung hingegen verdankt das Gebäck Charles Wallace Baillie, Lord Lamington, dem Gouverneur von Queensland. Es wird gesagt, dass er oder sein Koch diese Küchlein gerne bei Festen servierte. Unabhängig von ihrem Ursprung sind Lamingtons eine wahre Köstlichkeit, die sowohl als Dessert als auch zum Kaffee genossen werden kann.

Die Geschichte der Lamingtons

Die genaue Herkunft der Lamingtons ist nicht eindeutig geklärt, aber die populärste Theorie besagt, dass sie im späten 19. Jahrhundert in Queensland, Australien, entstanden sind. Charles Wallace Baillie, Lord Lamington, der von 1895 bis 1901 Gouverneur von Queensland war, soll eine Schlüsselrolle bei ihrer Entstehung gespielt haben. Es wird vermutet, dass sein Koch, Armand Galland, die Lamingtons kreierte, um unerwartete Gäste zu bewirten.

Eine Anekdote besagt, dass Galland einen angeschnittenen Biskuitkuchen in Schokolade tauchte und ihn anschließend in Kokosraspeln wälzte, um ihn länger haltbar zu machen und ihn vor dem Austrocknen zu schützen. Lord Lamington soll von dieser Kreation so begeistert gewesen sein, dass er sie regelmäßig bei seinen Festen und Feierlichkeiten servierte. So verbreiteten sich die Lamingtons schnell in ganz Australien und wurden zu einem festen Bestandteil der australischen Küche.

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Lamingtons vs. Čupavci: Eine vergleichende Betrachtung

Obwohl Lamingtons und Čupavci in verschiedenen Ländern beheimatet sind, weisen sie erstaunliche Ähnlichkeiten auf. Beide Gebäcke bestehen aus Biskuitteig, der in Schokoladenglasur getunkt und mit Kokosraspeln überzogen wird. Der Hauptunterschied liegt oft in der Füllung: Während Lamingtons häufig mit Marmelade gefüllt sind, können Čupavci auch ohne Füllung zubereitet werden.

Die Schokoladenglasur kann ebenfalls variieren. Einige Rezepte verwenden eine Glasur aus Puderzucker, Backkakao, Butter und heißem Wasser oder Milch, während andere echte Schokolade bevorzugen, um einen knusprigeren Schokomantel zu erhalten. Trotz dieser kleinen Unterschiede sind Lamingtons und Čupavci im Wesentlichen dasselbe Gebäck, das in verschiedenen Teilen der Welt unter verschiedenen Namen bekannt ist.

Grundrezept für australische Lamingtons

Das Prinzip für die Zubereitung von Lamingtons ist einfach, erfordert aber etwas Geduld. Hier ist ein Grundrezept, das als Ausgangspunkt dienen kann:

Zutaten:

Für den Kuchen:

  • 200 g Mehl (Typ 550)
  • 1 EL Stärke
  • 1 gehäufter TL Backpulver
  • 3 Eier (Größe M)
  • 150 g feiner Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 1 Prise Salz

Für die Glasur:

  • 250 g Puderzucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 60 g Kakao, ungesüßt
  • 240 g Milch
  • 30 g Butter

Für die Ummantelung:

  • 200 g Kokosflocken
  • Marmelade nach Wahl (optional)

Zubereitung:

  1. Backen des Biskuitteigs: Heize den Backofen auf 170 Grad Umluft vor und lege eine Backform (ca. 25 x 25 cm) mit Backpapier aus. Schlage die Eier in einer Rührschüssel mit einem Handrührgerät schaumig. Gib den Zucker und Vanillezucker dazu und rühre weitere 5-7 Minuten, bis eine schaumige, weiße Masse entstanden ist. Vermische das Mehl mit der Stärke und dem Backpulver und hebe es vorsichtig unter die aufgeschlagenen Eier. Fülle den Teig in die vorbereitete Backform und backe ihn im vorgeheizten Ofen für etwa 20 Minuten. Mache die Stäbchenprobe, um sicherzustellen, dass der Kuchen durchgebacken ist.
  2. Abkühlen und Schneiden: Lass den Kuchen nach dem Backen etwa 10 Minuten ruhen, bevor du ihn aus der Form holst. Lass ihn anschließend vollständig auskühlen. Schneide die Ränder des Kuchens ab und halbiere ihn horizontal in der Mitte. Verteile die Marmelade gleichmäßig auf dem Biskuit und lege den oberen Teil wieder darauf. Schneide den Kuchen mit einem scharfen Messer in etwa 3x3 cm große Würfel.
  3. Zubereitung der Schokoglasur: Schmilz die Butter in einem kleinen Topf oder in der Mikrowelle. Vermische sie mit der Milch, dem Puderzucker und dem Backkakao. Verrühre die Glasur mit einem Pürierstab, bis sie glatt ist. Fülle die Kokosraspeln in eine separate Schüssel.
  4. Panieren der Lamingtons: Tunke jeden Kuchenwürfel mit Hilfe von zwei Gabeln kurz in die Glasur, lass die überschüssige Glasur abtropfen und wälze den getränkten Würfel anschließend in den Kokosraspeln. Lege die fertigen Lamingtons auf ein Kuchengitter, bis die Glasur fest geworden ist.

Variationen und Tipps für perfekte Lamingtons

Es gibt viele Möglichkeiten, Lamingtons zu variieren und an den eigenen Geschmack anzupassen. Hier sind einige Tipps und Variationen:

  • Kuchen: Anstatt einen frischen Kuchen zu backen, kannst du auch einen trockenen Kuchen vom Vortag verwenden. Ob Biskuit- oder Rührkuchen, die Glasur macht ihn wieder saftig.
  • Füllung: Ersetze die Sauerkirschkonfitüre durch jede andere Marmelade oder lasse die Füllung ganz weg.
  • Glasur: Verwende für eine intensivere Schokoladennote echte Schokolade anstelle von Kakaopulver. Du kannst auch verschiedene Schokoladensorten wie Zartbitter, Vollmilch oder weiße Schokolade verwenden.
  • Ummantelung: Wenn du keine Kokosraspeln magst, kannst du stattdessen gehackte Nüsse, Mandeln oder Schokoladenstreusel verwenden.
  • Aroma: Füge dem Teig oder der Glasur Aromen wie Vanille, Mandellikör oder Orangenabrieb hinzu, um den Geschmack zu verfeinern.
  • Frische: Durch die Schokoladenglasur bleiben die Lamingtons 3-4 Tage frisch. Bewahre sie in einer luftdicht verschließbaren Dose auf.
  • Einfrieren: Lamingtons lassen sich hervorragend einfrieren. Luftdicht verpackt können sie problemlos mehrere Monate aufbewahrt und einzeln wieder aufgetaut werden.

Weitere australische Kuchenrezepte

Neben den Lamingtons gibt es noch viele andere köstliche Kuchenrezepte aus Australien, die es wert sind, entdeckt zu werden:

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  • Pavlova: Eine Baiser-Torte, die mit Schlagsahne und frischen Früchten belegt wird. Sie ist ein beliebtes Dessert zu besonderen Anlässen.
  • Anzac Cookies: Knusprige Haferflockenkekse, die traditionell zum Gedenken an die australischen und neuseeländischen Soldaten im Ersten Weltkrieg gebacken werden.
  • Australischer Möhrenkuchen: Ein saftiger und aromatischer Kuchen, der mit Frischkäse-Frosting verziert wird.
  • Australischer Yule Log Weihnachtskuchen: Ein festlicher Kuchen, der mit Schokoladencreme gefüllt und mit Schokoladenglasur überzogen wird.

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