Ab wann beginnt die Produktion von Schoko-Weihnachtsmännern?

Schoko‑Weihnachtsmänner gehören zur Vorweihnachtszeit wie Adventskalender und Weihnachtsbaum. Doch wann startet die Produktion dieser Saisonware, wie viele werden hergestellt, wohin gehen Überschüsse und wie beeinflussen Rohstoffpreise und Produktionsbedingungen den Zeitpunkt und das Volumen der Fertigung? Die Antworten liegen in historischen Entwicklungen, industriellen Abläufen und wirtschaftlichen Zwängen.

Historischer Hintergrund und technische Entwicklung

Schon viel früher wurden Weihnachtsmänner und Nikoläuse aus Schokolade kreiert. Um das Jahr 1820, also vor rund 200 Jahren, sollen sich die ersten Konditoren an die künstlerisch herausfordernde und symbolträchtige Figur getraut haben und die ersten, manuell geformten Exemplare zum Verkauf angeboten haben. Diese waren, anders als heute, aus massiver Schokolade hergestellt. Wenige Jahrzehnte später schufen ebenfalls Konditoren die ersten Schokoladenhohlfiguren zur Weihnachtszeit. Doch für den Durchbruch zum Massenphänomen brauchte es die industrielle Fertigung in größeren Mengen.

Dann, ab den 1950er Jahren, nahm die Erfolgsgeschichte richtig Fahrt auf und durch neue Verfahren konnte die Schokolade in verschließbare Formen gegossen werden. So entstanden die noch heute beliebten Relief-Weihnachtsmänner. Darauf aufbauend und, eine aus Dänemark stammende Erfindung nutzend, begann in der Folge die Herstellung von Hohlfiguren, die dann geschleudert werden, so dass die flüssige Schokolade innen an der Form gleichmäßig verteilt wird. So entstehen die perfekt ausgeformten und mit vielen Details verzierten kleinen Kunstwerke. Ein Verfahren, dass auch bei Osterhasen eingesetzt wird - aber immer neu auf Basis frischer Kakaobohnen - denn aus Weihnachtsmännern werden keine Osterhasen und auch nicht umgekehrt.

Zeitlicher Ablauf: Wann beginnt die Produktion?

Um den Zeitplan einzuhalten und auch im Hinblick auf die „Konkurrenz“ der Schokoladenosterhasen, beginnt die Produktion der Weihnachtsmänner aus Schokolade bereits Anfang Mai. Bereits um 1820 soll es die ersten Schokoladen-Weihnachtsmänner gegeben haben. Mitte des 19. Jahrhunderts sind dann auch die ersten hohlen Exemplare entstanden. Daraufhin dauerte es jedoch noch rund 100 Jahre, bis die Schokoladen-Weihnachtsmänner maschinell hergestellt wurden.

Mehr als zwei Drittel der deutschen Schokoladen-Weihnachtsmänner werden innerhalb Deutschlands verkauft. Um den Produktions- und Lieferzeitplan einzuhalten, produzieren Hersteller ab Frühsommer, damit Ware rechtzeitig in Handel und Exportmärkte geliefert werden kann. Der Umfang der Produktion ist laut der Hersteller an die Bestellungen der Händler angepasst.

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Produktionslinie Schoko-Weihnachtsmänner in einer Fabrik

Produktionsmengen und Marktentwicklung

Die jährlichen Produktionszahlen schwanken: 2016 wurden in Deutschland 142 Millionen Weihnachtsmänner hergestellt, von denen rund 46 Millionen für den Export bestimmt waren. 2020 waren es rund 151 Millionen Schokoladen-Weihnachtsmänner. Heute werden jährlich etwa 150 Millionen Schokoladenweihnachtsmänner hergestellt (angaben variieren je nach Jahr).

Nach einer aktuellen Erhebung des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) produzierten die Mitgliedsunternehmen für die Weihnachtssaison 2025 etwa 146 Millionen Schokoladen‑Nikolaus‑ und Weihnachtsmann‑Figuren. Im Jahr 2024 waren es noch rund 164 Millionen. Die Herstellung von Schoko‑Weihnachtsmännern in Deutschland ist im Vorjahresvergleich um gut elf Prozent gesunken.

Jahr Produzierte Schoko-Weihnachtsmänner (ca.)
2016 142 Millionen
2020 151 Millionen
2021 160 Millionen
2024 164 Millionen
2025 146 Millionen

Inlands- und Exportanteile

Von den produzierten Schoko‑Weihnachtsmännern blieben rund 56 Prozent im Inland. Etwa 82 Millionen Figuren wurden an den deutschen Lebensmitteleinzelhandel, Kaufhäuser und Fachhandel ausgeliefert. Der Exportanteil lag bei rund 44 Prozent oder etwa 64 Millionen Stück und zeigte im Jahresvergleich eine leichte Zunahme von 1,4 Prozent. Die Ausfuhren gehen nicht nur in europäische Nachbarstaaten, sondern auch in entferntere Märkte wie die USA, Großbritannien, Neuseeland und Australien.

Warum wird so früh produziert? Logistik, Handel und Saisongeschäft

Die Produktion beginnt früh, weil die Industrie die Lieferketten, Verpackung, Kühlung und Distribution über Monate hinweg planen muss. Allein in Deutschland wurden im Jahr 2021 rund 160 Millionen Schokoladen-Nikoläuse und Weihnachtsmänner hergestellt. Viele Unternehmen fertigen nicht nur die Figuren, sondern auch Adventsgebäck und andere saisonale Produkte - bei Bahlsen in Tempelhof laufen schon seit Mai Spekulatius, Lebkuchen und Zimtsterne vom Band.

Die Maschinen in großen Betrieben laufen oft rund um die Uhr, um die Bestellungen der Händler zu erfüllen. Kleine Handwerksbetriebe wie Edelmond in Luckau produzieren hingegen in geringeren Stückzahlen und nach eigenen, teils historischen Verfahren: „Bean-to-bar“ nennt sich das Prinzip, also „von der Bohne bis zur fertigen Tafel“.

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Edelmond: handwerkliche Produktion von Schokolade in Formen

Rohstoffe, Preisbildung und Einfluss auf die Produktion

Die Preisentwicklung im Schokoladensegment bleibt vielschichtig. Trotz jüngster Rückgänge an den internationalen Rohstoffbörsen liegen die Kakaopreise weiterhin auf einem historisch hohen Niveau. Ein kurzfristiger Preisrückgang für Schokoladenwaren wie Schoko‑Weihnachtsmännern ist daher nicht zu erwarten. Marktmechanismen, Lieferkettenstrukturen und Einkaufspraktiken beeinflussen die Kosten langfristig.

Ein wesentlicher Faktor ist das sogenannte Forward‑Selling‑System in den Anbauländern Côte d’Ivoire und Ghana: Dort werden Kakaobohnen rund zwölf Monate im Voraus verkauft. Das bedeutet, dass Produzentenpreise der Süßwarenindustrie den aktuellen Börsenkursen zeitlich hinterherhinken. Preisänderungen an den Rohstoffmärkten schlagen daher erst mit Verzögerung auf die Endprodukte durch.

Der BDSI weist darauf hin, dass die Endverbraucherpreise für Lebensmittel wie Schokolade letztlich durch den Lebensmitteleinzelhandel festgelegt werden. Hersteller haben auf diese Preisbildung keinen direkten Einfluss.

Kostenbelastungen und Produktionsrückgang

Dr. Carsten Bernoth, Hauptgeschäftsführer des BDSI, erklärt, dass strukturelle Belastungen der Industrie die Produktion von Schoko‑Weihnachtsmännern erschweren. Die Branche sieht sich mit hohen Kosten für Rohstoffe wie Kakao und Nüsse konfrontiert sowie mit steigenden Ausgaben für Personal, Energie und administrative Auflagen. Hinzu komme eine spürbare Konsumzurückhaltung auf Verbraucherebene, die die Nachfrage im Inland dämpfe.

Die deutsche Süßwarenindustrie hat in den letzten Jahren Rückgänge bei der Produktion verzeichnet: Mit 164 Millionen Schokoladen-Weihnachtsmännern und -nikoläusen hat die deutsche Süßwarenindustrie 2024 ein neues Tief erreicht. Die Produktion von Schoko-Weihnachtsmännern sank 2024 um zwei Prozent gegenüber 2023. Seit 2022 nimmt die Produktion von Schokoladen-Weihnachtsmänner ab. Die Hersteller führen das auf Kostenbelastungen bei wichtigen Rohstoffen, Personal, Energie sowie Bürokratie zurück.

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Was passiert mit nicht verkauften Weihnachtsmännern?

Bei den so beliebten Schokoladen Weihnachtsmännern handelt es sich um Saisonware, für die schon kurz nach Weihnachten kein Bedarf mehr besteht. Man munkelt, dass die verschmähten Schoko-Nikoläuse eingeschmolzen und zu Osterhasen verarbeitet werden. Die Antwort auf diese Frage lässt sich mit einem ganz klaren Nein beantworten. Das Einschmelzen wäre möglich, ist jedoch nicht nur aus qualitativer, sondern auch aus hygienischer Sicht nicht sinnvoll.

Auch aus rein logistischen Gründen würde die Rückführung der Schokoweihnachtsmänner keinen Sinn ergeben. Diese müssten ausgepackt, geschmolzen, neu geformt und dann wieder eingepackt werden. Das ist nicht nur aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten wenig sinnvoll, als auch aus qualitativen Gesichtspunkten. Durch die verlänger­te Lagerung und den Transport würde es zu erheblichen Qualitätseinbußen kommen. Außerdem dürften nur unversehrte Weihnachtsmänner verarbeitet werden. All diejenigen mit kleinen Löchern in der Folie dürfen nicht weiterverwendet werden und müssten somit aussortiert werden, was einen großen Aufwand darstellt.

Aus ökologischer Sicht macht nur das „Kakao‑Recycling“ Sinn, also die Weiterverwendung der Ressource Kakao, jedoch würde das, wie bereits erwähnt, zu qualitativen Einbußen und hohem logistischen Aufwand führen. Der Bundesverband der deutschen Süßwarenindustrie geht davon aus, dass wenn Nikoläuse zurückgenommen, ausgepackt und zu neuen Osterhasen geformt werden würden, das den Preis der ursprünglichen Nikoläuse um 30 Prozent aufgrund des Mehraufwands anheben würde.

Praxis: Verkauf, Spende oder Wegwerfen

Statt Umschmelzen werden nicht verkaufte Weihnachtsmänner häufig reduziert angeboten, um den Abverkauf zu erhöhen. Zum einen werden Weihnachtsmänner nach Weihnachten zu einem reduzierten Preis angeboten, um den Abverkauf zu erhöhen. Zum anderen werden sie an gemeinnützige Organisationen gespendet und im schlimmsten Fall tatsächlich weggeschmissen.

Ein offizielles Gesetz gegen Lebensmittelverschwendung und das Wegschmeißen von Lebensmitteln gibt es in Deutschland noch nicht. Auch wenn 2020 eine Novellierung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes in Kraft getreten ist, behandelt dieses nur eine Obhutspflicht. Das legt fest, dass Produkte weggeschmissen werden dürfen, wenn es sich um die letzte Option handelt, also wenn der Verkauf oder die Weiterverwendung nicht mehr möglich ist.

Insgesamt wird jedoch mehr verkauft, als man annehmen würde. Durch die starke Rabattierung nach den Feiertagen werden oftmals alle Weihnachtsmänner verkauft und nur wenige werden gespendet. Falls Ihr ein paar einsame Weihnachtsmänner im Regal stehen habt, haben wir ein paar Ideen für Euch, was Ihr damit machen könnt. Wie wäre es beispielsweise mit einer heißen Schokolade? Oder einer Schokoladenkuchenglasur oder gleich einem Schokoladenfondue. Perfekt als Geschenk würde sich auch ein Schokoladen-Likör eignen. Aber auch unsere leckeren Schokoladen Crossies und Schokoladen Cookies eignen sich wunderbar.

Rezepte: Heiße Schokolade, Schokoladenglasur, Schokoladen-Likör

Handwerk trifft Industrie: Beispiel Edelmond und Großbetriebe

Der Weg nach Weihnachten führt über eine staubige Straße, vorbei an vertrockneten Maisfeldern und wüstengelben Äckern bis ins südbrandenburgische Luckau. Dort öffnet Thomas Michel das Tor zu seiner Schokoladenfabrik. Ein schwerer Schokoladengeruch hängt in der schwülheißen Augustluft. „Gestern haben wir zwei Dutzend Schoko-Weihnachtsmänner hergestellt“, sagt Michel. Das ist also nur ein kleiner - allerdings sehr feiner - Teil aller Schokoläuse, die ab Herbst in den Regalen stehen. „Wir betreiben Schokoladenhandwerk wie vor hundert Jahren“, erklärt der Inhaber die Philosophie hinter dem Familienunternehmen Edelmond.

Michel ließ Maschinen nach alten Bauplänen anfertigen und durchstöberte staubige Antiquariate bis er Rezepturen aus dem 19. Jahrhundert fand. Bei Edelmond wird alles selbstgemacht. „Bean-to-bar“ nennt sich das Prinzip, also „von der Bohne bis zur fertigen Tafel“. Thomas und Lyudmyla Michel stehen an einem Melangeur, wo die Zutaten bis zu 40 Stunden gewalzt werden. „Unsere Spezialität ist die 100 Prozent Schokolade“. Die bestehe nur aus einer Zutat: der Kakaobohne. Insgesamt gilt bei Edelmond: viel Kakao, wenig Zucker, keine künstlichen Aromen.

Im Gegensatz dazu produzieren Industriegrößen wie Storck oder Bahlsen in großen Mengen: Bei Bahlsen in Tempelhof laufen schon seit Mai Spekulatius, Lebkuchen und Zimtsterne vom Band. Auch bei Moll-Marzipan in Neukölln ist Hochsaison. Storck beschäftigt in Reinickendorf rund 1.200 Mitarbeiter, die einige der Bestseller in den Supermarktregalen fertigen.

Handwerk vs. Industrie: Schokoladenherstellung bei Edelmond und Großfabrik

Fazit zu Produktionsbeginn und Bedeutung

Zusammenfassend beginnt die Produktion der Schoko‑Weihnachtsmänner früh im Jahr, in vielen Fällen bereits ab Mai, um Lieferketten, Kühlung und Handel rechtzeitig zu bedienen. Historisch entwickelte sich die Figur von massiven Schokoladenobjekten zu hohlen, maschinell gefertigten Figuren, deren Produktion und Preisbildung heute stark von Rohstoffmärkten, Forward‑Selling‑Systemen in den Anbauländern, Energie‑ und Personalkosten sowie der Nachfrage abhängen.

Die Mythen um das Einschmelzen und Wiederverwenden für Osterhasen sind aus qualitativen, hygienischen und wirtschaftlichen Gründen kaum realistisch. Meistens werden überschüssige Figuren rabattiert verkauft, gespendet oder (in letzter Instanz) entsorgt. Die Branche kämpft jedoch mit strukturellen Problemen, die zu einem Rückgang der Produktionsmengen in den letzten Jahren geführt haben.

Einblick in eine Schokoladenfabrik: Produktion und Formen der Weihnachtsmänner

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