Kalorien in einer Tafel Schokolade: Ein umfassender Überblick
Schokolade, eine weltweit beliebte Süßigkeit, wird aus der Frucht des Kakaobaums (Theobroma cacao L.) gewonnen. Ursprünglich im Amazonasgebiet beheimatet, gelangte der Kakaobaum durch Tiere nach Mittelamerika, wo ihn die Olmeken im Jahr 1000 v.Chr. als erstes Volk nutzten. Ihre Nachfolger, die Mayas und Azteken, mischten Kakao mit Wasser, würzten das Getränk jedoch mit Chili oder Pfeffer. Die gezuckerte Variante entstand erst in Europa, nachdem Hernan Cortez im Jahr 1529 den Kakao aus Mittelamerika mitbrachte. Schokolade blieb lange Zeit ein Luxusartikel.
Die Herstellung von Schokolade
Die gurkenförmigen Früchte des Kakaobaums sind etwa 15 bis 25 Zentimeter lang. Für die Schokoladenherstellung werden Fruchtfleisch und Samen (Kakaobohnen) aus der Frucht gelöst, auf Pflanzenblättern ausgebreitet und mit Blättern abgedeckt. Innerhalb von fünf bis sechs Tagen beginnt die Fermentation, bei der sich das Fruchtfleisch auflöst und die Bohnen kurzzeitig keimen. Durch das Keimen entwickelt die Kakaobohne ihren typischen, leicht bitteren Geschmack. Nach der Trocknung und Röstung werden die Bohnen zu einer zähflüssigen Kakaomasse zermahlen. Um daraus Schokolade zu gewinnen, wird die Masse mit Kakaobutter, Zucker, eventuell Milchpulver und weiteren Zutaten vermischt, gewalzt, erwärmt, in eine Form gegossen und abgekühlt.
Je nach Anteil der Kakaomasse entstehen verschiedene Schokoladensorten. Milchschokolade enthält mindestens 25 % Kakaomasse, Vollmilchschokolade mindestens 30 %. Bitterschokolade enthält in der Variante „Zart- oder Halbbitter“ mindestens 50 % Kakao, als Extrabitter-Schokolade mindestens 60 %. Weiße Schokolade enthält keinen Kakao, sondern nur Kakaobutter, Milch und Zucker. Bei Diabetikerschokolade ist der Zucker durch Austauschstoffe wie Fruchtzucker oder Sorbit ersetzt.
Kaloriengehalt verschiedener Schokoladensorten
Schokolade ist als Energiequelle ein Schwergewicht. Eine 100-Gramm-Tafel Vollmilchschokolade liefert 531 kcal. Auch Diabetikerschokolade enthält nicht weniger Kalorien, da die Zuckeraustauschstoffe lediglich den Blutzuckerspiegel weniger stark ansteigen lassen. Der Kaloriengehalt einer Tafel Schokolade wird durch die enthaltenen Bestandteile bestimmt, darunter Zucker, Fett, Kakaobutter, Milchpulver, Wasser, Vanille, Vanillin, Sojalecithin und Pflanzenfett.
Hier eine Übersicht des Kaloriengehalts verschiedener Schokoladensorten pro 100g:
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- Vollmilchschokolade: ca. 530-580 kcal
- Zartbitterschokolade: ca. 500-600 kcal
- Weiße Schokolade: ca. 530-550 kcal
- Dunkle Schokolade (70% Kakao): ca. 550-650 kcal
Es ist wichtig zu beachten, dass es sich hierbei um Circa-Werte handelt, die je nach Hersteller und Zutaten variieren können. Dunkle Schokolade mit 100% Kakao kann bis zu 617 Kalorien pro 100g enthalten, besonders wenn die Kakaomasse nicht entölt ist.
Schokolade und Gesundheit: Mythen und Fakten
Viele Menschen sagen Schokolade nach, glücklich zu machen. Dafür könnten die Stoffe Phenylethylamin und Anadamid verantwortlich sein, die im Gehirn auf die Teile wirken, die unsere Glücksgefühle beeinflussen. Phenylethylamin ist ein Alkaloid, das im Gehirn die Ausschüttung von Dopamin bewirkt, eine Vorstufe des Adrenalins. Wissenschaftlich lässt sich dies jedoch nicht untermauern.
Dunkle Schokolade enthält Flavanole, die die Durchblutung verbessern, die Gefäße geschmeidig halten und den Blutdruck senken können. Studien haben gezeigt, dass der regelmäßige Verzehr von dunkler Schokolade das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall um bis zu 40 % senken kann. Je höher der Kakaoanteil, desto größer der Effekt. Auch für Diabetes-Erkrankte soll dunkle Schokolade positive Auswirkungen haben und einen Anti-Aging-Effekt haben. Diese Effekte werden jedoch durch die Zugabe von Milch bzw. Zucker in der Vollmilchschokolade reduziert.
Qualitätsmerkmale und Lagerung von Schokolade
Welche Zutaten in Schokolade enthalten sein dürfen, regelt in Deutschland die so genannte Verordnung über Kakao und Kakaoerzeugnisse. Qualitätsunterschiede ergeben sich dadurch, dass bis zu 5 % der Kakaobutter durch andere pflanzliche Fette ersetzt werden dürfen, meist preiswertere Fette wie Palmöl oder Mangokern.
Schokolade behält ihr Aroma am besten bei Temperaturen zwischen 13°C und 18°C. Größere Temperaturschwankungen verträgt sie nicht, da sich sonst ein weißer Belag (Fettreif) bildet. Schokolade sollte trocken und möglichst luftdicht verpackt gelagert werden und nicht zusammen mit stark riechenden Lebensmitteln.
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Schokolade in der Küche
Viele Schokorezepte machen es notwendig, die Schokolade zu zerkleinern oder zu schmelzen. Das Zerkleinern ist unkompliziert. Beim Schmelzen wird die klein gehackte Schokolade in einem Topf bei Temperaturen zwischen 45°C und 50°C erwärmt, am besten in einem Wasserbad. Möchte man die geschmolzene Schokolade als Glasur weiter verarbeiten, sollte sie langsam abgekühlt werden (Temperieren).
Fazit: Genuss mit Maß
Da Schokolade relativ viel Fett und Zucker enthält, sollte sie nicht zu oft, dafür aber bewusst genossen werden. Die Kalorienmenge variiert je nach Sorte, wobei dunkle Schokolade tendenziell etwas weniger Kalorien enthält als Vollmilch- oder weiße Schokolade. Trotz potenzieller gesundheitlicher Vorteile durch den Kakao sollte Schokolade als Süßigkeit betrachtet und in Maßen konsumiert werden.
Schokolade ist nicht nur ein Gaumenschmaus, sondern auch von Mythen umgeben. Ob sie glücklich macht, die Durchblutung fördert oder aphrodisierend wirkt, ist wissenschaftlich nicht eindeutig belegt. Fest steht jedoch, dass Schokolade viele Kalorien enthält und daher in eine ausgewogene Ernährung integriert werden sollte.
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