Zwiebel-Honig-Hustensaft: Wirkung und Rezept

Die Zwiebel (Allium cepa) ist ein beliebtes Hausmittel bei Erkältungen und wird seit langem eingesetzt. Es versteht sich von selbst, dass die Anwendung von Zwiebel-Honig-Hustensaft keinen Arztbesuch ersetzt und keine Heilaussagen getroffen werden. Bei ernsthaften Beschwerden sollte immer ein Arzt um Rat gefragt werden.

Warum Zwiebeln bei Husten helfen

Zwiebeln enthalten schwefelhaltige Verbindungen, die schleimlösend wirken und den Schleim verflüssigen, so dass er leichter abgehustet werden kann. Diese natürlichen Antibiotika machen eine Resistenzentwicklung unwahrscheinlich, was ein großer Vorteil gegenüber industriell hergestellten Antibiotika ist. Die in Zwiebeln enthaltenen ätherischen Öle, Flavonoide und Allicin wirken antioxidativ, antibakteriell und entzündungshemmend. Zwiebeln können auch Nasen- und Rachenschleimhäute abschwellen lassen und werden bei Hals- oder Ohrenentzündungen angewendet. Durch ihren hohen Gehalt an Vitamin C sind Zwiebeln ein idealer Schutz vor Erkältungen.

Welche Zwiebelsorte ist am besten geeignet?

Rote Zwiebeln gelten generell als gesünder, da sie mehr Antioxidantien enthalten als weiße Zwiebeln.

Hustensaft selber machen: Rezepte

Es gibt verschiedene Methoden zur Herstellung von Zwiebelsaft. Hier werden zwei Varianten vorgestellt:

Variante 1: Die schonende Methode

Diese Variante dauert etwas länger, ist aber schonender für Zwiebel und Honig.

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Zutaten:

  • 1 Zwiebel (vorzugsweise rot)
  • 2 Esslöffel Honig

Zubereitung:

  1. Die Zwiebel schälen und in kleine Würfel schneiden.
  2. Die Zwiebel in ein Glas geben und den Honig dazugießen.
  3. Den Zwiebelsaft mit Honig abgedeckt über Nacht ziehen lassen.
  4. Alles durch ein feines Sieb gießen, um den Saft aufzufangen.
  5. Den Saft in ein kleines Glas umfüllen und für einige Tage im Kühlschrank lagern.

Alternativ kann der Zwiebelsaft auch ohne Absieben zusammen mit den Zwiebeln aufbewahrt werden. Bei Bedarf einfach ein paar Löffel entnehmen.

Variante 2: Die schnelle Methode

Zutaten:

  • 100 g Zwiebeln
  • 100 g Zucker (oder Honig)

Zubereitung:

  1. Die Zwiebeln möglichst klein würfeln.
  2. Die Zwiebeln abwechselnd mit dem Zucker (oder Honig) in ein Schraubglas schichten.
  3. Das Glas über Nacht oder für mehrere Stunden stehen lassen.
  4. Anschließend die entstandene Flüssigkeit durch ein Sieb filtern.

Rezept-Variante: Zwiebelsaft aufkochen

Zutaten:

  • 1 Zwiebel
  • 3 Esslöffel Honig
  • 1/8 Liter Wasser

Zubereitung:

  1. Eine fein gehackte Zwiebel mit drei Esslöffel Zucker vermischen und mit 1/8 Liter Wasser einige Minuten lang aufkochen.
  2. Den Ansatz vier bis fünf Stunden stehen lassen, dann abseihen.

Zwiebelsaft mit Kräutern ansetzen

Der Zwiebelsaft lässt sich auch mit Kräutern ansetzen. Echtem Thymian (Thymus vulgaris) wird beispielsweise eine schleimlösende und schmerzlindernde Wirkung nachgesagt.

Thymian-Hustensaft

Zutaten:

  • Zwiebeln
  • Honig
  • Echter Thymian

Zubereitung:

  1. Zuerst die Zwiebel schälen und in kleine Würfel schneiden.
  2. In ein Glas geben und den Honig dazugießen.
  3. Zusammen mit den restlichen Zutaten bei mittlerer Hitze (darf nicht kochen) ca. 20 Minuten köcheln lassen.
  4. Flüssigkeit durch ein Sieb in ein steriles Gefäß gießen und abkühlen lassen.
  5. Wenn die Flüssigkeit nur noch lauwarm ist, Zitronensaft und Honig zugeben. Achtung: Ist die Flüssigkeit zu heiß, zerstört das die gesunden Stoffe im Honig.
  6. Anschließend das Ganze gründlich verrühren.

Der Thymian-Hustensaft hält sich im Kühlschrank etwa einen Monat.

Anwendung und Dosierung

Im Krankheitsfall können Erwachsene mehrmals am Tag 3 Löffel des Zwiebelsafts einnehmen. Kinder können mehrmals täglich einen Teelöffel des Hustensafts zu sich nehmen. Wichtig: Bei Kindern unter einem Jahr sollte das Hausmittel nicht angewendet werden, da diese noch keinen Honig zu sich nehmen sollen.

Bei akutem Reizhusten kann stündlich ein Esslöffel voll Zwiebelsaft genommen werden, ansonsten 3 x täglich.

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Lagerung und Haltbarkeit

Aufgrund des Zuckers im Honig ist der Zwiebelsaft bis zu einer Woche haltbar. Lagern Sie ihn im Kühlschrank, um die Haltbarkeit zu verbessern. Achten Sie außerdem darauf, dass Sie immer nur saubere Löffel zum Entnehmen verwenden.

Weitere Anwendungsmöglichkeiten der Zwiebel

  • Zwiebelsäckchen gegen Ohrenschmerzen: Zerkleinerte Zwiebeln werden in ein Mullsäckchen gefüllt und angewärmt, zum Beispiel auf einem heißen Topfdeckel. Das Zwiebelsäckchen wird erwärmt und auf das schmerzende Ohr gelegt oder gebunden.
  • Brustwickel: Auch ein Brustwickel mit Zwiebeln hilft bei hartnäckigem Husten. Dazu schneiden Sie Zwiebeln in Würfel oder Ringe. Die Zwiebeln werden auf ein Tuch gelegt und bei Bedarf etwas erwärmt. Rohe Zwiebeln kann man auf dem Tuch mit einem Nudelholz quetschen. Ein Brustwickel mit Zwiebeln besitzt eine schleimlösende Wirkung.
  • Zwiebel-Socken: Die Volksmedizin nutzt Zwiebeln noch auf andere Weise bei Atemwegsinfekten (wie Erkältung, Nasennebenhöhlenentzündung) als Hausmittel - als Zwiebel-Socken: Ein bis zwei Zwiebeln schälen und in 0,5 bis 1 Zentimeter dicke Scheiben schneiden. Die Zwiebelscheiben auf einem umgedrehten Topfdeckel verteilen, mit einem weiteren Topfdeckel abdecken und über Wasserdampf erwärmen (der zweite Topfdeckel verhindert das Entweichen des ätherischen Öls der Zwiebel). Anschließend die Fußsohlen des Patienten (in Bauchlage) mit den warmen Zwiebelscheiben bedecken (Zehen bleiben frei!), etwas Baumwollwatte oder unbehandelte Wolle darauf geben und alles mit einer Mullbinde fixieren. Große, angewärmte Wollsocken drüber ziehen, eine Wärmflasche auf die Füße auflegen und ruhen.
  • Zwiebelgeruch in der Raumluft: Bei kleinen Kindern mit Schnupfen oder anderen akuten Atemwegserkrankungen kann es hilfreich sein, die Raumluft mit Zwiebelgeruch "anzureichern": Dazu frisch geschnittene Zwiebelstücke im Zimmer, in dem sich das kranke Kind aufhält, verteilen. Die flüchtigen schwefelhaltigen Wirkstoffe der Zwiebel treten in die Raumluft über und werden dann eingeatmet - ein sanftes Hausmittel für kleine Patienten.
  • Einreibungen mit frischer Zwiebel: Bei Insektenstichen und anderen leichten Hautproblemen (Wunden, Furunkel, leichte Hautentzündung etc.) können Sie laut Volksmedizin die betroffene Stelle mit Zwiebel einreiben. Dazu schneiden Sie eine Zwiebel in der Mitte durch, legen Sie mit der Schnittfläche auf die betreffende Hautstelle und verreiben den austretenden Saft leicht.

Wann reicht selbstgemachter Hustensaft als Behandlung nicht aus?

Generell ist Husten, der im Rahmen einer Erkältung auftritt, harmlos. Mit dem Husten wird der Schleim aus der Luftröhre und den Bronchien heraufbefördert, der durch die entzündeten Schleimhäute in Nase, Rachen und Luftröhre entsteht. Hustensaft kann die Entzündung der Schleimhäute etwas lindern, aber er ersetzt nicht den Besuch beim Haus- oder Kinderarzt. Hält zum Beispiel der Husten länger als zwei bis drei Wochen an, besteht hohes Fieber oder Schüttelfrost oder andere schwere Symptome, sollte man seine Ärztin oder seinen Arzt konsultieren. Bei Atemnot sollte man den Notarzt verständigen.

Kinder leiden auch manchmal unter einem plötzlich auftretenden, bellenden Husten, dem Pseudokrupp. Es ist wichtig, diesen zeitnah von einem Kinderarzt abklären zu lassen, der Medikamente verschreiben kann, die bei erneuten Pseudokruppanfällen sofort eingenommen werden. Das sind Cortison-Zäpfchen oder -Saft, die die Schleimhäute wieder abschwellen lassen. Bei einem Krupp-Husten mit Atemnot sollte man sofort den Notarzt rufen.

Was Sie bei der Anwendung der Zwiebel beachten sollten

Die mittlere Tagesdosis für die innerliche Anwendung der Heilpflanze liegt bei 50 Gramm frischer Zwiebel beziehungsweise 20 Gramm getrockneter Zwiebel (Erwachsene).

Wer überempfindlich auf Zwiebel reagiert, sollte diese weder innerlich noch äußerlich anwenden.

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Verzichten Sie auf Zwiebelsocken bei Kindern unter sechs Monaten sowie bei Hautverletzungen an den Füßen.

Für Zwiebelsocken und andere Wärmeanwendungen (wie heiße oder warme Wickel) gilt allgemein: Bei Überempfindlichkeit gegenüber Wärme, offenen Hautverletzungen oder Hautirritationen im betroffenen Hautareal, bei Durchblutungs- und Sensibilitätsstörungen, bei kleinen Kindern sowie in Schwangerschaft und Stillzeit zuerst Rücksprache mit einem Arzt halten!

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