Zwiebel-Honig-Hustensaft für Pferde: Natürliche Rezepte für die Stallapotheke

Pferdebesitzer greifen nicht immer gerne sofort zu Medikamenten, wenn es ihren Vierbeinern mal nicht gut geht. Glücklicherweise gibt es eine Reihe natürlicher Helfer aus der Küche, die als altbewährte Hausmittel über Generationen weitergegeben wurden und in keiner Stallapotheke fehlen sollten. Diese Mittel sind einfach anzuwenden, haben meist keine Nebenwirkungen und sind oft deutlich günstiger als Medikamente.

Natürliche Helfer für Pferde

1. Apfelessig

Apfelessig enthält mehr als 30 wichtige Nährstoffe, darunter Vitamine A, B, C und D, Mineralstoffe, Spurenelemente und Pektin. Er unterstützt das Verdauungssystem und kann ungesunde Gärprozesse im Futter mindern. Äußerlich angewendet wirkt Apfelessig gegen Bakterien und Pilzsporen. Dazu wird ein Schuss Apfelessig ins Wasser gegeben und die betroffenen Stellen damit abgewaschen. Das saure Milieu, das durch den Apfelessig entsteht, hemmt das Wachstum von Bakterien, Pilzsporen und Milben.

2. Honig

Honig wurde schon in der Antike als Heilmittel eingesetzt. Studien haben gezeigt, dass medizinischer Honig bei Pferden die Wundheilung verbessert und das Infektionsrisiko verringert. Druckstellen, Pilzinfektionen und andere Hautwunden lassen sich gut mit Honig behandeln. Dazu wird die Wunde oder betroffene Hautstelle gereinigt und der Honig pur oder leicht verdünnt aufgestrichen. Honig wirkt zudem beruhigend, reguliert die Verdauung und regt den Stoffwechsel an. Da Honig eine Form von Zucker ist, sollte er jedoch nur in Maßen gefüttert werden, höchstens zweimal täglich einen Esslöffel.

3. Quark

Quark wirkt entzündungshemmend, da er Milchsäurebakterien enthält, die Entzündungen ausheilen lassen. Für einen Quarkwickel wird Magerquark mit etwas Milch zu einer streichfähigen Masse vermischt. Der Quarkbrei wird auf die Innenseite einer Bandagenunterlage aus Baumwolle oder eines Baumwolltuches gestrichen und mit einer Bandage am Bein befestigt. Die Wickel sollten etwa drei Stunden wirken. Alternativ kann der Quark auch etwa einen halben Zentimeter dick auf die angefeuchteten Beine aufgetragen werden. Sobald der Quark getrocknet ist, kann er mit Wasser abgewaschen werden. Quarkwickel sind auch bei akut warmen Stellen am Pferdekörper sinnvoll.

4. Zwiebeln

Rohe Zwiebeln wirken desinfizierend und eignen sich sehr gut zur äußerlichen Anwendung, zum Beispiel bei juckenden Insektenstichen. Dazu wird eine Zwiebel frisch aufgeschnitten und über die betroffene Stichstelle gerieben. Ein altes Hausmittel ist Zwiebel-Honig-Sud gegen Husten. Dafür werden etwa acht Zwiebeln in Scheiben geschnitten und mit einem Glas Honig übergossen. Die Mischung sollte 24 Stunden ziehen, dabei mehrmals umgerührt werden.

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5. Kamillentee

Kamillentee ist ein natürlicher Helfer bei Erkältungen, Magen-Darm-Infektionen oder Schürfwunden. Für einen Tee werden entweder mehrere Beutel oder lose Kamillenblüten aus der Apotheke mit heißem Wasser übergossen, zehn Minuten ziehen gelassen und dann in einen Eimer abgeseiht. Zur äußerlichen Anwendung eignet sich Kamille zum Beispiel als Kompresse bei Verletzungen oder kleineren Wunden.

6. Sauerkraut

Bei einem Hufgeschwür nutzen auch Tierärzte die Kraft des Sauerkrauts. Manchmal kann der Tierarzt einen Hufabszess nicht sofort öffnen, was meist an zu hartem Horn liegt. Ein Hufverband mit Sauerkraut hilft, das Horn aufzuweichen. Das Sauerkraut wird entweder auf ein Tuch oder zum Beispiel eine Babywindel geschichtet und dies dann komplett um den Huf gelegt. Mit einer selbstklebenden Elastikbandage kann alles so befestigt werden, dass nichts mehr rutscht. Auch gegen Mauke sollen Umschläge mit Sauerkraut helfen.

7. Knoblauch

Knoblauch schützt vor Parasiten und Fliegen sowie vor allergischen Reaktionen, die sich durch Husten oder Bronchitis zeigen.

Husten beim Pferd: Ursachen, Symptome und Behandlung

Wenn ein Pferd an Husten leidet, ist Vorsicht geboten. Eine zeitnahe Untersuchung durch einen Tierarzt ist wichtig, besonders wenn die Symptome gehäuft auftreten. Husten kann verschiedene Ursachen haben, darunter:

  • Kehlkopfentzündung: Husten beim Reiten, der durchs Genick auftritt, kann auf eine Kehlkopfentzündung hindeuten.
  • Herzprobleme: Husten beim Reiten kann auch auf Herzprobleme hinweisen, insbesondere eine Linksherzinsuffizienz mit Lungenstauung.
  • Akute Bronchitis: Eine Entzündung der Atemwege, die zu Schwellungen und erschwerter Atmung führt.
  • COPD (Chronisch Obstruktive Lungenerkrankung): Auch bekannt als equines Asthma oder COB, oft verursacht durch nicht ausgeheilte oder falsch therapierte Atemwegsinfekte.
  • Allergischer Husten: Verursacht durch eine Reaktion des Immunsystems auf bestimmte Stoffe, wie trockene Böden, Einstreu oder Futtermilben.

Wann den Tierarzt rufen?

Bronchiale Erkrankungen und Husten sollten grundsätzlich von einem Tiermediziner abgeklärt werden. Eine frühzeitige Behandlung kann verhindern, dass der Husten chronisch wird.

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Unterstützung bei Husten

Je nach Form des Hustens kann das Pferd unterschiedlich unterstützt werden:

  • Medikamente: Nach Diagnose durch den Tierarzt sollten entsprechende Medikamente verabreicht werden.
  • Inhalation: Bei allergischem Husten kann die Inhalation von Kochsalzlösung helfen.
  • Hustenkräuter und Zusatzfuttermittel: Können ergänzend zur tierärztlichen Behandlung eingesetzt werden.
  • Staubfreie Umgebung: Bewegung in staubfreier Umgebung und Anpassung der Haltung können helfen, die Atemwege zu entlasten.
  • Raufutter wässern/bedampfen: Um reizende Stoffe zu entfernen.

Hausmittel bei Husten

Einige Hausmittel können unterstützend bei Husten eingesetzt werden, sollten aber niemals die tierärztliche Behandlung ersetzen:

  • Zwiebelsaft: Zwiebeln in Scheiben schneiden, mit Honig übergießen, 24 Stunden ruhen lassen und mehrmals umrühren.
  • Tee: Spezielle Kräutertees können bei Reizungen der oberen Luftwege helfen.

DIY Bio-Hustensaft und Hustentee für Pferde

DIY Bio-Hustensaft

Zutaten:

  • 4 große Zwiebeln
  • 250 ml Bio-Honig (unpasteurisiert vom Imker)
  • 1 Liter Wasser

Zubereitung:

  1. Zwiebeln kleinschneiden und in einem Liter Wasser kochen, bis sie glasig sind.
  2. Durch ein Sieb gießen und das Zwiebelwasser mit Honig vermischen.
  3. Honig nur im lauwarmen Wasser hinzugeben, da bei heißem Wasser die Wirkung verloren geht.

Anwendung:

  • Großpferd: Täglich 4 Esslöffel übers Futter geben.

Honig-Zwiebel-Mischung

Zutaten:

  • 1 gedünstete Zwiebel (klein geschnitten)
  • 1 Knoblauchzehe (klein geschnitten)
  • Bio-Honig

Zubereitung:

  1. Gedünstete Zwiebel mit der kleingeschnittenen Knoblauchzehe mischen.
  2. Etwas Honig dazugeben und in ein Portionsdöschen füllen.

Anwendung:

  • Tagesration für ein Großpferd.

DIY Bio-Hustentee

Zutaten:

  • 2 ½ Esslöffel Bio-Lorbeerblätter
  • 1 ½ Esslöffel Thymian

Zubereitung:

  1. Zutaten mit kochendem Wasser aufgießen und 10 Minuten ziehen lassen.
  2. Abgekühlt über das Kraftfutter gießen.
  3. Optional mit Bio-Honig süßen.

Weitere Hausmittel für Pferde

Neben den bereits genannten Mitteln gibt es noch weitere Hausmittel, die bei verschiedenen Beschwerden eingesetzt werden können:

  • Malzbier: In kleinen Mengen kann es den Appetit anregen. Besser ist jedoch die Gabe von Bierhefe, die Verdauung und Stoffwechsel positiv beeinflusst.
  • Öl: Für ältere oder abgemagerte Pferde kann Öl als Energie- und Kalorienquelle dienen.
  • Meerrettich: Als Alternative zum Zwiebelsud kann geriebener Meerrettich mit Heu- und Schwarzkümmelcobs vermischt werden.
  • Medizinischer Honig: Äußerlich angewendet zur Förderung der Wundheilung und Abtötung von Wunderrregern.
  • Knoblauch: In kleinen Mengen gefüttert kann Knoblauch vor Plagegeistern schützen.
  • Leinsamen: Bei Kotwasser können Leinsamen helfen, Flüssigkeit zu binden und die Darmwand auszukleiden.
  • Ringelblume: Hilft innerlich wie äußerlich bei Entzündungen und unterstützt die Wundheilung.
  • Heilerde: Äußerlich angewendet bei oberflächlichen Wunden oder Sehnenproblemen.

Wichtiger Hinweis

Hausmittel können bei kleineren Beschwerden eine gute Unterstützung sein. Bei ernsthaften Erkrankungen sollte jedoch immer ein Tierarzt konsultiert werden.

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