Zuckerguss trocknen verhindern: Tipps und Tricks für perfekte Glasuren
Eine Glasur ist das i-Tüpfelchen auf vielen Backwaren und verleiht ihnen nicht nur ein ansprechendes Aussehen, sondern auch zusätzlichen Geschmack und Haltbarkeit. Ob aus Zucker oder Schokolade - eine Glasur ist die perfekte Möglichkeit, leckerem Gebäck den letzten Schliff zu geben und kleine Makel auszubessern. Beim Backen sind Glasuren Flüssigkeiten, die aufgetragen werden und nach dem Erkalten erstarren. Sie können Kuchen, Torten und Gebäck wie Kekse verzieren. Das sieht einerseits schön aus und erweitert andererseits den Geschmack. So lässt sich ein Grundteig mit unterschiedlichen Anstrichen in viele verschiedene Leckerbissen verwandeln. Auch können Sie damit nicht ganz geglückte Backwaren noch retten - eine Glasur kaschiert Bruchstellen vom Stürzen sowie Ecken und Kanten, an denen Verbranntes entfernt wurde. Noch dazu trägt die süße Verzierung zur Haltbarkeit bei: Durch die extra Portion Isolierung einer dicken Schicht entweicht weniger Feuchtigkeit und das Gebackene bleibt länger frisch. Ist der Teig bereits beim Backen etwas zu trocken geworden, verleiht eine dünne Zuckerglasur der Sache etwas zusätzliche Saftigkeit, indem sie einsickert.
Doch was tun, wenn der Zuckerguss nicht richtig trocknet oder unansehnlich wird? Dieser Artikel bietet Ihnen umfassende Informationen und praktische Tipps, wie Sie das Austrocknen von Zuckerguss verhindern und perfekte Ergebnisse erzielen.
Arten von Glasuren
Zuerst einmal müssen Sie wissen: Es gibt unglaublich viele verschiedene Arten an Glasuren. Die zwei großen Bereiche sind zucker- und schokoladenbasierte.
Zuckerglasur
Die wohl bekannteste Version ist der traditionelle Zuckerguss, den wir wohl alle schon einmal verwendet haben. Hier vermischen Sie 250 g gesiebten Puderzucker mit 4 EL Wasser. Für einen klassischen Zuckerguss werden 4 Esslöffel Wasser nach und nach zu 250 Gramm Puderzucker gegeben. Möchte man den Zuckerguss großflächig aufbringen, sollte er eine karamellartige Konsistenz haben. Zum Aufspritzen eignet sich eine zahnpastaartige Konsistenz. Anstelle von Wasser kann der Zuckerguss beispielsweise auch mit Milch oder Zitronensaft hergestellt werden.
Eine Spritzglasur ist eine festere Variante davon. Nutzen Sie hier einen EL Wasser weniger. Sie eignet sich durch Ihre stabilere Konsistenz gut für das detaillierte Dekorieren und Beschriften von Kuchen, Torten, Lebkuchen und Keksen. Für einen frisch-säuerlichen Geschmack können Sie das Wasser mit Zitronensaft ersetzen.
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Eiweißglasuren sind durch ihre starke Klebkraft bei Pfefferkuchenhäusern beliebt. Dazu nehmen Sie ein Eiweiß, 200 g Puderzucker und 2 EL Zitronensaft. Schlagen Sie die Masse auf, bis sie schaumig ist. Für eine Condéglasur fügen Sie diesem Rezept 50 g gehackte Mandeln hinzu.
Weitere Zuckermassen, die oft zur Kuchen- und Tortenverzierung wie z. B. beim Hochzeitstorte-Backen genutzt werden, sind Fondant und Frosting. Dabei handelt es sich jedoch nicht um Flüssigkeiten, die erstarren, und darum nicht um Glasuren.
Schokoladenglasur
Der klassische Schokoüberzug besteht aus geschmolzener Kuvertüre. Dabei handelt es sich um Schokolade mit einem gesetzlich vorgegebenen hohen Kakaobutteranteil. Für das beste Geschmackserlebnis temperieren Sie diese. Dazu schmelzen Sie sie im Wasserbad bei 40-45 °C, und kühlen sie unter konstanter Bewegung langsam auf ca. 30 °C ab.
Eine sogenannte Ganache besteht wiederum aus Kuvertüre und Sahne im Verhältnis 1:2. Kochen Sie die Flüssigkeit dafür auf und schmelzen Sie Ihre Schokoladenstücke darin. Übrigens: Je mehr Schokolade sie nutzen, desto fester wird die Glasur. Da das Ergebnis aber dickflüssig bleibt, eignet es sich auch als Füllung für Pralinen, Kuchen und Torten, zum Beispiel im beliebten Lava-Cake. Für eine vegane Version nutzen Sie am besten dunkle Schokolade und vegane Butter bzw.
Schokoladenguss: Wird aus Puderzucker und geschmolzener Schokolade oder etwas Kakaopulver mit Milch angerührt.
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Tipps zur Konsistenz und Trocknung
Bevor Sie Ihre Glasur auftragen, müssen Sie entscheiden, wie dick sie sein soll. Ein dünner Guss ist perfekt für bereits süße Backwaren, die noch ein i-Tüpfelchen brauchen. Ein dicker hingegen trocknet schneller, da hier der Zuckeranteil höher ist. Er eignet sich darum zum Beispiel perfekt für Backwaren, die sie kurzfristig zu Feiern mitbringen wollen. Bestimmen Sie die ideale Konsistenz für sich mit den Proportionen von Flüssigkeit zu Zucker bzw.
Normalerweise sollten Sie Ihr überzogenes Gebäck einige Stunden - über Nacht - ruhen lassen. Auch die Luftfeuchtigkeit hat einen Einfluss darauf, wie lange es dauert, bis der Guss fest ist. Tragen Sie diesen übrigens immer auf kalten Kuchen und Co.
Je dicker der Zuckerguss angerührt ist, desto schneller trocknet er. Um den Zuckerguss schneller zu trocknen, stellt man ihn am besten unbedeckt in einen Raum mit einer geringen Luftfeuchtigkeit.
Zuckerguss richtig anrühren
Nutzen Sie einen Schneebesen, um Ihre Zucker-Glasur anzurühren. Gießen Sie dabei Stück für Stück Ihre Flüssigkeit auf den Puderzucker und rühren Sie kräftig, bis keine Klumpen mehr erkennbar sind. Für Schokoladenüberzüge ist ein Kochthermometer unabdingbar, denn nur temperierte Kuvertüre bringt den leckeren Geschmack und ggf. sogar eine ansehnliche, spiegelnde Oberfläche.
Auftragen der Glasur
Beim Auftragen Ihrer süßen Schicht haben Sie mehrere Optionen: Spritzbeutel eignen sich für festere Flüssigkeiten und exakte Detailarbeit beim Verzieren von Keksen. Der Backpinsel ist der Allrounder, mit dem Sie jegliche Leckereien mit Ihrer Glasur bestreichen können. Seine biegsamen Borsten sind besonders vorteilhaft bei Gebäck mit Einbuchtungen wie z. B. einem Gugelhupf. Für einfache Formen wie runde Torten empfehlen wir sogenannte Winkelpaletten, ein Werkzeug aus der Patisserie mit einer langen, flachen Klinge. Für Paris-Brest-Törtchen oder Brandteiggebäck empfiehlt sich das Aufpinseln, da sie sehr leicht und luftig sind - beim Tunken könnten sie brechen oder der Guss zu dick werden. Wenn du jedoch eine besonders gleichmäßige, glänzende Oberfläche möchtest (z. B.
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Beim Auftragen der Glasur können Sie zwischen zwei Möglichkeiten entscheiden: Entweder, Sie gießen die gesamte Masse auf Ihr Gebäck und verteilen diese mit Ihrem Werkzeug oder Sie verteilen sie löffelweise und verstreichen Sie Stück für Stück. Behalten Sie in jedem Falle etwas Flüssigkeit für die Ränder der Backwaren in Ihrer Schüssel - diese bringen Sie am Ende auf, damit jede Seite bedeckt ist.
Natürliche Aromen und Farben
Natürliche Aromen können Ihre Glasur verfeinern. Geben Sie dazu Backaromen (z. B. Vanille, Karamell, etc.), Sirupe (Holunderblüte, Zitrone, etc.), Säfte (Orange, Kirsche, etc.) oder Alkohol (Rum, Amaretto, etc.) statt Wasser in den Zuckerguss. Je nachdem, wie stark der Geschmack letztendlich sein soll, können Sie auch nur ein paar Tropfen ergänzen.
Haben Sie Lust auf einen farbenfrohen Zuckerguss? Dann fügen Sie Lebensmittelfarbe hinzu! Auch natürliche Alternativen stehen Ihnen offen: Gelbe Töne erreichen Sie mit Kurkuma sowie Saffran, grüne mit Matcha-Pulver, violette mit Heidelbeeren, rosa mit roter Beete. Um einen grünen Ton zu erzeugen, kann grüne Lebensmittelfarbe benutzt werden. Hier kommt es darauf an, welches Ergebnis erzielt werden soll.
Was tun bei Problemen?
- Glasur wird nicht fest: Eventuell wurde der Zuckerguss zu flüssig angerührt. In diesem Fall empfiehlt es sich, etwas Puderzucker hinzuzufügen. Wenn der Zuckerguss sehr dünn angerührt wurde, kann das Trocknen sehr lange dauern. Ein weiterer Grund kann eine zu hohe Luftfeuchtigkeit im Raum sein. Zucker ist hygroskopisch.
- Glasur wird durchsichtig: Wenn der Zuckerguss mit zu viel Flüssigkeit angerührt wird, kann es passieren, dass er eher durchsichtig statt weiß wird.
- Puderzucker zieht in den Kuchen ein: Gibt man den Zuckerguss auf das warme Gebäck, so zieht er ein. Möchte man eine dicke, abdeckende Glasur, sollte man den Zuckerguss erst aufbringen, wenn das Gebäck komplett abgekühlt ist. So wie hoppelhasi schon geschrieben hat bei trocken Kuchen kein problem solange der gut ausgekühlt ist. Bei Obstkuchen wird es schwirig da dieser ja Feucht ist. Die Idee ist doch gerade, den Kuchen erst kurz vor dem Servieren mit Puderzucker zu bestäuben. Wird auch beim "Christstollen" gemacht. Anstatt Puderzucker, mit süßem Schnee bestäuben (das ist was auf Berliner, stillen, etc.
Vermeiden von häufigen Fehlern
- Falsche Lagerung: Kühlschrank reicht nicht! damit etwas trocknet muss die Feuchtigkeit entweichen können. Kalte Luft kann nur wenig Feuchtigkeit aufnehmen, In den Kühlschrank stellen ist also nicht eben hilfreich, etwas drüber stellen, dass die Luft nicht zirkulieren läasst, ist genauso wenig hilfreich.
- Zugluft und Luftfeuchtigkeit: Zugluft oder zu hohe Luftfeuchtigkeit (z. B. Ein leichter Luftzug (z. B.
- Ungeeignete Anwendung: Bei zarten Gebäckstücken, die leicht zerbrechen könnten (z. B. Für Paris-Brest-Törtchen oder Brandteiggebäck empfiehlt sich das Aufpinseln, da sie sehr leicht und luftig sind - beim Tunken könnten sie brechen oder der Guss zu dick werden.
Zuckerguss haltbar machen
- Reste aufbewahren: Haben Sie doch einmal zu viel Zuckerguss angerührt, können Sie die Reste nutzen, um Ihren Tee zu süßen. Da Zucker gut konserviert, lässt sich die Flüssigkeit auch in einem geschlossenen Behälter kurzfristig im Kühlschrank aufbewahren. Wird sie Ihnen zu fest, rühren Sie sie einfach mit etwas Wasser wieder glatt.
- Einfrieren: Ja, Zuckerguss kann eingefroren werden.
Zusätzliche Tipps für perfekten Zuckerguss
- Verwendung von Zitronensaft oder Essig: Ein paar Tropfen Zitronensaft oder ein winziger Hauch weißer Essig helfen zusätzlich, den hellen Farbton zu erhalten und verhindern ein Vergilben beim Trocknen. 🍋
- Dicke der Glasur: Kurz gesagt:➡️ Dicke, kühle Glasur + ruhiges, trockenes Klima = glänzender, schneeweißer Zuckerguss.
- Lagerung nach dem Trocknen: die zuckerglasur richtig durchtrocknen lassen. dann die muffins entweder auf eine platte geben und mit alufolie gut abdecken oder in einen tortenbutler. die glasur zerrinnt nicht, wenn du sie gut trocknen lässt. 📦
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