Propolis und Honig: Wirkung, Anwendung und Qualität in der Apotheke
Propolis und Honig sind zwei der wichtigsten Produkte aus dem Bienenstock und werden seit Jahrtausenden für ihre vielfältigen Wirkungen geschätzt. Besonders Propolis, auch Kittharz genannt, hat eine lange Tradition in der Naturheilkunde und wird von Apotheken, Imkereien und Online-Shops in unterschiedlichen Darreichungsformen angeboten. Die Wirkung, die richtige Anwendung und die Qualitätssicherung von Propolis sowie Honig stehen im Mittelpunkt dieses Artikels.
Was ist Propolis?
Die Propolis, auch Kittharz, Bienenharz, Bienenleim, ist eine Substanz, die Bienen von den Knospen und der Rinde der Laubbäume sammeln und mit Wachs, Pollenanteilen und Speichelsekreten anreichern. Im Bienenstock wird sie als klebriges Baumaterial zum Abdichten von Ritzen und Spalten, zum Stabilisieren der Waben und zur Abwehr von Bakterien und Pilzen verwendet. Circa 50 bis 200 Gramm der wachsartigen Substanz produzieren die Arbeiterbienen eines Volkes pro Jahr. Der Name „Propolis“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie „Verteidigungssystem der Stadt”. Damit schützen die Bienen ihren Stock vor Zugluft, Feuchtigkeit und Krankheitserregern.
Die Hauptbestandteile sind Harze verschiedener Bäume, Pollen, Wachse, ätherische Öle und Speichelsekret. In kleinen Mengen sind auch Zucker, Vitamine, Mineralstoffe und Eiweiß-Bausteine (Aminosäuren) enthalten. Alles in allem besteht Propolis aus über 300 unterschiedlichen chemischen Verbindungen. Die genaue Zusammensetzung variiert aber je nach Standort des Bienenstocks, Region, Jahreszeit und Pflanzenangebot. Das zeigt sich schon an der variierenden Farbe des Stoffgemisches (gelb-braun bis dunkelbraun oder sogar grünlich).
Wie wird Propolis gewonnen?
Um nennenswerte Mengen an Propolis zu gewinnen, bringen Imker feinmaschige Kunststoffgitter im Bienenstock an. Die Bienen verkitten die störenden Zwischenräume. Zur Propolis-Ernte werden die Gitter entfernt. Durch Tiefgefrieren lässt sich das Harz leicht abklopfen und zu Pulver vermahlen. Dieses wird dann als Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Arzneimittel dagegen enthalten spezielle standardisierte Extrakte. Ein wichtiger Qualitätsaspekt ist die Herkunft: Propolis kann Schadstoffe aus der Umwelt (vor allem Schwermetalle wie Blei und Cadmium) sowie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) aus Imkereipraktiken wie dem Einsatz von Rauch anreichern.
Honig: Der Klassiker unter den Bienenprodukten
Honig ist wie Propolis schon seit Jahrtausenden beliebt und wurde von den Ägyptern als „Speise der Götter“ bezeichnet. Sie züchteten bereits Bienen und nutzten den Honig für ihre Gesundheit. Auch heute ist Honig beliebt wie nie, rund ein Kilogramm essen die Deutschen pro Jahr. Honig gilt als wohltuendes Heilmittel, wenn die Schleimhaut im Rachen bei Husten gereizt ist.
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Unter den Honigsorten wird besonders dem neuseeländischen Manuka-Honig eine antibakterielle und entzündungshemmende Wirksamkeit nachgesagt. Manuka Honig wird von Bienen aus dem Blütennektar der Südseemyrte hergestellt. Er gilt als sogenannter Spezialhonig und muss strenge Kriterien wie Reinhaltung, Wirkung und biologische Sicherheit erfüllen.
Wirkungsweise von Propolis und Honig
Propolis ist ein Naturprodukt, das entzündungshemmend, antimikrobiell und wundheilungsfördernd wirkt. Es hemmt das Wachstum verschiedener Krankheitserreger wie Bakterien, Pilze und Viren. Wissenschaftlich aussagekräftige Hinweise auf eine Infekt-vorbeugende Wirkung von Propolis lassen sich allerdings bisher nicht durch Studien am Menschen bestätigen. Die meisten Erkenntnisse stützen sich auf Laborexperimente, Tierversuche oder Studien mit wenigen Teilnehmer*innen.
Das Wirkstoffgemisch Propolis ist ein Bienenprodukt und wird auch Bienenkittharz genannt. Seine Verwendung ist bereits im alten Ägypten zur Einbalsamierung von Mumien beschrieben worden. Auch in der Antike war es ein beliebtes Mittel zur Wundversorgung, weil es das Wachstum verschiedener Krankheitserreger hemmt. Die wichtigsten nachgewiesenen Effekte sind:
- Antibiotische Wirkung: Gegen verschiedene pathogene Bakterien wie Staphylococcus aureus und Salmonella enteritidis.
- Antientzündliche Wirkung: Förderung der Wundheilung.
- Immunsystem-beeinflussende Wirkung: Unterstützung der Abwehrkräfte.
- Antioxidativer Effekt: Schutz vor freien Radikalen.
Honig lindert Reizungen im Hals, wirkt beruhigend bei Husten, und besitzt ebenso antioxidative Eigenschaften. Wissenschaftler der Oxford Medical School haben Studien zur Wirksamkeit von Honig ausgewertet und kommen zu dem Ergebnis, dass Honig die Behandlung von Husten effektiv unterstützen kann. Zum Teil waren die Hustenanfälle deutlich schwächer ausgeprägt, wenn Honig zur Linderung angewendet wurde.
Propolis: Anwendungsmöglichkeiten
- Mund- und Zahnpflege: Propolishaltige Mundwasser, Zahnpasta oder Mundsprays wirken antibakteriell, fördern die Mundgesundheit und neutralisieren den Mundgeruch. Propolis wurde traditionell auch gekaut, um die Zähne zu pflegen.
- Hautpflege: Propolis-Tropfen, Cremes und Salben für spröde Lippen, Pflege von trockener Haut, bei Akne, Neurodermitis oder Schuppenflechte. Auch zur Vorbeugung von Hautunreinheiten wie Pickel oder Mitesser kann Propolis sinnvoll sein.
- Wundheilung: Direktes Auftragen von Propoliscremes auf Wunden oder Narben zur Förderung der Heilung.
- Unterstützung des Immunsystems: In Zeiten erhöhter Infektanfälligkeit oder starker Belastung kann die Kombination von Propolis und Zink die Abwehrkräfte unterstützen.
- Erkältungen und Entzündungen: Propolis-Halspastillen, Rachensprays oder Lutschpastillen mit Propolisextrakt beruhigen bei Hals- und Rachenentzündungen.
- Pflegende Routine: Propolis lässt sich als Tropfen in Cremes mischen oder gezielt auf Hautpartien auftragen.
| Darreichungsform | Empfohlene Anwendung | Ziel |
|---|---|---|
| Propolis-Tropfen | Mundwasser, direkte Anwendung auf Haut | Mundpflege, Hautpflege |
| Propolis-Kapseln | Orale Einnahme | Immununterstützung |
| Propolis-Salbe | Auf Haut und Lippen | Wundheilung, Hautschutz |
| Propolis-Mundspray | Lokal im Mund- und Rachenraum | Entzündungshemmend |
| Propolis-Pastillen | Bei Erkältungen | Beruhigung, Schleimhautschutz |
Dosierung und Hinweise zur Anwendung
Die Dosierung kann nicht pauschal beantwortet werden, da dies von der Indikation und der Propoliskonzentration des jeweiligen Produktes abhängt. Lesen Sie die Angaben auf der Verpackung oder im Beipackzettel, denn dort finden Sie generell Angaben zur Dosierung. Beispiel: Bei einem Körpergewicht von 60 kg empfiehlt sich eine Tagesdosierung von 6 Tropfen Propolis, aufgeteilt auf 2 x 3 Tropfen. Die erste Portion nimmt man vor dem Frühstück.
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Möchten Sie die Vorteile von Propolis nutzen, können Sie zwischen Kapselform, Tropfen, Pastillen oder Cremes wählen. Bei empfindlichen Hauttypen ist eine alkoholfreie Tinktur zu bevorzugen. Die Dauer der Einnahme ist abhängig von der Behandlung. Als immunstärkendes Mittel kann Propolis bedenkenlos über einen längeren Zeitraum eingenommen werden.
Vorsicht bei Allergien und Nebenwirkungen
Nahrungsergänzungsmittel mit Propolis lösen in seltenen Fällen gefährliche allergische Reaktionen aus. Besonders gefährdet sind Patient*innen, die an Asthma oder atopischen Erkrankungen wie Neurodermitis leiden oder eine Allergie gegen Wespen- oder Bienengift haben. Die Kontaktallergie äußert sich in Form von Hautrötung, Schwellungen und juckenden Ausschlägen. Ein solcher Warnhinweis sollte auf den Produkten vorhanden sein.
Es sind Wechselwirkungen mit Blutgerinnungshemmern möglich. In Einzelfällen wurden erhöhte Leberwerte, Nierenversagen, photosensible Reaktionen und Dermatitis berichtet. Da zu wenig über mögliche Risiken bekannt ist, sollten Schwangere und Stillende Propolis nicht konsumieren. Bei Säuglingen sollten generell keine Propolis-Produkte angewendet werden. Achten Sie darauf, vor der Anwendung einen Allergietest durchzuführen: Geben Sie einige Tropfen auf das Handgelenk und beobachten Sie die Haut für ca. eine halbe Stunde.
Qualitätsaspekte, Herkunft und gesetzliche Regelungen
Wussten Sie schon? Rauch in der Imkerei kann Einfluss auf die Propolisqualität haben. Der Rauch aus dem Smoker enthält polyaromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), die sich in der Umgebung des Bienenstocks, insbesondere im Bienenwachs, anreichern können. Besonders an Fugen im Bienenstock, wo viel Propolis gesammelt wird, lagern sich auch die im Rauch enthaltenen PAK bevorzugt ab. Diese Rückstände können direkt in das geerntete Propolis gelangen.
Imker wie Bienenherz® legen daher besonderen Wert auf eine schonende Ernte und prüfen jede Charge unabhängig auf PAK-Rückstände - für ein besonders reines Naturprodukt. Bienenprodukte können darüber hinaus Pyrrolizidinalkaloide (PA) enthalten, die aus Pflanzen stammen und über die Blütenpollen eingetragen werden. Sie können das Erbgut schädigen und die Leber belasten, insbesondere bei Produkten aus Australien, Neuseeland, Spanien und Südamerika. Die gesetzliche Höchstmenge beträgt für Nahrungsergänzungsmittel auf Pollenbasis, Pollen und Pollenprodukte 500 Mikrogramm pro Kilogramm.
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Nahrungsergänzungsmittel mit Propolis müssen beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit vor dem Verkauf angezeigt werden und tragen die Bezeichnung "Nahrungsergänzungsmittel". Für Arzneimittel gelten differenzierte Vorschriften. Homöopathische Präparate wie Propolis-Tinktur sind apothekenpflichtig, aber nicht verschreibungspflichtig.
Wissenschaftliche Studien und Wirksamkeit
Viele Wissenschaftler*innen sehen in dem Harz ein potenzielles Naturheilmittel bei Hautkrankheiten, Herzkrankheiten oder auch Diabetes. Für verschiedene Arten von Propolis wurde wissenschaftlich eine wachstumshemmende Wirkung auf Mikroorganismen bestätigt. Studien belegen für Bestandteile des Bienenprodukts unter anderem antibiotische, antientzündliche und antioxidative Effekte. Jedoch fehlt bislang ein eindeutiger Wirksamkeitsnachweis durch qualitativ hochwertige klinische Studien am Menschen.
Die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA hat zahlreiche von Herstellern eingereichte Werbeaussagen geprüft und festgestellt, dass zwischen diesen und dem Verzehr von Propolis kein ursächlicher Zusammenhang besteht. Aussagen zum Immunsystem, zur Mundgesundheit, zu antioxidativer oder antimykotischer Wirkung sind nach § 11 LFGB unzulässig. Wissenschaftlich aussagekräftige Hinweise auf eine Infekt-vorbeugende Wirkung von Propolis - mit Blick auf Erkältung, Grippe oder Corona - lassen sich nicht finden.
Wenn Sie fundierte wissenschaftliche Hintergründe suchen, lohnt ein Blick in die Fachliteratur: "Scientific Opinion on the substantiation of health claims related to propolis and flavonoids in propolis" (EFSA Journal 2010), "Propolis and the immune system: a review" (J Ethnopharmacol), und Studien wie „Antibacterial Properties of Propolis“ (Molecules, 2019).
Propolis und Honig in der Apotheke
In Apotheken und Drogerien sind zahlreiche Produkte mit Propolis und Honig verfügbar - leider nicht in standardisierter Form. Homöopathika wie Propolis-Tinktur sind apothekenpflichtig und können in jeder Potenzierung rezeptfrei erworben werden. Die Produkte zur Einnahme wie Propolis-Kapseln, Propolis-Pulver und Propolis-Lösung sind häufig als Nahrungsergänzungsmittel deklariert.
Achten Sie bei der Wahl des Produkts darauf, dass keine unnötigen Zusatzstoffe enthalten sind. Häufig sind dem Spray noch Kräuterauszüge aus Salbei oder Thymian beigemengt. Wer sich vegetarisch oder vegan ernähren möchte, sollte die Kapselhülle beim Kauf prüfen, da viele Produkte Gelatine enthalten.
Als Faustregel gilt: Fragen Sie nach Herkunft, Prüfprotokollen und möglichen Belastungen mit PA und PAK sowie Allergiehinweisen. Für Kinder und Babys empfiehlt sich eine Anpassung der Dosierung oder ein vollständiger Verzicht.
Zusammenfassende Hinweise zur Anwendung
- Für die äußerliche Anwendung auf der Haut eignen sich Propolis-Salbe, -Creme und -Spray. Die Anwendung kann mehrfach täglich erfolgen, aber auf offene Wunden sollten die Präparate nicht aufgetragen werden.
- Innere Anwendung: Propolis-Kapseln, -Pulver und -Lösung werden oral eingenommen; Dosierung individuell anpassen.
- Homöopathische Präparate sind apothekenpflichtig, aber ohne Indikation im Handel.
- Vor der ersten Anwendung empfiehlt sich ein Allergietest und Rücksprache bei Unsicherheit mit dem Arzt.
- Produktwahl: Prüfen Sie Herkunft, Inhaltsstoffe und Prüfberichte auf Schadstoffe.
- Schwangere, stillende Frauen und Säuglinge sollten Propolis nicht konsumieren.
Wichtige Quellen und Studien für die weitere Lektüre
- Labská K, Plodková H, et al.: "Antiviral activity of propolis special extract GH 2002 against Varicella zoster virus in vitro." Pharmazie (2018):73(12):733-736.
- Przybyłek I, Karpiński TM: "Antibacterial Properties of Propolis." Molecules (2019): 24(11):2047.
- Sforcin JM: "Propolis and the immune system: a review." J Ethnopharmacol (2007):113(1):1-14.
- Bort R: "Honig, Pollen, Propolis: sanfte Heilkraft aus dem Bienenstock" Kosmos (2010).
- Kurek-Górecka, Anna et al.: "Bee Products in Dermatology and Skin Care" Molecules (2020): 25(3):556.
- EFSA Journal 2010, 8(10), Bundesinstitut für Risikobewertung: Einschätzung von Propolis und Gelée Royale.
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