Ist Schokolade ein Milchprodukt? – Alles Wissenswerte über Schokolade und ihre Verbindung zu Milch

Die Frage, ob Schokolade ein Milchprodukt ist, beschäftigt viele Verbraucher - insbesondere jene mit Allergien oder Laktoseintoleranz. Milch und Milchprodukte sind zentrale Bestandteile unserer Ernährung und finden sich in unzähligen Lebensmitteln wieder, von klassischen Milchprodukten bis hin zu Backwaren und Süßigkeiten. Doch wie sieht es bei Schokolade aus? In diesem Artikel betrachten wir die Geschichte, die Zusammensetzung, die Herstellung und die gesetzlichen Regelungen rund um Schokolade im Hinblick auf Milchbestandteile - und klären, warum Schokolade nicht grundsätzlich als Milchprodukt gilt, aber häufig Milch enthalten kann.

Was versteht man unter Milchprodukten?

Lebensmittel und Produkte, welche überwiegend aus der Zutat Milch bestehen, werden als Milchprodukte oder auch Molkereiprodukte bezeichnet. Zu den Milchprodukten gehören unbehandelte, behandelte, sowie extrahierte bzw. fermentierte Milch. Die bekanntesten hierdurch entstehenden Milchprodukte sind Butter, Käse, Sahne und Joghurt. Milch steckt auch in etlichen Süßigkeiten, wie in Schokolade, Eis, Pudding und vielen Backwaren.

  • Joghurt, Butter, Quark, Sahne, Käse - all diese Lebensmitteln werden aus Milch gemacht.
  • Milcherzeugnisse sind Erzeugnisse auf Milchbasis.
  • Das LGL untersucht Milcherzeugnisse auf ihre sensorische, mikrobiologische und chemische Beschaffenheit.
Beispielhafte Übersicht klassischer Milchprodukte

Was ist Schokolade überhaupt?

Schokolade und Schokoladenerzeugnisse sind weiterverarbeitete Produkte. Sie werden je nach Rezeptur aus Kakaobohnen, Kakaobutter, Kakaomasse, Kakaopulver und Saccharose (Haushaltszucker) hergestellt. Es existiert eine Vielzahl von Sorten und Qualitäten, Formen und Geschmacksrichtungen.

Unterschieden wird zwischen Bitterschokolade (auch Edelbitter-, Zartbitter-, Herren- oder dunkle Schokolade genannt), Milchschokolade und weißer Schokolade. Neben den grundsätzlichen Einteilungen werden beim Verkauf edlerer Schokoladen auch Unterscheidungen nach dem Anbaugebiet der Kakaobohne gemacht.

Sorten von Schokolade: Bitterschokolade, Milchschokolade, weiße Schokolade

Schokolade wird in reiner Form genossen oder als Halbfertigfabrikat weiterverarbeitet. Für die Herstellung von Schokolade wird Kakaomasse mit Kakaobutter, Zucker, Milchpulver, Gewürzen und Aromen in einem Knetmischer gut miteinander verrührt.

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Enthält Schokolade Milch?

Ob Schokolade ein Milchprodukt ist, hängt maßgeblich von ihrer Sorte ab. Bei klassischer Milchschokolade, aber auch bei weißer Schokolade, besteht ein erheblicher Anteil aus Milchbestandteilen, meistens in Form von Milchpulver. Die Zutatenliste nennt dann explizit „Milchpulver“, „Vollmilchpulver“ oder „Magermilchpulver“.

  • Für die Herstellung von Schokolade wird Kakaomasse mit Kakaobutter, Zucker, Milchpulver, Gewürzen und Aromen in einem Knetmischer gut miteinander verrührt.
  • Das jeweilige Mischungsverhältnis hängt von der Schokoladensorte ab und ist gesetzlich geregelt (siehe Tabelle).
Schokoladensorte Milchanteil Kakaoanteil
Bitterschokolade/Edelbitterschokolade 0 % Mind. 43 % Kakao (oft viel höher)
Milchschokolade 13 - 20 % (meist als Milchpulver) Mind. 25 % Kakao
Weiße Schokolade Mind. 14 % Milchbestandteile Keine Kakaomasse, nur Kakaobutter
Zutatenliste einer Milchschokolade mit Angabe von Milchpulver

Dunkle Schokoladen und Kuvertüren werden in der Regel ohne Milchbestandteile hergestellt. Werden milchfreie Schokoladenmassen und milchhaltige Schokoladenmasse jedoch in denselben Produktionslinien gefertigt, sind Verunreinigungen der laut Rezeptur „allergenfreien“ Schokoladenmassen oft nicht ganz auszuschließen.

Auf den meisten im Handel befindlichen dunklen Schokoladen findet sich daher ein von Herstellern auf freiwilliger Basis angebrachter Hinweis wie „Kann Spuren von Milchbestandteilen enthalten“. Eine einheitliche Definition, welche Menge unter der Angabe „Spur“ zu verstehen ist, gibt es bislang nicht.

Allergenkennzeichnung:

Im Jahr 2013 überprüfte das LGL den Gehalt an Milcheiweiß in 16 Schokoladen und Kuvertüren, denen laut Zutatenverzeichnis keine Milchbestandteile zugesetzt waren. Bis auf zwei Produkte waren alle Erzeugnisse mit einem Hinweis auf mögliche Spuren an Milchbestandteilen versehen. In 15 Proben wies das LGL Milcheiweiß nach, darunter befanden sich auch zwei Proben, die keinen entsprechenden Hinweis auf der Verpackung trugen. Die Gehalte lagen dabei zwischen 0,002 und 1,4 %.

Messwerte von Milcheiweiß in dunkler Schokolade

Abgrenzung: Wann ist Schokolade ein Milchprodukt?

Lebensmittel und Produkte, welche überwiegend aus der Zutat Milch bestehen, werden als Milchprodukte oder auch Molkereiprodukte bezeichnet. Die meisten Schokoladen bestehen aber überwiegend aus Kakao und Zucker, bei Milchschokolade und weißer Schokolade kommt hinzu, dass wesentliche Mengen an Milchbestandteilen zugesetzt werden.

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  • Die Herstellung und Zusammensetzung von Schokolade ist durch die Kakaoverordnung und EU-Richtlinien geregelt.
  • Milchschokolade enthält immer Milch oder Milchprodukte und wird damit teilweise als "mischprodukt" betrachtet - aber nicht als "klassisches" Milchprodukt wie etwa Käse oder Joghurt.
  • Dunkle Schokolade und Bitterschokolade enthalten in der Regel keine Milchzutaten, können aber Spuren enthalten.

Weiße Schokolade besteht laut Definition nur aus Kakaobutter und Milchprodukten, enthält aber kein Kakaopulver. Bestandteil weißer Schokolade ist allerdings nur die Kakaobutter, nicht das Kakaopulver. Um der Schokolade ihre Namen gebende helle ("weiße") Farbe zu verleihen, wird der Kakaomasse das dunkel färbende Kakaopulver entzogen.

Unterschiedliche Schokoladensorten und ihre Zusammensetzung

Allergien und Kennzeichnung von Milchbestandteilen in Schokolade

Kuhmilch gehört zu den wichtigsten allergieauslösenden Lebensmitteln. Die Betroffenen können bereits bei kleinsten Allergenspuren mit gesundheitlichen Beschwerden reagieren. Eine zuverlässige Information über das Vorhandensein von Zutaten auf Milchbasis in verarbeiteten Lebensmitteln ist daher für die Verbraucher von großer Bedeutung und wurde bereits vor Jahren im Rahmen der Lebensmittelkennzeichnungsverordnung verpflichtend.

  • Mit der Ende 2014 anzuwendenden und europaweit geltenden Lebensmittelinformationsverordnung werden die seit 2004 geltenden Vorgaben zur Kennzeichnung allergener Zutaten für Fertigpackungen bestätigt und auf lose Ware erweitert.
  • Ungeregelt bleibt dagegen weiterhin die Deklaration von Allergenen, die nicht zu den regulären Zutaten gehören, sondern während der Lebensmittelherstellung oder -verarbeitung unbeabsichtigt in die Produkte übergehen.

Zur Beurteilung von Schokoladen dienen die Sinnenprüfung (Aussehen, Geruch, Geschmack) sowie die Prüfung auf vorgeschriebene bzw. zugelassene Gehalte an Zutaten bzw. Zusatzstoffen nach der Kakaoverordnung. Wichtige chemische Prüfparameter sind somit der Gesamtfettgehalt, die Fettzusammensetzung, der Kakaogehalt, der Gehalt an Zuckerarten und der Milchgehalt. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) prüft auch nicht zugelassene Farbstoffe und den Gehalt an Cadmium, das sich natürlicherweise in den Böden bestimmter Kakaoanbaugebiete befindet und von dort in die Bohnen gelangt.

Laktoseintoleranz und Schokolade

In der Milch sind zunächst Eiweiße, Fette und Milchzucker enthalten. Dieser Zucker wird auch Laktose genannt. Im Babyalter können für gewöhnlich alle Menschen die Laktose verwerten. Doch nach ein paar Jahren geht bei vielen Menschen der Stoff im Körper verloren, der den Milchzucker verdauen kann. Man sagt auch: Sie sind laktose-intolerant.

Für Menschen mit Laktoseintoleranz sind vor allem Milchschokoladen, Pralinen mit Milchfüllungen oder weiße Schokolade problematisch. Dunkle Schokolade, die laut Zutatenliste keine Milchbestandteile enthält, kann eine Alternative sein, wobei auf die Hinweise bezüglich möglicher Spuren zu achten ist.

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Schokoladenvielfalt und Allergiekennzeichnungen

Zusammenfassung: Schokolade und Milchprodukte

  • Klassische Milchprodukte sind Lebensmittel, die überwiegend oder ausschließlich aus Milch (oder deren Bestandteilen) bestehen.
  • Milchschokolade und weiße Schokolade enthalten immer Milchbestandteile (meist als Milchpulver, Molkepulver oder Sahne).
  • Bitterschokolade und dunkle Schokolade werden in der Regel ohne Milchprodukte hergestellt, können jedoch Spuren davon enthalten.
  • Schokolade ist somit kein „klassisches“ Milchprodukt, zählt aber (je nach Sorte) zu den Lebensmitteln, die Milchbestandteile enthalten oder mit ihnen hergestellt werden.
Schaubild: Anteil von Milchbestandteilen in verschiedenen Schokoladentypen

Für Milchallergiker und Menschen mit Laktoseintoleranz ist ein genauer Blick auf die Zutatenliste und Allergenkennzeichnung unumgänglich. Nur so kann sichere Schokolade genossen werden.

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