Ist Schokolade für Hunde giftig? Risiken, Symptome und Maßnahmen
Schokolade ist für Hunde hochgiftig und kann bereits bei kleinen Mengen ernsthafte Vergiftungen hervorrufen. Einige Hundehalter wissen dies nicht, doch die Aufnahme von Schokolade kann bei Haustieren zu lebensbedrohlichen Vergiftungen führen. Dies gilt übrigens auch für Katzen, die ähnlich empfindlich sind. Verantwortlich für die Giftigkeit sind die in Kakaobohnen enthaltenen Methylxanthine - allen voran Theobromin und Koffein. Während diese Stoffe bei Menschen anregend und angenehm wirken, ist ihr Einfluss auf Hunde und Katzen toxisch und potenziell tödlich.
Warum ist Schokolade giftig für Hunde?
Schokolade wird aus Kakaobohnen hergestellt. In den Kakaobohnen sind die Wirkstoffe Methylxanthine wie Theobromin und Koffein enthalten. Die Konzentration von Theobromin in Schokolade ist etwa drei bis zehnmal so hoch wie die von Koffein, aber beide tragen zur Vergiftung beim Hund bei. Hunde und Katzen können Theobromin und Koffein deutlich schlechter verstoffwechseln als Menschen; dies führt zu einer verlängerten Schädigungsdauer, da das Gift nur sehr langsam aus dem Körper ausgeschieden wird.
Mengen und gefährliche Dosis
| Schokoladenart | Theobromin-Gehalt (mg/g) |
|---|---|
| Milchschokolade | 1,5-2 |
| Dunkle Schokolade | 5-8 |
| Kochschokolade | 14-16 |
| Kakaopulver | 14-26 |
| Rohkakao | 18-35 |
| 70%ige Schokolade | 20 |
| 90%ige Schokolade | 26 |
| Weiße Schokolade | nahe 0 |
Je höher der Anteil an Kakao in einer Schokolade oder einem anderen Produkt, desto mehr Theobromin ist enthalten und desto gefährlicher ist es für Hunde. Weiße Schokolade enthält praktisch kein Theobromin, dunkle und 70 % oder 90 % Schokolade dagegen sehr hohe Mengen.
Wie wirkt Theobromin und Koffein beim Hund?
Die Giftstoffe in der Schokolade werden innerhalb weniger Stunden im Magen-Darm-Trakt aufgenommen und im gesamten Körper verteilt. Der Abbau erfolgt in der Leber, die Ausscheidung über die Nieren. Die Halbwertszeit beträgt für Theobromin beim Hund etwa 17,5 Stunden und für Koffein ca. 4,5 Stunden.
Theobromin und Koffein hemmen bestimmte Rezeptoren und Stoffe im Körper: dies führt zu Aufregung, vermehrtem Urinabsatz, Herzrasen, Speicheln, Durchfall und Erbrechen. Das Auftreten dieser Symptome ist dosisabhängig.
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Symptome einer Schokoladenvergiftung
Die Anzeichen für eine Schokoladenvergiftung treten in der Regel innerhalb von 6 bis 12 Stunden nach Verdauung auf. Häufig riechen die Tiere auch deutlich nach Schokolade. Erste Symptome können schon ab etwa 15-20 mg Theobromin pro kg Körpergewicht auftreten. Die tödliche Dosis liegt Spezialisten zufolge zwischen 100 und 500 mg Theobromin pro kg Körpergewicht. Milde Symptome wie Erbrechen, Durchfall oder vermehrter Durst treten bereits ab 20 mg auf.
- Vermehrter Durst
- Erbrechen
- Unruhe
- Durchfall und Blähungen
- Stolpern, Gangunsicherheit
- Zittern, Krampfanfälle
- Herzrasen, Herzstolpern
- Hecheln
- Blaufärbung der Schleimhäute
- Bluthochdruck / niedriger Blutdruck
- Koma
Ohne Behandlung kann eine Schokoladenvergiftung innerhalb von 12 bis 36 Stunden zum Tod führen.
Sofortmaßnahmen und Behandlung
Wenn Ihr Hund Schokolade oder kakaohaltige Produkte aufgenommen hat, ist schnelles Handeln lebenswichtig. Die Tierärztin oder der Tierarzt wird versuchen, möglichst viel vom Gift aus dem Hund zu befördern, bevor es in den Blutkreislauf gelangt. Binnen zwei Stunden nach Aufnahme gibt es verschiedene Möglichkeiten: Das medikamentöse Auslösen von Erbrechen und eine Magenspülung in Narkose mit Aktivkohle.
Auch Infusionen in die Vene, die die Harnausscheidung steigern, können helfen, größere Mengen des Gifts schneller auszuscheiden. Weitere Symptome wie Herzrhythmusstörungen, Krämpfe oder Kreislaufprobleme werden ebenfalls behandelt. Eine ursächliche Behandlung gegen Schokoladenvergiftung gibt es nicht, aber je eher Ihr Hund beim Tierarzt vorgestellt wird, desto besser die Aussichten. Zeigt Ihr Vierbeiner Symptome einer Schokoladenvergiftung oder hat er große Mengen besonders kakaohaltiger Leckereien gefressen, suchen Sie direkt den tierärztlichen Notdienst auf.
Beispiele und Richtwerte
Ein Hund wiegt 10 kg und frisst dunkle Schokolade mit 20 mg Theobromingehalt. Für eine Vergiftung reichen entsprechend 10 g Schokolade - das ist nicht viel, wenn man bedenkt, dass Standardtafeln 100 g enthalten. Ein Labrador mit 30 kg müsste ca. 1,5 kg Milchschokolade fressen, um eine tödliche Dosis zu erreichen. Die unangenehmen Vergiftungserscheinungen beginnen aber schon bei wesentlich geringeren Mengen.
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Risiko durch wiederholte kleine Mengen
Auch das Füttern kleiner Mengen Schokolade kann gefährlich sein, wenn es immer wieder passiert! Ihr Tier kann das giftige Theobromin nur sehr langsam abbauen. Kommt immer wieder neues Theobromin dazu, steigt die Konzentration im Blut immer mehr an. Lassen Sie keine Schokoladen oder Pralinen offen herumliegen und lagern Sie sie hundesicher.
Weitere Gefahren durch Schokolade
In Schokoladenprodukten sind teilweise auch weitere giftige Zutaten enthalten - etwa Macadamia-Nüsse oder Alkohol. Bei Pralinen mit heller Schokolade und Keksfüllung sind die Risiken geringer, aber je nach Größe des Hundes trotzdem nicht zu unterschätzen. Bei Katzen kommen Vergiftungen mit Schokolade seltener vor; eine erwachsene Katze müsste 40-50 g Kakao zu sich nehmen, bevor schwere Symptome auftreten.
Zum einen sind in Schokoladenprodukten teilweise auch andere giftige Zusätze enthalten, zum anderen bleiben die unangenehme Wirkung durch langsame Ausscheidung sehr lange erhalten (etwa sechs bis acht Stunden).
Alternative Leckerchen für Hunde
Für Hunde und Katzen gibt es von verschiedenen Anbietern schoko-ähnliche Leckerchen - ganz ohne Kakao, dafür etwa mit Pansen- oder Lachsgeschmack. Idealerweise sollten Sie eine Vergiftung mit Schokolade bei Ihrem Haustier grundsätzlich vermeiden.
Katzen können übrigens kein „süß“ schmecken, gönnen Sie Ihrem Hund lieber etwas Leberwurst oder Ihrer Katze Tunfisch im eigenen Saft.
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Schutz und Prävention
Lassen Sie Schokolade oder Kakao nie in Reichweite Ihres Hundes oder Ihrer Katze stehen. Verstauen Sie sie lieber in einer Schublade oder auf einem Schrank, an den der Vierbeiner nicht heran kommt. Passen Sie zudem darauf auf, was Ihr Hund in freier Natur ggf. aufnehmen könnte.
Wenn Sie sicher sind, dass Ihr Vierbeiner nur ein kleines Stück Milchschokolade verputzt hat, behalten Sie ihn gut im Auge: Achten Sie auf Symptome wie Unruhe, vermehrte Wasseraufnahme, Schmatzen oder Speicheln. Sie können auch die Atemzüge pro Minute zählen und Puls sowie Temperatur messen, um einen Notfall auszuschließen.
Die genannten Informationen stellen keine Anleitung zur Selbstdiagnose und Behandlung dar. Bei einer Vergiftung handelt es sich stets um einen Notfall! Melden Sie dem Tierarzt, wann und wo der Stoff aufgenommen wurde und geben Sie den Kakaogehalt sowie Verpackung an.
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