Wodka mit Honig bei Erkältung: Hausmittel und Wirkung
Warmes Bier bei Erkältung, einen Schnaps bei Schnupfen - das empfehlen viele. Was ist denn nun richtig? In vielen Kulturkreisen und bei den meisten Völkern der Erde findet man Hausmittel und Rezepte gegen Erkältung, die auf Alkohol basieren oder Alkohol enthalten.
Traditionelle Rezepte: Wodka, Hot Toddy und warme Getränke
So geht ein traditionell russisch-mongolisches Rezept (Quelle: ZEIT Online, Sebastian Woitsch) so: 100ml Wodka mit einem gehäuften Esslöffel schwarzen Pfeffer mischen und trinken. Whisky könnte allerdings Unterstützung beim Bekämpfen einer Erkältung mit Husten und Schnupfen - "Hot Toddy" heißt der Cocktail aus Whisky, Honig, Zitrone und heißem Wasser (manch einer ergänzt noch Tee), der in Irland und Schottland seit Jahrhunderten denen hilft, die nasskaltem Wetter und langen Wintern trotzen.
Der Hot Toddy: Laut einer Beschreibung aus dem Jahr 1786 wird ein Schuss Schnaps mit heißem Wasser, Zucker und Gewürzen aufgefüllt. Bei den Briten war es meist Whisky, in den USA eher Rum oder Brandy. Heute hat sich für den Hot Toddy im allgemeinen Whisky und Honig statt Zucker durchgesetzt. Die Zutaten für das Rezept unseres heißen Anti-Erkältungsdrinks namens Hot Toddy haben die meisten immer zuhause.
Rezept für Hot Toddy - so einfach gelingt der Drink gegen Erkältungen
Diese Zutaten braucht man für ein Glas „Hot Toddy“: 1 Tasse heißes Wasser oder Tee (z. B. Kamille- oder Schwarztee), 1 EL Honig, 1 EL Zitronensaft, frisch gepresst, 40 ml Whisky oder Rum, 1 Zimtstange (optional). Die Zubereitung ist einfach und schnell: Das heiße Wasser oder den frisch gebrühten Tee in eine Tasse gießen. Honig und Zitronensaft zugeben und gut umrühren. Den Whisky oder Rum hinzufügen. Zimtstange in die Tasse geben und fünf Minuten ziehen lassen, damit sich die Aromen entfalten. Dann Zimtstange entfernen und genießen.
Hot Toddy - das steckt hinter dem Drink gegen Erkältungen: In Schottland gilt der Hot-Toddy-Cocktail als Geheimwaffe gegen Erkältungen. Der goldfarbene Punsch aus Whisky, Zitrone, heißem Wasser, Honig und Zimt verströmt wohltuende Aromen und wärmt bei kaltem Regenwetter so richtig auf!
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Wirkmechanismen: Was Alkohol im Körper bewirkt
Alkohol ist ein verbreiteter, da sinnvoller, Wirkstoff in Erkältungsmedikamenten. Alkohol hilft, die Wirkstoffe, die oft auf pflanzlicher Basis sind, so zu lösen, dass der Körper sie aufnehmen kann (bei manchen Präparaten verbessert Alkohol nachweislich die Aufnahme in den Magen-Darm-Trakt) und ist wichtig, um die Produkte haltbar zu machen und ihre Wirksamkeit zu garantieren.
Alkohol wird bereits seit Hunderten von Jahren für verschiedenste Behandlungen in der Medizin eingesetzt. Besonders seine desinfizierenden und antibakteriellen Eigenschaften macht man sich häufig zunutze. Bei Kontakt mit hochprozentigem Alkohol können Bakterien, Pilze und sogar Viren abgetötet werden. Ab einer Konzentration von 60 Volumenprozent eignet sich dieser durchaus zur Desinfektion von Händen, Oberflächen und Wunden.
Alkohol wirkt durchblutungsfördernd. Dies hat zwar im ersten Moment einen scheinbar positiven Effekt, weil der Körper sich erwärmt und die Kälte, die bei einer Erkältung empfunden wird, verschwindet. Gleichzeitig raubt der Alkoholabbau dem Körper Energie. Damit das zell- und nervenschädigende Ethanol abgebaut werden kann, muss vor allem die Leber eine hohe Arbeitsleistung erbringen.
Kurzfristige Effekte vs. langfristige Schwächung des Immunsystems
In einem Test, bei dem Männern und Frauen vier oder fünf Wodka-Shots zu trinken gegeben wurden, kam anhand von Bluttests heraus: 20 Minuten nach Genuss des Hochprozentigen lief das Immunsystem auf Hochtouren, das Level natürlicher Killerzellen war im Blut stark erhöht. Doch der Nachteil: Bereits nach zwei Stunden schlug der Effekt ins Gegenteil um, das Immunsystem war sogar noch schwächer als vor Beginn des Saufgelages.
Alkohol macht uns erst fitter und schwächt dann aber nachhaltig unser Immunsystem, wie Forscher der Loyala University of Chicago bewiesen haben. Zahlreiche Untersuchungen belegen, dass der Körper und das Immunsystem bei einer Erkältung durch Alkohol in vielerlei Hinsicht zusätzlich geschwächt werden.
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Alkohol stört Ihr Immunsystem, da es unter anderem wichtige Rezeptoren besetzt. Einer von ihnen ist der sogenannte Toll-like-Rezeptor 4 (kurz TLR-4). Zudem wird die Funktionsweise des Immunsystems nachhaltig gestört bzw. blockiert - und das gleich auf mehreren Ebenen. Zum einen werden die Monozyten, die gewissermaßen als Vorstufe der Makrophagen (Fresszellen) angesehen werden, in ihrer Wirksamkeit ausgebremst. Darüber hinaus sorgt der Alkohol dafür, dass die Monozyten die Produktion wichtiger Botenstoffe einstellen bzw. deutlich herunterfahren. Das betrifft vor allem die Herstellung von Zytokinen, zu denen u. a. die Interferone gehören.
Desinfizierende Wirkung: Mythos und Realität
Alkohol desinfiziert doch, das muss also Bakterien und Viren aus dem Hals putzen, denkst du? Klingt ja auch logisch, aber leider ist die Wahrheit etwas komplizierter. Um wirklich eine desinfizierende Wirkung zu haben, müsste es ein 80-prozentiger Alkohol sein, den man trinkt. Das erreichen nur wenige Spirituosen - und je hochprozentiger der Alkohol, desto gefährlicher für den Körper (Alkohol ist ein Zellgift), die Folgen mitunter schlimmer, als ein Infekt es sein kann.
In der Theorie sollte Hochprozentiges denselben Effekt beim Gurgeln oder Trinken erzielen. Aber aufgepasst: Dabei wird höchstens ein unbedeutend kleiner Teil der Viren oder Bakterien im Rachenraum vernichtet. «Auf bereits vorhandene Entzündungen und Erkältungssymptome wie Halsschmerzen, Husten, Fieber oder eine laufende Nase hat dies jedoch keinen Einfluss», erklärt Dr. Tobias Romer.
Praktische Empfehlungen: Was hilft wirklich bei Erkältung?
Während man bei einer Grippe unbedingt zum Arzt gehen sollte, lässt sich eine Erkältung mit verstopfter Nase meist relativ unkompliziert in Eigentherapie behandeln. Helfen können Medikamente wie Nasenspray, Kopfschmerztabletten oder Erkältungssäfte aus der Apotheke. Dazu sollten sich die Erkälteten schonen, viel schlafen, ausreichend Wasser oder Tee trinken, Vitamin C zu sich nehmen und ab und zu einen Spaziergang an der frischen Luft genießen.
Bereits die ersten Anzeichen einer Erkältung sollten ernst genommen und bei Heiserkeit, trockenen Schleimhäuten oder erkältungstypischen Kopfschmerzen auf alkoholische Drinks verzichtet werden. Dies hilft dem Körper die Infektion zu bekämpfen, bevor sie zu einer ausgereiften Erkältung oder Grippe auswachsen kann. Spätestens jedoch, wenn die Nase dicht und der grippale Infekt vollständig da ist, sollten Betroffene komplett auf Ethanol verzichten, um schnell wieder gesund zu werden. Auch bei Fieber ist Alkohol kontraindiziert.
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Empfohlene Getränke statt Alkohol
Statt Bier, Schnaps und Co. eignen sich Getränke wie Ingwer- und Salbeitee, aber auch heiße Zitrone und Wasser. Heiße Getränke sind bei einer Erkältung sehr empfehlenswert, zum Beispiel gepresste Zitrone, Ingwertee sowie andere Heilkräutertees. Ingwer und Salbei haben im Gegensatz zu Alkohol eine entzündungshemmende Wirkung. Honig lindert zusätzlich den Hustenreiz.
Lediglich warmes Bier kann einen positiven Effekt erzielen. Schließlich wirken die im Hopfen enthaltenen Bitterstoffe und ätherischen Öle schlaffördernd, den Bitterstoffen wird zusätzlich eine antibakterielle Wirkung zugeschrieben. Dabei sollte eine Biersorte mit geringem Alkoholgehalt gewählt und lediglich ein Glas getrunken werden, um die Immunabwehr nicht unnötig zu belasten und dem Körper nicht zu viel Wasser zu entziehen. Besser geeignet ist daher beispielsweise ein Entspannungs- oder Beruhigungstee mit Hopfen oder auch mal ein warmes alkoholfreies Bier bei einer Erkältung.
Spezielle Situationen: Alkoholabhängigkeit und Krankheit
Da das Immunsystem von Alkoholkranken meist chronisch geschwächt ist, sind sie weitaus anfälliger für Husten, Schnupfen oder andere Symptome grippaler Infekte, was im Alltag zu massiven gesundheitlichen Problemen führen kann. Schließlich können sie im Gegensatz zu nicht alkoholsüchtigen Menschen durch ihren enormen Suchtdruck bei einer Erkältung oder einer Grippe nicht problemlos auf Alkohol verzichten. So spüren sie ein unstillbares Verlangen nach dem Trinken und leiden unter körperlichen wie psychischen Entzugssymptomen.
In einer solchen Situation ist doppelte Vorsicht geboten. Einerseits können sich hohes Fieber und andere typische Symptome von Grippe oder Erkältung verschlimmern, wenn weiterhin Alkohol getrunken wird. Andererseits ist es möglich, dass schwere und mitunter lebensgefährliche Entzugserscheinungen wie Krampfanfälle auftreten, wenn die Betroffenen auf das Suchtmittel verzichten. Der eigenen Gesundheit zuliebe, lohnt es sich also, über einen professionellen Alkoholentzug nachdenken.
Fazit zur Anwendung von Wodka mit Honig bei Erkältung
Die Annahme, dass Alkohol Grippesymptome lindert, ist bis heute weit verbreitet. Die keimtötende Eigenschaft des Alkohols soll Krankheitserreger vernichten und Symptome wie Schnupfen, Halsschmerzen und Schlaflosigkeit lindern. Handelt es sich hiermit um einen alten Mythos, oder steckt tatsächlich etwas dahinter?
Ob der „Hot Toddy“ eine Wunderwaffe gegen Erkältungen ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Wissenschaftlich macht es keinen Sinn und nichts ist bewiesen, aber was sich so lange bewährt hat, kann doch nicht verkehrt sein. Vermutlich beruht die Wirkung aber darauf, dass man danach komatös ins Bett fällt und zu nichts mehr in der Lage ist, als sich ordentlich auszukurieren. Da es aber so eine schöne Idee ist, einen uralten Zaubertrunk gegen Erkältungen zu haben, darf der "Hot Toddy" auf unsere Pro-Liste.
Der Konsum von Alkohol bei Grippe oder Erkältung ist also möglichst zu vermeiden. Bereits die ersten Anzeichen einer Erkältung sollten ernst genommen und bei Heiserkeit, trockenen Schleimhäuten oder erkältungstypischen Kopfschmerzen auf alkoholische Drinks verzichtet werden.
| Aspekt | Wirkung |
|---|---|
| Sofortige Effekte | Wärmegefühl durch gesteigerte Durchblutung, kurzfristige Erhöhung von Killerzellen |
| Späte Effekte | Immunsuppression, Energiemangel durch Alkoholabbau, gestörte Zytokinproduktion |
| Desinfektion | Nur bei sehr hohen Alkoholkonzentrationen wirkungsvoll (≥60 %), Trinkalkohol ungeeignet |
| Empfohlene Alternativen | Ingwer- und Salbeitee, heiße Zitrone, ausreichend Wasser, alkoholfreies warmes Bier |
Selbst moderate Alkoholmengen wirken sich negativ auf die körpereigenen Abwehrkräfte aus. Alkohol bei einer Erkältung kann die Beschwerden noch verschlimmern und die Genesung verzögern. Stattdessen sind Wärme, Ruhe, ausreichend Flüssigkeit und entzündungshemmende Tees hilfreicher.
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