Wer hat das Dessert Pfirsich Melba kreiert?
Zu einem perfekten Menü gehört immer ein süßes Dessert. Wie wäre es mit Pfirsich Melba?
Namensgeber war die berühmte australische Opernsängerin Nellie Melba. Diese hieß eigentlich Helen Porter Mitchell und wurde 1861 in Melbourne geboren. Schon früh zeigte sich ihr musikalisches Talent - sie wurde zur Sängerin ausgebildet, schaffte sogar den Schritt über die Oper in Sydney zur weiteren Ausbildung nach Europa. 1887 debütierte sie als Gilda in Verdis „Rigoletto“. Von 1892 bis 1893 gastierte Nellie Melba am Londoner „Royal Opera House“; sie sang dort in Wagners „Lohengrin“.
Warum? Pfirsich Melba ist eine Kreation des französischen Meisterkochs Auguste Escoffier, der u.a. durch seine Publikation Le Guide Culinaire Weltruhm erlangte. Escoffier widmete das Rezept der Sängerin Nellie Melba, die von 1892 bis 1893 am Londoner Royal Opera House gastierte. Angeblich wurde das Dessert zu diesem Anlass erfunden. Escoffier kreierte damals ein Dessert für Melba, indem er pochierte Pfirsiche auf Vanilleeis setzte, serviert in einem aus einem Eisblock geschnitzten Schwan. Der Schwan bezog sich auf Wagners Oper Lohengrin, in der Nellie Melba brillierte.
Die Entstehungslegende
Der Meisterkoch erzählt die Geschichte ganz anders: Bei der Eröffnung des Hotels Ritz in Paris habe Madame Melba ihn um das Rezept für ihr Lieblingsdessert Pêche Cardinal gebeten: pochierte Pfirsiche mit Himbeerpüree, ein Klassiker der französischen Küche. Er habe es für sie aufgeschrieben und dabei sei ihm die Idee zu Pfirsich Melba gekommen - also Pêche Cardinal mit Vanilleeis. Das war 1898. Serviert habe er es dann zum ersten Mal ein Jahr später zur Eröffnung des Hotels Carlton in London. Das war im Juli, und da gab es auch sicher reife Pfirsiche.
Oft wird kolportiert, Escoffier habe das Dessert 1892 erfunden, als Nellie im Covent Garden die Elsa in Wagners Lohengrin sang und dieses Dessert bei einer Dinnerparty zu ihren Ehren präsentiert. Aber - das stimmt so nicht. „Der König der Köche und Koch der Könige“ kreierte tatsächlich zu diesem Anlass einen Nachtisch für sie, nämlich pochierte Pfirsiche auf Vanilleeis, bedeckt mit einem Schleier aus gesponnenem Zucker, serviert in einem Silberbecher, der zwischen den Flügeln eines aus Eis geschnitzten Schwans stand. Dieses Dessert war aber noch nicht Pfirsich Melba, er nannte es auch nicht so.
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Wie Escoffier das Dessert dokumentierte
Escoffiers Rezept für Pfirsich Melba in seinem Guide Culinaire edition (1922) ist sehr kurz und schlicht gehalten: Man schält die Pfirsiche und pochiert sie in Vanillesirup. Dann in eine Silberschale auf ein Bett aus Vanilleeis legen und mit Himbeerpüree nappieren (überziehen).
Bei Eugen Pauli (A. Escoffier, Handgeschriebenes Rezept) findet sich ein Faksimileabdruck eines von Auguste Escoffier handgeschriebenen Rezeptes mit folgender Übersetzung: „Reife, weiche Pfirsiche mit weißem Fleisch einige Sekunden in kochendes Wasser geben; sofort in eisgekühltes Wasser legen und schälen. Die Pfirsiche auf eine mit Zucker bestäubte Platte setzen und kühl halten. Sollten die Pfirsiche noch nicht genügend reif sein, so gebe man sie in eine flache Kasserole oder eine Kupferpfanne, bedecke sie mit einem leichten Sirup, pochiere sie während einiger Minuten und lasse sie im Sirup erkalten. Die Pfirsiche auf einer Lage besten Vanilleeises anrichten und mit einem gezuckerten Himbeerpüree überziehen. Nach Belieben (facultativement) einige frische, geschnittene Mandeln beifügen, jedoch niemals getrocknete verwenden. Die Pfirsich Melba weist absolut keine Dekoration auf, vor allem keine Schlagsahne. Eine einfache Süßspeise, jedoch vorzüglich und leicht zu servieren.“
Welche kulinarischen Spuren hinterließ Melba noch?
Weniger bekannt ist demgegenüber, dass die australische Sängerin mit schottischen Wurzeln auch die Namensgeberin des Toast Melba bzw. Melba-Toast ist. Küchenhistoriker gehen heute davon aus, dass der Name im Jahr 1897 entstand, als die Australierin im Zuge einer krankheitsbedingten Diät sehr dünn geschnittene und knusprige Toastscheiben mit geschmolzenem Käse bzw. Pâté zu sich nehmen konnte/musste. Auch diese Kreation geht auf ihren Bewunderer Auguste Escoffier zurück.
Damit aber noch nicht genug. Denn inzwischen gibt es auch den Farbton Melba (pfirsichfarbenes Gelb bzw. Orange) und die typische pürierte Himbeersauce unter dem Namen Sauce Melba. Sowohl der Meisterkoch als auch die Primadonna haben also kulinarische Spuren hinterlassen.
Wer hat den National Peach Melba Day ins Leben gerufen?
Wie bei so vielen anderen US-amerikanischen Beiträgen aus dem Kalender der Dessert-Feiertage gilt auch im Falle des National Peach Melba Day, dass kaum etwas über seine Ursprünge bzw. Hintergründe bekannt zu sein scheint. So findet sich dieser Ehrentag des Desserts aus Pfirsich und Vanilleeis zwar auf einem Großteil der gängigen Online-Kalender für den 13. Januar, konkrete Angaben über einen möglichen Initiator oder das genaue Gründungsjahr fehlen in diesen Veröffentlichungen allerdings komplett.
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Zumindest findet sich bei dem US-amerikanischen Foodblogger John-Bryan Hopkins der Hinweis, dass es sich beim Nationaltag des Pfirsich Melba um einen der ältesten bekannten Food Holidays überhaupt handelt. Insofern ist auch davon auszugehen, dass dieser Anlass sehr wahrscheinlich auf die Marketing-Abteilung einer der großen Grußkartenanbieter aus den Vereinigten Staaten zurückgeht.
Weshalb fällt der Ehrentag auf den 13. Januar?
Die zuvor skizzierte Unklarheit setzt sich dann auch mit Blick auf das gewählten Datum am 13. Januar fort. Kurzum: Weshalb sich die unbekannten Initiatoren ausgerechnet diesen Termin für den Ehrentag des Pfirsich-Melba-Desserts ausgesucht haben, scheint nicht näher begründet.
Folgende Alternativtermine wären aus meiner Sicht hier sinnvoller gewesen: Angeblich servierte Auguste Escoffier das Dessert aus in Läuterzucker pochierten Pfirsichen und Vanilleeis erstmals zur Eröffnung des Londoner Carlton Hotels unter dem Namen Pfirsich Melba. Insofern wäre dieses Datum definitiv ein passender Termin gewesen. Allerdings eröffnete das Carlton am 15. Juli 1899 und liegt damit zeitlich weit vom 13. Januar. Dies gilt auch für das Geburts- bzw. Todesdatum des Erfinders Auguste Escoffier (28. Oktober 1846 - 12. Februar 1935) und der mit dem Pfirsich Melba geehrten Opernsängerin Dame Helen „Nellie“ Porter Armstrong (19. Mai 1861 - 23. Februar 1931). Auch diese Termine fallen somit als Optionen für eine Begründung des 13. Januar weg.
Küchenwissen: Fünf kuriose Fakten über Pfirsich Melba
- Wer hat Peach Melba erfunden? Der Legende nach soll der französische Meisterkoch Georges Auguste Escoffier das Dessert zu Ehren der australischen Opernsängerin Nellie Melba im Jahr 1892 oder 1893 kreiert haben.
- Die ursprüngliche Variante dieses Desserts hieß Pecheau Cygne (Pfirsich Schwan), da die Zutaten in einem aus einem Eisblock geschnitzten Schwan serviert wurden.
- Melba soll diese Kreation so gut gefallen haben, dass sie dem Franzosen die Erlaubnis gab, das Dessert fortan unter dem Namen Pfirsich Melba zu servieren.
- Die pürierte Himbeersauce trägt heute den Namen Sauce Melba; ebenso gibt es die Farbe Melba als pfirsichfarbenen Ton.
- Escoffier komponierte für viele prominente Damen seiner Zeit Desserts, doch nur das Pfirsich Melba hat internationalen Ruhm erlangt.
Rezept: Pfirsich Melba (klassisch) - Zutaten und Zubereitung
Pfirsich Melba gilt - wohl auch aufgrund der zuvor skizzierten Entstehungsgeschichte - als eine der bekanntesten und beliebtesten Dessert-Kreationen bzw. Eisbecher überhaupt. Insofern lässt sich hier von einem kulinarischen Klassiker sprechen.
| Zutaten (1 Portion) | Hinweis |
|---|---|
| 100 g Himbeeren (frisch oder tiefgefroren) | |
| 40 g Puderzucker | |
| 2 Kugeln Vanilleeis | |
| 1 mittelgroßer Pfirsich (frisch oder aus der Dose) | |
| 1-2 EL geschlagene Sahne | Optional |
| 1 TL Mandelblättchen | Als Dekoration |
Zubereitung von Pfirsich Melba
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- Zunächst die Pfirsiche an ihrer Unterseite kreuzweise einritzen und ca. 30 Sekunden in kochendem Wasser pochieren.
- Anschließend herausnehmen und mit eiskaltem Wasser abschrecken. Die Pfirsiche häuten, halbieren und den Stein entfernen. Die Schritte 1 und 2 entfallen, wenn man Pfirsiche aus der Dose verwendet.
- Himbeeren pürieren, den Puderzucker unterrühren und die Masse abschließend durch ein Sieb streichen. Alternativ kann man auch fertige Himbeersauce kaufen.
- Vanilleeiskugel(n) in eine Schale, einen Becher oder auf einen kleinen Teller legen.
- Die pürierte Himbeersauce über die Vanilleeiskugel(n) gießen und auf diese dann die abgekühlten Pfirsichhälften zusammen mit der geschlagenen Sahne schichten.
- Abschließend noch die Mandelblättchen in einer beschichteten Pfanne ohne Fett rösten und diese dann über das Dessert streuen.
Fertig ist das Dessert. Guten Appetit. Wer möchte, kann hier noch frische Minze und/oder Himbeeren als zusätzliche Dekoration ergänzen. Auch Schokoladensoße in Kombination mit den Mandelsplittern wäre noch eine weitere Alternative.
Moderne Varianten und zuckerfreie Ideen
Ich habe Pfirsich Melba und den Geschmack im Laufe der Jahre als Grundlage für verschiedene Desserts oder Pralinen Kreationen verwendet, doch dies ist das aktuellste Rezept für ein Pfirsich Melba Dessert aus meiner Küche. Es sollte zuckerfrei sein, ohne dabei an Geschmack zu verlieren. Als Basis stand also pochierter Pfirsich, Vanille, Himbeeren und Mandeln, und ich liebe es, von diesem Punkt aus, die Klassiker mit neuen Einflüssen zu mischen. Ich wollte aber unbedingt die Herkunft des Desserts bewahren und die pochierten Pfirsiche belassen. Das Eis habe ich ersetzt, denn ich denke die wenigsten von euch haben den Luxus einer Eismaschine, um ein cremiges Vanilleeis selbst herzustellen.
Bei der Kreation achte ich stets auf Konsistenz sowie auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen süß und sauer. Das funktioniert zuckerfrei heute übrigens ganz leicht dank der verschiedensten Zuckerersatz Produkte. Da die Pfirsiche feststanden, wollte ich etwas Reichhaltiges auf den Teller bringen. Fett ist nun einmal Geschmacksträger und ein köstlicher Vanillepudding aus Sahne Butter und Vanille eignet sich hierfür einfach hervorragend. Nun fehlte noch das Spiel aus verschiedenen Texturen, etwas mit Biss musste her. Über Umwege kam ich dann von Krokant und Filo Teig zu Kataifi, auch Engelshaar genannt. Dieser Teig, der normalerweise in orientalischen Desserts zu finden ist, wird beim Backen herrlich knusprig und behält dennoch eine zarte Konsistenz. Mit Mandeln und Butter angereichert, kam so noch ein wenig Orient dazu.
Serviervorschläge und Varianten
Escoffier hat den Pfirsich mit einer Kugel Vanilleeis und Himbeersauce in einer Sektschale serviert. Der Sage nach das erste Mal sogar in einem aus Eis geschnitzten Schwan, als Hommage an Nellie Melbas Leistung im "Lohengrin".
Und wenn man das Prinzip einmal verstanden hat, kann man auch anderes Obst nach Belieben in Zuckersirup pochieren und mit Schoko-, Vanille- oder Fruchtsaucen servieren. Vanilleeis: Selber machen oder fertig kaufen, hier ist es die Qualität der Pfirsichen und Himbeeren an erster Stelle. Ich nehme einfach Himbeer-Püree ungesüßt, da dieser Eisbecher reichlich süß ist.
Weitere Informationen und Quellen
- Beitrag zum US-amerikanischen National Peach Melba Day am 13. Januar foodimentary.com (englisch)
- Der National Peach Melba Day in den Vereinigten Staaten auf nationaldaycalendar.com (englisch)
- Kalendereintrag zum 13. Januar als National Peach Melba Day in den USA auf anydayguide.com (englisch)
- Wikipedia-Eintrag zum Dessert Pfirsich Melba mit einigen weiterführenden Quellen (deutsch/mehrsprachig)
- ‚The Haymarket Opera House‘, in Survey of London: Volumes 29 and 30, St James Westminster, Part 1, ed. F H W Sheppard (London, 1960), pp. 223-250.
Wer von Euch nichts mit der Kombination aus Vanilleeis, pochiertem Pfirsich und Himbeersauce anfangen kann, für den/die bietet der 13. Januar eine ganze Reihe kalendarischer Alternativen. Die USA feiern den 13. Januar auch als Tag der Aufkleber (National Sticker Day), als Tag des Quietscheentchens (Rubber Ducky Day) und als Verwirkliche-Deine-Träume-Tag (Make Your Dreams Come True Day). In Europa kennen wir dieses Datum als skandinavischen St.-Knut-Tag und als kältesten Tag des Jahres in Großbritannien (The Coldest Day of the Year).
In diesem Sinne: Guten Appetit und Euch allen einen tollen Pfirsich-Melba-Tag. Egal, ob in den Vereinigten Staaten, in Deutschland oder sonst wo auf der Welt.
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