Blutzucker im Blutbild: Normalwerte, Bedeutung und Regulierung
Blutzuckerwerte geben Auskunft über die Konzentration von Glukose (Zucker) im Blut. Da Glukose der Hauptenergielieferant für die Zellen des Körpers ist, ist die Aufrechterhaltung eines gesunden Blutzuckerspiegels für die allgemeine Gesundheit unerlässlich. Der Körper reguliert den Blutzucker normalerweise automatisch durch die Freisetzung von Insulin, einem Hormon, das Glukose in die Zellen transportiert, wo sie als Energie genutzt wird. Bei Menschen mit Diabetes ist dieser Mechanismus jedoch gestört, was zu erhöhten oder erniedrigten Blutzuckerwerten führen kann.
Bedeutung des Blutzuckers
Der Blutzuckerwert gibt an, wie hoch der Glukosegehalt im Blut ist. Glukose ist der Energielieferant für die Zellen des Körpers und wird über die Nahrung aufgenommen. Deshalb variiert der Wert über den Tag verteilt immer etwas. Morgens, nachdem in der Nacht nichts gegessen wurde, ist der Zuckerwert meist am niedrigsten. Kurz nach dem Essen steigt er schnell an. Dieses Auf und Ab ist ganz normal. Problematisch wird es, wenn die Werte im Blut stark abfallen oder ansteigen. Denn dann fehlt die Energie genau da, wo sie gebraucht wird, in den Zellen. Ein erhöhter Zuckerspiegel kann auf Dauer zu Schäden in Organen und Blutgefäßen führen. So eine Situation kann verschiedene Gründe haben.
Blutzuckerwerte: Messeinheiten und Normalwerte
Der Blutzuckerwert kann in zwei verschiedenen Einheiten angegeben werden. Beide sind allgemein gültig. Deshalb ist es wichtig, bei der Messung immer genau zu schauen, in welcher der beiden Einheiten der Wert angegeben ist. So vermeiden Sie, dass Sie zum Beispiel die falsche Menge Insulin zuführen, wenn eine solche Behandlung notwendig ist. So werden die Werte angegeben:
- in Milligramm pro Deziliter, abgekürzt ist das mg/dl
- oder Millimol pro Liter, angezeigt als mmol/l
Blutzuckermessgeräte nutzen immer nur eine der beiden Einheiten, um zu vermeiden, dass benutzende Personen die Anzeige aus Versehen umschalten und den errechneten Wert missverstehen. Trotzdem ist es wichtig, beide Messeinheiten zu kennen. Denn obwohl Millimol pro Liter die international verbreitete Wertangabe ist, wird in manchen Regionen noch die Angabe Milligramm pro Deziliter genutzt.
Für die Umrechnung zwischen den beiden Werten gelten diese Gleichungen:
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Eine Rechenhilfe: Teilen Sie den Wert in mg/dl durch zwei. Das Ergebnis teilen Sie dann noch einmal durch zehn und notieren sich diesen Wert. Dann teilen Sie den Wert noch einmal durch zehn. Dieses Ergebnis addieren Sie dann zu dem Wert, den Sie vorher notiert haben.
- Umrechnung mg/dl in mmol/l
- 1 mg/dl = 0,0555 mmol/l
- mg/dl x 0,0555 = mmol/l
- Umrechnung mmol/l in mg/dl
- 1 mmol/l = 18,0182 mg/dl
- mmol/l x 18,0182 = mg/dl
Im Internet finden Sie auch viele Umrechnungs-Tools, mit denen Sie den richtigen Blutwert berechnen können.
Normalwerte in Abhängigkeit vom Alter
Die Normalwerte für den Nüchtern-Blutzucker sind vom Alter abhängig:
| Alter | Nüchtern-Blutzucker: Normwerte |
|---|---|
| bis 1 Tag | 34 - 99 mg/dl |
| 2 Tage | 46 - 81 mg/dl |
| 3 Tage bis 17 Jahre | 60 - 99 mg/dl |
| ab 18 Jahre | 74 - 99 mg/dl |
Weitere Normwerte
In folgender Tabelle lesen Sie, wann man von krankhaft erhöhten, grenzwertig erhöhten und normalen Blutzuckerwerten vor und nach dem Essen, zwei Stunden nach einem oralen Glukosetoleranztest (oGTT) sowie im Rückblick der letzten acht bis zwölf Wochen (HbA1c) spricht:
| Nüchtern-Blutzuckerwert | Gelegenheits-Blutzuckerwerte (Blutzuckerwerte nach dem Essen) | oGTT(2h-Wert) | HbA1c | |
|---|---|---|---|---|
| Diabetes mellitus | ≥ 126 mg/dl | ≥ 200 mg/dl | ≥ 200 mg/dl | ≥ 6,5 % |
| Abnormer Nüchtern-Zucker | 100 - 125 mg/dl | 140 - 199 mg/dl | 5,7-6,4 % | |
| Blutzuckerwerte Normal | < 100 mg/dl | <130 mg/dl | <140 mg/dl | < 5,7 % |
Ursachen für Abweichungen vom Normalwert
Schwankungen im Blutzuckerwert können neben der Nahrungsaufnahme auch durch bestimmte Medikamente ausgelöst werden. Dabei handelt es sich um bekannte Nebenwirkungen der Arzneien.
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Wenn die Werte jedoch darüber hinaus ungewöhnlich hoch oder tief sind, können verschiedene Erkrankungen die Ursache dafür sein. Aus diesem Grund ist der Blutzuckerwert ein wichtiger Faktor für die Diagnose und wird bei folgenden Vorsorgeuntersuchungen oder Verdachtsfällen gemessen:
- Zuckerkrankheit oder Diabetes mellitus: zur Diagnose im Verdachtsfall, bei erhöhtem Risiko oder zur Kontrolle der Therapie
- bei Beschwerden, die auf Diabetes hinweisen können: wie Gewichtsverlust, Durst, häufiges Wasserlassen oder abfallende Belastbarkeit
- bei Schwangeren und Neugeborenen
- bei Verdacht auf Unterzucker oder Überzucker
- bei Bewusstlosigkeit ohne erklärbare Ursache
- bei Fehl- oder Mangelernährung
- bei bekannten Störungen des Kohlenhydratstoffwechsels, zum Beispiel durch Enzymmangel
Hohe Blutzuckerwerte (Hyperglykämie)
Erhöhte Blutzuckerwerte, auch Hyperglykämie genannt, können verschiedene Ursachen haben. In vielen Fällen steckt ein Diabetes mellitus Typ 1 oder Typ 2 dahinter:
- Typ 1 Diabetes: Ist genetisch bedingt. Dabei stellen die Zellen der Bauchspeicheldrüse die Insulinproduktion ein. Betroffene müssen ihr Leben lang mit Insulin behandelt werden.
- Typ 2 Diabetes: Wird im Laufe des Lebens erworben, wichtige Risikofaktoren sind Übergewicht, zu wenig Bewegung und eine unausgewogene Ernährung. Die Vorstufe von Typ-2-Diabetes ist Prädiabetes. Die Blutzuckerwerte sind bereits erhöht, aber noch nicht so hoch, dass man von Diabetes Typ 2 sprechen kann. Prädiabetes entwickelt sich über Jahre, oft ohne begleitende Symptome.
- Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes): Entwickelt sich manchmal bei schwangeren Frauen.
Weitere Ursachen für hohe Blutzuckerwerte können sein:
- Hormonstörungen (z. B. Cushing-Syndrom)
- Stoffwechselstörungen
- Entzündung der Bauchspeicheldrüse
- Schädel-Hirn-Trauma
- Stress
Symptome und Folgen von Hyperglykämie
Menschen, die bei Diabetes Typ 2 dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte haben, merken häufig über Jahre nichts davon. Die Symptome bei sehr hohen Blutzuckerwerten sind häufig nicht eindeutig und können wie folgt aussehen:
- stärkeres Durstgefühl
- erhöhter Harndrang
- Müdigkeit
- Schwäche und Antriebslosigkeit
- Konzentrationsschwäche und Vergesslichkeit
- depressive Verstimmung
- Sehstörungen
- häufige Infekte
- nicht oder nur langsam heilende Wunden
- trockene Haut
- kribbelnde, manchmal taube Füße und Beine
Dauerhaft hohe Blutzuckerspiegel sind schädlich für die Blutgefäße. Folgeerkrankungen können deshalb viele Organe betreffen. Besonders häufig sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenstörungen, Augenerkrankungen, Nervenschädigungen oder das sogenannte diabetische Fußsyndrom, das sich durch nicht oder nur schlecht heilende Wunden an den Füßen äußert.
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Maßnahmen zur Senkung des Blutzuckerspiegels
Menschen, die dauerhaft hohe Blutzuckerwerte (Prädiabetes) haben oder bei denen bereits Diabetes mellitus Typ 2 diagnostiziert wurde, lernen in Schulungen, wie sie ihren Blutzucker senken und langfristig niedrig halten können. In der Regel hängt die Behandlung des Zuckerstoffwechsels vom individuellen Krankheitsstatus ab. Die wichtigsten Maßnahmen zielen bei Diabetes Typ 2 darauf ab, zu hohe Blutzuckerwerte zu senken. Sie sind gleichzeitig dafür geeignet, der Entstehung der Erkrankung vorzubeugen.
Fachleute sprechen von der sogenannten Basistherapie bei Diabetes Typ 2. Sie umfasst folgende Punkte:
- Schulung und Informationen zum Krankheitsbild
- Umstellung der Ernährung
- Steigerung der körperlichen Aktivität
- gegebenenfalls Gewichtsabnahme
- Rauchstopp
Reichen diese Basismaßnahmen nicht aus, um den Blutzucker dauerhaft zu senken, kommen sogenannte orale Antidiabetika zum Einsatz. Sie regen entweder die Produktion von Insulin an, erhöhen dessen Wirksamkeit, steigern die Ausscheidung von Zucker über die Nieren oder verzögern das übermäßige Anfluten von Zucker ins Blut. Fachleute haben beobachtet, dass Diabetes-Symptome durch den Abbau des Übergewichts vollständig verschwinden können, sofern der Diabetes nicht länger als sechs Jahre besteht. Wichtig ist dabei eine professionelle und individuelle Begleitung durch einen Ernährungsberater oder eine Ernährungsberaterin.
Hinsichtlich der Ernährung lassen sich allgemeine Tipps für niedrige Blutzuckerwerte zusammenfassen:
- Nehmen Sie möglichst wenig Zucker in Form von zum Beispiel Haushaltszucker, Süßigkeiten und Backwaren zu sich.
- Genießen Sie möglichst unverarbeitete Lebensmittel und keine Fertigprodukte, da in Fertiggerichten meist übermäßig viel Zucker steckt.
- Bevorzugen Sie zuckerarmes Obst (zum Beispiel Beeren, Grapefruit und Wassermelone) gegenüber zuckerreichem (wie Bananen, Feigen und Weintrauben).
- Achten Sie darauf, normale Portionsgrößen zu sich zu nehmen und schränken Sie kohlenhydratreichen Lebensmittel wie Kartoffeln, Nudeln oder Reis ein.
- Empfehlenswert sind hingegen Ballaststoffe in Vollkornprodukten und Gemüse (insbesondere Hülsenfrüchte).
Niedrige Blutzuckerwerte (Hypoglykämie)
Der Zuckerwert wird als zu niedrig eingestuft, wenn er bei unter 70 mg/dl oder 3,9 mmol/l liegt. Sinkt der Blutzuckerspiegel ab, können Symptome wie Hunger, Müdigkeit, Schwindel und Schweißausbrüche auftreten. Ein sehr niedriger Blutzuckerspiegel kann folgende Ursachen haben:
- Insulinüberdosierung während einer Diabetestherapie
- Überproduktion von Insulin ausgelöst durch Tumore in der Bauchspeicheldrüse
- Störungen des Hormonhaushalts
- übermäßige körperliche Arbeit und geringe Nahrungszufuhr
- Mangelernährung durch Alkohol, Fasten oder Nahrungsverweigerung
- schwerer Leberschaden, beispielsweise Leberzirrhose
- Alkoholkonsum auf nüchternen Magen
Wenn Sie die Symptome eines Unterzuckers bemerken, sollten Sie das Defizit schnellstmöglich durch die Aufnahme von Nahrung ausgleichen. Unter Umständen kann ein länger andauernder niedriger Blutzucker einen Kreislaufkollaps, Krampfanfälle oder sogar einen Schockzustand auslösen. Sollte es Ihnen oder einer Person in Ihrer Umgebung einmal so gehen, wählen Sie auf jeden Fall den Notruf und holen Sie Hilfe.
Blutzuckermessung
Die Messung des Blutzuckers erfolgt im Labor oder mittels tragbaren Blutzuckermessgeräten. Dies kann ein Arzt, das medizinische Fachpersonal oder auch der Patient selbst durchführen (nach ausführlicher Einweisung). Da der Blutzuckerwert über den Tag hinweg stark schwanken kann, reicht ein einmaliger Test nicht aus. Die Blutzuckermessung findet im nüchternen Zustand des Patienten statt. Nüchtern bedeutet in diesem Zusammenhang, bevor der Patient Nahrung zu sich genommen hat. Das Ergebnis nennt man den Nüchtern-Blutzucker. Man sticht leicht in den Finger oder in das Ohrläppchen, sodass ein kleiner Tropfen Blut gewonnen werden kann. Dieser Tropfen wird auf ein kleines Stäbchen aufgetragen, welches in ein Blutzuckermessgerät gesteckt wird. Nach circa 30 Sekunden zeigt das Gerät den Zuckergehalt des untersuchten Blutes an.
Eine weitere Messung ist der orale Glukosetoleranztest (Zuckerbelastungstest). Dieser zeigt an, ob eine Glukosetoleranzstörung vorliegt und wird somit zur Diagnose von Diabetes eingesetzt. Zu Beginn der Untersuchung bestimmt man zunächst den Nüchtern-Blutzuckerwert. Danach trinkt der Patient eine exakt abgemessene Menge an Zuckerlösung. Zwei Stunden später wird dann gemessen, wie hoch der Wert des Blutzuckers gestiegen ist und auch, wie schnell dieser wieder abfällt. Sind die Werte eindeutig erhöht, weist das auf Diabetes hin. Allerdings gibt es auch Patienten, die abnorme Zuckerwerte haben, jedoch noch nicht an Diabetes erkrankt sind.
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