Die besten Kirschensorten für Marmelade und Gelee: Auswahl, Anbau und Verarbeitung

Kirschen gehören zu den vielfältigsten und beliebtesten Früchten für die Herstellung von Marmelade und Gelee. Die über 400 Kirschsorten lassen sich grob in zwei Gruppen einteilen: Süßkirschen und Sauerkirschen. Beide eignen sich für die Weiterverarbeitung, unterscheiden sich aber deutlich in Geschmack, Konsistenz und Anbauansprüchen. Dieser Artikel stellt die besten Kirschensorten für Marmelade und Gelee vor, beleuchtet ihre Eigenschaften und bietet umfangreiche Tipps und Hintergrundwissen zur Auswahl, Ernte und Verarbeitung der Frucht.

Kirschen verschiedener Sorten für Marmelade und Gelee, Nahaufnahme

Unterschiede zwischen Süß- und Sauerkirschen

Kirsche ist nicht gleich Kirsche - sie unterscheiden sich in Aroma, Konsistenz, Farbe und Erntezeit. Kirschsorten gibt es so reichlich, dass man sie kaum zählen kann. Grob lassen sie sich einteilen in Süßkirschen und Sauerkirschen. Die Süßkirsche wächst höher als andere Kirschsorten und wirkt außerdem stämmiger. Die Baumkrone ist breit gefächert und wird in der Höhe schmaler. Die Süßkirsche benötigt gleichmäßige Temperaturen über Frühling und Sommer hinweg und wächst deshalb nicht in jeder Region.

Süßkirschen sind süßer und größer als Sauerkirschen. Die Sorten der Süßkirsche werden zu unterschiedlichen Zeiten reif. Sauerkirschensorten vertragen auch ungemütliches Wetter. Sauerkirschen erkennst du an ihren dünnen Ästen und teilweise überhängenden Zweigen. Die Baumkrone ist rundlich und die Blätter kleiner als die der Süßkirsche. Die reifen Früchte sind klein, weich und saftig.

Eigenschaften von Süßkirschen für Marmelade und Gelee

  • Hoher Zuckergehalt
  • Festes Fruchtfleisch (v.a. bei Knorpelkirschen)
  • Milder Geschmack mit süßer oder dezent säuerlicher Note

Herzkirschen besitzen weiches Fruchtfleisch, während Knorpelkirschen durch ein festes, knackiges Fruchtfleisch überzeugen. In beiden Gruppen gibt es dunkelrote bis schwarze sowie gelb- bis hellrote Sorten.

Infografik: Vergleich Süß- und Sauerkirschen (Aroma, Größe, Ernte)

Eigenschaften von Sauerkirschen für Marmelade und Gelee

  • Intensiv säuerliches und aromatisches Fruchtfleisch
  • Saftige Konsistenz
  • Oft bessere Gelierfähigkeit durch Säure

Sauerkirschen verarbeitest du am besten zu Marmelade, Grütze oder Saft. Kuchen kannst du ebenfalls mit Sauerkirschen backen.

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Die besten Süßkirschensorten für Marmelade und Gelee

Wer auf der Suche nach einer neuen Kirsche für seinen Garten ist, hat die Qual der Wahl. Einige Sorten haben sich für die heimische Marmeladeherstellung besonders bewährt:

  • ‘Burlat’: Diese Herzkirsche ist eine der frühesten Sorten. Die mittelgroßen bis großen Früchte sind bei voller Reife dunkelbraunrot, besitzen eine mittlere Platzfestigkeit, und sie wird schon in der zweiten Kirschwoche erntereif. Besonders für Marmelade: robust, aromatisch und süß.
  • ‘Summit’: Kompakter Wuchs, große, feste Früchte und ein ausgezeichneter Geschmack - in der vierten bis fünften Kirschwoche reif, sollte summt schnell verarbeitet werden.
  • ‘Regina’: Knorpelkirsche mit sehr großen, dunkelroten und platzfesten Früchten, aromatisch-süß. Spätreif und sehr ertragreich, daher optimal für spätere Marmeladen-Chargen geeignet.
  • ‘Büttners Rote Knorpelkirsche’: Alte, bewährte Sorte mit gelb-roten, süßen und festen Früchten sowie farblosem Saft. Sie eignet sich neben dem Frischverzehr auch für das Konservieren in Marmeladen, insbesondere wegen ihres würzigen Geschmacks.
  • ‘Lapins’: Selbstfruchtbare Knorpelkirsche, ab siebter Kirschwoche reif, saftig, feste Früchte mit aromatischem, süßem Geschmack.
  • ‘Hedelfinger Riesenkirsche’: Eine der am häufigsten gepflanzten Sorten, mittelgroß bis groß, robust und widerstandsfähig, ideal für Garten und Verarbeitung.
Bunte Vielfalt: Übersicht beliebter Süßkirschensorten (Farben, Erntezeitfenster)
Sortenname Reifezeit Eigenschaften
Burlat 2.-3. Kirschwoche Früh, dunkelrot, robust, süß
Summit 4.-5. Kirschwoche Kompakt, große feste Früchte
Regina 6.-7. Kirschwoche Spät, groß, platzfest, aromatisch
Büttners Rote Knorpelkirsche 4.-5. Kirschwoche Fest, gelblich-rot, würzig
Lapins 7. Kirschwoche Selbstfruchtbar, fest, aromatisch
Hedelfinger Riesenkirsche 6.-7. Kirschwoche Robust, dunkelrot, ertragreich

Die besten Sauerkirschensorten für Marmelade und Gelee

Sauerkirschsorten sind im Hinblick auf die Befruchtung unkomplizierter als Süßkirschen. Viele Sauerkirschsorten bringen regelmäßig hohe Erträge und sind für Marmelade und Gelee besonders zu empfehlen:

  • ‘Achat’: Moderne Sorte mit relativ hohem Zuckergehalt, harmonisch im Geschmack, große Früchte, geringe Neigung zum Platzen. Reift in der vierten Kirschwoche.
  • ‘Morina’: Früh reifend, teilweise selbstfruchtbar, widerstandsfähig gegen Frost und Monilia. Eher kleine, braunrote Früchte.
  • ‘Ungarische Traubige’: Selbstfruchtbar, hohe Erträge, gute Monilia-Resistenz und guter süßsaurer Geschmack. Reife ab der 6. Kirschwoche.
  • ‘Safir’: Großfrüchtig, selbstfruchtbar, die schwarz-roten Früchte haben weiches, saftiges Fruchtfleisch. Süßsauer, gut steinlösend.
  • Weitere bewährte Sorten: Heimanns Rubinweichsel, Diemitzer Amarelle, Werdersche Glaskirsche, Schattenmorelle (sehr hohe Erträge, viel Säure), Heimanns Konservenweichsel, Morellenfeuer, Karneol.
Sauerkirschsorten: Frucht und Baumformen

Welche Sorten eignen sich am besten für Marmelade und Gelee?

Süßkirschen eignen sich für Marmelade und Gelee, wenn man eine feine süße Note und kräftige Farbe wünscht. Empfehlenswert sind dabei ‘Burlat’, ‘Regina’, ‘Hedelfinger Riesenkirsche’ oder ‘Lapins’. Die leuchtend rote ‘Büttners Rote Knorpelkirsche’ bringt eine besonders hübsche Farbe ins Glas.

Sauerkirschensorten hingegen bestechen durch ihre harmonische Säure und ihr fruchtiges Aroma, das Marmeladen und Gelees eine ausgeprägte Geschmacksnote verleiht. Besonders die Sorten ‘Achat’, ‘Ungarische Traubige’ oder ‘Safir’ werden dafür in vielen Rezepten bevorzugt - sie gelieren besonders gut und bilden eine schöne Konsistenz.

Im wilden Garten gibt es fünf Kirschbäume, allesamt Sauerkirschen. Es hat mich lange richtig geschüttelt, wenn ich sie probierte, so sauer waren sie - und auch jetzt sind sie kein bisschen süß, wenn auch die heftigste Säure weg ist. Mich hat trotzdem entzückt, wie anders die Früchte jedes Baumes schmeckten, Geschmäcker, die ich noch gar nicht kannte: unterschiedlich sauer, auf verschiedene Art bitter. Optisch sind alle Kirschen eine echte Augenweide!

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Anbau und Pflege der Kirschbäume - Hinweise und Praxiswissen

Wer einen Kirschbaum pflanzen möchte, sollte bei der Sortenwahl gut aufpassen. Wichtige Kriterien bei der Sortenwahl von Süßkirschen im Erwerbsanbau sind Reifezeit, innere Qualitäten (unter anderem Festigkeit, Geschmack), Optik, Fruchtgröße, Platzfestigkeit und für die Wirtschaftlichkeit der Kultur natürlich das Ertragsverhalten. Zudem sollen entsprechende Bäume einfach zu kultivieren sein. Die meisten Süßkirschensorten sind selbststeril und brauchen somit für gute Erträge eine geeignete Befruchtersorte.

Jede Kirschsorte besitzt zwei Sterilitätsfaktoren, sogenannte S-Allele. Sorten mit gleichen S-Allelen können sich gegenseitig nicht befruchten. Nur Sorten, die sich zumindest in einer S-Zahl unterscheiden, sind miteinander verträglich. Die Entfernung zur Befruchtersorte sollte 30 Meter nicht überschreiten.

Pflegehinweise gemäß Wuchsform:

  • Typ Schattenmorelle, Morellenfeuer: Kürze bei diesen Kirschsorten nach der Ernte direkt die abgeernteten Zweige. Dadurch verhinderst du die sogenannte Peitschenbildung.
  • Typ Karneol, Weisel: Diese Wuchstypen werden ähnlich wie die Süßkirsche geschnitten.

Nach der Ernte solltest du den Kirschbaum schneiden. Der ideale Zeitpunkt, um Kirschbäume zu schneiden, ist im Sommer nach der Ernte. Im Sommer heilen die Schnittwunden schneller, sodass der Baum weniger anfällig für Pilze und Bakterien ist.

Schnitt und Pflege von Kirschbäumen - grafische Darstellung

Ernte und Verarbeitung: Von der Ernte bis ins Glas

Bei reifen süßen Kirschen kann kaum jemand widerstehen. Sobald die ersten roten Früchte am Baum hängen, können sie frisch gepflückt und gegessen oder weiterverarbeitet werden. Die verschiedenen Kirschsorten eigenen sich dabei für unterschiedliche Anwendungen. Sauerkirschen lassen sich besonders gut zu Marmelade, Gelee, Grütze und Saft verarbeiten.

Die gewaschenen Kirschen entsteinen und in einen großen Topf geben. Den Zucker zugeben und alles vermengen. Nach ca. 30 Minuten gründlich pürieren. Die Gewürze (am besten) in ein kleines Einmal-Papierteesäckchen oder ein großes Teesieb geben, sodass sich alles anschließend wieder leicht entnehmen lässt. Das Ganze abgedeckt ca. Nach dieser Ziehzeit das Teesieb herausfischen und das Kirschpüree nach Packungsanweisung zum Kochen bringen und ab dem blubbernden Kochmoment vier Minuten sprudelnd kochen lassen.

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Mit einem Löffelchen auf einen kalten Teller etwas Marmelade dünn aufstreichen und feststellen, ob die Kirsch-Marmelade bereits geliert.

Kirschmarmelade einkochen - Schritt-für-Schritt Anleitung

Kleiner Tipp zum Sterilisieren:

  • Gläser sowie Deckel auskochen (Variante A).
  • Im Multi-Dampfgar-Gerät en gros sterilisieren (Variante B).
  • Gläser und Deckel sollten grundsätzlich sauber sein.

Tradition und Genuss: Das Besondere an selbstgemachter Kirschmarmelade

Es wurde bei Evchen orientalische Kirsch-MARMELADE eingekocht. Raue Mengen Kirschen als Mitbringsel aus der Schweiz einer lieben Freundin wurden im vergangenen Sommer verarbeitet und so für die kalten und obstarmen Tage konserviert. Ohne künstliche Aromen oder sonstwas.

Weil es die nicht zu kaufen gibt und ich mich auf den Moment freue, wenn ich im Winter in meinen Keller gehe und ein ums andere Glas entdecke, das nach Sommer schmeckt. Hab ich von meiner Oma. Deren Mus-Schrank wird nämlich auch nie leer, sondern im Sommer/Herbst immer gefüllt - egal wie viel noch da ist.

Kellerregal mit eingekochter Marmelade und Konfitüre

Fazit: Sortenempfehlungen für Marmelade- und Gelee-Fans

Wer Kirschmarmelade oder Gelee einkochen will, sollte unbedingt auf die richtigen Sorten achten: Für süße Marmeladen sind ‘Burlat’, ‘Regina’, ‘Büttners Rote Knorpelkirsche’, ‘Lapins’ und ‘Hedelfinger Riesenkirsche’ besonders empfehlenswert. Für säuerlich-fruchtige Köstlichkeiten eignen sich die Sorten ‘Achat’, ‘Morina’, ‘Ungarische Traubige’, ‘Safir’ und ‘Schattenmorelle’.

Probieren Sie verschiedene Sorten, um Ihren Lieblingsgeschmack zu finden, und genießen Sie Kirschen in bester Form - als selbstgemachte Marmelade oder Gelee, die nach Sommer und Kindheit schmeckt!

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