Der feine Unterschied: Kekse und Plätzchen im Vergleich

Obwohl die Begriffe "Keks" und "Plätzchen" oft synonym verwendet werden, gibt es doch feine Unterschiede in ihrer Geschichte, ihren Zutaten und ihrer Verwendung. Dieser Artikel beleuchtet die Ursprünge und Merkmale beider Gebäckarten, um das "süße Geheimnis" zu lüften.

Ursprung und Geschichte

Plätzchen: Eine Delikatesse für die feine Gesellschaft

Die Bezeichnung "Plätzchen" leitet sich vom lateinischen Wort "placenta" für Kuchen ab. Schon früher, besonders zur Adventszeit, wurden kleine, kuchenähnliche Gebäckstücke zum Kaffee und Tee gereicht. Diese Plätzchen waren oft sehr süß und mit Konfitüre, Schokolade oder Marzipan verfeinert. Da die Gebäckstücke eher klein waren, lag die Bezeichnung "Plätzchen" nahe.

Im 18. und 19. Jahrhundert waren Plätzchen eine rare und kostspielige Delikatesse, die vor allem von wohlhabenden Menschen genossen wurde. Die Zutaten wie Nüsse, Schokolade und viel Zucker waren teuer und machten die Plätzchen zu einem Luxus, den man gerne zur Schau stellte. Sie dienten nicht primär dazu, satt zu machen, sondern vielmehr dazu, Gäste zu beeindrucken. Plätzchen waren gebackene Kunstwerke, die Wissen, Sorgfalt, Geschick und viel Liebe erforderten.

Kekse: Proviant für Seefahrer

Der Keks hat seinen Ursprung bei englischen Seefahrern. Diese hatten auf langen Seereisen einen besonders nahrhaften und lange haltbaren Schiffszwieback an Bord, die sogenannten "English Cakes". Im 19. Jahrhundert stellte ein deutscher Kaufmann nach englischem Vorbild selber solche "English cakes" her. Aus den englischen Cakes wurde dann der deutsche Keks.

Kekse waren im Gegensatz zu Plätzchen eher robust und trocken. Sie enthielten wenig Wasser und viel Fett, was sie lange haltbar und gleichzeitig sehr nahrhaft machte. Diese Eigenschaften machten sie zum idealen Proviant auf langen Seefahrten.

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Unterschiede in Zutaten und Zubereitung

Plätzchen: Vielfalt und Raffinesse

Plätzchen zeichnen sich durch eine größere Vielfalt an Zutaten und Zubereitungsarten aus. Oft werden teure Zutaten wie Mandeln, Kakao, Butter, Vanille, Safran, Orangen oder Zitronen verwendet. Plätzchen sind oft aufwendig verziert und dekoriert, was sie zu kleinen Kunstwerken macht.

Kekse: Einfach und haltbar

Kekse werden traditionell aus einfacheren, haltbaren Zutaten hergestellt. Sie sind oft weniger süß und weniger aufwendig verziert als Plätzchen. Im Vordergrund steht die Haltbarkeit und der Nährwert.

Kulturelle Bedeutung

Plätzchen: Weihnachtszeit in Deutschland

In Deutschland sind Plätzchen traditionell mit der Weihnachtszeit verbunden. Sie werden in der Adventszeit gebacken und mit Familie und Freunden geteilt. Weihnachtsplätzchen gibt es in unzähligen Variationen, von Zimtsternen über Vanillekipferl bis hin zu Kokosmakronen.

Kekse: Weltweite Verbreitung

Kekse sind weltweit verbreitet und in vielen verschiedenen Kulturen zu finden. In Italien gibt es beispielsweise "Biscotti", knusprige Mandelkekse, die oft zu Kaffee oder Wein gereicht werden. In den USA sind "Chocolate Chip Cookies" sehr beliebt, die oft warm und weich serviert werden.

Ist ein Plätzchen auch ein Keks?

Die Antwort ist nicht ganz einfach. Im Allgemeinen kann man sagen, dass Plätzchen eine spezielle Art von Keksen sind, die vor allem in der Weihnachtszeit gebacken werden und oft aufwendiger verziert sind. Kekse hingegen sind eine allgemeinere Kategorie von Gebäck, die das ganze Jahr über gegessen werden können und oft einfacher in der Zubereitung sind.

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Der "Atlas zur deutschen Alltagssprache" zeigt, dass im größten Teil Deutschlands ein Gebäckstück, das zu Kaffee und Kuchen gereicht wird und hauptsächlich im Supermarkt gekauft wird, als "Keks" bezeichnet wird. Selbstgebackene Kekse werden dagegen vor allem als "Plätzchen" bezeichnet.

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