Trüffelvorkommen in Thüringen: Ein aufstrebendes Trüffeleldorado?
Thüringen, bekannt für seine Bratwürste und seine malerische Landschaft, könnte sich zu einem neuen Zentrum für Trüffelanbau in Deutschland entwickeln. Jüngste Funde und Forschungsprojekte deuten darauf hin, dass der Freistaat ideale Bedingungen für den Anbau dieserDelikatesse bietet.
Die Entdeckung im Landkreis Greiz
Eine Forschungsgruppe namens Hypogäen hat im Landkreis Greiz in Thüringen Trüffel entdeckt, was eine kleine Sensation darstellt. Dieser Fund, der in der "Ostthüringer Zeitung" veröffentlicht wurde, deutet darauf hin, dass Thüringen mehr zu bieten hat als traditionelle Küche.
Trüffel: Eine Delikatesse mit hohem Wert
Trüffel sind in der Sterneküche hoch angesehen und können Preise von bis zu 1.300 Euro pro Kilo erzielen. Die bekanntesten Trüffelregionen liegen in Frankreich (Perigord, Burgund, Piemont) sowie in Italien und Kroatien. Obwohl Trüffel auch in Deutschland vorkommen, ist das Sammeln derzeit verboten. Um unkontrollierte Trüffelsuche zu verhindern, werden die genauen Fundorte geheim gehalten, da der Sommertrüffel geschützt ist und nicht ohne Genehmigung gesammelt werden darf.
Das Ziel der Forschungsgruppe Hypogäen
Die Forschungsgruppe Hypogäen hat es sich zum Ziel gesetzt, den Anbau von Trüffeln in Deutschland zu fördern und geeignete Regionen zu identifizieren. Der Landkreis Greiz hat sich als vielversprechend erwiesen, da dort an mehreren Stellen Trüffel nachgewiesen wurden. Die Forscher fanden Sommertrüffel, die bei Kennern sehr geschätzt werden. Besonders das Zechsteingebiet bietet gute Voraussetzungen für den Trüffelanbau.
Thüringen als potenzielles Trüffeleldorado
Die Forschungsgruppe Hypogäen (FGH) hat bisher nur kleine Teile Thüringens stichprobenartig untersucht, sieht aber großes Potenzial. In diesem Landesteil sind industriell geführte Trüffelplantagen denkbar. "Thüringen könnte das Trüffeleldorado in Deutschland werden. Wir arbeiten daran", so die Vision der Forschungsgruppe.
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Geografische und geologische Voraussetzungen
Thüringen liegt mitten in Deutschland und umfasst eine Fläche von 16.202 km² mit einer Bevölkerungsdichte von 132 Einwohnern pro km². Der Freistaat grenzt an Sachsen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Hessen und Bayern. Ein bedeutender Teil der Landesfläche (5.405 km²) ist bewaldet, wobei sich die Waldfläche aus 62% Nadel- und 38% Laubbäumen zusammensetzt.
Die Burgundertrüffel bevorzugt kalkhaltige Böden. Maßgeblich für die Bodenbildung ist das Ausgangsgestein. Kalkvorkommen finden sich in Thüringen am Südrand des Harzes von Bad Lauterberg über Ellrich und Nordhausen sowie am Südrand des Kyffhäusers bei Bad Frankenhausen. Im nördlichen Thüringen wurden über Jahre verteilt von der Forschungsgruppe Hypogäen Sommer- und Burgundertrüffeln nachgewiesen. Einige Mitglieder haben bereits eigene Plantagen angelegt, und die ersten Trüffeln werden in dieser Saison erwartet.
Weitere vielversprechende Gebiete erstrecken sich von Heldrungen im Nordosten über Sondershausen westwärts über Bleicherode, Worbis und Schlotheim bis Mühlhausen, wo sich der Muschelkalk Richtung Westen im Eichsfeld mit Dingelstedt, Leinefelde und Heiligenstadt fortsetzt. Das Muschelkalkgebiet erstreckt sich weiter nach Süden über Creuzburg, Behringen, Gotha bis Arnstadt und mündet in einem riesigen Bereich südlich und östlich von Erfurt. Auch Bereiche mit Löß bieten weitere Möglichkeiten für den Trüffelanbau.
Karten mit potenziellen Anbaugebieten
Dank der Unterstützung durch das Bundesamt für Geologie und Rohstoffe (BGR) können Karten mit den potenziellen Anbaugebieten in Thüringen gezeigt werden. Diese Gebiete umfassen eine Fläche von ca. Entwickelt wurde es gemeinsam mit der Forschungsgruppe Hypogäen.
Das ELER IFL Projekt: Thüringen ist Trüffelland
Das ELER IFL Projekt bestätigt: Thüringen ist Trüffelland. Die sommerwarmen Eichen- und Buchenmischwälder auf den Löß- und Muschelkalkböden zwischen Ilm, Unstrut und Saale bilden den natürlichen Lebensraum vieler Trüffelspezies, darunter die bei Gourmets geschätzte Burgundertrüffel. Nachweise über Kalkvorkommen anderer Erdzeitalter wie Perm, Kreide und Jura konnten ebenfalls ermittelt werden. Aus einem vorangegangenen Forschungsprojekt, das sich mit Anbauversuchen anhand wissenschaftlicher Grundlagen und verschiedener Trüffelspezies beschäftigte, konnten wichtige Erkenntnisse gewonnen werden. Die Projektlaufzeit ist vom 1. Juni 2025 bis 31.
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Wo Trüffel vorkommen, ist Anbau möglich
Überall wo Trüffeln vorkommen, ist Trüffelanbau möglich. Die neuen Ermittlungen zur tatsächlichen Verbreitung der Burgunder- bzw. Sommertrüffel in allen Landkreisen des Landes sind Teil eines dreijährigen Forschungsprojektes mit dem Thema „Trüffelanbau in Thüringen“, gefördert mit Mitteln des Landes Thüringen und der EU. Da aus einer vorangegangenen Studie der Forschungsgruppe Hypogäen bereits einige Trüffelfunde um Bleicherode bekannt sind, steht hier im Verhältnis zu anderen Landkreisen eine systematische Suche im Moment noch nicht an. Wer aber glaubt, in den Muschelkalkgebieten westlich und südlich von Bleicherode oder im Zechsteingürtel nördlich von Nordhausen Trüffeln gefunden zu haben, kann sich gern zur Bestimmung an uns wenden.
Natürliche Trüffelvorkommen im Landkreis Nordhausen
Die größeren, zusammenhängenden Trüffelgebiete im Landkreis Nordhausen mit natürlichen Trüffelvorkommen befinden sich im Südwesten um Bleicherode sowie am gesamten südlichen Harzrand. Dort ist Trüffelanbau möglich. Die ersten kleineren Trüffelanlagen sind bereits installiert und nach wenigen Jahren in Produktion gegangen.
Trüffeln wachsen bekanntlich nur in kalkhaltigen Böden, wie wir sie in den Muschelkalkgebieten finden können. Oft sind die den bewaldeten Hügeln vorgelagerten Äcker und Felder für den gewerblichen Trüffelanbau geeignet. Im gesamten südlichen Harzrand erstreckt sich ein kalkreiches Zechsteinvorkommen, wo ebenfalls Trüffeln gedeihen. Das Vorkommen von Trüffeln ist nicht auf die Waldgebiete im Kreis Gebiet beschränkt. Sie wachsen selbstverständlich auch innerhalb der Ortschaften in Parks, Gedenkstätten, selbst im Bereich einzelnen Stadtbäume an den Straßen, Parkplätzen oder wie hier unter der Birke im Garten.
Trüffelsuche mit Hund
Die "Trüffelsuche mit Hund" zeigt, wie schnell ein aufmerksamer Hund lernt, Trüffel zu finden. Mit wenigen Übungen erkennt ein Hund, was man von ihm will. Viele Übungen über Wochen verteilt sind dann notwendig, bis der Hundeführer gelernt hat, das Verhalten seines Hundes richtig zu deuten.
Interview mit dem Thüringer Bauernverband: Aus Natur wird Kultur
Anja Kolbe-Nelde von der Thüringer Freilandpilze GmbH hat sich zum Ziel gesetzt, Pilze im Allgemeinen und den Trüffelanbau im Besonderen zu fördern. Für die Pilzexpertin aus Schönewerda im Kyffhäuserkreis gab es schon als Kind kein größeres Glück, als Pilze zu sammeln. Nach der Prüfung zur Pilzsachverständigen im Jahr 2014 hat sie mit der Gründung des Landwirtschaftsbetriebes Thüringer Freilandpilze GmbH und der Einrichtung einer Pilzschule ihr Hobby zum Beruf gemacht.
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Kolbe-Nelde ist überzeugt, dass Trüffel in Thüringen eine realistische Möglichkeit der Einkommensdiversifizierung für Landwirtschaftsbetriebe darstellen. Sie betont, dass es bereits große Mengen an Trüffeln in der Natur gibt, mehr als Steinpilze. Man muss nur wissen, wo und wie man sie aufspüren kann.
In einem aktuellen Forschungsprojekt „Trüffelanbau in Thüringen“ werden hochproduktive natürliche Standorte gesucht, kontrolliert und die natürlichen Standortbedingungen dokumentiert. Rund 60 verschiedene Faktoren, wie beispielsweise Bodenart und -qualität, Humusauflage, Baumbestand und Gesteinsarten, werden registriert. Nur so kann man von der Natur lernen, was Trüffel in Kulturanlagen brauchen und wie der Ertrag gesteuert werden kann.
Die drei Gruppen von Pilzen
Pilze werden nach der Art ihrer Ernährung in drei Gruppen eingeteilt:
- Pilze, die sich von Streu und Dung ernähren (Saprobionten).
- Pilze, die parasitisch auf Holz leben (z.B. Austernpilze oder Shiitake).
- Pilze, die in Symbiose mit Bäumen leben (Symbionten, z.B. Trüffel).
Trüffel sind Symbionten und leben in einer engen Partnerschaft mit Bäumen. Sie geben einen Großteil der aus dem Abbau von totem organischen Material gewonnenen Nährstoffe über die Feinwurzeln des Baumes an den Lebenspartner ab. Im Gegenzug erhalten sie vom Baum Kohlenhydrate.
Trüffelanbau in Deutschland: Eine historische Perspektive
Recherchen haben ergeben, dass Deutschland früher ein echtes Trüffelland war. Das belegen auch alte Schriften. Eine Gärtnerzeitung aus Apolda aus dem Jahr 1893 veröffentlichte Pilzbeschreibungen und Rezepte. Und ein Buch von 1906 beschreibt die Trüffelsuche bei Sondershausen.
Eine kleine Forschungsgruppe in Deutschland unter der Leitung des niedersächsischen Pilz- und Trüffelexperten Dieter J. Honstraß macht es sich zum Ziel, in ganz Deutschland Trüffelstandorte zu kartieren.
Trüffelsuche mit Hunden: Jette und Alba
Gesucht werden die Trüffel mit Hunden. Prinzipiell können alle Hunderassen zur Trüffelsuche ausgebildet werden. Die Hunde vor Ort heißen Jette und Alba und sind italienische Wasserhunde, die als familiär und arbeitswillig bekannt sind. Die Hunde zeigen den Trüffel an und „fragen“, was sie tun sollen: liegen lassen?, ausgraben?, bringen? Alle Hunde können das lernen - das Problem bei der Hundeausbildung hängt am anderen Ende der Leine, scherzt Kolbe-Nelde.
Der Burgundertrüffel: Anspruchslos und vielseitig
Unter den Thüringer Bedingungen scheint sich der Burgundertrüffel besonders gut zu entwickeln. Er gehört zu den anspruchsloseren Arten und kommt mit bis zu 30 verschiedenen Baumpartnern zurecht. Er benötigt einen PH-Wert über sieben im Boden sowie verfügbaren Kalk. Böden über mittleren oder unteren Keuper, Muschelkalk, Zechstein, Mergelstein oder Löß sind gut für die Pilzzucht geeignet.
Ist die Trüffelplantage angelegt, benötigt sie wenig Pflege, keine Düngung und auch keine Pflanzenschutzmaßnahmen. Der Pilz muss sich in Ruhe entwickeln können und soll so wenig wie möglich gestört werden. Nach vier bis sieben Jahren sind erste Erträge zu erwarten. 30 bis 50 Kilogramm Trüffel können etwa ab dem zehnten Jahr von einem Hektar geerntet werden. Der Preis liegt derzeit zwischen 300 und 1.000 Euro pro Kilogramm.
Trüffelanbau als anerkannte Landwirtschaft
Trüffelanbau ist anerkannte Landwirtschaft. Die Trüffelbäume werden von der Thüringer Freilandpilze GmbH hergestellt. Gemeinsam wird der Standort ausgesucht, begutachtet, der Boden vorbereitet, werden Pflanzpläne erarbeitet. Es gibt Hilfe und Unterstützung sowohl in der Planungs- bzw. Vorbereitungsphase, als auch während der Etablierungsphase und in der Zeit der Ernte bzw. der Fruchtkörperausbildung. Darüber hinaus kann man sich in verschiedenen Seminaren über die Bestimmung der Reifegrade, Hundeausbildung und vieles mehr informieren.
Grundstücke, die für die Landwirtschaft für eine ertragreiche Bewirtschaftung uninteressant sind, sind für den Trüffelanbau möglicherweise ideal, so dass Trüffelanbau nicht nur eine Alternative für unproduktive Flächen darstellt, sondern auch zur Risikostreuung im Anbauplan betragen kann.
Kolbe-Nelde rechnet sich hinsichtlich der Vermarktung gute Chancen aus, werden doch derzeit immerhin rund 60 Tonnen Trüffel in Deutschland importiert, was den Bedarf aber bei weitem nicht deckt.
Visionen für Schönewerda: Ein Trüffeldorf entsteht
Neben dem Hofladen soll ein Trüffelmuseum in der ehemaligen Kirche entstehen, ebenso wie einige Ferienwohnungen. Und man könnte Schönewerda zum Trüffeldorf erklären mit Trüffelmärkten mehrmals im Jahr.
Thüringen als Trüffelland: Eine Bestätigung
Sommertrüffel kommen in Thüringen weitaus häufiger vor als erwartet. Inzwischen seien in allen Landkreisen des Freistaats natürliche Vorkommen des Edelpilzes nachgewiesen worden, sagte die Geschäftsführerin der Thüringer Freilandpilze GmbH, Anja Kolbe-Nelde, in Roßleben dem Evangelischen Pressedienst (epd). Qualitativ seien Thüringer Trüffel von mindestens gleicher Qualität wie die Pilze aus den klassischen Herkunftsgebieten in Frankreich oder Italien.
Eine flächendeckende Bestandsaufnahme in Thüringen habe dem Ziel gedient, mögliche Gebiete für den landwirtschaftlichen Anbau einzugrenzen. „Thüringen ist ein Trüffelland“, sagte Kolbe-Nelde über das Ergebnis. Sie sei selbst überrascht gewesen, dass die Böden und viele andere Faktoren im Freistaat ideal für das Vorkommen von Trüffeln seien. Auch Sachsen-Anhalt und Sachsen verfügten über den für die Pilze notwendigen Kalkstein im Untergrund. Ihr Betrieb verkauft mit Pilzsporen geimpfte Jungbäume.
Aus landwirtschaftlicher Sicht verspricht der Anbau demnach hohe Erträge auch auf vergleichsweise schlechten Böden. Zudem kämen Landwirte ohne Einsatz von Düngemitteln und maschineller Bearbeitung aus, sagte Kolbe-Nelde. Die Flächen seien so zugleich als wertvollen Biotope nutzbar.
Die Landwirtin arbeitet für die Optimierung der Hektarerträge mit der Universität Jena sowie französischen und italienischen Instituten zusammen. Aktuell werde unter anderem mit finanzieller Unterstützung der Landesregierung Thüringen der Einfluss von Mikroorganismen auf die Erträge erforscht.
Trüffel: Ein teures Lebensmittel mit langer Tradition
Die unterirdisch an Wirtsbäumen wachsenden Pilze gehören mit Preisen von bis zu 300 Euro pro Kilo zu den teuersten Lebensmitteln. Obwohl bereits im 19. Jahrhundert Vorkommen bekannt waren, geriet ihre Existenz in Deutschland lange Zeit in Vergessenheit.
Thüringer Freilandpilze GmbH konnten durch systematische Suche seit 2015 vielerorts in Thüringen natürliche Vorkommen der Burgundertrüffel nachweisen. Ihr Markpreis liegt je nach Qualität und Absatzgebiet zwischen 300,- bis 1.500 €/kg. Thüringer Land- und Forstwirte, Weinbauer und Investoren erhalten durch die Umnutzung einzelner Acker- und Waldflächen in durchdachte und damit rentable Trüffelplantagen neue Erwerbsquellen und damit Wettbewerbsvorteile in einem globalen Markt.
Der Burgundertrüffel: Ein geschätztes Naturprodukt in Thüringen
Unter den vielen Trüffelarten, die in Thüringen wachsen, befindet sich auch der geschätzte und geschützte Burgundertrüffel. Im eigentlichen Bratwurstland Thüringen findet man heute als natürliche Trüffelvorkommen zum Beispiel den geschützten und von Gourmets geschätzten Burgundertrüffel. Später liebten die europäischen Fürstenhäuser diese Pilze als Spezialität bei ihren Banketten und Waldarbeiter verdienten sich damals als „Trüffeljäger“ ein ordentliches Zubrot.
Bis in die 30er-Jahre war Deutschland sogar Trüffelexportland - demnach gab es Trüffel im Überfluss. Sie kamen nicht nur in Thüringen vor, sondern vor allem auch in Bayern und Niedersachsen. Von den rund 300 Trüffelarten sind nur einige kulinarisch interessant. Der weiße Alba-Trüffel findet sich sogar regelmäßig unter den Top Fünf der weltweit teuersten Lebensmittel, gleich hinter Kaviar und Safran. Diese beiden gibt es in Thüringen allerdings nicht, sie können auch schwer bis gar nicht kultiviert werden. Aber unter den über 100 verschiedenen Trüffelarten, die hier schon gefunden wurden, befindet sich eben auch der Burgundertrüffel, weiß Anja Kolbe-Nelde.
Die Trüffelsuche: Ein Zusammenspiel von Mensch und Tier
Die Trüffel wollen gefunden werden, um sich zu verbreiten, weil er ja das Sexualorgan des Pilzes ist. Wie soll er sich vermehren oder verbreiten oder weitergetragen werden? Erst schnüffeln die Hunde am Wegrand, dann schlagen sie sich ins Gebüsch, immer die Nase tief am Boden. Die beiden gehören übrigens zur Rasse Lagotto Romagnolo, die in Italien klassischerweise für die Trüffelsuche eingesetzt wird. Kurze Zeit später schlägt Jette an, guckt nach oben, fängt an zu graben, dass es staubt. „Wenn sie so tief gräbt, könnte es Burgunder sein“, erklärt Anja Kolbe-Nelde. Und tatsächlich. „Ich sehe ihn schon- ja wir haben einen Burgundertrüffel. Die Burgundertrüffel, überhaupt die Tuberarten, sind in Deutschland geschützt und dürfen dem Boden nicht so entnommen werden, wenn sie in der freien Natur liegen. Wenn ich sie aber anbaue, dann darf ich das.
Die Trüffelzucht: Eine perfekte Umgebung schaffen
In ihrer Pilzschule in Schönewerda hat sie einen richtigen Schulungsraum mit mehreren Mikroskopen. Im Rahmen dieses Forschungsprojektes experimentiert sie auf einem freien Feld in der Natur. Denn züchten im direkten Sinn kann man Trüffel nicht. Aber man kann ihnen die perfekte Umgebung bieten. Die Trüffelexpertin hat damit ehrgeizige Ziele.
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