Unterschied zwischen Torrone und türkischem Honig: Herkunft, Zubereitung und Tradition

Bestimmt habt ihr diese cremefarbene Köstlichkeit schon mal gesehen: Die Rede ist von Torrone, auch als türkischer Honig oder weißer Nougat bekannt. In diesem Artikel klären wir, worin die Unterschiede zwischen Torrone und türkischem Honig bestehen, gehen auf die regionale Vielfalt und die Herstellung ein und nehmen euch mit auf eine süße Reise durch Geschichte und Tradition.

Definition und regionale Bezeichnungen

Torrone (Italien), Turrón (Spanien), Weißer Nougat oder von mir aus auch Türkischer Honig: Die kleinen Happen sind in vielen Ländern bekannt und werden unter verschiedenen Namen verkauft. Man kennt ihn unter vielen, verschiedenen Namen: Orientalischer Honig, Gaz (Iran), Montélimar Nougat, Madolato, Turrón (Spanien) oder Torrone (Italien).

  • Torrone - Italienische Bezeichnung für weißen Nougat.
  • Türkischer Honig - In deutschen Ländern geläufig; meist auf Messen und Volksfesten.
  • Montélimar Nougat - Französische Spezialität mit bestimmten Zutaten und Herkunftsschutz.
  • Turrón - Spanische Variante, historisch von den Mauren eingeführt.

Die Rezepturen und die Konsistenz sind regional unterschiedlich.

Verschiedene Varianten von Torrone und türkischem Honig

Hauptzutaten und Herstellung

Die Zutatenliste für den weißen Nougat ist auch mehr oder weniger überschaubar: Zucker, Eiweiß, Honig und nach Belieben noch ein paar Nüsse… Das wars im Großen und Ganzen eigentlich auch schon.

Der wesentliche Unterschied zwischen Torrone und türkischem Honig liegt weniger in den Grundzutaten, sondern vor allem in der Konsistenz, dem Nussanteil und der Tradition der Herstellung.

Lesen Sie auch: Italienischer Nougat: Traditionelle Spezialität im Porträt

Typische Torrone-Zutaten

  1. Zucker
  2. Honig - oftmals regional, wie Berghonig aus der Barbagia auf Sardinien
  3. Eiweiß
  4. Mandeln, Pistazien, Haselnüsse - je nach Rezept
  5. Glukosesirup
  6. Individuelle Zusätze - Kakaobutter, Vanille, kandierte Früchte etc.

Rezept-Beispiel für Torrone

  • Mandeln, Pistazien und Cranberries abwiegen und zusammen in eine Schüssel geben und beiseite stellen.
  • Eiweiß mit Salz in eine Metallschüssel geben und den Zucker, Honig und Glukosesirup in einen mittelgroßen Topf geben.
  • Was ihr dringend benötigt ist ein Thermometer, denn jetzt beginnt ihr den Zucker zu kochen bis er 150°C hat.
  • Bei ca. 120°C beginnt ihr das Eiweiß steif zu schlagen und separat noch einen Topf mit etwas Wasser zum Kochen zu bringen, damit ihr das Eiweiß später über Dampf schlagen könnt.
  • Die Metallschüssel mit dem geschlagenen Eiweiß über Dampf schlagen und den gekochten Zucker in einem feinen Strahl in die Masse einmixen.
  • Sobald der ganze Zucker eingemixt ist, die Eiweißmasse weiter schlagen bis sie abkühlt (ca. 10-20 Minuten).
  • Zum Schluss Nüsse und eventuell Cranberries unter die Masse heben.
  • Verteilung der Masse auf Backoblaten oder Backpapier; ca. 2 cm hoch pressen und über Nacht abkühlen lassen.

Auch Sorten mit Pistazien, Kräutern oder kandierten Früchten erfreuen sich immer größerer Beliebtheit.

Herstellungsprozess von Torrone

Typische Merkmale des türkischen Honigs

Türkischer Honig ist meist weicher und weniger nusslastig als Torrone, aber auch sehr klebrig und süß. Er besteht aus Zucker, Honig und Eiweiß, jedoch wird häufig weniger Wert auf einen hohen Nussanteil gelegt. Die Konsistenz ist oft sehr zäh, manchmal sogar fast marshmallow-artig.

  • Für türkischen Honig wird die Honig-Zuckermischung auf ca. 140°C aufgekocht.
  • Die Eiklar werden zu Schnee geschlagen, dann wird langsam die heiße Zuckermasse eingerührt.
  • So lange auf höchster Stufe aufschlagen, bis eine weiße, dickliche Masse entsteht.
  • Anschließend werden die Nüsse untermischt und die Masse zum Abkühlen verteilt.
Konsistenz von türkischem Honig im Anschnitt

Regionale Besonderheiten und Tradition

Torrone ist eine Süßigkeit, die es in verschiedenen Variationen gibt und vor allem in Italien ganzjährig erhältlich ist. Auch wenn es die Mauren waren, die die süße Spezialität seinerzeit nach Spanien brachten, so hat Sardinien doch seine ganz eigene Torrone-Tradition. Und zwar in dem kleinen Bergdorf Tonara, mitten im Herzen der Insel.

Seit Generationen wird hier der beliebte Torrone hergestellt, der für den Verkauf damals noch von den Nougatbäckern, den sogenannten Torronai, mit einem Pferdekarren in die umliegenden Dörfer gebracht wurde. Aufzeichnungen erwähnen das leckere Produkt erstmals 1614. Für die Herstellung der Süßigkeit werden nach wie vor ausschließlich regionale Zutaten verwendet.

Die Mandeln und der Berghonig aus der Barbagia sind für ihre besondere Qualität bekannt und verleihen dem Torrone seine charakteristische, unaufdringliche Süße. An Ostern findet in Tonara die sogenannte Sagra del Torrone statt: Gemäß der alten Tradition rühren die Frauen des Dorfes an diesem Tag den Torrone von Hand in Kupferkesseln an.

Lesen Sie auch: So gelingt Türkischer Honig garantiert!

Mittlerweile gibt es die klebrige Süßspeise auch in einer weichen Variante, dem sogenannten Torrone morbido. Besonders beliebt sind Sorten mit Pistazien, Kräutern oder kandierten Früchten.

Traditionelle Herstellung des Torrone in Sardinien

Konsistenz und Nussanteil im Vergleich

Eigenschaft Torrone Türkischer Honig
Konsistenz Fest bis zäh, manchmal morbido (weich) Weich bis sehr klebrig, oft eher marshmallow-artig
Nussanteil Hoch (oft 30-40 %, manchmal sogar mehr) Niedrig bis mittelhoch, selten über 20 %
Zutaten Zucker, Honig, Eiweiß, Mandeln, Haselnüsse, Pistazien, Glukosesirup Zucker, Honig, Eiweiß, gelegentlich Nüsse
Tradition Mit regionalen Zutaten, oft Festtags-Süßigkeit Auf Messen und Jahrmärkten verkauft, weniger regional gebunden
Konsistenzunterschiede zwischen Torrone und türkischem Honig

Historische und kulturelle Hintergründe

Schon immer waren abenteuerlustige Händler und Seefahrer diejenigen, die die Welt entdecken wollten und exotischen Waren wie Mandeln und Honig nach Europa brachten. Schnell entdeckten kreative Konfiseure, was man Köstliches daraus zaubern konnte. Der Französisches Montélimar Nougat aus dem Norden der Provence besteht aus Wasser, Lavendelhonig, Eischnee, Mandeln, Pistazien, Zucker, Glukosesirup und Vanille.

In Turin entstanden im 19. Jahrhundert verschiedene dunkle Nougat-Spezialitäten ("Gianduia") aus Kakao und Haselnüssen - als Reaktion auf Importzölle, doch weißer Nougat (Torrone) ist ein reines Produkt ohne Kakao und Schokolade.

Die regionale Spezialität, Torrone, kann mit Backoblaten, dunkler Kuvertüre oder pur genossen werden und eignet sich als selbstgemachtes Weihnachtsgeschenk aus der Küche.

Torrone als Festtagsgeschenk und regionale Spezialität

Zubereitungstipps und Variationen

Wichtig ist, alles vorbereitet und fertig abgewogen zu haben. Mit einem Zuckerthermometer kann die Temperatur exakt kontrolliert werden und verhindert, dass die Zuckermasse zu sehr karamellisiert oder verbrennt. Das Eiweiß muss steif und stabil geschlagen sein, die Nüsse immer gut geröstet.

Lesen Sie auch: Türkischer Honig Sorten

Falls ihr lieber andere Nüsse mögt oder gar allergisch gegen Nüsse sein solltet, dann könnt ihr anstatt der Mandeln auch kandierte kleine Obststücke, andere Nüsse und Kerne oder Schokoladenstückchen unter die Zuckermasse rühren.

Die Herstellung verlangt Fingerspitzengefühl zwischen Hitze und Rühren. Die Masse sollte lauwarm verarbeitet werden, zu kalte Masse lässt sich nur schwer weiterverarbeiten.

Zusammenfassung: Die wichtigsten Unterschiede

  • Torrone ist meist nussiger, fester, und traditionell mit regionalen Zutaten hergestellt.
  • Türkischer Honig ist meist weicher, oft weniger nusslastig und zäh, klassische Volksfest-Süßigkeit.
  • Beide genießen eine lange Tradition und sind in ihrer Herstellung von wenigen Grundzutaten abhängig; die Vielfalt liegt in den Variationen und der regionalen Handwerkskunst.
Infografik: Unterschied Torrone - türkischer Honig

tags: #Unterschied #Torrone #und #türkischer #Honig

Populäre Artikel: