Warum wird Pudding nicht fest? Ursachen und Lösungen
Pudding ist ein beliebtes Dessert, das jedoch manchmal Probleme bereiten kann, wenn er nicht fest wird. Es gibt verschiedene Gründe, warum Pudding flüssig bleibt oder sich sogar wieder verflüssigt. Dieser Artikel beleuchtet die häufigsten Ursachen und gibt praktische Tipps, wie man den Pudding retten und zukünftig Fehler vermeiden kann.
Die Rolle der Amylase
Ein Hauptgrund, warum selbstgemachter Pudding nicht fest wird oder sich nachträglich verflüssigt, ist das Enzym Amylase. Amylase ist im menschlichen Speichel enthalten und zersetzt Stärke, einen wesentlichen Bestandteil von Pudding.
Speichelkontakt vermeiden
Wenn Sie Pudding während der Zubereitung oder beim Kosten mehrfach mit demselben Löffel probieren, gelangt Speichel in den Pudding. Die darin enthaltene Amylase spaltet die Stärke auf, wodurch der Pudding seine Festigkeit verliert. Verwenden Sie daher immer einen sauberen Löffel, um den Kontakt mit Speichel zu vermeiden.
Pflanzliche Drinks und Amylase
Auch bei der Verwendung von pflanzlichen Drinks wie Hafermilch, Mandelmilch oder Reisdrink kann Amylase ein Problem darstellen. Einige Hersteller setzen Amylasen bei der Produktion dieser Drinks ein, um die Stärke in Zucker umzuwandeln und so einen süßeren Geschmack zu erzielen. Da Amylase nicht auf der Zutatenliste aufgeführt werden muss, ist es oft schwer zu erkennen, ob ein Pflanzendrink Amylase enthält. Natürlich fermentierte Drinks aus Hafer oder Reis sind besonders häufig betroffen.
Sojamilch ist in der Regel frei von Amylase und daher eine gute Alternative, wenn Sie verhindern möchten, dass Ihr Pudding nicht fest wird. Bei speziell als "zuckerarm" gekennzeichneten Pflanzendrinks besteht ebenfalls eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass sie keine Amylase enthalten. Im Zweifelsfall können Sie beim Hersteller nachfragen.
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Weitere Ursachen für flüssigen Pudding
Neben Amylase gibt es noch weitere Faktoren, die dazu führen können, dass Pudding nicht fest wird:
Falsches Verhältnis von Stärke und Flüssigkeit
Ein häufiger Fehler ist ein falsches Verhältnis von Stärke und Flüssigkeit. Wenn zu wenig Stärke im Verhältnis zur Flüssigkeitsmenge verwendet wird, kann der Pudding nicht ausreichend andicken. Achten Sie daher genau auf die Mengenangaben im Rezept.
Unzureichendes Kochen
Pudding muss ausreichend gekocht werden, damit die Stärke richtig verkleistert und den Pudding fest werden lässt. Wenn der Pudding nicht lange genug oder bei zu niedriger Temperatur gekocht wird, bleibt er flüssig. Beachten Sie die im Rezept angegebene Kochzeit und Temperatur.
Probleme mit Puddingpulver
Bei der Zubereitung von Pudding mit Puddingpulver kann es ebenfalls zu Problemen kommen. Es ist wichtig, das Puddingpulver zunächst mit Zucker und einem Teil der kalten Milch zu verrühren, bevor es in die kochende Milch gegeben wird. So wird verhindert, dass sich Klumpen bilden. Außerdem sollte der Pudding nach dem Hinzufügen des Puddingpulvers nochmals unter ständigem Rühren für etwa eine Minute leicht köcheln, damit er richtig andickt.
Temperaturunterschiede bei Buttercreme
Wenn Sie Pudding zur Herstellung von Pudding-Buttercreme verwenden, können unterschiedliche Temperaturen der Zutaten dazu führen, dass die Creme nicht fest wird. Achten Sie darauf, dass die Butter und der Pudding Zimmertemperatur haben, bevor Sie sie miteinander verrühren.
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Den Pudding retten: Tipps und Tricks
Wenn der Pudding trotz aller Bemühungen nicht fest wird, gibt es verschiedene Möglichkeiten, ihn zu retten:
Mehr Stärke hinzufügen
Um den Pudding nachträglich zu festigen, können Sie etwas Speisestärke mit kaltem Wasser oder einem Teil der für den Pudding verwendeten Flüssigkeit verrühren, bis ein glatter Brei entsteht. Diesen Brei geben Sie unter den Pudding und kochen alles unter ständigem Rühren auf, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Achten Sie darauf, die Stärke vorher in Flüssigkeit aufzulösen, um Klumpenbildung zu vermeiden.
Bei Schokoladenpudding empfiehlt es sich, zusätzlich etwas Kakaopulver unter die Stärke zu mischen, um den Geschmack nicht zu beeinträchtigen. Stärke ist weitestgehend geschmacksneutral, aber bei größeren Mengen kann sie einen leicht mehligen Geschmack verursachen.
Chia-Samen verwenden
Wenn Sie Chiapudding zubereiten und dieser nicht fest wird, können Sie einfach noch einen Teelöffel Chia-Samen hinzufügen und einige Minuten quellen lassen. Die Samen binden Flüssigkeit und sorgen für eine festere Konsistenz.
Vermeidung von Puddinghaut
Ein weiteres Problem, das bei der Puddingzubereitung auftreten kann, ist die Bildung einer Haut auf der Oberfläche. Um dies zu verhindern, können Sie den fertigen Pudding kalt rühren. Stellen Sie den Topf mit dem Pudding in ein kaltes Wasserbad (z.B. Spüle oder Waschbecken) und rühren Sie den Pudding solange, bis er nur noch lauwarm ist. Das dauert etwa 3-4 Minuten. Anschließend können Sie den Pudding umfüllen und in den Kühlschrank stellen, ohne dass sich eine Haut bildet.
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Spezielle Fälle: Thermomix und Tupperware
Auch bei der Zubereitung von Pudding im Thermomix oder in einer Tupperware-Form können Probleme auftreten.
Thermomix
Wenn der Pudding im Thermomix nicht fest wird, kann dies an einer zu kurzen Kochzeit oder einer zu niedrigen Temperatur liegen. Achten Sie darauf, dass der Pudding ausreichend gekocht hat und die im Rezept angegebene Temperatur erreicht wurde. Bei einigen Thermomix-Modellen kann es vorkommen, dass die Heizleistung variiert. In diesem Fall kann es erforderlich sein, die Kochzeit zu verlängern.
Tupperware-Formen
Wenn der Pudding in einer Tupperware-Form nicht fest wird, kann dies daran liegen, dass die Form nicht ausreichend gekühlt ist oder zu viel Flüssigkeit verwendet wurde. Verwenden Sie etwas weniger Milch als auf der Packung angegeben oder fügen Sie zusätzlich einen Löffel Stärke hinzu. Stellen Sie sicher, dass der Pudding vollständig abgekühlt ist, bevor Sie ihn stürzen.
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