Tee mit Zucker oder Kandis — Unterschiede, Verwendung und Besonderheiten

So schön wie Kandiszucker knistert kein anderer in der Teetasse. Hören Sie beim Tee einmal genau hin, es lohnt sich: Genuss und Gemütlichkeit sind nur einen Aufguss entfernt. Das leise Knistern, wenn heißer Tee auf harten Kandiszucker trifft, verspricht süße Träume. Der Beginn Ihrer ganz persönlichen Genusszeit.

Was ist Kandiszucker eigentlich?

Bei Kandis oder Kandiszucker handelt es sich um feste Zuckerkristalle, die aus konzentrierten Zuckerlösungen auskristallisiert werden. Kandiszucker wird heute industriell aus hochkonzentrierter Zuckerlösung hergestellt. In speziellen Kristallisationsbehältern wird sie langsam auskristallisiert.

Die Kandisherstellung kann von einigen Tagen bis zu mehreren Wochen dauern - je nachdem, wie groß die Zuckerkristalle werden sollen. Die Kandisherstellung war bereits den Arabern im 9. Jahrhundert bekannt, im Jahr 1000 wurde Kandis bei den Arabern, Persern und Ägyptern als Heilmittel verwendet. Die Produktion von Kandis hat eine sehr lange Tradition: Schon im 9. Jahrhundert wurden in Arabien die süßen Bröckchen hergestellt.

Als Basis für die Kristalle dient eine Zuckerlösung. In großen Kristallisierungsbehältern umfließt die Zuckerlösung mehrere Tage lang die entstandenen Zuckerkristalle, bis sie nach zwei bis drei Wochen eine Größe von bis zu 24 mm erreicht haben. Erst bilden sich kleine Kristalle an langen Zuckerfäden, die konstant von der Zuckerlösung umspült werden und dadurch immer weiterwachsen. Bei einer Größe von 18 bis 24 Millimetern ist das perfekte Maß für den beliebten Würfelkandis (Kluntje) erreicht.

Würfelkandis in Teetasse knisternd

Arten von Kandis und typische Formen

Neben den klassischen großen Kristallen gibt es noch weitere Produkte aus Kandis. Sie alle sind in Supermärkten oder Online-Shops in guter Qualität zu einem erschwinglichen Preis erhältlich:

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  • Fadenkandis - Die Kristallisation erfolgt an langen Fäden, die in den Potten (Kristallisationsgefäße) binnen mehrerer Wochen zu langen Kandisstangen zusammenwachsen, an denen zum Schluss mehrere Kristalle hintereinander sitzen. Verwendung: Hauptsächlich zum Süßen von heißen Getränken, wie etwa Tee.
  • Stangenkandis - Bei Stangenkandis werden die Zuckerkristalle gezielt an Stangen „gezüchtet“ und erst ganz zum Schluss abgeschlagen. Dadurch erhalten die Brocken eine unregelmäßige Form. Verwendung: Für Kräutertee und heiße Milch (statt Honig).
  • Krustenkandis - Hierbei handelt es sich um unregelmäßige Kandisstücke, die aus flächig gewachsenen Zuckerplatten gebrochen werden. Verwendung: Krustenkandis eignet sich für Punsch, Glühwein und andere Heißgetränke, wie Früchtetee.
  • Krümelkandis - Auch Grümmelkandis genannt. Fein zerstoßener brauner oder weißer Kandis. Verwendung: Kandis-Krümel werden in Tee, Punsch und Kaffeespezialitäten gerührt.
  • Kandissticks - Kleine Kristalle, die an Holzstäben verkauft werden. Verwendung: Bunte Kandissticks werden vor allem in den USA als Süßigkeit verkauft. Die weißen und braunen Zuckerstäbchen sowie die Varianten mit Safransirup werden zum Umrühren verwendet und geben dabei ihre Süße in die heiße Flüssigkeit ab.
  • Kandisfarin - Kleinkristalliger brauner Karamellzucker. Verwendung: In dieser Form eignet sich Kandiszucker für Getränke und zum Backen. Kuchen, Plätzchen, Kekse, Muffins und andere Backwaren erhalten dadurch eine schöne Karamellnote.
  • Aromatisierter Kandis - Kandis, der mit verschiedenen Geschmäckern aromatisiert wurde - so gibt es zum Beispiel Vanillekandis, Zitronenkandis oder auch Rumkandis. Verwendung: Vor allem beliebt als Süßungsmittel für verschiedene Tees, wie Kräutertee oder Früchtetee.

Weißer vs. brauner Kandis

Würfelkandis gibt es in Weiß und in Braun. Für die braune Variante wird der Zuckerlösung Melasse zugesetzt, die bei der Herstellung karamellisiert und dem Kandis eine malzige Note verleiht. Brauner Kandis ist leicht karamellisiert, wodurch er seine charakteristische Färbung erhält und unvergleichlich cremig schmeckt.

Genauso unterschiedlich wie die Geschmäcker in Bezug auf die beste Teesorte sind, scheiden sich an der Frage des Zuckers im Tee die Geister. Purist gegen Traditionalist: zwei (fast) unversöhnliche Tee-ologien treffen aufeinander, wenn es um das Thema Zucker im Tee geht. Die Frage, ob Zucker (und wenn ja welcher) den Tee verfeinert oder doch verfälscht, trennt die Gemüter in zwei Lager.

Ist Kandiszucker dasselbe wie Rohrzucker oder Haushaltszucker?

Nein. Rohrzucker ist ein Überbegriff für alle Zucker, die aus Zuckerrohr gewonnen werden. Für Kandiszucker werden in der Regel Zuckerrüben verwendet, aus denen die Zuckerlösung für die Herstellung der süßen Kristalle gemacht wird. Vereinfacht gesagt, besteht Kandiszucker eigentlich nur aus großen Zuckerkristallen.

Obwohl sie optisch anders sind, unterscheiden sich Kandiszucker und normaler Haushaltszucker physiologisch nicht: Keiner von beiden ist gesünder. Entgegen einer weitverbreiteten Meinung ist brauner Kandis kein „unraffinierter“ Rohzucker. Da Kandiszucker weniger raffiniert und chemisch verarbeitet ist als normaler Zucker, enthält er oft mehr Mineralien und Nährstoffe - diese Aussage wird jedoch häufig übertrieben. Gesünder als gewöhnlicher Haushaltszucker ist Kandiszucker nicht.

Nährwerte und gesundheitliche Aspekte

Zucker - in jeder Form - dient dem Genuss, nicht der gesunden Ernährung. Darum sollte die Zuckermenge insgesamt im Auge behalten werden. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, maximal zehn Prozent der täglich aufgenommenen Energie aus freiem Zucker aufzunehmen. Das entspricht durchschnittlich etwa 50 Gramm pro Tag.

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Nährwerte pro 100 g Wert
Kalorien 405 kcal
Fett 0,00 g
Eiweiß 0,00 g
Kohlenhydrate 99,80 g (davon Zucker 99,80 g)
Ballaststoffe 0,00 g

Warum Kandis im Tee so beliebt ist

Kandiszucker wird oft für Tee empfohlen, da er aufgrund seiner großen Kristallgröße und seines intensiven Geschmacks langsam im heißen Getränk schmilzt und dem Tee eine natürliche Süße verleiht. Ein weiterer Vorteil von Kandiszucker im Tee ist, dass er oft als eine gesündere Alternative zu normalem Zucker angesehen wird. Kandis gehört für viele Teeliebhaber einfach dazu.

Im Gegensatz zu klassischem Zucker lösen sich Würfelkandis und Kluntje langsamer auf und halten somit auch einer ausgiebigen Teerunde stand. Kluntje: Die großen „Brocken“ lösen sich sehr langsam auf. Ob beim gemütlichen Ostfriesentee oder zum Süßen von hausgemachtem Likör - Kandiszucker gehört für viele Teeliebhaber einfach dazu.

Ostfriesische Teezeremonie mit Kluntje und Sahnewolke

Die Ostfriesische Teezeremonie und Kandis

Obwohl sie etwa im 9. Jahrhundert in Persien und Ägypten ihren Ursprung haben, sind die süßen Kristalle heute vor allem in bestimmten Regionen Deutschlands kulinarisches Kulturgut: Der große Würfelkandis - auch Kluntje genannt - gehört als fester Bestandteil zu jeder ostfriesischen Teezeremonie. Sie läuft in vier Schritten ab:

  1. Einen Kluntje in jede Teetasse geben. Verwendet werden traditionell hauchdünne Teetassen auf passenden Untertassen, die mit der dazugehörigen Teekanne aus dem Service auf der Kaffeetafel stehen.
  2. Wenn jede Tasse mit einem Kluntje bestückt ist, wird der Ostfriesentee (eine Mischung aus verschiedenen Sorten Schwarztee) langsam eingegossen - allerdings nur etwa halbvoll. Der heiße Tee sorgt für ein charakteristisches Knistern und Knacken, wenn er auf den Kluntje trifft.
  3. Als Nächstes wird Sahne langsam mit einem Löffel (dem „Rohmlepel“) am Rand der Tasse in den Tee gegeben. Das Wichtigste ist jetzt: Nicht umrühren! Denn nur dann entsteht die dicke Sahnewolke, der man dabei zusehen kann, wie sie sich im ganzen Tee ausbreitet.
  4. Echte Ostfriesen verrühren auch jetzt Tee, Sahne und Kluntje nicht. Getrunken wird in Schichten - von sahnig-sanft über teetypisch bitter zu zuckrig-süß. Bis zu dreimal darf man diese Prozedur bei der Teezeremonie wiederholen.

Weitere Verwendungen von Kandis

Neben dem Süßen von Tee eignet sich Kandis auch für andere Getränke und zum Backen. In dieser Form eignet sich Kandiszucker für Getränke und zum Backen. Kuchen, Plätzchen, Kekse, Muffins und andere Backwaren erhalten dadurch eine schöne Karamellnote.

Außerdem: Unsere neuesten Blogposts von teepod.de, dem Blog für alle, die Tee lieben. Zum Versüßen Ihrer Teezeit. Entdecken Sie Zucker für ganz besondere Teestunden. Kluntje, Kandis und Co. Insbesondere Kluntje und Würfelkandis sind bei der Ostfriesischen Teezeremonie nicht wegzudenken.

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Herstellung und Verwendung von Kandiszucker im Tee

Kauf- und Lagerungstipps

Kaufe am besten Kandiszucker, der in Deutschland hergestellt wurde. So vermeidest du lange, umweltbelastende Transportwege, wie sie zum Beispiel Produkte aus Indien haben. Tipp: Egal ob du Kandiszucker oder normalen Zucker kaufst - achte immer darauf, dass der Zucker in Bio-Qualität hergestellt wurde und nicht raffiniert ist.

Lagerung: Kandis zieht Feuchtigkeit. Im Gegensatz zu klassischem Zucker lösen sich Würfelkandis und Kluntje langsamer auf und halten somit auch einer ausgiebigen Teerunde stand.

Praktische Hinweise zur Wahl zwischen Kandis und normalem Zucker

Die generelle Entscheidung, ob man Zucker im Tee möchte oder ihn lieber ohne Süßungsmittel trinkt, muss jeder für sich selbst entscheiden. Zum Süßen von aromatisierten Tee eignet sich eine kleine Menge des braunen Kandis, für alle nichtaromatisierten Tees eher der weiße. Dazu muss man wissen, dass Rohrzucker einen viel intensiveren Eigengeschmack besitzt, als raffinierter Rübenzucker.

Kein Tee ohne Kandis - echte Teetrinker schwören einzig und allein auf Kandis. Als Kandis werden Zuckerkristalle bezeichnet, die aus konzentrierter Zuckerlösung hergestellt und über mehrere Tage auskristallisiert werden. Lust auf eine Tasse Tee mit echtem Kandis?

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