Ist täglicher Schokoladenkonsum ungesund? – Eine umfassende Analyse

Schokolade gehört zu den beliebtesten Süßigkeiten weltweit. Sie ist ein Symbol für Genuss, Freude und manchmal auch Trost. Ein knackiges Stück Schokolade, cremig-zarter Schmelz, der auf der Zunge zergeht, dazu eine gute Tasse Kaffee oder Kakao. Wer kann da schon widerstehen?

Und so verwundert es nicht, dass die Deutschen pro Kopf jährlich rund neun Kilogramm der leckeren Süßigkeit genießen. Doch angesichts ihres hohen Kaloriengehalts fragen sich viele: Ist täglicher Schokoladenkonsum ungesund oder gibt es sogar gesundheitliche Vorteile?

Schokolade und ihre weltweite Bedeutung

Die Vielfalt der Schokolade - Sorten und Zutaten

Vollmilchschokolade, dunkle Schokolade, weiße Schokolade, mit Füllung, mit Nüssen, mit Aromastoffen oder Gewürzen - so viele Geschmacksrichtungen es bei Schokolade gibt, so viele Sorten und Qualitäten gibt es auch. Milchschokolade besteht aus Kakao, Kakaobutter, Zucker und Milch (oder Milcherzeugnissen).

Dunkle Schokolade (Bitterschokolade) enthält mehr Kakao als Vollmilchschokolade - und kein Milchpulver. Je nachdem, wie hoch der Anteil der Kakaobestandteile ist, lassen sich verschiedene Schokoladensorten unterscheiden. In Milchschokolade stecken mindestens 25 Prozent Gesamtkakaotrockenmasse, in Vollmilchschokolade 30 Prozent und bei Zartbitterschokolade sind es 50 Prozent.

So enthält weiße Schokolade kein dunkel färbendes Kakaopulver, sondern nur die Kakaobutter. Gerade für die bittere Note sind einige der sekundären Pflanzenstoffe verantwortlich, die dunkle Schokolade gesund machen - vor allem sogenannte Polyphenole.

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Schokoladensorten im Überblick (Tafel, Anteil Kakao, typische Zutaten)
Schokoladensorte Kakaoanteil (%) Typische Zutaten
Milchschokolade mind. 25 Kakaomasse, Kakaobutter, Zucker, Milchpulver
Vollmilchschokolade mind. 30 Kakaomasse, Kakaobutter, Zucker, Milchpulver
Zartbitter/Bitterschokolade mind. 50, oft 70-100 Kakaomasse, Kakaobutter, wenig Zucker
Weiße Schokolade 0 Kakaobutter, Zucker, Milchpulver

Inhaltsstoffe: Was macht Schokolade so besonders?

Nüchtern betrachtet umfasst der Begriff Schokolade verschiedene verarbeitete Produkte, deren Hauptbestandteile aus der Kakaobohne stammen - vor allem Kakaobutter, Kakaomasse und Kakaopulver.

Hinzu kommen je nach Rezeptur noch weitere Zutaten wie Zucker, Milch, Nüsse, Trockenfrüchte oder scharfe Gewürze wie Chili. In der Regel enthält eine Tafel Milchschokolade stolze 550 Kalorien.

Kakao liefert sekundäre Pflanzenstoffe (Flavonoide), die blutdrucksenkend und durchblutungsfördernd wirken. Besonders gut: die enthaltenen Antioxidantien, die gesund für das Herz sind.

Daneben punktet dunkle Schokolade mit wertvollen Mineralien und Spurenelementen wie Eisen, Magnesium, Kalium, Phosphor und Zink.

Gibt es vegane oder Fairtrade-Schokolade?

Vegane Schokolade - tatsächlich ist Schokolade in ihrer ursprünglichen Form vegan. Fairtrade-Schokolade soll die Ausbeutung sowohl von Mensch und Natur verhindern. Sie steht für bessere soziale Bedingungen und eine nachhaltige Produktion auf Kakaoplantagen.

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Die bekanntesten Fairtrade-Siegel sichern den Bauern Mindestpreise zu und schützen sie so vor Preiseinbrüchen.

Gesundheitswirkungen von Schokolade

Ist dunkle Schokolade gesund?

Ist sie besonders kakaohaltig, schmeckt sie nicht nur gut, sondern gilt auch als gesund. Schokoladen mit besonders hohem Kakaoanteil enthalten automatisch weniger Zucker. Gleichzeitig ist der Anteil an Kakao, der potenziell gesundheitsfördernde sekundäre Pflanzenstoffe enthält, höher.

Im Verhältnis enthalten diese Sorten weniger Zucker und Milchbestandteile - und schmecken entsprechend weniger süß und cremig, besitzen dafür aber ein intensives und leicht bitteres Kakaoaroma. Besonders hoch ist der Anteil an Flavonoiden, einer Gruppe von färbenden und schützenden Stoffen, die zu den Polyphenolen gehören. Kakaobohnen übertreffen mit dem Gehalt dieser sekundären Pflanzenstoffe sogar Äpfel und Zwiebeln.

Studien zufolge können Flavonoide mit ihrer antioxidativen Wirkung die Haut vor UV-Schäden schützen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen entgegenwirken. Zudem gibt es Hinweise, dass sie die Durchblutung stärken und das Absterben von Krebszellen begünstigen.

Antioxidative Wirkung von Kakao und Flavonoiden

Schokoladenkonsum und das Herz

Die bisherigen Studienergebnisse beziehen sich zum größten Teil auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen und lassen ein vorsichtig positives Zwischenfazit zu: In Maßen genossen kann dunkle Schokolade dazu beitragen, die Blutgefäße vor Arteriosklerose zu schützen und das Risiko für Herzinfarkte zu verringern.

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Fachleute raten von Schokolade als Genussmittel nicht generell ab (wobei Bitterschokolade eher zu empfehlen ist) - das bedeutet aber dennoch nicht, dass man aus gesundheitlichen Gründen jeden Tag eine Tafel Schokolade essen sollte.

Wirkung auf Stimmung und Gehirn

Schokolade hebt die Stimmung, zu viel davon allerdings auch das Gewicht. Kakao enthält die „Glückshormone“ Serotonin und Dopamin, die sich positiv auf die Stimmung auswirken.

Der Zucker aus der Schokolade senkt die Produktion von Stresshormonen im Körper und fördert die Umwandlung des Schokoladenbestandteils Tryptophan in das Glückshormon Serotonin. Das im Kakao enthaltene Theobromin ähnelt zudem Koffein, wirkt leicht anregend und hebt die Laune.

In Summe sind die jeweiligen Glücklichmacher zwar zu gering konzentriert, um nachweislich die Laune zu heben, dafür machen sie aber auch nicht abhängig (trotz einer Wirkung, die der von Haschisch ähnelt): „Schokolade enthält Serotonin und Dopamin, die Annahme einer stimmungsaufhellenden Wirkung liegt also nahe. Zusätzlich scheinen psychische Einflüsse das ihrige zu tun - Glücksgefühl und Wohlbefinden durch Schokolade entstehen häufig eher aus emotionalen Gründen. So verbinden wir Schokolade häufig mit positiven Momenten (Festtagen, Belohnung etc.).

In jedem Fall deuten Studien darauf hin, dass der stimmungshebende Effekt der Schokolade nicht von Dauer ist und nach etwa 30 Minuten wieder abnimmt.

Wie beeinflusst Schokolade unser Gehirn und die Stimmung?

Schokolade und Hautbild: Das Risiko für Akne

Dass Ernährung das Hautbild beeinflussen kann, ist keine wirklich neue Nachricht. Zucker, Fett und Milch aus der Schokolade steigern im Körper die Talgproduktion. Die mögliche Folge: Pickel und unreine Haut.

„Hier ist die Studienlage uneindeutig. Zuckerreiche Ernährung kann Akne fördern. Einige Inhaltsstoffe der Schokolade beeinflussen die Immunzellen der Haut, sodass Entzündungen zunehmen. Die Antioxidantien aus dem Kakao wirken jedoch entzündungshemmend.

Wie viel Schokolade ist gesund?

Kerstin Dobberstein, Ernährungswissenschaftlerin aus Berlin, erklärt: „Schokolade ist kein Lebensmittel, das wir für eine ausgewogene Ernährung benötigen. Fett und Zucker würden nach kürzester Zeit dafür sorgen, dass die Hosen kneifen. Zu viel ist ungesund. Expertinnen und Experten raten, keinesfalls mehr als 25 Gramm des Lebensmittels pro Tag - das entspricht etwa zwei Riegeln - und möglichst dunkle Schokolade zu genießen. Ein oder zwei Stück von einer Tafel sind ok.

Im Hinblick darauf, dass jede Person in Deutschland statistisch gesehen über neun Kilo Schokolade pro Jahr verzehrt, kann das ein durchaus relevanter Faktor für Übergewicht und somit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein. Insgesamt hat Schokolade eine hohe Energiedichte, enthält also viele Kalorien (im Durchschnitt etwas über 500 Kilokalorien pro 100 Gramm); und das gilt auch für die dunklen Sorten, in denen weniger Zucker steckt.

Ob dunkle Schokolade tatsächlich vor Krebs schützt oder Depressionen lindert, ist bislang nur unzureichend erforscht.

Kann Schokolade beim Abnehmen helfen?

Paradoxes Ergebnis einer Studie: Menschen, die oft Schokolade naschen, sind im Durchschnitt dünner als jene, die sich von der Süßigkeit selten locken lassen. Sie enthält viel Fett und Zucker - dennoch sollen Menschen, die mehr Schokolade essen, dünner sein als jene, die die Süßigkeit nur selten verzehren.

Im Fachblatt "Archives of Internal Medicine" präsentiert eine Gruppe von Forschern der University of California, San Diego, das überraschende Ergebnis einer Studie. Das Team um Beatrice Golomb hat rund tausend Menschen zu ihren Ernährungsgewohnheiten befragt und ihren Body-Mass-Index (BMI) ermittelt, der sich aus Körpergewicht (in Kilogramm) dividiert durch das Quadrat der Körpergröße (in Quadratmeter) ergibt.

"Zusammengefasst lässt sich sagen, dass regelmäßiger Schokoladenkonsum mit einem geringeren BMI verbunden ist", berichten sie jetzt. Dieser Zusammenhang belegt keineswegs, dass der Schokoladenkonsum fürs niedrigere Gewicht verantwortlich ist. Dies lässt sich mit dieser Art von Studie nicht beweisen. Die Wissenschaftler selbst nennen den beobachteten Zusammenhang daher verblüffend und hoffen, dass er weiter erforscht wird. Beatrice Golomb und ihre Kollegen vermuten, dass bestimmte Inhaltsstoffe der Schokolade den Stoffwechsel beeinflussen.

Das Ergebnis passt ihrer Meinung nach zu einer wachsenden Anzahl von Hinweisen, dass nicht nur die Menge der Kalorien, sondern auch deren Zusammensetzung wichtig ist. Die Forscher konnten keine Unterschiede im sonstigen Verhalten der Teilnehmer feststellen, die den Gewichtsunterschied erklären. Denn die Naschkatzen bewegten sich nicht mehr und sie nahmen im Schnitt sogar mehr Kalorien zu sich als die anderen Probanden.

An der Studie nahmen nur Menschen teil, die nicht unter Diabetes oder Herzerkrankungen litten oder extreme Blutfettwerte hatten. Im Schnitt waren die Befragten 57 Jahre alt und hatten einen BMI von 28, was als übergewichtig gilt. Gut zwei Drittel der Teilnehmer waren Männer. Schokolade aßen sie durchschnittlich an zwei Tagen pro Woche. Die Studie wurde von der US-Gesundheitsbehörde finanziert - nicht von Lebensmittelherstellern.

Silke Restemeyer von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) in Bonn hat Zweifel an den Ergebnissen der Studie. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass man durch Schokolade abnehmen kann". Sich Süßigkeiten komplett zu verkneifen sei auch falsch: "In Maßen ist das okay. Und wer sich alles verbietet, bekommt oft Heißhungerattacken." Solche Inhaltsstoffe könne man aber über andere Lebensmittel aufnehmen, zum Beispiel Beeren, Nüsse und Weintrauben.

Schokolade und Zahngesundheit

Sogar die Risiken von Magengeschwüren und Karies sollen durch Kakao gemindert sein. Die Freude darüber wird allerdings durch die kariesfördernde Wirkung des Zuckers wieder getrübt. Der Zucker in der Schokolade mag sich negativ auf das Hautbild und die Zähne auswirken, doch einer freut sich: das Gehirn.

Zahngesundheit und Zucker in der Schokolade

Haltbarkeit und optimale Lagerung von Schokolade

Schokolade gehört zu den Lebensmitteln, die mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum gekennzeichnet sind. Gleichzeitig ist sie nicht leicht verderblich und oft noch mehrere Monate über das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) hinaus uneingeschränkt genießbar; dunkle Schokolade sogar noch etwa ein Jahr nach dem Ablauf des MHD. Allerdings kann die Schokolade mit der Zeit an Geschmack verlieren oder Fremdaromen annehmen, insbesondere weiße Schokolade.

Zudem bilden sich - etwa bei zu feuchter Lagerung - manchmal weiße Schlieren, der sogenannte Fettreif. Dieser ist ungefährlich, kann aber unappetitlich aussehen. Optimalerweise lagern Sie Schokolade kühl (circa 12 bis 18 Grad), trocken, dunkel und ohne Fremdgerüche in der Nähe. Allerdings sollten Sie Schokolade nicht im Kühlschrank aufbewahren - sie beginnt sonst zu bröckeln und verliert ihren Glanz.

Optimale Lagerung von Schokolade

Fazit: Genuss mit Maß

Ob Schokolade also gesund oder ungesund ist, entscheidet einerseits der Kakao- und Zuckeranteil, andererseits die verzehrte Menge. Fachleute von der Deutschen Herzstiftung empfehlen, Schokolade in Maßen zu genießen. Ernährungsexperten betonen: Schokolade ist kein lebensnotwendiges Nahrungsmittel, aber in Maßen (etwa 20-25 g pro Tag) und bei Wahl möglichst dunkler Sorten, ist sie für die meisten Menschen unbedenklich.

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