Spanische Dessertcreme: Crema Catalana Rezept und Variationen

Creme Catalana ist ein spanisches Dessert, von dem wir im Spanien-Urlaub und auf Mallorca nie genug bekommen können. Wenn du für Gäste kochen willst oder einen Nachtisch für besondere Anlässe suchst, dann probier die katalanische Creme mal aus. Die Zubereitung ist einfach und geht relativ schnell. Die genauen Mengenangaben für die original Creme Catalana findest du etwas weiter unten.

Was ist Crema Catalana?

Der Klassiker Crema Catalana vereint beides: so knusprig, so weich! Beides in Harmonie ist für mich ein fantastischer Nachtisch. Für die Katalanen ist es natürlich die Crema Catalana mit knusprigem Karamell obendrauf. Ähnlich der französischen Crème Brûlée verbirgt sich eine leckere Creme unter einer karamellisierten Zuckerschicht, die so herrlich knackt, wenn man mit dem Löffel zugange ist. Insofern bin ich vielleicht ein schlechter Berater, denn ich ziehe durchaus süße, sündhaften Desserts jedem Gang eines guten Menüs vor!

Creme Brulee wird mit Vanille aromatisiert, mit Sahne zubereitet und im Wasserbad im Ofen gebacken. Die Crema Catalana hingegen wird einfach wie Pudding mit Milch gekocht und dann in den Kühlschrank gestellt. Für die beiden spanischen Desserts wird aus Milch, Zucker, Dotter und Gewürzen ein Pudding gekocht. Für die Natilla braucht man klassischerweise dann noch die spanischen Maria Kekse, die runden Galletas Maria. Diese werden auf den fertigen Pudding gelegt.

Ursprung und Geschichte

Diese Dessertcreme mit einer knusprigen karamellisierten Zuckerschicht soll durch einen Fehler entstanden sein. Nonnen wollten dem Bischof bei seinem Besuch eine Freude machen. Der wollte aber nicht lange bleiben und drängte zum Gehen, dass die Nonnen den noch nicht fertigen Kuchen einfach an der Oberfläche karamellisierten. So entstand die leicht verbrannte Schicht.

Im Rahmen eines kulinarischen Ausflug nach Barcelona auf meiner letzten Kreuzfahrt auf der Costa Smeralda habe ich im Kochstudio Born to cook Barcelona bei den beiden spanischen Köchen Núria und Alex dieses Crema Catalana ausprobieren können und darf es hier mit Euch teilen. Auf diese Nachspeise ist wohl schon jeder gestoßen, der auf einem Jakobsweg in Spanien unterwegs war und den meisten dürfte es wie uns ergangen sein: Beim Anblick dieser kleinen cremigen Köstlichkeit, die man auf allen Speisekarten findet und die oft das süße Ende eines Pilgermenüs oder Menü del Dia bildet, kann man einfach keinen Verzicht üben.

Lesen Sie auch: Spanische Nachspeisen: Eine kulinarische Reise

Zutaten (Basisrezept für 4 Portionen)

  • Milch 350-500 ml (je nach Rezeptvariante)
  • Eigelb 3-6 Stück (Größe M-L, je nach Rezept)
  • Zucker 30-100 g (für Creme und zusätzlich Rohr- oder brauner Zucker zum Karamellisieren)
  • Speisestärke 20-50 g (Gustin oder normale Stärke)
  • Abgeriebene Zitronen- oder Orangenschale
  • Zimtstange oder gemahlener Zimt
  • Vanille (optional, je nach Variante)

Wichtige Hinweise zu Zutaten

Für die Katalanen ist die Aromatisierung mit Zimt und Zitrusschale typisch, während die französische Variante eher Vanille und Sahne nutzt. Crema Catalana wird traditionell in Tonschalen serviert. Wer jedoch schon mal die GÜ - Desserts aus dem Kühlregal probiert hat, hebt am Besten die Glasschalen auf! Sie eignen sich perfekt für ein kleines feines Dessert.

Schritt-für-Schritt-Zubereitung (klassisch, aus dem Text zusammengesetzt)

  1. Die Stärke mit etwas Milch auflösen.
  2. Milch mit Zimtstange und Zitronenschale aufkochen - 5 Min. Die Milch und den Zucker mit der Zimstange zufügen und alles zum Kochen bringen.
  3. Eigelb mit Zucker, Salz und Maisstärke mit einem Schneebesen schaumig rühren.
  4. Nach und nach die kochende Milch in die Eiermilch gießen und stark bzw. schnell verquirlen, damit sich alles perfekt vermischt. Unter beständigem Rühren 1 Min. erwärmen.
  5. Dann wird kochende Milch unter Rühren dazugeben und alles (unter ständigem Rühren) erwärmt, bis die Creme andickt. Hinweis: Die Creme darf auf keinen Fall kochen, zum Rühren einen Schneebesen verwenden!
  6. Wenn sie nicht dickflüssig wird, die Schüssel in ein warmes Bad stellen und weiterschlagen, bis die Creme dicker wird. Die Temperatur muss mindestens 80°C betragen, damit die Stärke wirken kann, und darf 82 °C nicht überschreiten, damit sie eine glatte, schöne Textur erhält.
  7. Crema in hitzebeständige Förmchen füllen und diese mit Plastikfolie abdecken. Im Kühlschrank abkühlen lassen (mind. 2-6 Stunden, besser über Nacht).
  8. Vor dem Servieren die Oberfläche mit Zucker bestreuen und mit einem Bunsenbrenner karamellisieren. Alternativ im Backofen oder mit Keksen (z. B. Galletas Maria) arbeiten, wenn kein Brenner zur Hand ist.
Crema Catalana in Tonförmchen mit karamellisierter Oberfläche

Tipps zur perfekten Konsistenz und Karamellschicht

  • Achte darauf, die Creme nicht zu stark zu erhitzen oder zu kochen, sonst wird sie körnig oder zu puddingartig.
  • Die Temperatur beim Eindicken darf 82 °C nicht überschreiten, damit die Stärke richtig wirkt und die Creme glatt bleibt.
  • Die Schicht wird erst kurz vor dem Servieren karamellisiert, denn mit der Zuckerschicht sollte man das Dessert nicht in den Kühlschrank stellen. Die Schicht wird dann weich und ist nicht mehr knackig.
  • Ich empfehle dir die Anschaffung eines kleinen Bunsenbrenners, den du auch zum Flambieren anderer Gerichte verwenden kannst. Den Bunsenbrenner zu Hause habe ich inzwischen fest im Griff und nicht wie anfangs er mich.

Varianten und Serviervorschläge

Die Crema Catalana lässt sich variieren: mit Vanille, mehr Zimt, Orangen- statt Zitronenschale, oder in einer Tarte-Version mit Mürbteig. Mit dieser süßen Crema Catalana Tarte, einem katalanischen Dessert, holen wir uns das spanische Lebensgefühl nach Hause!

Crema Catalana Tarte mit Mürbteig und karamellisierter Oberfläche

Eine Variante ist die Crema Catalana Tarte: Auf einen vorgebackenen Tarteboden wird die Creme gegeben und mit Gelatine stabilisiert, dann im Kühlschrank festwerden lassen und kurz vor dem Servieren mit Zucker karamellisieren. Übriges Eiweiß kannst du im Tiefkühler aufbewahren.

Flan- und Natilla-Vergleich

Flan, Flan, Flan… Was ist denn das Besondere daran? Wenngleich er hierzulande oft als Karamellpudding bezeichnet wird, ist der spanische Flan damit nicht zu vergleichen. Bereits in dieser schlichten Form ist der Dessertklassiker ein wahrer Genuss. Für die Natilla werden oft Maria-Kekse auf den Pudding gelegt, die bis zum Genuss zart werden.

Praktische Hinweise: Menge, Förmchen, Werkzeuge

  • Crema Catalana wird in flachen Tonförmchen serviert. Wenn du nicht die Chance hast, dir original Tonförmchen aus dem Urlaub mitzubringen, kannst du sie dir auch online bestellen.
  • Zubereitungszeit ca. 20-45 Minuten aktiv, plus Abkühlzeit im Kühlschrank.
  • Rührschüssel, Schneebesen oder Rührgerät, hitzebeständige Förmchen, und idealerweise ein Bunsenbrenner sind empfehlenswert.
Demonstration: Crema Catalana mit Bunsenbrenner karamellisieren

Rezept-Beispiel: Crema Catalana (kompaktes Rezept aus dem Material)

ZutatMenge
Zucker50 g (plus Zucker zum Karamellisieren)
Vanillin-Zucker1 Pck.
Milch750 ml (oder 350-500 ml Varianten)
Gemahlener Zimt2 Prisen / 1 Stange
Geriebene Zitronenschale1 Pck. Finesse oder 1 TL
Speisestärke (Gustin)50 g (oder 20-25 g in kleineren Rezepten)
Eigelb6 Stück
Zum Karamellisieren80-100 g Rohrzucker oder brauner Zucker

Serviervorschläge und Getränke

Dekoriere die Crema Catalana mit frischen Früchten wie Beeren oder mit Orangenzesten. Dazu passen Espresso und spanischer Kräuterlikör. Bei einer Tarte-Variante harmonieren säuerliche Früchte besonders gut, denn kombiniert man diese Süßspeise nun noch mit säuerlichen Früchten, kommt unseres Erachtens der Geschmack des Karamells noch besser zur Geltung.

Lesen Sie auch: Das beste Churros Rezept

Vorbereitung und Zeitplanung

Das Dessert lässt sich also auch für Gäste toll vorbereiten. Nur das Karamellisieren würde ich erst kurz vor dem Servieren machen. Die Natillas lassen sich sehr gut am Vortag vorbereiten. Zudem halten sie sich auch mehrere Tage, sollte etwas übrig bleiben.

Persönliche Anmerkungen und Tipps

Das sind Fortschritte: Den Bunsenbrenner zu Hause habe ich inzwischen fest im Griff und nicht wie anfangs er mich. Diesen Bunsenbrenner gibt es schon für kleines Geld meistens mit den feuerfesten Förmchen im Set zusammen. Gefällt dir das Rezept? Dann hinterlass mir eine Bewertung. Selbstverständlich freuen wir uns auch auf Deine Bewertung. War die Rezeptbeschreibung ausreichend? War das Gericht nach Deinem Geschmack? Hast Du vielleicht sogar eigene Zubereitungstipps, die andere auch interessieren könnten?

Lesen Sie auch: Rezept: Spanische Kekse mit Mandeln

tags: #spanische #dessert #creme #rezept

Populäre Artikel: