Sodbrennen durch Lebkuchen: Ursachen und Behandlung
Die Weihnachtszeit ist eine Zeit des Genusses, aber auch eine Zeit, in der unser Magen oft stark beansprucht wird. Lebkuchen, Glühwein und andere weihnachtliche Köstlichkeiten können zu Sodbrennen führen. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen von Sodbrennen durch Lebkuchen und andere weihnachtliche Genüsse und bietet verschiedene Behandlungsansätze.
Ursachen von Sodbrennen in der Weihnachtszeit
Reichhaltiges Essen und Übersäuerung
Nicht nur Lebkuchen, sondern auch Punsch und fettige Weihnachtsmarktgenüsse können den Magen übersäuern. Das reiche Essen mit viel Fett und Zucker ist eine Hauptursache für die Übersäuerung des Magens. Gerade erst lag die Martinsgans auf dem Teller, und jetzt kommen Zimtstern, gebrannte Mandeln und Schokonikolaus noch drauf. All das schmeckt gut, kann aber am Ende doch im Magen liegen und Bauchweh oder Völlegefühl verursachen.
Stress als zusätzlicher Faktor
Auch Stress wirkt sich nachteilig aus und kann zu Sodbrennen führen. Hektik, Gereiztheit und falsches Essen begünstigen auch Verstopfungen, die dann häufig mit Magenkrämpfen einhergehen. Die Vorweihnachtszeit kann unter Umständen sehr stressig sein, was sich negativ auf den Magen-Darm-Trakt auswirken kann. Es ist deshalb wichtig, auf ausreichend Pausen und Zeit für sich zu achten.
Die Rolle von Lebkuchengewürzen
Lebkuchen enthalten eine Vielzahl von Gewürzen, die zwar für den typischen Geschmack sorgen, aber auch zu Sodbrennen beitragen können. Charakteristisch für das Weihnachtsgebäck sind von A wie Anis bis Z wie Zimt auch Kardamom, Koriander, Ingwer, Muskatblüte, Nelken, Piment. Diese Gewürze können bei manchen Menschen die Magensäureproduktion anregen und somit Sodbrennen verursachen.
Alkohol und seine Auswirkungen
Alkohol, insbesondere in Form von Glühwein, kann ebenfalls Sodbrennen fördern. Glühwein wird meist nicht aus dem edelsten Rotwein hergestellt, und dann wird auch noch jede Menge Zucker darin aufgelöst. Alkohol regt die Säureproduktion zusätzlich an und führt daher zum gegenteiligen Effekt.
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Symptome und Beschwerden
Sodbrennen äußert sich durch ein schmerzendes Gefühl, das durch die in der Speiseröhre aufsteigende Magensäure verursacht wird. Weitere Symptome können sein:
- Übelkeit
- Erbrechen
- Völlegefühl
- Blähungen
- Magenschmerzen
- Aufstoßen
Einige Betroffene klagen auch über Schleim im Rachen, Übelkeit, keinen Hunger, ständiges Gefühl, brechen zu müssen wegen Schleim, Kopfschmerzen, Antriebslosigkeit und Schwindel.
Behandlungsmöglichkeiten
Hausmittel und Ernährungstipps
Es gibt verschiedene Hausmittel und Ernährungstipps, die bei Sodbrennen helfen können:
- Vermeidung von fettigen und zuckerhaltigen Speisen: Sehr fette, zuckrige oder stark gewürzte Speisen sollten vermieden werden.
- Reduktion von Kaffee und Alkohol: Kaffee sowie zitrus- und kohlensäurehaltige und alkoholische Getränke möglichst reduzieren.
- Trockene Haferflocken: Einige Teelöffel trockene Haferflocken, langsam gekaut oder zu Haferporridge gekocht, können helfen.
- Kräutertees: Bei krampfartigen Beschwerden können Kümmel-, Kamillen- oder Fencheltee helfen.
- Viel trinken: Viel trinken, um den Magensaft in der Speiseröhre herunterzuspülen, etwa mit ungezuckertem Tee oder Wasser. Kohlensäure sollte das Getränk nicht enthalten.
- Heilerde: Gegen das akute Brennen kann ein Teelöffel Heilerde, die zuvor in einem Glas Wasser aufgelöst wurde, helfen.
- Goldleinsamen: Zwei bis drei Esslöffel in einen Teebeutel füllen, mit ungefähr 500 Milliliter Wasser aufgießen und etwa 20 Minuten ziehen lassen.
- Erhöhter Oberkörper beim Schlafen: Vor dem Zubettgehen keine schweren Mahlzeiten mehr einnehmen und mit leicht erhöhtem Oberkörper oder auf der linken Seite schlafen.
- Weißbrot: Durch stärkehaltige Nahrungsmittel kann man das Gefühl lindern, denn Weißbrot & Co. binden die Säure und neutralisieren sie. Am schnellsten geht es mit trockenem Weißbrot, Kartoffeln oder Zwieback funktionieren aber ebenfalls.
- Kaugummi kauen: Durch die Kaubewegung wird der Speichelfluss verstärkt. Der beim Kauen produzierte Speichel ist leicht alkalisch und kann daher der Säure noch zusätzlich entgegenwirken. Wer eine Stunde Kaugummi kaut, kann damit für etwa drei Stunden die Säurebildung vermindern.
- Abends ohne Fett: Besonders am Abend sollte man möglichst auf Fett verzichten, damit das unangenehme Brennen nicht die Nachtruhe stört. Alternativen sind Fisch, Salate und anstelle des Sahnedesserts ein Obstsalat mit milden Obstsorten.
Medikamentöse Behandlung
Unterstützend helfen natürlich auch Produkte aus der Apotheke. Bewährt haben sich Medikamente, die Magensäure binden können. Gern werden dabei sogenannte Antazida wie Aluminium- und Magnesiumsalze oder Magaldrat eingesetzt. Auch Protonenpumpenhemmer wie Omeprazol können helfen.
Homöopathische Mittel und Schüssler Salze
Wer nicht warten mag, bis das Dröhnen im Kopf sich von selbst wieder verzieht, kann es mit den homöopathischen Mitteln Natrium phosphoricum und Magnesium phosphoricum versuchen. Fünf Kügelchen in einer D12-Potenz in etwa achtmal im Abstand einer Viertelstunde eingenommen. Wenn es sich - wie hier um mehrere Mittel handelt, die eingenommen werden, dann empfiehlt es sich sie viertelstündlich im Wechsel zu nehmen. Wer diese homöopatischen Einzelpräparate in der Apotheke nicht bekommen kann, kann auch nach Schüssler Salzen fragen. Die sind identisch mit einigen homöopathischen Mitteln, sind jedoch in Tablettenform gebracht. Auch sie sollen genau wie Globuli unter der Zunge langsam im Mund zergehen. Eine Tablette entspricht in etwa fünf Globuli.
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Wenn Lebkuchen, Punsch und fettige Weihnachtsmarktgenüsse den Magen übersäuern, hilft Robinia pseudoacacia, um den Säure-Basen-Haushalt wieder auszugleichen. Natrium bicarbonicum kann Abhilfe schaffen bei Übelkeit und Erbrechen. Wer statt auf einzelne Mittel lieber auf das Rundumsorglos-Paket zurückgreifen möchte, der kann Sodbrennen, Magenschmerzen, Übelkeit und Erbrechen auch mit dem Komplexmittel Bismutum Pentarkan bekämpfen. Es enthält in homöopathischen Dosen Wismutnitrat - es wirkt gegen nervöse Magenerkrankungen -, Paprika - kommt zum Einsatz gegen Schleimhautentzündung im Magen-Darmtrakt -, falsche Akazie - rückt der Magenübersäuerung an den Kragen -, Schwertlilie - gegen die Entzündung der Magenschleimhaut - und Arsentrioxid - wirkt gegen Entzündungen.
Meist ziemlich peinlich ist, wenn die Völlerei zu Blähungen führt. Abhilfe kann das Komplexpräparat Carbo vegetabilis Pentarkan H bringen. Ein mögliches Mittel gegen Verstopfungen, die häufig mit Magenkrämpfen einhergehen, ist Plumbum Pentarkan S. Das Komplexmittel lindert Darmkrämpfe und hilft bei hartnäckiger Verstopfung mit hartem Stuhlgang.
Vorbeugende Maßnahmen
Wer eine Naschattacke plant, kann allerdings schon vorbeugend etwas tun und seinen Körper mit Natrium phosphoricum darauf einstimmen. Es kurbelt die Fettverbrennung an und dämpft den Heißhunger auf Süßes. Weil es zudem wirksam ist gegen morgendlichen Kopfdruck und Übersäuerung, kann man es auch als Bestandteil einer Adventskur einnehmen, die zusammen mit Kalium Chloratum und Kalium Sulfuricum perfekt ist.
Wann zum Arzt?
Nicht jede Art von Sodbrennen ist ungefährlich. Wenn die Beschwerden länger anhalten oder sehr stark sind, können auch andere Erkrankungen die Ursache sein. Häufiges Sodbrennen kann vor allem bei älteren Patienten zu Blutungen, Verengung oder Vernarbung der Speiseröhre führen und in seltenen Fällen sogar Krebs verursachen. Bei Magenschmerzen könnte eine chronische Reizung der Magenschleimhaut vorliegen. Halten die Beschwerden länger an, sollte man einen Facharzt aufsuchen.
Alternative Gewürzmischungen
Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann versuchen, Lebkuchen mit weniger reizenden Gewürzen selbst zu backen. Hier ein klassisches Lebkuchengewürzrezept zum Ausprobieren; ein gehäufter Teelöffel davon müsste für einen Teig mit 500 g Mehl genügen:
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- 35 g Zimt
- 9 g Nelken
- je 2 g Koriander, Piment, Kardamom und Ingwer
- je 1 g Muskatnuss und Muskatblüte - alles in Pulverform.
Diese Mischung schmeckt nicht nur im Lebkuchen gut, auch anderes Gebäck oder Desserts kann man damit verfeinern. In einem Schraubglas dunkel und trocken aufbewahrt, ist sie mindestens 12 Monate lang haltbar.
Tipps zur gesunden Ernährung in der Weihnachtszeit
- Bereits bei der Zubereitung der Mahlzeit können Lebensmittel mit diesen Eigenschaften ausgewählt werden.
- Zu den Bitterstoffen gehören Chicoree, Meerrettich, Endiviensalat, Rosenkohl oder Artischocken.
- Verzichten Sie auf Rotkohl oder Soße zum Einsatz.
- Vermeiden Sie Kombination mit Alkohol.
- Reduzieren Sie ihren Zuckerkonsum und achten Sie auf ihr Bauchgefühl, wann es zu viel wird.
- Bevorzugen Sie schonenden herkömmlichen Glühwein.
- Mischen Sie Glühwein mit einem beliebigen Teil Fruchtsaft.
- Vermeiden Sie es, erst aufzuhören, wenn der Teller leer ist.
- Nehmen Sie sich ausreichend Pausen und Zeit für sich.
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