Schwarzer Honig mit Rauchgeruch: Ursachen, Merkmale und Hintergründe

Schwarzer Honig, der auffällig nach Rauch riecht oder andere ungewöhnliche Gerüche aufweist, sorgt bei Imkern immer wieder für Unsicherheit und Diskussionsstoff. Die Ursachen sind vielfältig, reichen von natürlichen Prozessen im Bienenvolk bis hin zu äußeren Einflüssen durch Umgebung, Lagerung oder Pflanzenschutzmittel. Im Folgenden werden die wichtigsten Aspekte, Ursachen und Maßnahmen detailliert beschrieben.

Bienenstock mit Honigraum und Schimmelstellen

Typische Gerüche im Bienenstock und Honig

Ein starker Geruch, der schon von einem Meter Abstand bei geschlossener Bienenkiste wahrnehmbar ist, kann die Folge mehrerer Bedingungen im Bienenstock sein. Da ist zum einen der typische Duft, der entsteht, wenn Nektar zu Honig verarbeitet wird. Fermentierte, hefige oder sogar säuerliche Gerüche erinnern an Hefe oder Sauerteig. Dazu kommt, dass im Honigraum und insbesondere im Brutraum Schimmel auftreten kann; grau-blaue Beläge in Ecken oder an alten Waben sind in Bienenkisten nicht ungewöhnlich und oft auf hohe Luftfeuchtigkeit zurückzuführen.

Doch nicht nur im Bienenstock selbst entstehen unterschiedliche Gerüche. Beim Verkosten eines Honigs entdeckt man manchmal einen leichten Wachsgeschmack. Dies kann auch an der Entdeckelungsmethode liegen. Damit Ihr Honig nicht nach Wachs schmeckt, sollte das Entdeckelungsmesser richtig angewandt werden. Flüssiges Wachs kann in Kontakt zum Honig kommen und diesen geschmacklich beeinträchtigen. Die Gefahr des Karamellisierens bleibt gering, wenn das Messer richtig angewendet wird.

Honigprobengläser mit verschiedenen Farben und Konsistenzen

Ungewöhnliche Gerüche - von Rauch bis „Käsfuß“

Im Wohngebiet geernteter Honig kann gelegentlich nach abgestandenem Gulli oder sogar „Käsfüßen“ riechen. Er schmeckt aromatisch, bissl karamellig und ist ziemlich dunkel, auch wenn es sich um Frühtracht handelt. Auffällig ist, dass der Geruch sich nach dem Kandieren oft etwas verändert, aber nicht völlig verschwindet.

Ursächlich können bestimmte Pflanzen sein. Beispielsweise blühen im Stadtgebiet Weißdorn oder Götterbaum, die für Honig typisch dominante, oft als unangenehm empfundene Noten hinterlassen. Auch Rosskastanie oder Feuerdorn können markante, teils schwere Duftnoten erzeugen. Eine genaue Pollenanalyse kann Aufschluss über die Trägerpflanzen geben, ist allerdings kostenintensiv.

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Pflanzenbestimmung im Honig durch Pollenanalyse

Schimmel, Feuchtigkeit und Propolis im Bienenstock

Im Honigraum findet sich hier und da ein bisschen Schimmel, was bei der Bienenkiste normal zu sein scheint. Im Brutraum ist die komplette Ecke vorne rechts mit grau-blauem Schimmel bedeckt. Was noch beunruhigen kann, sind komische orangene Beläge an der Decke und alten Waben. Die Luftfeuchtigkeit in der Kiste ist sehr hoch, es tropft von der Decke herunter im Honigraum. Die orangenen Stellen an den Oberträgern und am Stirnbrett sehen für viele Imker wie Propolis aus, das gelblich verfärbte Bodenbrett könnte ebenso auf Propolis zurückgehen. Der schwarze Fleck bleibt hingegen oft unerklärlich. Probleme mit hoher Luftfeuchtigkeit resultieren häufig aus kühlen Außentemperaturen, starkem Nektareintrag und intensiver Bruttätigkeit.

Schema zu Schimmel und Feuchtigkeit im Bienenstock

Chemische und mikrobielle Vorgänge: Fermentation, Säure, Verderb

Enthält Honig zu viel Wasser oder wird zu warm gelagert, können im Honig vorhandene Wildhefen in Gärung übergehen. Bereits beim Öffnen des Glases steigt dann ein säuerlicher Geruch auf. Die ansonsten glatte Honigoberfläche ist mit einer dicken Schaumschicht bedeckt. Ursache dafür ist ein zu hoher Wassergehalt - dieser Honig ist kaputt. Wichtig ist daher die Kontrolle mit dem Refraktometer, bevor geschleudert wird: Der Wassergehalt muss deutlich unter 18 % liegen.

Honigtypische Veränderung Erklärung
Weiße Schicht/Schlieren Blütenbildung durch Luft bei kristallisiertem Cremehonig
Helle Ablagerungen am Boden Glucosekristalle sinken ab - häufiger bei hochprozentigem Waldhonig
Säuerlicher Geruch & Blasen Fermentation durch Wildhefen, zu hoher Wassergehalt
Kohlgeruch Typisch bei Rapshonig, schwankt je nach Jahr und Trockenheit
Wachsgeschmack Ungeeignete Methode beim Entdeckeln der Waben

Giftstoffe, Pflanzenschutzmittel und deren Einfluss auf den Honiggeruch

Imker beobachten, dass Rapshonig gelegentlich einen penetranten kohligen Geruch sowie Geschmack annimmt - so extrem, dass der Honig von Kunden zurückgegeben wird. Die Vermutung: Veränderte Pflanzenschutzregime beeinflussen die Honigqualität. Seit Neonicotinoide, die systemisch in die Pflanze wirken, in der EU für Raps verboten wurden, greifen Landwirte auf Kontaktmittel zurück, die mehrfach in der Blüte gespritzt werden müssen. Solche Eingriffe führen häufig dazu, dass Pflanzen bei verstärktem Schädlingsbefall mehr sekundäre Pflanzenstoffe produzieren, von denen viele in Nektar und Pollen gelangen und letztlich auch den Honig beeinflussen. Auch extrem trockene Jahre verstärken spezifische Gerüche, wie den Kohlgeruch, im Rapshonig.

Luftbild eines Rapsfeldes mit Bienenvolk

Honigbestandteile und ihre Bedeutung für Geruch und Geschmack

Welche Inhaltsstoffe sind eigentlich im Honig enthalten? Die Zusammensetzung des Honigs variiert gemäß beflogener Pflanzen und Trachten im Jahresverlauf. Zuckerarten wie Fructose (ca. 38 %), Glucose (ca. 32 %), Wasser (14-18 %), Malzzucker, Saccharose und eine Vielzahl an Mineralstoffen und Säuren sind im Honig zu finden. Rund 200 verschiedene Inhaltsstoffe wurden weltweit nachgewiesen. Viele honigtypische Noten entstehen durch die spezifischen Kombinationen und Reaktionen dieser Bestandteile.

Inhaltsstoff Anteil (%)
Fruchtzucker (Fructose) ca. 38
Traubenzucker (Glucose) ca. 32
Malzzucker (Maltose) ca. 7
Saccharose ca. 2
Wasser 14-18
Mineralstoffe/Spurenelemente ca. 0,2

Honigrichtige Lagerung und Bearbeitung

Honig sollte grundsätzlich kühl, trocken und dunkel gelagert werden - andernfalls können sich unerwünschte Veränderungen wie Fermentation, Geschmacks- oder Geruchsabweichungen einstellen. Viele Inhaltsstoffe des Honigs, allen voran die Enzyme, sind hitze- und lichtempfindlich. Wird Honig über 40°C erwärmt, gehen positive Wirkstoffe sehr schnell verloren. Auch direkte Sonneneinwirkung auf Honig ist nachteilig, da viele Inhaltsstoffe UV-empfindlich sind.

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Fehlerquellen bei der Honigernte und -verarbeitung

Wird Honig falsch gelagert, ist Blütenbildung (weiße Schicht an der Oberfläche) ein optischer Effekt ohne Qualitätsverlust. Entmischter Honig (helle Ablagerung am Boden, dunklere Schicht oben) und gähriger Honig (sauer, schaumig) deuten dagegen auf echte Veränderungen und Qualitätsprobleme hin.

Honig kann auch durch das Erwärmen im Schleuderraum oder beim Entdeckeln beeinflusst werden: Die Bezeichnung "Honig kalt geschleudert" ist irreführend, denn warmer Honig ist flüssiger und leichter zu verarbeiten. Unachtsames Arbeiten kann jedoch dazu führen, dass Karamellisierungsnoten, Wachs- oder Rauchgeschmack entstehen.

Honigwabe und verschiedene Entdeckelungswerkzeuge

Sorten und Umweltbedingungen: Einflüsse auf Farbe, Geruch und Konsistenz

Honig sorten unterscheiden sich stark. Je nach Jahr und Region blühen andere Pflanzen. So entstehen Honige unterschiedlichster Geschmacks- und Geruchsrichtungen, die für Laien nicht immer nachvollziehbar sind. Besonders im städtischen Bereich mit diversen Gärten und Blühpflanzen (Kirschlorbeer, Liguster, Buchs, Akazie, Feuerdorn, Essigbaum, Rosskastanie, Weide, Ulme, Geranium, Johannisbeeren) sind Mischungen üblich und jedes Bienenjahr bringt andere Aromen hervor. Unter Umständen bekommen Honige so markante "Kohl-" oder Rauchnoten, je nach Tracht, Witterungsverlauf und Standorteinflüssen.

Häufige Fragen und Empfehlungen bei ungewöhnlichem Honiggeruch

  • Lassen Sie bei stark abweichendem Geruch eine Pollenanalyse machen, um die dominanten Trachtpflanzen zu bestimmen.
  • Schimmel und Feuchtigkeit im Bienenstock entstehen häufig durch Witterung und Konstruktionsfehler, Maßnahmen zur besseren Belüftung helfen.
  • Entdeckeln Sie Honigwaben sorgfältig, um Wachszusätze oder Karamellisierung zu vermeiden.
  • Kandieren oder längeres Lagern führt dazu, dass sich viele Duftstoffe verflüchtigen und sich das Aroma verändert.
  • Honig ist naturbelassen und verändert sich mit der Zeit - das ist normal und kein Zeichen schlechter Qualität, sofern kein Gärungsgeruch auftritt.
Infografik: Einflussfaktoren auf Honiggeruch und -qualität

Natürliche und menschengemachte Ursachen für Rauch- und Fremdgeruch im Honig

Neben natürlichen Vorgängen und den nektarspendenden Pflanzen, Umweltbedingungen sowie in seltenen Fällen Lagerungsfehlern können Pestizide, starke Schimmelbildung, sekundäre Pflanzenstoffe - aber auch Fehler bei der Verarbeitung - zu auffälligen Geruchsnoten führen. Oft steht ein vitales Bienenvolk zu Beginn der Saison, doch die erste Honigernte überrascht mit ungewöhnlichem Honig, dessen typischer Rauch-, Kohl-, oder sogar muffiger Geruch nach mehreren Wochen oder Monaten oft wieder verschwindet. Viele Honige entwickeln sich im Glas weiter; Aromastoffe bauen sich ab, sodass ein zunächst störender Eindruck gemildert wird.

Stadtbienen auf verschieden blühenden Pflanzen

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