Warum sind Schoko-Nikoläuse hohl?

Hohlfiguren, wie der Schoko-Weihnachtsmann oder der Osterhase, gehören zur Weihnachts- und auch zur Frühlingszeit einfach dazu. Doch hinter diesen leckeren Figuren steckt weitaus mehr, als man auf den ersten Blick erkennt. Die feine Kunst des Gießens und die sorgfältige Auswahl der Zutaten machen sie zu einem besonderen Erlebnis.

Was bedeutet "hohl" und wie entstehen Hohlfiguren?

Hohlfiguren, wie der Weihnachtsmann und Osterhase, sind innen hohl, wodurch sie ihren Namen bekommen. Sie entstehen durch ein spezielles Gießverfahren, das Präzision und Geduld erfordert, damit die Schokolade eine gleichmäßig knackige Schicht bildet. Das Gießen: Die flüssige Schokolade wird in die Form gegossen und dann gleichmäßig verteilt, indem die Form vorsichtig und gleichmäßig von einer Maschine gedreht wird. Danach laufen die Formen mehr als 20 Minuten durch eine Maschine, in der sie permanent bewegt und gedreht werden. Das Ergebnis: Außen verfestigt sich die Schokolade, innen bleibt die Figur hohl.

Schema Schleudergussverfahren: flüssige Schokolade wird in Form gegossen und gedreht

Historischer Hintergrund: von massiv zu hohl

Die Idee für den Schokoladen-Weihnachtsmann stammt wiederum aus der Zeit um 1820. Damals wurden die ersten Figuren zur Weihnachtszeit aus massiver Schokolade hergestellt, sie waren also nicht wie heute innen hohl, sondern bestanden aus einem großen Stück Schokolade. Etwa 20 Jahre später wurde der Schoko-Nikolaus erstmals als Hohlkörper hergestellt. Doch für den Durchbruch zum Massenphänomen brauchte es die industrielle Fertigung in größeren Mengen. Dann, ab den 1950er Jahren, nahm die Erfolgsgeschichte richtig Fahrt auf und durch neue Verfahren konnte die Schokolade in verschließbare Formen gegossen werden. Aus dieser Art der Herstellung entwickelten dänische Erfinder das sogenannte Schleudergussverfahren, das die Schokoladenwelt revolutionierte: Sie gossen flüssige Schokolade in eine Form aus zwei Hälften und drehten sie so lange, bis sich die Schokolade gleichmäßig darin verteilte, erkaltete und damit fest wurde. So entstehen die perfekt ausgeformten und mit vielen Details verzierten kleinen Kunstwerke.

Warum nicht massiv?

Warum gießt man ihn nicht einfach massiv? Warum aber ist der innen leere Nikolaus so beliebt? Materialsparend zum Erfolg: Wirklich populär wurde der Schokolade-Nikolo dann in den 50er-Jahren, als der Material-sparende Hohlguss erfunden wurde, der fortan Nikolos mit einer Wandstärke von 0,5 mm ermöglichte - derartige Schokolade-Luftballons konnte sich jeder leisten. Schoko-Weihnachtsmänner und -Osterhasen sind ein Traditionsgeschäft. An den Figuren hat sich in den vergangenen Jahrzehnten substanziell nicht viel verändert. Spektakuläre Neuerungen würden einem Unternehmen auch nicht viel bringen, meint Dieter Schäfer. Da insgesamt nicht mehr Schokolade gegessen wird, wechselten die Kunden eben nur von einer zur anderen Figur, kauften aber am Ende nicht mehr.

Herstellungsprozess im Detail

Im Untergeschoss der Fabrik rühren Maschinen aus Kakaomasse, Kakaobutter, Milchpulver, Zucker und je nach Rezept unterschiedlichen Ingredienzien die Schokolade. Durch Schläuche gelangt sie ins Erdgeschoss in die Anlage mit den Formen. Diese werden gefüllt und dann mit einer zweiten, leeren Form geschlossen. Danach laufen die Formen mehr als 20 Minuten durch eine Maschine, in der sie permanent bewegt und gedreht werden. Vorbereitung der Form: Die erste Etappe besteht darin, die Gießform vorzubereiten. Kühlen und Entformen: Nach dem Gießen werden die Formen gekühlt, bis die Schokolade fest ist. Abwiegen und Verpacken: Jeder Figur wird sorgfältig einzeln gewogen, um das perfekte Gewicht zu garantieren. Die Weihnachtsmänner, die vor Weihnachten nicht verkauft werden konnten, werden entgegen aller Gerüchte nicht eingeschmolzen und zu Osterhasen verarbeitet, sondern in den Wochen danach billig verkauft oder gespendet.

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Fabrikablauf: Schokolade rühren, Formen füllen, drehen, kühlen

Warum werden nicht verkaufte Figuren nicht wieder eingeschmolzen?

Warum hält sich da noch beharrlich das Gerücht, die Produzenten würden nicht verkaufte Saisonware wieder einschmelzen und zu neuen Schokofiguren gießen? Dieter Schäfer lächelt und winkt ab. "Das wäre viel zu teuer und brächte zudem Qualitätsprobleme mit sich." Das Abholen, Auswickeln aus der Folie und Einschmelzen wäre viel aufwendiger als die Produktion neuer Hasen und Männer.

Qualität, Zutaten und Regionales - Beispiele aus der Manufaktur

Unsere MAKRi-Hohlfiguren bestehen zu 100 % aus Bio-Zutaten. Der Edelkakao aus der Dominikanischen Republik sorgt für ein intensives Aroma, und die Süße stammt ausschließlich aus Datteln - ganz ohne raffinierten Zucker, Zusatzstoffe oder Aromen. Unsere Dattel Schokolade, bestehend aus Kakaomasse, Kakaobutter und gemahlenen Datteln, muss sorgfältig temperiert werden, um ihren charakteristischen Glanz und die knackige Textur zu erhalten. Mit jedem Bissen erlebst du einen herrlich knackigen Moment, gefolgt von dem zart-cremigen und natürlich süßen Geschmack unserer MAKRi Dattel Schokolade. Unsere Mitarbeiterin Samara aus der Produktion und Manuel, einer der beiden MAKRi-Gründer, haben gemeinsam an der optimalen Rezeptur für unsere MAKRi-Hohlfiguren gefeilt. Mit viel Liebe zum Detail und Leidenschaft für Schokolade haben sie die perfekte Balance zwischen Geschmack und Konsistenz gefunden.

Bio-Zutaten: Kakaobohnen, Kakaobutter, Datteln

Lagerung, Logistik und Saisonale Produktion

Bei Temperaturen von über 30 Grad draußen wird es den "Schokoladenhohlkörperfiguren", so der Fachbegriff, dennoch nicht zu warm. Bei 16 bis 18 Grad Lagertemperatur warten die braunen Leckereien darauf, in klimatisierten Lastwagen zu klimatisierten Zwischenlagern und dann auf klimatisierte Schiffe gebracht zu werden. Zu viel Wärme lässt sie nicht nur schmelzen - beim Rückkühlen entstehen hässliche weiße Flecken auf der Schokolade, erläutert Rübezahl-Kommunikationschef Dieter Schäfer. Für die Firma - größter Produzent von Schoko-Hohlfiguren in Baden-Württemberg und einer der größten in Deutschland - ist der antizyklische Herstellungsprozess seit Jahrzehnten Routine. Ab Juni beginnt die Massenfertigung von Weihnachtsmännern, ab Dezember die der Osterhasen. Diese besonderen Hohlfiguren sind immer nur für kurze Zeit erhältlich! Sie sind streng limitiert und nur in der Weihnachts- und Osterzeit verfügbar.

Sorten, Größen und Verpackung

Es gibt sie in vielen Größen, von Mini bis Maxi und in verschiedenen Sorten - etwa mit unterschiedlich hohem Kakaoanteil. Verpackt werden die Schokoladen-Figuren seit Jahrzehnten in Aluminiumfolie. Mittlerweile gibt es sogar reißfeste Folien, die auch bei kantigen Schokoladenfiguren nicht reißen. Diese Folien können in einem Stück von der Figur abgezogen werden. Abgesehen von Standardformen existieren zahlreiche Profi-Gießformen: Schokoladenform von Valrhona für ein sitzendes Kaninchen, Profi Gießform für St. Nikolaus auf Pferd, Profi Gießform für Weinnachtsmann auf Esel, Schöne Osterform zum Gießen von Eiern und viele mehr.

Verschiedene Gießformen: Osterhase, Nikolaus, Eierformen

Tradition, Kultur und Beliebtheit

Schokolade gehört zu Weihnachten wie der Weihnachtsbaum oder der Adventskalender, und zwar in vielen Ländern der Welt. Schoko-Weihnachtsmänner und -Osterhasen sind ein Traditionsgeschäft. Schon viel früher wurden Weihnachtsmänner und Nikoläuse aus Schokolade kreiert. Spätestens wenn die Freibäder schließen, beginnt in den Supermärkten der Advent. Und mit ihm der Auftritt des Schokolade-Nikolos, obligatorischer Bestandteil jedes am 6. Dezember den Kindern vors Bett gestellten Nikolo-Sackerls. Ihren ersten großen Auftritt haben sie am Nikolausmorgen, dem 6. Dezember, wenn die glitzernd eingewickelten Nikoläuse Groß und Klein erfreuen. Heute sind Schoko-Weihnachtsmänner aus der Adventszeit nicht mehr wegzudenken. Allein in Deutschland wurden im Jahr 2021 rund 160 Millionen Schokoladen-Nikoläuse und Weihnachtsmänner hergestellt. Knapp ein Drittel dieser besonderen Begleiter durch die Weihnachtszeit werden exportiert und erfreuen die Menschen in Europa und Übersee.

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Regionale Manufakturen und besondere Produkte

Ist die globalisierte Schoko-Hohlform, die hauptsächlich aus Zucker und Milchpulver besteht, also das unabwendbare Nikolo-Schicksal? Keineswegs, wobei man die wirklich heimischen, wirklich traditionell hergestellten Produkte schon mit der Lupe suchen muss. Und sie etwa in einem Betrieb findet, der sich seit den 1930er-Jahren hinter einer unscheinbaren Fassade in der Brigittenauer Dammstraße versteckt: Seit sechs Generationen bäckt die Familie Kammerer Lebkuchen, seit ein paar Jahren sogar in Bio-Qualität. Die Bohnen der Bio-Schokolade kommen übrigens aus Peru, aktuell eine der weltweit interessantesten Kakao-Destinationen. Der Kakao-Anteil der Manufaktur-Ware beträgt 41 Prozent. Schoko-Nikolos wurden zur Saison in kleinen Mengen auch schon immer gemacht, seit Mitte der 80er-Jahre dann immerhin im Ausmaß von 1.500 bis 2.000 Kilo. Die Stanniol-Folien werden in Deutschland in Kleinserie hergestellt, er hat aber auch noch nennenswerte Bestände aus Folien aus den 50er-Jahren, in die nach wie vor Nikolos der Wiener Lebkuchenmanufaktur eingewickelt werden - und zwar von Hand!

Herstellungsprozess: Schleuderguss und Gießen von Hohlfiguren

Technische und geschmackliche Aspekte

Temperieren der Schokolade ist ein zentraler Schritt: Unsere Dattel Schokolade, bestehend aus Kakaomasse, Kakaobutter und gemahlenen Datteln, muss sorgfältig temperiert werden, um ihren charakteristischen Glanz und die knackige Textur zu erhalten. Wobei „Schokolade“ relativ ist. Denn das, was das Österreichische Lebensmittelbuch unter dem Begriff „Milchschokolade“ definiert, schreibt einen Kakao-Anteil von nur 2,5 Prozent und einen Kakaomasse-Anteil (also inklusive Kakaobutter) von 25 Prozent vor. Ein Blick auf die Zutatenliste in nach Anteil gelisteter Reihenfolge schafft Klarheit: Zucker, Kakaobutter, Milchpulver, dann erst Kakaomasse, dann noch mehr Milchpulver, ein bisschen Sojalecithin als Emulgator darf nicht fehlen und damit das Ganze nach etwas schmeckt, noch etwas Aroma.

Tipps und Inspirationen

Inspiration für selbstgemachte Geschenke: Genauso wie unsere Schokoladenfiguren, zaubern selbstgemachte Aufmerksamkeiten immer ein Lächeln ins Gesicht. Während Deutschland die Sommerhitze genießt, steht Sankt Nikolaus schon in den Startlöchern. Der Sommer hatte noch gar nicht richtig angefangen, da machten sich Millionen Weihnachtsmänner schon auf den Weg. Als kleiner Knüller im Export hat sich ein Osterhase mit Sonnenbrille erwiesen. Der kommt insbesondere in Australien hervorragend an, erläutert Schäfer.

Aspekt Wesentliche Punkte
Herstellung Schokolade rühren, Formen füllen, schleudern, kühlen, entformen
Wandstärke ca. 0,5 mm bei industriellen Hohlgüssen
Zutaten (Beispiel MAKRi) Kakaomasse, Kakaobutter, gemahlene Datteln (Bio)
Lagerung 16-18 °C, klimatisierte Logistik zur Vermeidung von Weißflecken
Saison Limitiert: Weihnachten und Ostern; Massenfertigung antizyklisch
Adventsszene: Schoko-Nikolaus im Stiefel

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