Linzer Torte Rezept Original Zubereitung

Die Linzer Torte ist eine der traditionsreichsten Mehlspeisen Österreichs und gilt als das älteste bekannte Tortenrezept der Welt. Typisch sind ein aromatischer Nuss-Mürbeteig, Gewürze wie Zimt und Nelken sowie eine fruchtige, rote Marmeladenfüllung, die von einem kunstvollen Gitter aus Mürbeteig überdeckt wird.

Historischer Hintergrund und Herkunft

Das Rezept der „Linzer Torte“ gilt als das älteste bekannte Tortenrezept der Welt. Es stammt aus einem Kochbuch der Gräfin Ann Margarita Sagramosa aus dem Jahr 1653, das Waltraud Faissner im Rahmen ihrer Recherchen zur Linzer Kulturhauptstadt 09 in der Stiftsbibliothek entdeckt hat. Um die Herkunft des Namens ranken sich viele Geschichten, die historisch aber nicht belegbar sind. Wahrscheinlicher ist, dass Linz als geografische Herkunftsbezeichnung Pate steht - zumal die Linzerinnen schon damals einen hervorragenden Ruf als Bäckerinnen hatten. Die Linzer Torte zeigt sich regelmäßig auf dem Social Media-Auftritt #visitlinz des Linzer Tourismus. Die „Original Linzer Torte“ zählt nicht nur zu den beliebtesten Torten der Stadt - sie ist auch ein echter Exportschlager und eine süße Botschafterin der Landeshauptstadt an der schönen blauen Donau.

Linzer Torte im traditionellen Stil mit Gittermuster

Was macht die echte Linzer Torte aus?

  • Per Definition ist Linzer Torte in Österreich ein Kuchen aus einem besonders schweren Mürbeteig mit Gewürzen (Zimt, Nelken, manchmal auch Kardamom, Vanille oder Tonkabohne) und geriebenen Nüssen, der mit einer roten Marmelade bestrichen und anschließend mit einem Gitter aus Mürbeteig dekoriert wird.
  • Keine Linzer Torte ohne das charakteristische Nussaroma!
  • Klassisch bestreichen die Österreicher ihre Linzer Torte mit Johannisbeergelee bzw. -marmelade (sog. Ribiselgelee), während die badische Variante oft mit Himbeermarmelade gebacken wird.
  • Typisch für die Linzertorte ist das Gittermuster aus Mürbeteig sowie die rote Marmelade, die mitgebacken wird.
  • Die Kombination aus nussigem Mürbeteig, fruchtiger Marmelade und dem kunstvollen Gittermuster macht dieses Traditionsgebäck so besonders.

Welche Nüsse verwenden?

Ob die Original Linzer Torte allerdings traditionell mit gemahlenen Haselnüssen oder Mandeln gemacht wird, ist und bleibt bei vielen Bäckern ein Streitgespräch. Lasst also eure eigenen Vorlieben entscheiden: Mandeln verleihen der Linzer Torte ein mildes Nussaroma, während Haselnüsse die Linzer Torte kräftiger und vollmundiger machen. Deshalb haben wir für viele unserer eigenen Linzer-Torten-Rezepte die Haselnuss zur Queen ernannt. Wer sich so gar nicht entscheiden kann, dem bleibt nur eines: eine Mischung aus beiden! Wichtig ist, dass eure Nüsse noch nicht zu alt sind. Je frischer desto aromatischer! Röste die Haselnüsse oder Mandeln, bevor sie im Teig untergemengt werden. Durch das Rösten intensiviert sich der Geschmack.

Zutaten (für Ø 26 cm Springform) - klassische Variante

Zutaten MürbeteigMenge
Weizenmehl (Type 405)300 g / alternativ 250 g je nach Rezeptvariante
Butter150-170 g (Raumtemperatur)
Puderzucker / Zucker125 g gesiebt / 120 g
Gemahlene Haselnüsse oder Mandeln100-125 g
Ei(ergänzend Eigelb zum Bestreichen)1-2 Stück
Zimt, Nelken, evtl. Kardamomje 1 TL / Messerspitze
Vanillezucker, Prise Salz1 Pck. / 1 Prise
Backpulver (manche Rezepte)1 TL (optional)
Marmelade (Ribisel/Johannisbeere oder Himbeere)250-300 g
Mandelblättchen (für Rand)2 EL

Vorbereitung und Teigzubereitung

Mehl mit Salz und dem Backpulver mischen. Nüsse, Zucker und Gewürze zugeben. Eines der Eier trennen, Eigelb für später beiseite stellen. Das übrige Eiweiß, Ei und die Butter in Stücken hinzufügen und alles kurz zu einem glatten Teig verkneten. In Frischhaltefolie verpackt 30 Minuten kaltstellen. Die Brösel auf die Arbeitsfläche kippen und mit der Hand zur Kugel formen. Flach drücken, mit Frischhaltefolie einwickeln und für 1 Std. (oder länger) in den Kühlschrank geben. Alle Zutaten für den Teig mischen und einen Teig herstellen und 1-2 Stunden ruhen lassen. Teig herstellen: Die Zutaten für den Teig in eine Schüssel geben und die Butter in kleine Flocken dazu geben. Daraus mit kalten Händen oder einer Maschine einen glatten Teig herstellen. In einer Frischhaltefolie wickeln und für 1-2 Stunden, besser über Nacht kühl stellen.

Formen, Füllen und Garnieren

Backform einfetten und mehlieren. Den Teig zwischen zwei Klarsichtfolien etwa 0,5 cm dick ausrollen. Ungefähr 2/3 vom ausgerollten Teig auf dem Boden der Springform auslegen. Für den Rand etwas von dem restlichen Teig zu einer Rolle formen und einen dünnen Streifen ausrollen. Den Streifen die Wand der Form drücken und mit dem Boden verbinden. Die Konfitüre auf dem Boden verstreichen, dabei einen ca. 1 cm dünnen Rand frei lassen. Die einzelnen Teigstreifen mit Abstand auf die Konfitüre legen, sodass ein Gitter entsteht. Die ausgeschnittenen Teigstreifen mit Abstand darauf legen, so dass ein Rauten-Gitter entsteht. Sollte Teig übrig bleiben, zur dünnen Rolle formen und um den Rand herum legen und fest drücken. Das beiseite gestellte Eigelb mit Milch verquirlen und die Teigstreifen dann bestreichen. Beiseite gestelltes Eigelb mit Milch verquirlen und die Teigstreifen dann bestreichen. Den Kuchenrand mit gehobelten Mandeln bestreuen.

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Backzeit und Temperatur

Den Backofen auf 175-190 °C Ober-/Unterhitze (Umluft ca. 160-175 °C) vorheizen. Im vorgeheizten Ofen ca. 25-45 Minuten backen, je nach Rezeptvariante und Größe der Form. Den Kuchen auf der mittleren Schiene ca. 35-40 Minuten goldbraun backen. Bei einer Backzeit von 40-45 Minuten bei ca. 175-190 °C ergibt sich in vielen Rezepten ein gleichmäßig durchgebackener, goldbrauner Kuchen.

Linzer Torte in Springform vor dem Backen mit Gitterstreifen

Reifung, Lagerung und Haltbarkeit

Die Linzer Torte ist bekannt dafür, dass sie nach dem Backen eine gewisse „Reifung“ benötigt. Frisch aus dem Ofen schmeckt sie natürlich auch, aber erst nach 1-2 Tagen entfaltet sie ihr volles Aroma. Während dieser Zeit verbinden sich die Aromen von Teig, Gewürzen und Marmelade zu einem harmonischen Geschmackserlebnis. Die Linzertorte hält sich an einem kühlen Ort bis zu 2 Wochen lang frisch. Die Torte darf sich ruhig noch ein paar Wochen Zeit nehmen, um richtig durchzuziehen und ihren Geschmack zu entfalten. Die Linzer Torte nicht gleich anschneiden, sondern 1-2 Tage warten und durchziehen lassen, dann schmeckt sie am allerbesten.

Geling-Tipps

  1. Röste die Haselnüsse oder Mandeln, bevor sie im Teig untergemengt werden. Durch das Rösten intensiviert sich der Geschmack.
  2. Verrühre die Teig-Zutaten nur kurz, bis sie sich gerade so verbunden haben, damit der Mürbeteig nicht zäh wird. Dann muss der Teig noch 1-2 Stunden kühl gestellt werden.
  3. Nimm hochwertige Marmelade bzw. Konfitüre für dieses Rezept, das schmeckt man einfach! Eine säuerliche Sorte wie Johannisbeere oder Himbeere ist ideal.
  4. Bestreiche das Teig-Gitter vor dem Backen mit verquirltem Eigelb und bestreue den Rand mit Mandelblättchen. Das sieht nicht nur hübsch aus, damit kann man auch kleine Unregelmäßigkeiten kaschieren.
  5. Das Geheimnis des perfekten Geschmacks: Die Gewürze und die Marmelade entfalten ihren Geschmack, während sie in den Teig einziehen; die Konsistenz wird saftiger, ohne matschig zu werden.
Do-It-Yourself-Video Linzer Torte selbst nachbacken

Varianten und persönliche Anmerkungen

Neben der Mürbeteig-Variante kann man auch Linzer Torte aus Rührteig herstellen. Klassischerweise wird eine „Ribiselmarmelade“, also eine Johannisbeermarmelade, verwendet. In der schönen Kurpfalz füllt man die Linzertorte gerne mit Zwetschgenmus. Mir persönlich schmeckt die Linzer Torte am Besten mit Himbeer- oder Sauerkirschmarmelade, aber auch Zwetschenmus schmeckt hervorragend! Die Linzer Torte ist eine der traditionellen Torten, die man kaum verändern kann. Sie ist zeitlos und immer gut. Wer die Linzer Torte direkt nach dem Backen essen will, bekommt einen festen Kuchen. Wer seine Linzertorte gern ein bisschen weicher mag, backt sie schon ein bis zwei Wochen vorher und gönnt ihr dann eine Ruhepause an einem kühlen Plätzchen.

Praktische Hinweise

Die Torte ergibt ca. 12 Stücke. Die Linzer Torte lässt sich gut vorbereiten und ist auch zum Einfrieren geeignet. Ihr könnt sie auf Vorrat backen und einfrieren. Das funktioniert bestens! Manche Familien backen sie gleich in doppelter Menge auf Vorrat. Die Linzer Torte eignet sich hervorragend als Geschenk und wird in Linz auch attraktiv verpackt als Souvenir oder Firmengeschenk verkauft.

Beliebte Serviervorschläge

  • Mit etwas Schlagobers/Sahne servieren.
  • Vor dem Servieren nach Belieben mit etwas Puderzucker bestreuen.
  • Als Geschenk in einer dekorativen Dose oder Box verpacken.

Mit diesem klassischen Rezept hast du die Grundlage für eine authentische Linzer Torte - ob nach Großmutters Art oder mit deiner ganz persönlichen Note.

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