Klassisches Rezept für österreichische Palatschinken mit Marillenmarmelade-Füllung
Vielleicht habe ich es schon ein oder zwei Mal erwähnt: ich bin ein riesen Palatschinken-Fan. Oder Kaiserschmarrn, Pancakes - eben alles mit dieser Art Teig. Das, was man in Österreich Palatschinken nennt, ist in anderen Ländern und Regionen als Pfannkuchen, Eierkuchen, Plinsen oder Crêpes bekannt. Das Konzept ist im Grunde immer das selbe: Ein Teig aus Mehl, Milch und Eiern wird in einer Pfanne zu dünnen Fladen gebacken, die dann entweder gefüllt, bestäubt oder belegt werden.
Warum dieses Rezept?
Traditionell werden Palatschinken in Österreich mit Marillenmarmelade (Aprikosenmarmelade) gefüllt, anschließend gerollt und mit Staubzucker bestäubt. Palatschinken mit Marillenmarmelade sind einfach zuzubereiten, herrlich fruchtig und bei Groß und Klein gleichermaßen beliebt. Ob als süßes Hauptgericht, verführerisches Dessert oder beim gemütlichen Sonntagsbrunch - diese feinen Palatschinken mit Marillenmarmelade sind ein echter Klassiker der österreichischen Küche.
Zutaten (für ca. 10-12 Palatschinken, je nach Pfanne)
- 200-280 g glattes Mehl (Weizenmehl Type 405/480)
- 400-500 ml Milch (Vollmilch empfohlen)
- 4 Eier (Größe M)
- 1 Prise Salz
- 1 guter Schuss Mineralwasser oder Soda (optional, macht den Teig lockerer)
- 1 EL geschmolzene Butter (optional) oder etwas Öl für den Teig
- Öl/Butter/Butterschmalz zum Ausbacken (jeweils 1 TL pro Pfanneinsatz empfohlen)
- Marillenmarmelade zum Füllen
- Staubzucker zum Bestäuben
Was bringt welches Zutaten-Detail?
- Die Kohlensäure im Mineralwasser lockert den Teig auf und macht die Palatschinken besonders fluffig!
- Warum kommt Salz und kein Zucker in den Teig? Geübte Köch*innen wissen: Eine kleine Prise Salz gleicht die Aromen aus und lässt die Süße hinterher bewusster erscheinen. Der Palatschinken-Teig selbst muss nicht gezuckert werden, weil die Palatschinken nach dem Backen mit Marmelade gefüllt und mit Staubzucker bestreut werden.
- Für die perfekten Palatschinken eignet sich eine Gusseisen-Pfanne, sie gibt die Hitze gleichmäßig ab und es entstehen feine Röstaromen und eine schöne, goldene Teigfärbung.
Vorbereitung des Teigs (Grundrezept)
Für den Palatschinken-Teig verquirlt man Mehl, Salz, Milch und Eier in einer großen Schüssel mit einem Schneebesen, bis ein glatter Teig entsteht. Dann fügt man das Mineralwasser hinzu, um den Teig noch etwas fluffiger zu machen. Die Eier nur mehr kurz unterrühren. Es soll ein sämiger, nicht zu dicker Teig ohne Klumpen entstehen. Den Teig ca. 20-30 Minuten stehen lassen, damit das Mehl quellen kann.
Tipps zur Teigkonsistenz
Da im Teig kein Zucker enthalten ist, können die Palatschinken süß oder pikant gefüllt werden. Dafür verquirle ich die Eier mit einem Schuss Milch, dann rühre ich mit einem Schneebesen das Mehl ein, sodass eine dickflüssige Teigmasse entsteht, die sich gerade noch rühren lässt. Wenn sich der Teig nur mühsam verteilen lässt, ist die Masse zu dickflüssig. In diesem Fall etwas Milch einrühren. Ebenso verfahren, wenn der Teig mit der Zeit dickflüssiger wird, da das Mehl Flüssigkeit aufnimmt.
Ausbacken: Pfanne, Fett, Hitze
Die Frage, welches Fett am geeignetsten zum Herausbacken der Palatschinken ist, kann unterschiedlich beantwortet werden. Ich verwende sowohl Butter, als auch Pflanzenfett (Kokos), Butterschmalz und Sonnenblumenöl. Butter habe ich lange Zeit nicht verwendet, da sie einen niedrigen Rauchpunkt aufweist. In der Praxis eignet sie sich aber genauso, solange man mit mittlerer und nicht allzu hoher Hitze arbeitet. Auch Butterschmalz, Kokosfett und Sonnenblumenöl sind zum Herausbacken gut geeignet.
Lesen Sie auch: Schnelles Kuchenrezept: 1-Becher-Kuchen
Verwendet man relativ viel Öl, zum Beispiel 1 Esslöffel, kann das Öl beim Verteilen der Teigmasse in der Pfanne störend sein. Ich verwende daher rund 1 Teelöffel Butter/Öl und verteile das Öl gründlich mit einem Pfannenwender. Verwendet man hingegen sehr wenig, etwa eine mit Öl ausgepinselte Pfanne, können die Palatschinken spröde werden - das hängt aber immer von der Pfanne ab. Werden die fertigen Palatschinken allerdings anschließend in den Backofen zum Warmhalten gegeben, „weichen“ sie ohnehin wieder auf.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Eine Pfanne (flache eignen sich am besten) erhitzen und ein kleines Stück Butter/Öl (rund 1 TL) zerlassen und gleichmäßig in der Pfanne verteilen.
- Mit einem Schöpfer einen Teil der Teigmasse in die Mitte der Pfanne leeren und durch Schwenken der Pfanne gleichmäßig verteilen. Der Boden soll dünn mit Teig bedeckt sein. Für eine 21 cm ∅ Pfanne benötigt man rund 70 ml Teigmasse.
- Die Palatschinke bei mittlerer Hitze solange backen, bis sie goldgelb ist, dann wenden und die zweite Seite kurz backen. Bilden sich ganz feine Bläschen an der Oberfläche der Palatschinke, dann ist der Teig und die Hitze perfekt!
- Ist der Teig angebacken und leicht gebräunt, die Palatschinke rundum seitlich mit dem Pfannenwender lösen und schwungvoll umdrehen. Die zweite Seite ebenfalls goldgelb fertigbacken.
- Für jede weitere Palatschinke etwas Butter/Öl zugeben und goldgelb backen. Die Palatschinken herausnehmen und im Backrohr warm halten (niedrige Temperatur), bis alle fertig sind.
Füllen und Servieren
Ganz klassisch bestreichst du die heißen Palatschinken mit Marillenmarmelade und rollst sie locker zusammen. Die Palatschinken mit Marillenmarmelade bestreichen und zusammenrollen. Anschließend durch ein Sieb mit Staubzucker bestäuben und genießen. Palatschinken werden auch gerne mit Eis, Schokosauce, Topfencreme und frischem Obst serviert.
Aber der Freiheit sind keine Grenzen gesetzt: Nutella-Banane, Früchte, Topfen, Schoko-Nuss, Mohn, oder auch eine pikante Füllung - zum Beispiel aus Tomaten, Käse und frischem Basilikum - hat seinen Reiz. Palatschinken gibt es natürlich nicht nur in süßer Form, man kann diese köstlichen Teigstücke auch herzhaft mit Faschiertem, Gemüse usw. füllen.
Praktische Hinweise und Tricks
- Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass die erste Palatschinke, die man macht, immer schiefgeht. Dafür gibt es verschiedene Gründe: Meistens ist die Pfanne noch nicht heiß genug oder das Fett hat sich noch nicht gut in der Pfanne verteilt. Häufig gießt man bei der ersten Palatschinke auch zu viel Teig in die Pfanne.
- Unser Tipp: Immer gleich die doppelte Menge an Palatschinken machen und sich dann am nächsten Tag über eine Frittaten-Suppe freuen! Dafür werden kalte Palatschinken gerollt und in dünne Streifen geschnitten; diese Teigrollen kommen dann als Einlage in eine klare Rinds- oder Gemüsesuppe.
- Wenn der Teig mit der Zeit dicker wird, etwas Milch einrühren. Lieber zu wenig Teig in die Pfanne geben und bei Bedarf noch etwas Teig nachgießen.
- Für die Palatschinken wird in der Regel Weizenmehl (Type 405) verwendet. Damit der Teig schön locker wird, Mineralwasser mit Kohlensäure oder auch Sekt dazugeben.
Beispiel-Mengenangaben (schnelle Übersicht)
| Zutat | Menge |
|---|---|
| Mehl (glatt) | 200-280 g |
| Milch | 400-500 ml |
| Eier | 4 Stück (Gr. M) |
| Salz | 1 Prise |
| Mineralwasser (optional) | ein Schuss |
| Marillenmarmelade | nach Bedarf |
| Öl/Butter zum Braten | je ca. 1 TL pro Pfannengang |
Variationen
- Topfenpalatschinken: gefüllt mit Topfencreme und Staubzucker bestreut - eine süße Verführung.
- Pikante Palatschinken: mit Schinken, Käse oder Gemüsefüllung als herzhafte Hauptspeise.
- Schnelle Dessert-Variante: Palatschinken mit Nutella und Bananenscheiben.
- Für Frittaten-Suppe: Palatschinken rollen, kalt stellen und in feine Streifen schneiden.
Servierempfehlung
Am besten schmecken die Palatschinken frisch aus der Pfanne. Sogleich mit Marmelade füllen und genießen. Gerne auch im Stehen. Am besten mit einer Suppe als Vorspeise, so wie wir Tiroler es lieben.
Lesen Sie auch: Einfaches Apfelkuchen-Rezept mit leckerem Guss
Lesen Sie auch: Blech Rezept für leckeren Linzer Kuchen
tags: #klassisches #rezept #für #österreichische #palatschinken #mit


