Prinz Heinrich Torte Rezept: Ein Stück bayerische Konditorkunst
Die Prinz Heinrich Torte, oft auch als Prinzregententorte bekannt, ist ein Paradebeispiel bayerischer Konditorkunst. Sie wurde zu Ehren von Prinzregent Luitpold von Bayern geschaffen und hat sich seitdem zu einem Klassiker der Münchner Patisserie entwickelt. Charakteristisch sind die vielen dünnen Biskuitböden, die abwechselnd mit einer feinen Creme bestrichen und mit einer glänzenden Schokoladenglasur überzogen werden.
Ursprung und Geschichte
Die Prinzregententorte wurde im Jahr 1886 anlässlich des 65. Geburtstags von Prinzregent Luitpold von Bayern kreiert. Hofkonditor Heinrich Georg Erbshäuser soll die Torte erstmals gebacken haben. Die acht ursprünglichen Biskuitschichten symbolisierten die acht bayerischen Regierungsbezirke - ein kulinarisches Denkmal und bis heute ein Klassiker der Münchner Patisserie. Wer die Torte zum ersten Mal kreiert hat, ist allerdings umstritten, vermutlich war es der Hofkonditor Heinrich Georg Erbshäuser. Vielleicht war es aber auch der Konditor Anton Seidl. Dessen Torte bestand allerdings auf 9 Böden, die jeweils für die Kinder von Luitpold stehen sollen. Luitpold, der im selben Jahr die Regierungsgeschäfte von König Ludwig II übernommen hatte, war so begeistert von dem Prinzregententorten-Rezept, dass er Erbshäuser 1890 zum königlich-bayerischen Hoflieferanten bestellte.
Bis heute hat die Gebäckspezialität in Bayern und besonders in München in etwa denselben Stellenwert wie die Sachertorte in Wien: Sie gehört zur kulturellen Identität der Region.
Was macht die Prinzregententorte so besonders?
Die feinen Böden sorgen für Leichtigkeit, während die Creme ein vollmundiges Aroma beisteuert. Die klassische Prinzregententorte setzt auf Schoko-Buttercreme. Die Torte wird sorgfältig geschichtet und mit einer glänzenden Zartbitterkuvertüre überzogen - ein Fest für Gaumen und Auge.
Rezept für Prinz Heinrich Torte
Das folgende Rezept ist eine Adaption, um die Zubereitung zu vereinfachen, ohne den klassischen Geschmack zu vernachlässigen.
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Zutaten:
- Für die Böden:
- Butter zum Fetten der Springform
- Backpapier
- Butter, Zucker, Vanillezucker und Salz
- Eier
- Mehl
- Backpulver
- Für die Buttercreme:
- Puddingpulver
- Zucker
- Milch
- Butter
- Für den Schokoguss:
- Kuvertüre
- Öl
- Optional:
- Rum
- Zucker
Zubereitung:
- Pudding zubereiten:
- Ca. 2 Stunden im Voraus den Pudding für die Buttercreme zubereiten.
- Hierfür das Puddingpulver mit Zucker mischen und etwas Milch verrühren.
- Restliche Milch in einem Topf aufkochen.
- Puddingmischung unter Rühren in die heiße Milch geben und bei mittlerer Hitze 1 Minute köcheln lassen.
- In eine Schüssel umfüllen, mit Frischhaltefolie abdecken und bei Zimmertemperatur erkalten lassen.
- Teig vorbereiten und Böden backen:
- Boden der Springform fetten und Backpapier auflegen - durch das Fetten verrutscht es beim Backen ohne Springformrand nicht.
- Butter, Zucker, Vanillezucker und Salz in einer Rührschüssel mit dem Handmixer zu einer gleichmäßigen Masse rühren.
- Die Eier nach und nach auf höchster Stufe unterrühren.
- Anschließend das Mehl mit dem Backpulver portionsweise unterrühren bis ein glatter Teig entsteht.
- Aus dem Teig nacheinander 7 Böden backen. Pro Boden ca. 3 Esslöffel Teig gleichmäßig auf den Springformboden streichen und ohne Springformrand 6-8 Minuten bei 180 Grad Ober-/Unterhitze backen.
- Die Böden nach dem Backen sofort vom Springformboden lösen und auf einem Kuchenrost erkalten lassen.
- Buttercreme zubereiten:
- Die Butter mit den Quirlen des Handrührers cremig rühren und den erkalteten Pudding portionsweise unterrühren. Achtung: Kommt der Pudding aus dem Kühlschrank, besteht die Gefahr, dass die Buttercreme gerinnt. Alle Zutaten sollten zimmerwarm sein.
- 6 EL von der Buttercreme zum Einstreichen abnehmen. Die übrige Buttercreme in 6 Portionen teilen.
- Torte zusammensetzen:
- Die einzelnen Tortenböden mit jeweils einer Portion Buttercreme bestreichen und zu einer Torte zusammensetzen.
- Den Rand mit der übrigen Buttercreme glatt einstreichen und mind. 1 Stunde kalt stellen.
- Schokoguss zubereiten und Torte überziehen:
- Kuvertüre grob hacken und zusammen mit dem Öl im Wasserbad schmelzen.
- 2/3 des Schokogusses mittig auf die Torte gießen und durch Bewegen der Torte auf der Oberfläche gleichmäßig verlaufen lassen.
- Mit Hilfe eines Tortenspachtels restlichen Guss auch an den Rändern verteilen.
- Den Schokoguss fest werden lassen und die Torte bis zum Servieren kalt stellen.
- Optional: Rum-Aroma hinzufügen:
- Für ein leichtes Rum-Aroma können Sie die Tortenböden vor dem Zusammensetzen in einem Zucker-Rum-Gemisch tränken. Dafür 30 g Zucker in 100 ml Wasser auflösen und kurz aufkochen. 50 ml Rum zugeben und erkalten lassen.
Tipps und Variationen
- Für ein intensiveres Schokoladenaroma kann man der Buttercreme etwas geschmolzene Zartbitterschokolade hinzufügen.
- Anstelle von Schokoguss kann man die Torte auch mit gehackten Nüssen, Mandeln oder Kakaopulver bestreuen.
- Mit gehackten Pistazien, kandierten Veilchen oder essbarem Goldstaub kann die Torte optisch aufgewertet werden. Anne Haupt hat sie in einen rosa Prinzessinnentraum verwandelt.
- Die Anzahl der Böden kann variiert werden. Traditionell sind es acht, aber auch sieben Böden sind üblich, da es seit 1945 nur noch sieben bayerische Regierungsbezirke gibt. Weniger als sechs Böden sollten es jedoch nicht sein, um den Namen "Prinzregententorte" tragen zu dürfen.
- Wer mag, kann die Torte auch mit einer fruchtigen Füllung variieren, wie beispielsweise Aprikosenmarmelade oder Kirschkonfitüre.
Lagerung und Haltbarkeit
Am besten lagert man die Torte abgedeckt im Kühlschrank, damit sie keine fremden Gerüche annimmt. Vor dem Servieren sollte sie etwa 30 Minuten bei Zimmertemperatur stehen, damit die Buttercreme ihre perfekte Konsistenz und ihr volles Aroma entfaltet. Im Kühlschrank bleibt die Torte 3-4 Tage frisch. Für längere Haltbarkeit empfiehlt sich das portionsweise Einfrieren - so bleibt sie bis zu 2 Monate genussbereit. Zum Auftauen die Stücke langsam im Kühlschrank temperieren.
Weitere bayerische Spezialitäten
Neben der Prinzregententorte gibt es noch viele weitere bayerische Spezialitäten, die es wert sind, entdeckt zu werden. Dazu gehören beispielsweise:
- Bayerische Creme: Eine luftig-leichte Dessertcreme, die mit Vanille und Zitrone aromatisiert wird.
- Dampfnudeln: Süße Hefeklöße, die in Milch und Butter gedämpft werden.
- Apfelstrudel: Ein Klassiker der österreichischen und bayerischen Küche, gefüllt mit Äpfeln, Rosinen und Zimt.
- Schwarzwälder Kirschtorte: Ein weiteres Dessert mit Tradition ist die Mozart-Torte, die Salzburgs kulturelles und musikalisches Erbe in einem kulinarischen Genuss-Highlight vereint.
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