Prinz Philip von Griechenland und Dänemark: Eine detaillierte Biografie des Duke of Edinburgh

Prinz Philip, geboren als Philippos Andreou von Griechenland und Dänemark, war einer der bedeutendsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts, dessen Leben von royaler Herkunft, militärischer Karriere, persönlichen Herausforderungen und jahrzehntelanger Unterstützung der britischen Monarchie geprägt war. Als Ehemann von Queen Elizabeth II. hat er das Bild des Prinzgemahls nachhaltig beeinflusst und blieb mehr als sieben Jahrzehnte treu an der Seite der Königin.

Geburtsort Schloss Mon Repos auf Korfu

Kindheit und Herkunft

Prinz Philip wurde am 10. Juni 1921 auf Schloss Mon Repos auf der griechischen Insel Korfu geboren. Er war das jüngste der fünf Kinder von Prinz Andreas von Griechenland und Dänemark und Prinzessin Alice von Battenberg. Väterlicherseits entstammte Philip dem Haus Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg, einer Nebenlinie des Hauses Oldenburg, das die Könige von Griechenland stellte. Mütterlicherseits gehörte er zum Haus Battenberg, einer Nebenlinie des großherzoglichen Hauses Hessen, die eng mit dem britischen Königshaus verwandt war.

Seine Kindheit war von familiären Konflikten und Umzügen geprägt. Die Ehe seiner Eltern scheiterte früh, und nach einem Militärputsch musste die Familie Griechenland verlassen. Während seine Mutter mit den Kindern nach Paris ins Exil ging, lebte sein Vater mit einer Geliebten in Monte Carlo. Alice, seine Mutter, litt unter einer psychischen Störung und wurde mehrfach in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen. Da sein Vater ihn nicht aufnehmen wollte, verbrachte Philip seine Kindheit bei verschiedenen Verwandten.

Stammbaum Prinz Philip und deutsche Wurzeln

Schulbildung und frühe Jahre

Philip besuchte die amerikanische Schule The Elms in Paris, bevor er 1928 zur Cheam School in Hampshire wechselte. Nach weiteren Schulwechseln studierte er an der Schule Schloss Salem in Deutschland und an der British Salem School in Schottland. Schon früh zeigte sich, dass er fließend Englisch, Deutsch und Französisch sprach - sein Griechisch war hingegen nur rudimentär.

Militärkarriere

1939 begann Philip eine militärische Ausbildung als Kadett am Britannia Royal Naval College in Dartmouth. Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, diente er auf verschiedenen britischen Kriegsschiffen und wurde für besondere Tapferkeit während der Schlacht bei Kap Matapan im Kriegsbericht erwähnt. 1942 wurde Philip zum Lieutenant befördert. Er war auf einem britischen Schiff in der Bucht von Tokio, als Japan am 2. September 1945 kapitulierte.

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Prinz Philip als Marineoffizier

Nach der Hochzeit mit Elizabeth 1947 wurde Philip auf Malta stationiert und setzte seine Militärlaufbahn fort, bis seine Ehefrau durch die Krönung zur Königin wurde. Seine Verbindung zum Militär blieb zeitlebens erhalten; 2011 ernannte ihn die Queen zum "Lord High Admiral," dem formalen Oberhaupt der Royal Navy.

Die Begegnung mit Elizabeth und das royale Erbe

Erstmals traf Philip 1939 auf die damals 13-jährige Elizabeth bei einem Besuch des Royal Naval College. Die beiden begannen eine Brieffreundschaft, die in Liebe mündete. Die offizielle Verlobung wurde 1947 bekanntgegeben - eine Verbindung, die für viele überraschend war und in der Nachkriegszeit kritisch betrachtet wurde. Philip musste seinen Titel "Prinz von Griechenland und Dänemark" sowie seine Nationalität aufgeben, ebenso den deutschen Namen "von Battenberg," den er zum englischen "Mountbatten" änderte.

Name Geburtsjahr Titel
Charles 1948 Prince of Wales
Anne 1950 Princess Royal
Andrew 1960 Duke of York
Edward 1964 Earl of Wessex

Hochzeit und Familie

Am 20. November 1947 heirateten Philip und Elizabeth in der Westminster Abbey. Aus ihrer Ehe gingen vier Kinder hervor: Prinz Charles, Prinzessin Anne, Prinz Andrew und Prinz Edward. Mit dem Tod von König George VI. am 6. Februar 1952 änderte sich für das Paar alles - am 2. Juni 1953 wurde Elizabeth zur Königin gekrönt und Philip zum Duke of Edinburgh und Prinzgemahl. Bis zu seinem Tod war er der dienstälteste Prinzgemahl in der Geschichte des Königreichs.

Hochzeitszeremonie Westminster Abbey

Mit der Übernahme der britischen Staatsangehörigkeit 1947 änderte Philip seinen Namen auf "Mountbatten" und verzichtete auf die Titel seiner griechisch-dänischen Herkunft. Zusammen mit der Queen hatte er vier Kinder, acht Enkel und zehn Urenkel. Nach einem langen Streit um den Namen der royalen Nachfahren einigten sich Queen Elizabeth II. und Prinz Philip 1960 auf den Doppelnamen „Mountbatten-Windsor“.

Öffentliche Aufgaben und Einfluss

Als Prinzgemahl nahm er zahlreiche repräsentative Aufgaben wahr und begleitete die Queen zu vielen Anlässen. Insgesamt absolvierte er 22.219 Termine, hielt 5.496 Reden und unternahm 637 Auslandsreisen. In diesen Zahlen sind die Auftritte an der Seite der Königin nicht enthalten. Im hohen Alter nahm er noch zahlreiche Termine wahr - erst zu seinem 90. Geburtstag im Jahr 2011 kündigte er an, künftig etwas kürzer zu treten.

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Prinz Philip bei offiziellen Terminen

Philip widmete sich diversen Projekten, unter anderem als Präsident des Vereins zur Förderung von Spielplätzen, Präsident des WWF International von 1981 bis 1996 und Schirmherr der Olympischen Sommerspiele von Melbourne 1956. Von 1964 bis 1986 war er Präsident der internationalen Reitsportvereinigung FEI und wurde 1980 Mannschafts-Weltmeister im Vierspänner. Seine Leidenschaft für die Fliegerei führte dazu, dass er bei der Royal Air Force seinen Pilotenschein erwarb und fast 6.000 Flugstunden absolvierte.

Persönlichkeit, Humor und Skandale

Die Briten nannten Prinz Philip liebevoll "Duke of Hazard" - "Herzog des Risikos." Dieses Image verdankt er seinem trockenen, englischen Humor und seinem lockeren Mundwerk. Mit markanten und bisweilen protokollwidrigen Bemerkungen sorgte er immer wieder für Lacher, aber auch für Kritik. Seine beharrliche Unangepasstheit und seine „bissigen Einzeiler“ machten ihn volksnah und zum Kultobjekt. In England hat nahezu jeder mindestens eine Anekdote des Queen-Gatten auf Lager.

Obwohl er protokollgemäß stets im Hintergrund bleiben musste, war er familienintern bei den Windsors tonangebend und der Einzige, der der Queen widersprechen konnte.

Privates und Familienleben

Mit der Queen war Philip 74 Jahre verheiratet und die Ehe galt als skandalfrei. Gerüchte über angebliche Affären tauchten immer wieder auf, bewiesen wurde nie etwas. Sein eigenes Erfolgsrezept für eine glückliche Ehe formulierte er mit Humor: „Das Geheimnis einer glücklichen Ehe ist, unterschiedliche Interessen zu behalten.“ Trotz aller Herausforderungen blieb Philip eine unentbehrliche Stütze für Queen Elizabeth.

Prinz Philip und Queen Elizabeth II

Gesundheit und Abschied

Bis ins hohe Alter war Prinz Philip aktiv. Zwischen 2019 und 2021 verbrachte er einige Wochen in Krankenhäusern, unterzog sich einer Herzoperation und kämpfte mit gesundheitlichen Problemen. Am 9. April 2021 starb er im Alter von 99 Jahren auf Schloss Windsor, zwei Monate vor seinem 100. Geburtstag. Es folgte „Operation Forth Bridge“, der Plan für seine Bestattung, die pandemiebedingt in kleiner Runde stattfand. Die Trauerfeier war geprägt durch von Prinz Philip selbst ausgesuchte Lesungen, Kirchenlieder und Musikstücke, darunter eine Vertonung des Jubilate von Benjamin Britten und Elemente der Militärmusik, „The Last Post“ und „Reveille“.

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Trauerfeier und Abschied Prinz Philip

Vermächtnis und gesellschaftlicher Einfluss

Prinz Philip hat die Rolle des Prinzgemahls wie kein anderer geprägt. Er gilt als der dienstälteste Prinzgemahl der Welt und als unerwarteter Paukenschlag zog er sich 2017 aus der Öffentlichkeit zurück. Mit seiner Disziplin und seinem Arbeitspensum genoss er großen Respekt im Königreich. Seine Unterstützung für Queen Elizabeth II. blieb legendär - „Mein erster, zweiter und letzter Job ist es, die Queen niemals in Stich zu lassen.“

Elizabeth II. hob die Rolle ihres Mannes zur goldenen Hochzeit 1997 besonders hervor: „Er habe ihr in allen Jahren Stärke und Halt gegeben. Und ich, seine ganze Familie, dieses und viele andere Länder, schulden ihm mehr Dank, als er je erwarten würde und als wir je erfahren werden.“

Prinz Philips Wappen und royale Symbole

Titel und Auszeichnungen

Prinz Philips vollständiger Titel lautete: „His Royal Highness The Prince Philip, Duke of Edinburgh, Earl of Merioneth and Baron Greenwich, Royal Knight Companion of the Most Noble Order of the Garter, Extra Knight of the Most Ancient and Most Noble Order of the Thistle, Member of the Order of Merit, Grand Master and First and Principal Knight of the Most Excellent Order of the British Empire, Knight of the Order of Australia, Companion of the Queen’s Service Order, Lord of Her Majesty’s Most Honourable Privy Council, Member of Her Majesty’s Privy Council for Canada.“

  • Duke of Edinburgh
  • Earl of Merioneth
  • Baron Greenwich
  • Royal Knight Companion of the Most Noble Order of the Garter
  • Mitglied im Order of Merit und Präsident zahlreicher Organisationen

Seine Liebe zur Natur und sein Engagement für den Umweltschutz zeigten sich in seinem langjährigen Engagement beim WWF und dem Schutz des Regenwaldes.

Erbe und Nachkommen

Prinz Charles, sein ältester Sohn, ist heute König Charles III. Der Name „Mountbatten-Windsor“ bleibt als Vermächtnis der Familie erhalten. Die Kinder und Enkel von Philip nehmen weiterhin entscheidende Rollen im britischen Königshaus ein.

König Charles III. und Mountbatten-Windsor-Familie

Prinz Philip bleibt als „eiserner Herzog“ in Erinnerung - eine ikonische Figur, deren Leben die Geschichte der britischen Monarchie und Europas geprägt hat.

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