Nikolausstiefel aus Schokolade: Herstellung und Geschichte
Schon als wir klein waren, stellten wir am Vorabend des 6. Dezembers unsere schön säuberlich geputzten Stiefel vor die Tür oder hängten möglichst große Socken an den Kamin, um diese dann am nächsten Morgen mit Schokolade gefüllt wiederzufinden. Ganz klar: Der Nikolaus war da!
Der Nikolausstiefel hat seine Wurzeln in der Legende um den Heiligen Nikolaus von Myra, einen Bischof, der im 4. Jahrhundert in der heutigen Türkei lebte. Die bekannteste Legende besagt, dass Nikolaus einem verarmten Vater half, der seine Töchter nicht versorgen konnte. Heimlich warf Nikolaus nachts Goldstücke durch das Fenster des Mannes, die in die vor dem Kamin aufgehängten Socken der Töchter fielen - so entstand der Brauch des gefüllten „Nikolausstiefels“.
Dass Kinder heute Stiefel vor die Tür stellen, damit Nikolaus sie in der Nacht auf den 6. Dezember mit Leckereien befüllt, geht auf eine andere Legende um Nikolaus von Myra zurück. Demnach rettete der Bischof in Not geratene Seeleute vor dem Tod, indem er einen schweren Sturm auf dem Meer stillte. In Erinnerung daran bastelten Kinder früher Schiffchen, zum Beispiel aus Papier, damit der Heilige Geschenke in sie hineinlegen sollte. Später wurden die Nikolaus-Schiffchen offenbar einfach durch Schuhwerk, Strümpfe oder Gabenteller ersetzt.
Im Mittelalter entwickelte sich der Brauch, dass ein als Nikolaus verkleideter Mann die Familien besuchte, wobei er artige Kinder belohnte und unartige bestrafte. In den Anfängen der Tradition wie auch heute hat der Nikolaus seinen Begleiter Knecht Ruprecht (auch Krampus genannt) stetig dabei. Dieser ist meistens in schwarz gekleidet, oft dreckig und sieht zerschlissen aus. Bei sich trägt er einen Sack, sowie eine Rute. Dieses nicht unbedingt freundliche Bild soll den gezähmten Teufel darstellen und das Böse repräsentieren.
Im Laufe der Jahrhunderte wurde Nikolaus zum Schutzpatron der Kinder und Jugendlichen und sein Gedenktag, der 6. Dezember, als Tag der Nächstenliebe und des Schenkens begangen. Da dieser Bischof am 6. Dezember gestorben ist, wird der Nikolaus zu Ehren dieses Datums gefeiert. In vielen Ländern, insbesondere in Deutschland, ist es Brauch, am Vorabend des Nikolaustages die geputzten Stiefel oder Schuhe vor die Tür zu stellen. In der Nacht soll der Nikolaus vorbeikommen und diese mit allerlei Leckereien wie Nüssen, Mandarinen oder Schokolade füllen.
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Vom historischen Nikolaus zur Schokoladenfigur
Der bekannteste historische Nikolaus ist Nikolaus von Myra. Christen verehren ihn heute als Heiligen. Er wurde wohl irgendwann zwischen 280 und 286 in Patara in der antiken Landschaft Lykien am Mittelmeer geboren. Heute befindet sich dort der Ort Kalkan in der türkischen Provinz Antalya. In der Nähe liegt Myra (heute Demre), wo Nikolaus als Bischof wirkte. Er starb irgendwann zwischen den Jahren zwischen 345 und 351.
Ein anderer, ebenfalls verehrter Nikolaus war ein Abt und Bischof im 6. Jahrhundert, der in der Nähe von Myra lebte und ebenso ein tiefes Vermächtnis hinterließ. Mit der Zeit verschmolzen die Geschichten beider Männer zur verehrten Gestalt des heiligen Nikolaus, dessen Vermächtnis sich besonders durch seine Güte und Hilfsbereitschaft auszeichnet. Die Gebeine von Nikolaus von Myra wurden im 11. Jahrhundert nach Bari überführt, wo sie heute noch in der Basilika San Nicola ruhen.
Ob als Schokofigur im Nikolausstiefel oder Geschenkebringer auf Weihnachtsmärkten: Oft sieht der Nikolaus genauso aus wie der Weihnachtsmann - ein alter Mann mit weißem Rauschebart und rotem Gewand. Über beide wird in Kinderkreisen heiß diskutiert: Gibt es sie überhaupt? Klar ist zumindest: Es gibt für den Nikolaus ein historisches Vorbild.
Geschichte der Schokoladen-Nikoläuse und -Weihnachtsmänner
Die Idee für den Schokoladen-Weihnachtsmann stammt wiederum aus der Zeit um 1820. Damals wurden die ersten Figuren zur Weihnachtszeit aus massiver Schokolade hergestellt, sie waren also nicht wie heute innen hohl, sondern bestanden aus einem großen Stück Schokolade. Bereits um 1820 soll es die ersten Schokoladen-Weihnachtsmänner gegeben haben. Mitte des 19. Jahrhunderts sind dann auch die ersten hohlen Exemplare entstanden. Daraufhin dauerte es jedoch noch rund 100 Jahre, bis die Schokoladen-Weihnachtsmänner maschinell hergestellt wurden.
Um das Jahr 1820, also vor rund 200 Jahren, sollen sich die ersten Konditoren an die künstlerisch herausfordernde und symbolträchtige Figur getraut haben und die ersten, manuell geformten Exemplare zum Verkauf angeboten haben. Diese waren, anders als heute, aus massiver Schokolade hergestellt. Wenige Jahrzehnte später schufen ebenfalls Konditoren die ersten Schokoladenhohlfiguren zur Weihnachtszeit.
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In vielen Ländern, insbesondere in Deutschland, ist Schokolade zu Weihnachten längst ein fester Bestandteil der Vorweihnachtszeit. Schokolade gehört zu Weihnachten wie der Weihnachtsbaum oder der Adventskalender, und zwar in vielen Ländern der Welt. Adventskalender gehören in die Vorweihnachtszeit und begleiten mit einer täglichen kleinen Überraschung durch den Dezember.
Industrielle Herstellung: Verfahren und Zahlen
Ab den 1950er Jahren konnte der Schokoladen-Weihnachtsmann durch innovative Verfahren in großer Menge industriell gefertigt werden. Aus dieser Art der Herstellung entwickelten dänische Erfinder das sogenannte Schleudergussverfahren, das die Schokoladenwelt revolutionierte: Sie gossen flüssige Schokolade in eine Form aus zwei Hälften und drehten sie so lange, bis sich die Schokolade gleichmäßig darin verteilte, erkaltete und damit fest wurde. Dann, ab den 1950er Jahren, nahm die Erfolgsgeschichte richtig Fahrt auf und durch neue Verfahren konnte die Schokolade in verschließbare Formen gegossen werden. So entstanden die noch heute beliebten Relief-Weihnachtsmänner.
Heutzutage sind Schoko-Weihnachtsmänner aus der Adventszeit nicht mehr wegzudenken. Allein in Deutschland wurden im Jahr 2021 rund 160 Millionen Schokoladen-Nikoläuse und Weihnachtsmänner hergestellt. In Deutschland werden jährlich etwa 150 Millionen Schokoladenweihnachtsmänner hergestellt. Mehr als zwei Drittel der deutschen Schokoladen-Weihnachtsmänner werden innerhalb Deutschlands verkauft. Um den Zeitplan einzuhalten und auch im Hinblick auf die „Konkurrenz“ der Schokoladenosterhasen, beginnt die Produktion der Weihnachtsmänner aus Schokolade bereits Anfang Mai.
Bis heute werden Hohlkörper-Figuren wie Weihnachtsmänner und Osterhasen auf diese Weise hergestellt - in Deutschland waren es im Jahr 2023 167 Millionen Schokoladen-Weihnachtsmänner, von denen 62 Millionen exportiert wurden. Knapp ein Drittel dieser besonderen Begleiter durch die Weihnachtszeit werden exportiert und erfreuen die Menschen in Europa und Übersee. Es gibt sie in vielen Größen, von Mini bis Maxi und in verschiedenen Sorten - etwa mit unterschiedlich hohem Kakaoanteil.
| Aspekt | Fakt |
|---|---|
| Erste Schokoladen-Nikoläuse | um 1820, massiv |
| Einführung hohler Figuren | Mitte 19. Jahrhundert |
| Schleudergussverfahren | Ab 1950er Jahre für Hohlkörper |
| Produktion Deutschland (2021) | ca. 160 Millionen Nikoläuse/Weihnachtsmänner |
| Produktion Deutschland (2023) | 167 Millionen Schokoladen-Weihnachtsmänner |
Verpackung, Verkaufszyklus und Mythen
Verpackt werden die Schokoladen-Figuren seit Jahrzehnten in Aluminiumfolie. Mittlerweile gibt es sogar reißfeste Folien, die auch bei kantigen Schokoladenfiguren nicht reißen. Diese Folien können in einem Stück von der Figur abgezogen werden. Jedes Jahr aus Neue, rankt sich ein Mythos um die übriggebliebenen Schokoladen-Weihnachtsmänner. An diesem Gerücht ist allerdings nicht viel Wahres dran. Zum einen stellen der Rücktransport, das anschließende Entpacken der Schokoladenweihnachtsmänner und das noch bevorstehende Einschmelzen einen zu hohen Kostenaufwand für die Hersteller dar. Stattdessen werden die nicht verkauften Schokoladen-Weihnachtsmänner zunächst als Sonderangebote in den Läden angeboten.
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Varianten, Symbolik und moderne Praxis
Der klassische, schwarze oder braune Lederstiefel hat sich im Lauf der Zeit ebenfalls verändert. Inzwischen gibt es viele kreative Alternativen, die den Nikolausstiefel noch festlicher und dekorativer machen: Nikolaussäckchen, Weihnachtsstrümpfe oder Körbchen. Für Familien mit Kindern kann es ein tolles Projekt sein, den eigenen Nikolausstiefel zu basteln. Materialien wie Filz, Stoff, Bänder und Glitzer bieten viele Möglichkeiten, kreative und individuelle Stiefel zu gestalten.
Wie viele Traditionen hat sich auch der Brauch des Nikolausstiefels im Laufe der Jahre gewandelt. Früher waren die Geschenke bescheidener - ein Apfel, eine Orange oder ein paar Nüsse galten als große Freude. Heute finden Kinder häufig kleine Spielsachen, Schokolade und andere moderne Geschenke im Nikolausstiefel. Der Nikolausstiefel erinnert uns daran, dass es in der Weihnachtszeit nicht nur um große Geschenke geht, sondern um kleine Aufmerksamkeiten, die von Herzen kommen. Er symbolisiert die Werte von Nächstenliebe und Mitgefühl, die durch die Legende des Heiligen Nikolaus überliefert wurden.
In den Niederlanden wird Nikolaus als Sinterklaas geehrt. Von dort soll das Brauchtum in die USA gebracht worden sein. In Kombination mit Knecht Ruprecht ist daraus offenbar Santa Claus entstanden, der in der Nacht auf den 25. Dezember Geschenke bringt. Die Bräuche zum Nikolaustag und zu Weihnachten haben sich somit über die Jahrhunderte ein Stück weit verbunden.
Fazit für die Praxis
Der Nikolaustag ist mehr als nur Süßigkeiten und Tradition - er erinnert uns an Werte wie Großzügigkeit und Gemeinschaft. Vielleicht lässt sich der Nikolaustag auch auf moderne Weise feiern. Ein kleines Dankeschön an einen Kollegen, eine digitale Grußkarte, oder einfach eine nette Nachricht - auch diese Gesten passen perfekt in die Nikolaustradition. Schließlich muss der Geist des Nikolaus nicht immer in Form eines Stiefels mit Süßigkeiten daherkommen.
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