Mona Lisa mit Torte beworfen — Hintergründe und Details

Gestern Nachmittag, am 29. Mai 2022, hat ein Museumsbesucher auf die „Mona Lisa“ im Pariser Louvre eine Torte geworfen. Dank schützendem Sicherheitsglas blieb das weltberühmte Gemälde von Leonardo da Vinci allerdings unbeschadet. Die Museumsleitung teilte der Nachrichtenagentur AFP auf Anfrage mit, dass sie sich nicht zu dem Vorfall äußern wolle.

Der Tortenangriff: Ablauf und unmittelbare Folgen

Videos zeigen einen weißgekleideten Mann mit einer Perücke, der aus einem Rollstuhl aufsteht, um die Torte zu werfen und dann vom Sicherheitspersonal abgeführt wird. Der Besucher täuschte zunächst eine Behinderung vor, um einen Rollstuhl zu erhalten und sich der Mona Lisa nähern zu können, erklärte eine Sprecherin des Museums. Personen mit eingeschränkter Mobilität ermögliche das Museum auf diese Weise, das Hauptwerk des Louvre zu bewundern.

Ein Foto oder Video von dem eigentlichen Tortenwurf tauchte zunächst nicht im Internet auf. Veröffentlichte Fotos und Videos auf Instagram zeigen, wie die Schutzscheibe des weltberühmten Gemäldes gereinigt wird und der Kunstvandale abgeführt wird. Auf Fotos und Videos, die andere Louvre-Besucher im Internet teilten, ist zu sehen, wie ein Museumsmitarbeiter die Sahneschmiererei sofort wieder von der Vitrine wischt.

Die Reaktion des Museums: Die Mona Lisa sei in ihrer Schutzvitrine bei der Attacke nicht beschädigt worden, versicherte eine Museumssprecherin. Der Besucher sei sofort vom Aufsichtspersonal festgehalten und aus dem Ausstellungssaal geschafft worden, die Polizei habe ihn festgenommen.

Täter, Motive und rechtliche Schritte

Der 24-Jährige aus einem Pariser Vorort sei in eine Psychiatrie gebracht worden, wo festgestellt werden soll, ob er in Untersuchungshaft genommen werden kann. Er habe einen verwirrten Eindruck gemacht. Der möglicherweise verwirrte Täter aus einem Pariser Vorort wurde in die Psychiatrie eingewiesen, wie die Polizeipräfektur der französischen Hauptstadt am Montag mitteilte. Gegen ihn wurden Ermittlungen eingeleitet.

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Offenbar wollte er seine Aufsehen erregende Aktion als Aufruf zum Umweltschutz verstanden wissen. „Es gibt Menschen, die dabei sind, die Erde zu zerstören. Alle Künstler, denkt an die Erde. Deswegen habe ich das gemacht. Denkt an den Planeten“, sagte er in dem Video auf Französisch. Gegen den 24-jährigen Tortenwerfer werde wegen «versuchter Beschädigung eines Kulturguts» ermittelt, hiess es aus der Pariser Staatsanwaltschaft.

Schutzmaßnahmen: Warum die Mona Lisa unbeschadet blieb

Im Dezember 1956 hatte ein Bolivianer die „Mona Lisa“ mit einem Stein beworfen und dabei die linke Seite des Gemäldes beschädigt. Als Konsequenz wurde das mehr als 500 Jahre alte Bild mit Sicherheitsglas geschützt. 2005 wurden die Schutzmassnahmen für die «Mona Lisa» noch einmal verstärkt. Seitdem befindet sich das Bild hinter Panzerglas in einem Sicherheitskasten, der zudem für ideale Temperatur und Luftfeuchtigkeit sorgt.

2009 warf eine Russin eine leere Teetasse auf den Glaskasten und zerkratzte ihn dadurch leicht. Das Panzerglas hielt auch der Torten-Attacke stand: Auf das wohl berühmteste Gemälde der Welt wurde ein Torten-Anschlag verübt - doch dank Panzerglas hat die Mona Lisa im Pariser Louvre ihr legendäres Lächeln nicht verloren.

Schutzvitrine der Mona Lisa im Louvre

Frühere Angriffe und Diebstahl - Chronik wichtiger Ereignisse

Die „Mona Lisa“ war schon mehrfach Ziel von Angriffen und Diebstählen: Am 21. August 1911 wurde das Bild vom 31-jährigen italienischen Handwerker Vincenzo Peruggia gestohlen. Peruggia versteckte die Mona Lisa wenige Meter vom Louvre entfernt und versuchte später, das Bild in Florenz zu verkaufen. Am 12. Dezember 1913 wurde Peruggia schließlich entlarvt und das Gemälde kehrte in einer eigens angefertigten, gepolsterten Kiste und mit Ehrenwache nach Frankreich zurück.

Im Jahr 1956 warf ein obdachloser bolivianischer Tourist namens Ugo Villegas einen Stein auf das Porträt, zertrümmerte dabei die Glasplatte und beschädigte die Malschicht am linken Ellbogen. Die Stelle wurde vom Restaurator Jean Gabriel Goulinat mit Wasserfarben ausgebessert. 1956 wurde das Bild zudem einmal Säure ausgesetzt. 2009 warf eine Russin eine leere Teetasse auf den Glaskasten und zerkratzte ihn dadurch leicht.

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Nach diesen Vorfällen wurde die Schutzvitrine stetig verbessert: Als die Mona Lisa wieder in Frankreich war, wurde das Gemälde mit kugelsicherem Panzerglas versehen. Seit 2005 befindet sich das Original in einem durchsichtigen Kasten, in dem für eine ideale Temperatur und Luftfeuchtigkeit gesorgt wird.

Die Mona Lisa selbst: Fakten und kunsthistorische Hintergründe

Mona Lisa ist ein weltberühmtes Ölgemälde von Leonardo da Vinci aus der Hochphase der italienischen Renaissance Anfang des 16. Jahrhunderts. Das auf Italienisch als La Gioconda (‚die Heitere‘) - davon abgeleitet ihr französischer Name La Joconde - bekannte Bild wurde vermutlich nach der Florentinerin Lisa del Giocondo benannt. Das Originalgemälde ist seit dem Ende des 18. Jahrhunderts im zentralen Pariser Kunstmuseum Musée du Louvre ausgestellt und gilt auch dadurch, dass es 1911 vom Kunstdieb Vincenzo Peruggia gestohlen wurde, als eines seiner bekanntesten Exponate.

Es ist auf der Fläche von 77 cm × 53 cm auf dünnes Pappelholz gemalt und entstand wahrscheinlich in den Jahren 1503 bis 1506. Die Dargestellte sitzt betont aufrecht in einem pozzetto-Sessel mit verschränkten Armen, ihr Blick ist auf den Betrachter fixiert. Die Frau erscheint in einem ungewöhnlichen Ausmaß lebendig, was Leonardo durch seine Methode des Nichtzeichnens von Umrissen (sfumato) erreichte. Mona Lisa hat keine deutlich sichtbaren Augenbrauen oder Wimpern; 2007 gab der französische Ingenieur Pascal Cotte bekannt, dass seine ultrahochauflösenden Scans Beweise dafür liefern, dass Mona Lisa ursprünglich mit Wimpern und Augenbrauen gemalt wurde, die im Laufe der Zeit verschwanden.

Detailaufnahme: Mona Lisas Hände und lächelnde Mundwinkel

Historische Reisen, Ausstellung und kulturelle Wirkung

1961 besuchten US-Präsident John F. Kennedy und seine Gattin Jacqueline die Mona Lisa; Jacqueline Kennedys fließendes Französisch und ihre Kenntnisse der französischen Kultur trugen dazu bei, dass die Mona Lisa 1963 in den USA ausgestellt wurde. Die Mona Lisa war in der National Gallery of Art in Washington und im Metropolitan Museum of Art in New York zu sehen. Zehn Jahre später, 1973, ging das Bild nach Japan, wo es in der ersten Woche täglich 18.000 Menschen anzog.

Ab Anfang 2012 entdeckten Restauratoren im Prado in Madrid eine exakte Kopie der Mona Lisa, die seit 1666 in den königlichen Sammlungen nachgewiesen ist. Es wird angenommen, dass es sich um ein Gemälde eines Leonardo-Schülers - Francesco Melzi oder Andrea Salai - handelt.

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Öffentliche Resonanz und mediale Berichterstattung

Bilder von der mit Schlagrahm verschmierten Mona Lisa hatten in Online-Netzwerken für Aufsehen gesorgt. Zuvor hatten in Online-Netzwerken die Berichte über die Torten-Attacke eines verkleideten Mannes für Aufsehen gesorgt. Einige Besucher filmten den Vorfall mit. Ein Foto oder Video von dem eigentlichen Tortenwurf tauchte zunächst nicht im Internet auf.

Die Museumsleitung teilte der Nachrichtenagentur AFP am Montag auf Anfrage mit, dass sie sich nicht zu dem Vorfall äussern wolle. Die Politik und Öffentlichkeit reagierten, wie schon bei früheren Vorfällen, mit Besorgnis über Angriffe auf Kulturgüter, zugleich wurde wieder die Bedeutung effektiver Schutzmaßnahmen hervorgehoben.

Bericht über die Torten-Attacke auf die Mona Lisa im Louvre

Kurze Chronik bedeutender Vorfälle (Auswahl)

JahrEreignis
1503-1506Entstehung der Mona Lisa (vermutlich)
1911Diebstahl durch Vincenzo Peruggia
1939-1944Evakuierung des Gemäldes während des Zweiten Weltkriegs
1956Säureangriff und Steinwurf, Schäden am linken Ellbogen
2005Verstärkte Schutzmassnahmen, Einhausung in Panzerglas
2009Leere Teetasse zerkratzt die Schutzscheibe
2022Torten-Attacke auf die Schutzscheibe - kein Schaden

Sicherheit versus Zugang: ein Spannungsfeld

Das Gemälde von Leonardo da Vinci lockt jährlich Millionen Besucher aus aller Welt an. Der Pariser Louvre ist das grösste Museum der Welt und beherbergt hunderttausende Kunstwerke. Zugleich zeigen die wiederholten Vorfälle, dass selbst bei intensivem Schutz und modernster Vitrinentechnik die Balance zwischen Zugang für die Öffentlichkeit und Schutz des Kulturerbes eine permanente Herausforderung bleibt.

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