Miskets Dubai Schokolade Testbericht Erfahrungen

Frische Pistazien-Creme auf knusprigen Kadayif Teigfäden, umhüllt von edler Milch-Schokolade - eine Kombination, die einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt. Zu Beginn des Hypes war eine Tafel Dubai-Schokolade schwer zu bekommen, Rezepte zum Selbermachen gingen in den sozialen Medien viral.

Was ist Dubai-Schokolade?

Dubai-Schokolade ist Schokolade, die mit einer Mischung aus gebackenen Teigfäden (Engelshaar / Kadayif) und Pistazien bzw. Pistazienmus gefüllt wird. Das originale Rezept stammt tatsächlich aus Dubai und wurde dort 2021 bereits entwickelt. Die gebackenen Teigfäden sorgen bei allen Tafeln für eine Gebäcknote und ein knuspriges Mundgefühl.

Der Testaufbau

Im Test: 6 Tafeln Dubai-Schoko­laden (zwei davon Dubai-Style, eine Dubai-Art) verschiedener Herkunft (Dubai, Niederlande, Türkei und Deutsch­land). Drei geschulte Prüf­personen verkosteten im Rahmen einer einfach beschreibenden sensorischen Prüfung in Anlehnung an Methode L 00.90-6 der Amtlichen Samm­lung von Unter­suchungs­verfahren (ASU) nach § 64 Lebens­mittel- und Futtermittel­gesetz­buch die anonymisierten Schoko­laden unter stan­dardisierten Bedingungen.

Im Rahmen einer Kenn­zeichnungs­prüfung haben wir unter anderem gecheckt, ob der Pistazien­anteil, die Herkunft der Zutaten und die Nähr­wert­kenn­zeichnung wie Kalorien-, Fett- und Zucker­gehalt angegeben sind. Dazu trennten wir die Schokolade von der Füllung und wogen die jeweiligen Anteile aus. Bei dem Produkt von Muya war das aufgrund der hauchdünnen Ummantelung nicht möglich.

Wir bestimmten aus dem abge­trennten Schoko­laden­anteil nach Fett­extraktion die Fett­säure­verteilung sowie das Triglycer­idspektrum in Anlehnung an Methoden der deutschen Gesell­schaft für Fett­wissenschaften (DGF) und über­prüften die Fettau­thentizität. Untersucht haben wir die abge­trennte Füllung auf Fett­schad­stoffe wie 3-MCPD- und Glycidylester nach Fett­extraktion (in Anlehnung an DGF-Methode) sowie auf Mykotoxine wie Aflatoxine und Ochratoxin A (mittels Flüssig­keit­schromato­graphie HPLC/FLD).

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Preis, Herkunft und Auswahl

Bei den getesteten Tafeln lagen die Preise zwischen 7 und 25 Euro pro 100 Gramm - eine stolze Summe für eine Tafel Schokolade. Die Stiftung Warentest hat sich sechs verschiedene Dubai-Schokoladen angeschaut. Zwei der getesteten Tafeln kamen aus Dubai - darunter auch das Original von Fex Dessert (14,75 € / 100 g). Bei beiden aus Dubai stammenden Tafeln konnten die Tester die Fettschadstoffe 3-Mono-Chlorpropandiol- und Glycidyl-Estern nachweisen.

Dubai-Schokolade mit Pistazien und Kadayif aufgeschnitten

Sensorielles Urteil: Geschmack und Füllung

Mit Pistaziengeschmack konnte allerdings nur die Dubai-Schokolade von Le Damas (11,00 € / 100 g) überzeugen. Die gebackenen Teigfäden sorgen bei allen Tafeln für eine Gebäcknote und ein knuspriges Mundgefühl. Alle anderen Tafeln schmecken nur allgemein nussig. Die Schokolade von Muya (24,90 / 100 g) hatte sogar eine Spekulatiusnote.

Die Lindt-Tafel enttäuschte dabei: Sie besteht nur zu etwa 25 Prozent aus Füllung - im Vergleich zu 70 Prozent bei der Tafel von Le Damas. Auch beim Pistazienanteil kann der Schweizer Hersteller nicht punkten. Mit etwas über 10 Prozent liegt Lindt deutlich hinter Chocovia, die auf 19 Prozent kommt.

Kennzeichnung: fehlende oder irreführende Angaben

Besonders kritisch: Bei drei Produkten fehlt die Angabe, wie viel Pistazienanteil überhaupt in den Tafeln steckt - obwohl diese Angabe gesetzlich vorgeschrieben ist, da Pistazien für Dubai-Schokolade charakteristisch sind. Bei vier der sechs getesteten Schokoladen fehlten Hinweise zu Zusatzstoffen oder Allergikerwarnungen. Auch waren teilweise die Zutatenlisten und Nährwert-Angaben inkorrekt. Mit diesen Falschdeklarierungen hätten diese vier Sorten eigentlich nicht in Deutschland verkauft werden dürfen.

Schadstoffe und gesundheitliche Bewertung

Was die Tester fanden, dürfte Schokoladenfans enttäuschen: Statt einzigartigem Geschmack und herausragender Qualität entdeckten sie Schimmelpilzgifte und Fettschadstoffe. Die Dubai-Schokoladen von Fex und Le Damas waren deutlich mit Fettschadstoffen belastet. Dabei handelt es sich um 3-Monochlorpropandiol- und Glycidyl-Ester, die als möglicherweise krebserregend eingestuft sind. Diese gefährlichen Stoffe kommen häufig in raffiniertem Palmöl vor, das auch in den beiden Schokoladen enthalten ist.

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In einer der beiden Schokoladen aus Dubai wurden zudem Schimmelpilzgifte, sogenannte Aflatoxine, nachgewiesen. Sie sind häufig in Pistazien enthalten und gelten als krebserregend. Bei der Schokolade der Marke Le Damas konnten zudem auch Schimmelpilzgifte nachgewiesen werden. Bei einem stichprobenartigen Screening seien in einer Probe mit Pistazienfüllung hohe Anteile an Schimmelpilzgiften (Mykotoxine), vor allem Aflatoxine, festgestellt worden.

Die Tester merken an: "Mit Auswirkungen auf die Gesundheit ist durch den Verzehr der Schokoladen zwar nicht zu rechnen", schreiben die Tester. Und doch finden sie: Solche Schadstofffunde und das Versprechen höchster Qualität sind nicht miteinander vereinbar. Für Verbraucher besonders alarmierend: Eine langfristige Aufnahme dieser Substanzen kann das Krebsrisiko erhöhen und die Nieren schädigen.

Laboranalyse von Schokolade: HPLC-Gerät und Auswertung

Regeln und rechtliche Hinweise

Was genau in einer Schokolade drinstecken darf, ist genau geregelt. Und zwar in der so genannten Kakaoverordnung. Laut dieser Kakaoverordnung müssen in einer Schokolade mindestens 35 Prozent Kakaotrockenmasse sein. Produkte, die anstatt Kakaobutter andere pflanzliche Fette enthalten - die günstiger sind - sind keine Schokolade.

Bei einer Stichprobe von acht Schokoladeprodukten, die als Dubai-Schokolade beworben wurden, sind bei einer Untersuchung alle durchgefallen. "Von Betrug bis Gesundheitsschädlichkeit wurde in den ersten Importproben von 'Dubai-Schokolade' alles gefunden. Das ist so nicht akzeptabel", sagte Verbraucherminister Peter Hauk (CDU). Drei Chemische und Veterinäruntersuchungsämter des Landes (CVUA) in Stuttgart, Freiburg und Sigmaringen entdeckten demnach in sämtlichen Proben Verunreinigungen, Farbstoffe, Allergene und Fremdfett in Form von Palmöl.

Herkunft von Problemen und Produktionsfragen

Diese Stoffe stehen im Verdacht, krebserregend zu sein und kommen häufig in raffiniertem Palmöl vor, das zur Produktion der Schokolade genutzt wird. Fast alle Proben hätten mit künstlichen Farbstoffen einen höheren Anteil an qualitativen Zutaten vorgetäuscht. Drei Proben stammten laut Mitteilung aus der Türkei. Sie enthielten den Angaben zufolge Sesam, ohne dass dies auf der Packung gestanden habe. Für Sesam-Allergiker sei dies gesundheitsschädlich.

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In fünf der acht Proben sei keine Schokolade enthalten gewesen, sondern Palmöl, teilte das Ministerium mit. Sie stammten den Angaben zufolge aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und waren demnach aus unterschiedlichen Chargen vom selben Hersteller. Außerdem seien sie nicht zum Verzehr geeignet gewesen. Sie enthielten dem CVUA-Bericht zufolge eine fast doppelt so hohe Menge wie der erlaubte Höchstwert für Glycidyl-Fettsäureester - eine Substanz, die als "wahrscheinlich krebserregend" eingestuft wird.

Verpackungen unterschiedlicher Dubai-Schokoladen im Regal

Preis-Leistung und Fazit der Tester

Die Tester sind eindeutig: Keine der getesteten Dubai-Schokoladen bietet herausragende Qualität oder besondere Geschmackserlebnisse, die die teilweise enormen Preise rechtfertigen würden. Das Fazit der Tester fällt wenig begeistert aus: "Einzigartigen Geschmack oder herausragende Qualität fanden wir nicht, dafür Schimmelpilzgifte und Fettschadstoffe." Im Gegenteil: Die beiden Schokoladen direkt aus Dubai waren sogar deutlich mit Schadstoffen belastet.

Mit Blick auf die hohen Preise von bis zu 25 Euro pro 100 Gramm geben die Warentester noch einen Gedankenanstoß: "Vielleicht macht ja auch klassische Pistazienschokolade ohne Dubai-Füllung glücklich. Die gibt's schon für deutlich weniger Geld". Möchtest du Pistaziengeschmack in der Schokolade und trotzdem Geld sparen, dann solltest du am besten zur klassischen Pistazienschokolade greifen!

Praktische Hinweise für Verbraucher

  • Achte auf vollständige Kennzeichnung: Pistazienanteil, Allergene und Zusatzstoffe müssen auf dem Produkt angegeben sein.
  • Bei Produkten aus dem Ausland oder von neu aufkommenden Trends lohnt sich ein Blick auf Testergebnisse und Laboranalysen.
  • Wer reinen Pistaziengeschmack möchte, findet oft günstigere und geschmacklich bessere Alternativen bei klassischer Pistazienschokolade.
Erklärungsvideo: Wie werden Aflatoxine und Fettschadstoffe in Schokolade nachgewiesen?
Aspekt Befund im Test
Schadstoffe 3-MCPD- und Glycidylester, Aflatoxine in mehreren Proben
Pistazien-Geschmack Nur Le Damas zeigte kräftigen Pistazien-Geschmack
Pistazienanteil Reichte von ~19% bis nicht angegeben; Lindt ~10%
Kennzeichnung Vier von sechs Tafeln hatten fehlende oder irreführende Angaben
Preis (€/100 g) 7 bis 25

Zuletzt: Dubai-Schokolade war vor allem 2024 in aller Munde - trotz teils extrem hoher Preise. Mittlerweile gibt es Dubai-Kuchen, Dubai-Energydrinks, Dubai-Waffeln und noch so einiges mehr. Wo Dubai-Schokolade draufstehe, müsse auch echte Schokolade mit hochwertigen Zutaten ohne Verfälschungen oder Verunreinigungen drin sein, so Verbraucherminister Hauk.

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