Marzipan bei Durchfall: Ernährung, Risiken und Alternativen

Mit zu den wichtigsten Maßnahmen bei Durchfall zählt die richtige Ernährung. Sie soll einerseits den Durchfall lindern bzw. ihn nicht weiter verstärken. Es gilt weiters die Verluste wichtiger Nährstoffe auszugleichen. Wichtig ist es, dass wir sagen: Wir können als Betroffene selber etwas beitragen. Eine Durchfallserkrankung behandeln bedeutet immer im Einklang mit dem Therapeuten, Arzt oder Ärztin und auch mit der Selbstaufgabe: Wie soll ich meine Ernährung so adaptieren, dass die Durchfallserkrankungen gestoppt bzw. abgemildert werden?

Was passiert bei Durchfall - kurz erklärt

Bei Durchfall, das muss man vielleicht erklären, ist es so, dass Sie mehr als drei Stühle pro Tag haben, die sehr wässrig sind. Das heißt: Ich verliere über den Durchfall sehr, sehr viel Flüssigkeit. Grundsätzlich wissen wir alle, dass ein gesunder Mensch eineinhalb bis zwei Liter Flüssigkeit pro Tag zuführen soll. Wir sollen eines wissen: Dass Durst die einzige Möglichkeit unseres Körpers ist, uns mitzuteilen: Halt, ich bin schon ziemlich am Limit. Denn vergessen Sie bitte eines nie: Ein junger Mensch besteht zu 70 Prozent aus Flüssigkeit. Ein älterer Mensch zu 60 Prozent aus Flüssigkeit.

Marzipan: Zusammensetzung und warum es problematisch sein kann

Marzipan besteht überwiegend aus Mandeln und Zucker; viele Produkte enthalten zusätzlich Zuckeralkohole oder zusätzliche Süßungsmittel in Fertigprodukten. Bei Durchfall sind Zuckeraustauschstoffe tabu. Wo auch immer Zuckeralkohole - auch Zuckeraustauschstoffe genannt - enthalten sind (Sorbit, Maltit, Mannit, Isomalt etc.), liest man den Hinweis, dass ein übermässiger Verzehr des entsprechenden Lebensmittels zu Durchfall und Blähungen führen kann. Auch Xylit und Erythrit gehören zu den Zuckeraustauschstoffen und führen nach dem Verzehr von individuellen Mengen - bei manchen Personen kann dies bereits 1 TL sein - zu Blähungen und Verdauungsbeschwerden. Bei Durchfall sind Zuckeraustauschstoffe daher tabu.

Außerdem ist Marzipan sehr zucker- und fettreich. Fettreiche Nahrungsmittel überfordern in dieser Situation den Darm. Sehr, sehr fette und scharfe Lebensmittel - die bitte auch während einer Durchfallserkrankung nicht zuführen. Kaffee, Alkohol und kohlensäurehaltige Getränke sind ebenfalls zu meiden, ebenso stark gewürzte Speisen und alles, was den Darm zusätzlich reizt. Viele Menschen nutzen ihren morgendlichen Kaffee als Abführmittel; bei Durchfall aber ist die Darmperistaltik bereits hyperaktiv, eine zusätzliche Anregung ist kontraproduktiv.

Sollte man Marzipan bei Durchfall meiden?

Ja. Marzipan ist bei akutem Durchfall in der Regel nicht empfehlenswert: Es ist reich an Fett und Zucker und kann dadurch die Beschwerden verschlimmern. Zusätzlich kann die in manchen Produkten enthaltene Zuckeralkohol-Komponente Durchfall und Blähungen fördern. Gesund ist nicht immer gesund: Viele empfehlenswerte Nahrungsmittel sind bei Durchfall schlecht für den Darm.

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Welche Lebensmittel sind bei Durchfall sinnvoll?

In der akuten Phase gilt: lieber schonend als „perfekt gesund“. Bei akutem Durchfall darf die Ernährung vorübergehend einfacher und reizärmer sein. Kleine, häufige Mahlzeiten sind meist besser verträglich als wenige große Portionen. 1. Schritt: Klare Flüssigkeiten. 2. Schritt: Langsam leicht verdauliche, eher ballaststoffarme Speisen hinzunehmen. Die Speisen sollten eher warm als sehr heiß oder sehr kalt sein. Sobald es etwas besser geht, können Sie vorsichtig erweitern.

  • Mild und trocken starten: Oft gehen Zwieback, Salzstangen, Cracker, Toast, trockene Brötchen, Reis, Kartoffelpüree, Banane oder Apfelmus besser als große Mahlzeiten.
  • Reife Bananen: Liefern Kalium und Pektin - beides hilft bei Durchfall.
  • Geriebener Apfel: Das freigesetzte Pektin bindet das Wasser im Darm.
  • Gekochte Möhren bzw. Karottensuppe (Moro’sche Karottensuppe): Diese lindert besonders bakterielle Durchfälle, da bestimmte Moleküle in der Suppe das Andocken der Durchfallerreger an die Darmschleimhaut verhindern. Zusätzlich gibt die Suppe dem Körper wichtige Mineralstoffe und Flüssigkeit zurück.
  • Haferbrei, Grießbrei, Haferschleim: Haferflocken sind reich an löslichen Ballaststoffen, leicht bekömmlich und wirken beruhigend auf den Magen-Darm-Trakt.
  • Fettarme, gut gegarte Eiweißquellen in kleinen Portionen: Hähnchenbrust, weißer Fisch oder ein gut gegartes Ei.
  • Fettarmer Joghurt oder Magerquark: Kann helfen, die biologische Darmflora gesund zu halten - aber vorsichtig prüfen, ob Milchprodukte vertragen werden. Bei Milch-Unverträglichkeit laktosefreie Alternativen wählen.

Flüssigkeits- und Elektrolytausgleich

Bei Durchfall verliert der Körper in kurzer Zeit viel Flüssigkeit und Elektrolyte. Elektrolyte sind Mineralstoffe beziehungsweise Salze, die für den Flüssigkeitshaushalt wichtig sind. Onkologische Leitlinien empfehlen deshalb ausdrücklich, bei Durchfall nicht nur auf Flüssigkeit, sondern auch auf den Ausgleich von Elektrolyten zu achten. Besonders wichtig sind dabei Natrium und Kalium. Natrium hilft dem Körper, Wasser besser zu halten, und Kalium geht bei Durchfall häufig verloren.

Ideal zum Ausgleich der Flüssigkeits- und Elektrolytverluste bei Durchfall ist die Drittellösung bzw. eine orale Rehydratationslösung nach WHO-Vorgaben. Fertige Mischungen können Sie in der Apotheke kaufen. Zu Hause lässt sich mit folgendem Rezept eine ähnliche Mischung erreichen (Achtung: nicht für Kinder geeignet!):

  1. 1 Liter Wasser
  2. 1/4 TL Salz (für Natriumchlorid)
  3. 2 EL Zucker oder Honig (für Glukose)
  4. 1/4 TL Backpulver (für Natriumbikarbonat)

Ein weiteres einfaches Hausrezept zur Trinklösung: Bereiten Sie 500 ml Tee zu und lassen Sie ihn etwas abkühlen. Geben Sie 100 ml Apfelsaft dazu. Rühren Sie 1/2 Teelöffel Salz und 2 1/2 Teelöffel Traubenzucker sorgfältig ein, bis sich alles gut gelöst hat. Trinken Sie die Mischung in kleinen Schlucken über den Tag verteilt.

Die Konzentration eines Getränks beeinflusst die Geschwindigkeit der Aufnahme von Flüssigkeit im Körper. Ist die Konzentration des Getränks gleich wie im Blut, spricht man von einem isotonen Getränk. Pro Liter Flüssigkeit benötigt man dafür 45-60 g Kohlenhydrate (Zucker) und 1/3 TL (1,7 g) Kochsalz. Mit diesem Grundrezept können Sie viele verschiedene Rezepte selber kreieren oder Sie greifen auf Sportlergetränke aus dem Supermarkt zurück, die als isoton gekennzeichnet sind.

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Hausmittel und bewährte Rezepte

Diese Grundrezepte haben nur wenige Zutaten, sind einfach zuzubereiten und haben sich bei Durchfall bewährt.

Die Moro'sche Karottensuppe: Zutaten 500 g Karotten, 1 Liter Wasser, 3 g Salz. Die Suppe wird mindestens 1,5 Stunden lang gekocht. In dieser Zeit entstehen in den Karotten Oligogalakturonsäuren, die im Darm schädliche Bakterien daran hindern, sich an der Darmschleimhaut anzudocken.

Getrocknete Heidelbeeren: Getrocknete Heidelbeeren werden bereits seit dem Mittelalter gegen Durchfall eingesetzt. Die in den Beeren enthaltenen Gerbstoffe ziehen die Schleimhäute zusammen. So können einerseits Durchfallerreger nicht in die Darmschleimhaut gelangen und andererseits gehen weniger Wasser und Nährstoffe verloren. Heidelbeeren enthalten zudem Vitamin C, E und Anthocyane, die entzündungshemmend und antioxidativ wirken.

Haferflocken-Brei mit Banane: Die Haferflocken sind reich an Vitaminen, Mineralstoffen und löslichen Ballaststoffen (insbesondere Beta-Glucanen). Sie wirken verdauungsregulierend und können in Kombination mit Banane stuhlbindend wirken.

Moro Karottensuppe in Schale

Was ist zu vermeiden?

  • Frisches Obst (außer Banane und geriebener Apfel) und Rohkost: Meiden Sie Rohes und Rohkost.
  • Fettige, gebratene und stark gewürzte Speisen: Fettreiche Nahrungsmittel überfordern in dieser Situation den Darm.
  • Kaffee, Alkohol, kohlensäurehaltige Getränke: Verzichten Sie auf konzentrierte Frucht- und Gemüsesäfte, kohlensäure-, alkohol- oder koffeinhaltige Getränke.
  • Hülsenfrüchte, blähendes Gemüse (Zwiebel, Kohl), Nüsse und Trockenfrüchte: Diese können Durchfall verschlimmern.
  • Produkte mit Zuckeraustauschstoffen (Sorbit, Xylit, Erythrit): Diese können abführend wirken.

Praktische Tipps zur Mahlzeitenplanung

  • Mehrere kleine Mahlzeiten statt drei großer Portionen: Schonen ist gleich: mehrere kleinere Mahlzeiten und nicht klassischerweise drei große Hauptmahlzeiten.
  • Oft wird Gekochtes besser vertragen als Rohes; schonende Zubereitungsarten wie Kochen, Dünsten, Dämpfen sind sinnvoll.
  • Wählen Sie bewußt ballaststoffarme Lebensmittel wie Reis, Zwieback, Toast, Kartoffelpüree in der akuten Phase.
  • Führen Sie ein Ernährungstagebuch: Das Anführen der Stuhlhäufigkeit, eventuell auch der Tageszeit und das Niederschreiben, was Sie zugeführt haben, ist fein, wenn man dann mit einem Arzt oder einer Diätologin spricht. So lassen sich Schlüsse ziehen, welche Nahrungsmittel Sie besser und welche Sie schlechter vertragen.

Besondere Situationen: Krebsbehandlung, Kinder, alte Menschen

Bei Brustkrebstherapie oder anderen onkologischen Behandlungen können Durchfälle andere Ursachen und Risiken haben. Durchfall während der Brustkrebstherapie braucht besondere Aufmerksamkeit. Entscheidend ist deshalb, die Ursache medizinisch einordnen zu lassen und Beschwerden nicht nur selbst zu behandeln. Trinken Sie regelmäßig, achten Sie auf den Ausgleich von Elektrolyten und wählen Sie vorübergehend eine möglichst milde, gut verträgliche Ernährung. Früh reagieren: Melden Sie Durchfall unter Brustkrebstherapie lieber früh Ihrem Behandlungsteam. Richtig trinken: Wasser allein reicht oft nicht aus, auch Elektrolyte sollten ersetzt werden.

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Kleinkinder und Babys: Bei Säuglingen und kleinen Kindern kann schon ein kurzer Durchfall zu einem erheblichen Flüssigkeitsverlust führen. Deshalb ist es wichtig, frühzeitig mit einer Rehydratationslösung gegenzusteuern, idealerweise in Rücksprache mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt.

Ältere Menschen: Im Alter lässt das Durstempfinden nach. Bei Durchfall steigt das Risiko für Dehydration und Kreislaufprobleme. Empfehlenswert sind leicht verdauliche, nährstoffreiche Speisen wie Brühe mit Kartoffeln, etwas gedünstetes Gemüse oder Haferschleim, kombiniert mit einer bewussten Flüssigkeitszufuhr.

Zubereitung einer einfachen Elektrolytlösung und Karottensuppe

Wann zum Arzt?

Wenn Durchfall stark ist, länger als drei Tage anhält, von hohem Fieber begleitet wird, Betroffene lethargisch sind oder Blut im Stuhl auftritt, muss immer ein Arzt oder eine Ärztin konsultiert werden. Für kleine Kinder und alte Menschen besteht ein größeres Risiko eines hohen Wasser- und Elektrolytverlustes, weswegen hier eine ärztliche Rücksprache sinnvoll ist.

FAQ kurz

  • Sollte ich bei Durchfall Probiotika einnehmen? Nur nach Rücksprache. Die Datenlage reicht nicht aus, um sie allgemein zu empfehlen.
  • Soll man Milchprodukte meiden? Probieren Sie es vorsichtig aus. Nicht pauschal streichen, sondern individuell beobachten. Laktosefreie oder fermentierte Produkte werden oft besser vertragen.
  • Sind Sportdrinks geeignet? Kurzfristig können sie helfen, bei stärkerem oder anhaltendem Durchfall sind orale Rehydratationslösungen aus der Apotheke meist sinnvoller.
Empfohlen Zu meiden
Wasser, Kamillen-/Fencheltee, klare Brühen Kaffee, Alkohol, Fruchtsäfte, kohlensäurehaltige Getränke
Zwieback, Reis, Kartoffelpüree, Bananen, geriebener Apfel, Karottensuppe Vollkornprodukte, Rohkost, fette Speisen, scharfe Gewürze
Hähnchen, weißer Fisch, gut gegarte Eier, fettarmer Joghurt (bei Verträglichkeit) Fettreiche Fleischsorten, Hülsenfrüchte (bei akutem Durchfall)

Zusammenfassend: Marzipan ist wegen seines hohen Fett- und Zuckeranteils sowie möglicher Zuckeralkohole bei akutem Durchfall nicht empfehlenswert. Konzentrieren Sie sich stattdessen auf einfache, leicht verdauliche und möglichst stopfende Nahrungsmittel, gleichen Sie Flüssigkeits- und Elektrolytverluste aus und suchen Sie ärztlichen Rat bei Warnzeichen oder Risikogruppen.

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