Löwenzahnhonig Rezept einfach: Schritt für Schritt zur veganen Honig-Alternative

Löwenzahn wird in vielen Gärten als Unkraut angesehen, dabei ist die regionale Pflanze sehr gesund und reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Im Frühling, wenn der Löwenzahn in voller Blüte steht, ist der beste Zeitpunkt, um die leuchtend gelben Blüten zu ernten und zu verwenden. Löwenzahn-Honig hat einen herb-fruchtigen Geschmack und ist vielfältig als veganer Honig-Ersatz verwendbar, zum Beispiel zum Backen, um Getränke zu süßen oder um Salatdressings zu aromatisieren.

Was ist Löwenzahnhonig und wie schmeckt er?

Wie ein Blick in die Zutatenliste zeigt, handelt sich bei Löwenzahnhonig um eine Art Blütensirup und nicht um echten Bienenhonig. Ich schreibe bewusst Löwenzahn “Honig” in Anführungsstrichen, da es sich dabei nicht um einen echten Honig handelt. Im Unterschied zu Bienenhonig enthält Löwenzahnhonig keine tierischen Bestandteile und ist somit vegan.

Der Sirup schmeckt süß mit einer dezenten Bitternote und einem Hauch von Karamell (besonders bei der Verwendung von braunem Zucker). In der Konsistenz ist er mit flüssigem Honig vergleichbar. Die fruchtig-herbe Note der selbst gemachten Honig-Alternative gibt Getränken und Speisen ein ganz besonderes Aroma, ähnlich wie Apfeldicksaft.

Leuchtend gelbe Löwenzahnwiese

Wann und wo sammeln?

Die beste Zeit ist zwischen April und Mai, wenn die Wiesen leuchtend gelb sind. Sammle die Blüten an einem sonnigen Vormittag, wenn sie voll geöffnet sind, und fernab von befahrenen Straßen. Halte dich dabei von beliebten Gassi-Geh-Wegen und Straßenrändern vielbefahrener Strecken fern, um später keine unerwünschten Nebenprodukte wie Hunde-Pipi oder Abgase im Honig zu haben. Für 4-5 Gläser Löwenzahnhonig brauchst du ein mittleres Körbchen voll.

Von diesem solltet ihr aber die Finger lassen, da dies meist Orte nahe einer Straße sind. Wir empfehlen euch auch, dass ihr bizli darauf achtet, wo ihr den wilden Löwenzahn sammelt. Am besten eigenen sich Flächen, auf denen keine Landwirtschaft betrieben wird, Lichtungen im Wald etc.

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Vorbereitung der Blüten

Pflücke sie am besten an einem sonnigen Tag und transportiere sie in einem luftigen Körbchen oder Beutel nach Hause. Löwenzahn nach dem Sammeln noch etwas stehen lassen, damit die kleinen Insekten noch Zeit zum fliehen haben. Breite die Blüten kurz im Freien auf einem Tuch aus, damit kleine Insekten Zeit haben, herauszukrabbeln. Wichtig ist auch, die Löwenzahnblüten möglichst nicht zu waschen, damit so viel Blütenstaub wie möglich in unserer veganen Honig-Alternative landet - für einen noch intensiveren Geschmack.

Das Abspülen der Blüten sollte zum Aromaerhalt vermieden werden. Löwenzahnblüten sorgfältig auf eventuell vorhandene Insekten untersuchen und kurz in einem Sieb ausschütteln.

Zutaten (für ca. 1 kg Löwenzahnhonig)

  • Viele Löwenzahnblüten (ca. ein mittleres Körbchen / 400-500 Blüten für mehrere Gläser)
  • Wasser (ca. 1-2 Liter je nach Menge der Blüten)
  • Zucker: 1:1-Verhältnis zur gewonnenen Flüssigkeit (brauner Zucker verleiht die typische Farbe; alternativ Haushaltszucker, weißer Rohrzucker, Xylit oder Gelierzucker)
  • 1 unbehandelte Zitrone (oder Zitronensäure) und optional 1 Orange

Einfaches Rezept - Schritt für Schritt

  1. Löwenzahnblüten, Zitronen- und Orangenscheiben in einen großen Topf geben, 1 Liter Wasser aufgießen und bei mittlerer Hitze zum Kochen bringen.
  2. Die Blüten in einen Topf geben, mit dem Wasser aufgießen und entkernte in dünne Scheiben geschnittene Zitronen hinzugeben. Decke den Topf mit einem Deckel ab und lasse das Gemisch etwa zwei Stunden ziehen. Bringe das Gemisch kurz zum Kochen und lasse es dann wieder abkühlen. Lasse das Wasser und die Löwenzahnblüten über Nacht ziehen und gieße die Blüten mit einem Sieb ab.
  3. Den Sud durch ein Mulltuch in einen zweiten Topf gießen, Sud durch ein Stofftuch (saubere Molton-Windel) pressen und die Löwenzahnblüten gut ausdrücken und den Rest durch ein feines Tuch in einen Messbecher absieben.
  4. Die gleiche Menge Zucker hinzufügen und gut verrühren. Den gewonnenen Saft mit Zucker sirupartig einkochen. Den Zucker-Sud-Mischung nun auf kleiner Flamme so lange einköcheln lassen, bis die Menge auf ca. 1 Glas kommt (die Einkochzeit kann 1,5-2 Stunden oder länger dauern).
  5. Bei geringer Hitze für 1,5-2 Stunden zu einer sirupartigen Masse einkochen lassen. Den Vorgang kann einige Stunden dauern; die Masse sollte immer langhin simmern; zur Kontrolle der Festigkeit gelegentlich einen Löffel voll auf einer Untertasse abkühlen lassen; Honig ist perfekt, wenn er im abgekühlten Zustand Fäden zieht.
  6. Die Gelierprobe: Einen Klecks auf einen kalten Teller geben - wird er fest, ist der Löwenzahnhonig fertig. Wenn der Sirup nach dem Abkühlen zu flüssig bleibt, wurde er nicht lange genug eingekocht. Du kannst ihn einfach noch einmal aufkochen und weiter reduzieren lassen.
  7. Den noch heißen Löwenzahnhonig in sterilisierte Twist-off-Gläser abfüllen und verschließen. Beim Abkühlen dickt die Masse noch nach.
Topf mit gelben Löwenzahnblüten und Zitronenscheiben beim Kochen

Tipps für Gelingsicherheit und Haltbarkeit

Wichtig für eine lange Haltbarkeit ist der Zuckeranteil und das Arbeiten mit sauberen Utensilien. Der heiß abgefüllte Sirup ist über den Winter hinweg bis zum nächsten Jahr haltbar. Kühl und dunkel gelagert hält sich der Sirup in sterilisierten Gläsern mindestens ein Jahr. Einmal geöffnet, sollte das Glas im Kühlschrank aufbewahrt und zügig verbraucht werden.

Wenn du deutlich weniger Zucker verwendest, verringert sich die Haltbarkeit massiv und die Konsistenz bleibt flüssig. Als Alternative eignet sich ggf. Gelierzucker für eine marmeladenartige Textur. Vorsicht - kann überschäumen!!! Großen Topf verwenden und den Rand innen immer wieder mit kaltem Wasser (und Pinsel) "abwaschen".

Verwendung des Löwenzahnsirups

Der Löwenzahnsirup lässt sich in vielen Rezepten genauso wie Honig als flüssiges Süßungsmittel verwenden. Damit bietet der Sirup eine gute regionale Alternative zu Agavendicksaft und Ahornsirup. In Rezepten mit einem flüssigen Süßungsmittel wie Honig wird dieses durch den Löwenzahn-Sirup im Verhältnis 1:1 ersetzt. Löwenzahnblütenhonig schmeckt nicht nur auf deinem Brot hervorragend, sondern eignet sich auch zum Süßen von Tees und Joghurts. Er passt zu Pfannkuchen, Waffeln oder Müsli. In Salat-Dressings macht er ebenfalls eine gute Figur. Oder du probierst ihn als Glasur für Gebäck oder als besondere Note in einer Marinade - du wirst überrascht sein, wie vielseitig dieser goldene Sirup ist.

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Verwendungsideen für Löwenzahnhonig (Pfannkuchen, Dressings, Tee)

Gesundheitliche Aspekte und weitere Verwendung des Löwenzahns

Löwenzahn enthält Bitterstoffe und Flavonoide, die gut für die Verdauung sein können. Da der Blütensirup jedoch zu einem großen Teil aus Zucker besteht, sollte er wie Marmeladen und Co. nur in Maßen genossen werden. Wusstet ihr, dass alle Teile des Löwenzahns essbar sind? Die jungen, zarten Blätter eignen sich zum Beispiel ideal für frische Salate und verleihen ihnen eine leicht herbe Note. Die Wurzeln werden geröstet als Kaffeeersatz genutzt oder als Gemüse zubereitet.

Variationen und besondere Rezepte

  • Für eine marmeladenartige Textur Gelierzucker verwenden.
  • Als Hustenhonig: 1 Glas Löwenzahnhonig, 2 Nelken, 2 Handvoll Löwenzahnblüten, 1 Zimtstange, alles gut vermischen und 2 Wochen in der Sonne ruhen lassen.
  • Alternativ Xylit oder Erythrit statt Zucker verwenden, wenn du weniger Zucker möchtest.

Praxis-Checkliste vor dem Sammeln und Kochen

SchrittWarum wichtig
Sammeln bei SonnenscheinIntensiveres Aroma, offene Blüten
Standort fernab StraßenKeine Abgase, kein Hunde-Urin
Blüten nicht waschenBlütenstaub für Aroma erhalten
Saubere Utensilien & SterilisationLängere Haltbarkeit
GelierprobeSichere Konsistenz wie Honig

Früher war der Löwenzahn auch der «Honig der armen Leute». Ein echter Honig muss erst «durch die Biene durch». Das hier ist ein Honig-Imitat. Auch, wer sich eigentlich nicht vegan ernährt, wird staunen, wie köstlich sich die Fülle der Natur direkt auf den Frühstückstisch bringen lässt! Auch wenn wir am Liebsten einen echten Honig schlemmen, ist der selbstgemachte „Löwenzahn-Honig“ eine leckere, saisonale Abwechslung und auch immer eine schöne Geschenkidee.

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