Erdbeermarmelade im Test: Was steckt wirklich drin?
Erdbeermarmelade ist ein beliebter Klassiker auf dem Frühstückstisch. Doch was viele nicht wissen: Nicht jede Erdbeermarmelade ist gleich. Ein aktueller Test hat nun aufgedeckt, dass einige Produkte mit Pestizidrückständen und einem hohen Zuckergehalt negativ auffallen.
Der Test: 25 Erdbeer-Fruchtaufstriche unter der Lupe
Für den Test wurden 25 verschiedene Erdbeer-Fruchtaufstriche eingekauft und im Labor analysiert. Das Ergebnis zeigte, dass nur acht Produkte mit "sehr gut" abschnitten. Besonders kritisiert wurden der Grandessa Erdbeere Fruchtaufstrich (Aldi Süd/Aldi Nord) und das Produkt Mövenpick Gourmet-Frühstück Erdbeere (Schwartauer Werke), die beide lediglich mit "mangelhaft" bewertet wurden.
Pestizide in Erdbeermarmelade: Ein Gesundheitsrisiko?
In den getesteten Erdbeermarmeladen von Mövenpick und Aldi wurden Spuren von bis zu acht verschiedenen Spritzgiften gefunden. Obwohl Pestizide im Spurenbereich nicht akut gefährlich sind, sind mögliche Gesundheitsrisiken durch Wechselwirkungen der einzelnen Pestizide bisher kaum erforscht. Aus diesem Grund wird es negativ bewertet, wenn ein Produkt mehr als eine Pestizidspur enthält.
Der Test zeigte, dass mit einigen Erdbeermarmeladen Pestizid-Mehrfachrückstände und viel Zucker auf dem Brot landen können. Die Aufstriche von Mövenpick und Aldi enthielten zudem Pestizide, die als besonders bedenklich eingestuft wurden. Konkret wurde in beiden Produkten, sowie in einer weiteren Erdbeermarmelade im Test, Cyprodinil nachgewiesen. Dieses Fungizid wirkt laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) als endokriner Disruptor. Auch Fludioxonil und Captan-Metabolite zählen zu den besonders kritischen Substanzen. Fludioxonil gilt ebenfalls als endokriner Disruptor und wurde im untersuchten Aldi-Aufstrich gefunden.
Zu viel Zucker in Erdbeermarmelade: Ein Problem für die Gesundheit
Ein weiterer Kritikpunkt ist der hohe Zuckergehalt in einigen Erdbeermarmeladen. Die Aldi-Erdbeermarmelade enthält pro 30-Gramm-Portion 12,6 Gramm Zucker, das Mövenpick-Produkt sogar 15,7 Gramm Zucker. Zum Vergleich: Die WHO empfiehlt für Erwachsene höchstens 25 Gramm Zucker am Tag. Wer also 30 Gramm der kritisierten Produkte isst, hat bereits mehr als 50 Prozent dieser maximalen Tagesempfehlung ausgeschöpft. Ein hoher Zuckerkonsum kann zu Gewichtszunahme und Zahnverfall führen.
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Weitere Kritikpunkte: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Deckeldichtung
Der geprüfte Mövenpick-Aufstrich erhielt zusätzlich einen Minuspunkt aus Umweltgründen, da das Labor in der Deckeldichtung PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen nachgewiesen hat. Der Einsatz dieser Stoffe wird kritisiert, weil sie die Umwelt belasten und Weichmacher enthalten können.
Geschmackstest: Wie schmecken die kritisierten Erdbeermarmeladen?
Die Sensorikexperten beschrieben den Geschmack des Mövenpick-Produkts als "aromatisch, fruchtig nach Erdbeere, süß, leicht säuerlich". Der Geruch wurde als "leicht aromatisch, leicht fruchtig nach Erdbeere" beschrieben. Beim Geruch und Geschmack wurden außerdem "leichte Kochnoten" festgestellt.
Der Geschmack des Fruchtaufstriches von Aldi wurde als "süß, leicht säuerlich" beschrieben. Zum Geruch und Geschmack notierten die Experten: "Aromatisch, fruchtig nach Erdbeere, Kochnoten". Die Konsistenz wurde als "geliert" und "streichfähig" bewertet.
Rechtlicher Hinweis: Es handelt sich um Fruchtaufstriche, nicht um Marmeladen
Streng genommen handelt es sich bei allen Produkten im Test nicht um Erdbeermarmeladen, sondern um Fruchtaufstriche. Denn Erdbeermarmeladen gibt es gemäß Konfitürenverordnung eigentlich nicht. Marmeladen sind nur Zubereitungen aus Zitrusfrüchten wie Orange oder Zitrone. Fruchtaufstriche fallen nicht unter die Konfitürenverordnung, weshalb es für sie - anders als für Marmeladen und Konfitüren - keine Mindest-Zuckergehalte gibt.
Irreführung bei der Aufmachung von Fruchtaufstrichen
Die Aufmachung des Fruchtaufstrichs „Aprikose“ mit der Angabe „Zutaten zu 100 % aus Früchten“ kann den Eindruck vermitteln, dass er ausschließlich aus Aprikosen besteht. Tatsächlich stecken jedoch lediglich 45 % Aprikosen im Glas, der Rest sind andere Zutaten aus Saftkonzentraten sowie Pektin. Informationen über Lebensmittel dürfen jedoch nicht täuschen, beispielsweise über die Zusammensetzung.
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Worauf sollte man beim Kauf von Fruchtaufstrichen achten?
- Fruchtanteil: Achten Sie auf einen hohen Fruchtanteil, der auf der Vorderseite des Glases angegeben sein sollte.
- Zutatenliste: Werfen Sie einen Blick auf die Zutatenliste und achten Sie auf natürliche Zutaten ohne unnötige Zusätze.
- Zuckergehalt: Achten Sie auf einen möglichst geringen Zuckergehalt.
- Bio-Qualität: Wählen Sie Bio-Marmeladen, um Pestizidrückstände zu vermeiden und natürliche Zutaten zu unterstützen.
- Vegane Optionen: Für Veganer gibt es eine große Auswahl an leckeren Fruchtaufstrichen ohne tierische Gelatine.
Tipps für die perfekte Konsistenz und Haltbarkeit
- Konsistenz: Die richtige Menge an Geliermittel wie Pektin oder Gelierzucker ist entscheidend für die perfekte Konsistenz.
- Haltbarkeit: Selbstgemachte Marmelade kann bei richtiger Lagerung bis zu einem Jahr haltbar sein. Achten Sie darauf, saubere Gläser zu verwenden und die Marmelade möglichst heiß abzufüllen. Dunkel und kühl gelagert, bleibt der Fruchtaufstrich lange frisch.
Fruchtaufstriche als vielseitige Zutat
Marmelade gehört nicht nur auf den Frühstückstisch, sondern ist auch eine hervorragende Zutat zum Backen. Nutzen Sie Fruchtaufstriche als Füllung für Kuchen, Kekse oder Torten. Auch zu Käse, Brot und Desserts passen Gelees aus Früchten wie Äpfeln, Zitronen oder Johannisbeeren hervorragend.
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