Manuka Honig: Merkmale, Herkunft aus Neuseeland und Echtheit erkennen

Manuka-Honig stammt von dem neuseeländischen Manuka-Baum (Leptospermum scoparium), auch bekannt als Südseemyrthe. Botanisch gesehen entstammt der Manukahonig dem Nektar der Blüten des ausschließlich in Neuseeland vorkommenden Manukastrauches Leptospermum scoparium. Die Besonderheit des Manuka Honigs liegt im Nektar der Manuka-Blüte. Manukahonig - ein Superfood, der Alleskönner, eine heilende Kraft!? Auf jeden Fall ist er heutzutage in aller Munde. Warum ist das so?

Warum Manuka-Honig besonders ist: MGO, DHA und antibakterielle Wirkung

Manuka-Honig aus dem Nektar des Manuka-Baumes wird als Superfood bezeichnet und unterscheidet sich von herkömmlichem Bienenhonig durch seinen hohen Gehalt an Methylglyoxal (MGO), einem Stoff mit einer starken antibakteriellen Wirkung. MGO wirkt stark antibakteriell, weil es essenzielle Biomoleküle (Proteine, DNA, Enzyme) chemisch verändert und dadurch den Stoffwechsel und die Vermehrung von Bakterien blockiert. Bakterien können durch die hohe Konzentration keine Reparaturmechanismen mehr nutzen.

MGO entsteht nicht direkt im Nektar der Manuka-Blüten, sondern nach der Honigbildung und -lagerung durch die Bienen, anhand einer chemischen Umwandlung. In den Blüten des Manuka-Baums ist im Nektar ungewöhnlich viel Dihydroxyaceton (DHA) enthalten, ein Zuckeralkohol. Dieser ist ein Vorläuferstoff, den die Bienen mit in den Honig einbringen. Nach der Honigproduktion wird das DHA durch nicht-enzymatische Reaktionen zu MGO umgewandelt. Die DHA können aber nicht vollständig abgebaut werden und kann bei einem echten Manuka Honig jederzeit nachgewiesen werden. Ist der Nachweis unmöglich, handelt es sich um eine Fälschung.

Ein Glas Manuka-Honig

Weitere biochemische Aspekte

MGO entsteht unter anderem durch das im Bienenspeichel enthaltene Enzym Glucoseoxidase. Die Enzymaktivität bleibt im medizinischen Manuka-Honig stabil, solange er unverdünnt und nicht zu sauer ist. Wenn es mit Wundflüssigkeit oder anderen Stoffen in Kontakt kommt, die den pH-Wert erhöhen, kann die Enzymaktivität zunehmen.

MGO-Wert, DHA und weitere Kennzahlen

Der MGO-Wert gibt die Konzentration von Methylglyoxal in mg/kg an. Ein handelsüblicher Honig weist zwischen 5 und 20 mg MGO pro kg auf und liegen damit weit unter den Werten des Manuka-Honigs. Bei Manuka-Honig sind es 300 bis 850+ mg MGO. Lange Zeit galt das MGO als Anhaltspunkt zur Klassifizierung der Wirksamkeit eines Manukahonigs.

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Der Methylglyoxal-Wert in mg/kg macht noch Sinn. Aber was bedeuten die ganzen anderen Werte? Der MGO-Wert ist nur ein Teil der Qualitätsbewertung, daneben sind Dihydroxyacetone (DHA) und Hydroxymethylfurfural (HMF) wichtig.

Parameter Bedeutung
MGO (mg/kg) Konzentration von Methylglyoxal; Indikator für antibakterielle Aktivität
DHA (mg/kg) Vorläuferstoff im Nektar; nimmt im Reifeprozess ab, Nachweis bestätigt Echtheit
HMF (mg/kg) Entsteht beim Erhitzen; Indikator für Wärmeeinwirkung; sollte < 40 mg/kg gemäß deutscher Honigverordnung sein
NPA / UMF Nicht-Peroxiden-Aktivität; bewertet antibakterielle Wirkung; UMF ist ein Lizenzsystem

Medizinischer Einsatz und Hinweise

Daher findet der Honig vor allem in der Medizin im Bereich der Wundheilung und Entzündungshemmung, sowie in der Herstellung reizlindernder Kosmetika vermehrt Anwendung. Medizinischem Manuka-Honig wird nachgesagt, dass er die Bildung von Biofilmen auf Wunden verhindert, eine Barriere der Bakterien vor Antibiotika. Außerdem soll er bestehende Biofilme auflösen und somit die Wundheilung unterstützen. Hierfür nur medizinisch zertifizierten Manuka-Honig, sogenannten Medihoney mit dem CE-Siegel, verwenden.

Manuka-Honig ist ein Naturprodukt und kein Ersatz für Medikamente. Der Konsum von Manuka-Honig sollte im Zweifel mit dem zuständigen medizinischen Fachpersonal abgestimmt werden. Hinweis: Nach der sogenannten Health-Claims-Verordnung ist es EU-weit verboten in der Werbung zu suggerieren, ein Lebensmittel könne eine Krankheit heilen oder lindern.

Anwendungsempfehlungen für den Alltag

  • Unterstützung bei Erkältungen: einen Teelöffel pur im Mund zergehen lassen oder in maximal 40 °C warmen Tee auflösen und trinken.
  • Bei Wundheilung: nur medizinisch zertifizierten Manuka-Honig (Medihoney) verwenden.
  • Lagerung: Wie jeder andere reine Bienenhonig ist Manuka-Honig ein mit aktiven Enzymen ausgestattetes Naturprodukt - und wasserliebend. Das bedeutet, dass er Feuchtigkeit aus der Luft zieht, sogar durch ein mit einem Deckel verschlossenes Glas oder einen fest verschlossenen Plastikeimer. Um seine Haltbarkeit zu verlängern und die gesunde beziehungsweise wohltuende Wirkung zu erhalten, lagert man Bienenhonig wie auch Manuka-Honig daher am besten an einem kühlen, trocknen und dunklen Ort.

Herkunft und regionale Einflüsse in Neuseeland

Die Manuka Honig Herkunft ist entscheidend, um die besondere Qualität und Wirksamkeit dieses außergewöhnlichen Naturprodukts zu verstehen. Die Herkunft des Manuka Honigs liegt überwiegend in den abgelegenen, naturbelassenen Gebieten der Nord- und Südinsel Neuseelands. Besonders bekannt sind Regionen wie Northland, East Cape, Waikato und Canterbury. Je natürlicher und unberührter der Standort der Mānuka-Pflanze, desto höher fällt oft die MGO-Konzentration aus. Die Herkunftsregion beeinflusst Intensität, Geschmack, Textur und MGO-Wert.

Der Ursprung entscheidet außerdem darüber, ob ein Manuka Honig als monofloral oder multifloral eingestuft wird. Monofloraler Manuka Honig stammt überwiegend aus einem einzigen Nektarursprung und weist daher klar definierte MGO-Werte auf.

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Karte: Regionen in Neuseeland mit Manuka-Standorten (Northland, East Cape, Waikato, Canterbury)

Echtheit prüfen: Zertifikate, Labortests und Chargennummern

Da Manuka Honig weltweit begehrt ist, ist die eindeutige Herkunft ein essenzielles Qualitätsmerkmal. Wenn du echten Manuka Honig kaufen möchtest, ist die Herkunft der entscheidende Faktor. Nur Honig, der aus den Manuka-Regionen Neuseelands stammt, kann hohe, naturreine MGO-Werte erreichen und gilt als authentischer Manuka Honig.

Um den Manuka Honig vor dem Verkauf auf seine Echtheit zu zertifizieren, arbeitet jede seriöse Manuka Honig Imkerei in Neuseeland mit verschiedenen akkreditierten Laboren zusammen. Die Labore testen den Manuka Honig vor der Abfüllung auf seine Reinheit und den MGO-Gehalt. Damit ein neuseeländisches Labor als unabhängig und akkreditiert gilt, muss es von der IANZ anerkannt sein.

Wir erklären dir in wenigen Minuten die wichtigsten Werte in deinem Manuka Honig Zertifikat. Damit kannst du die Qualität selbst überprüfen. Denn wir veröffentlichen als Transparenz- und Qualitätsnachweis die Zertifikate im Reiter MGO-Zertifikate. Dadurch kannst du sicher sein, dass es sich um einen aus Neuseeland stammenden, von akkreditierten Laboren zertifizierten und echten Manuka Honig handelt.

Worauf im Zertifikat achten?

  1. Der Laborname und die Adresse des testenden Labors. Beispiele sind Hill Laboratories oder Analytica Laboratories.
  2. Der Name und die Anschrift des Auftraggebers.
  3. Angaben zum Labortest: Auftraggeber, Datum und beteiligte Personen.
  4. Die Chargennummer (oft „Batch Number“), die auf das Etikett des Manuka Honigs gedruckt ist. Damit kann die Abfüllung jedes einzelnen Glases nachverfolgt werden.
  5. Die Lab Number als interne Nummer des Labors.
  6. Der vom Labor zertifizierte Methylglyoxal Gehalt der Charge in mg/kg; die Angabe auf dem Etikett stellt immer den Mindestwert dar.
  7. Der im Manuka Honig nachgewiesene Wert an Dihydroxyacetone (DHA) in mg/kg.
  8. Hydroxymethylfurfural (HMF) als Indikator für Erwärmung und Lagerbedingungen.
  9. Die Nicht-Peroxiden Aktivitäten (NPA) bzw. der UMF-Wert, sofern lizenziert.
  10. Die „Summary of Methods“ und das IANZ-Logo als Bestätigung der Akkreditierung.

Beim Verkauf auf ManukaWelt.de legen wir großen Wert darauf, dass das Laborzertifikat von einem neuseeländischen Labor ausgestellt wird. Der Grund: Deutsche Labore können den MGO-Gehalt natürlich auch zuverlässig ermitteln. Wir arbeiten auch mit Laboren zusammen, um die Qualität der neuseeländischen Analysen nochmals unabhängig testen zu lassen. Jedoch empfehlen wir Marken, die ein neuseeländisches Zertifikat veröffentlichen. Dann wurde meist der gesamte Produktionsprozess in Neuseeland durchgeführt. Wir verstehen unter einem "echten" Manuka Honig ein Naturprodukt, bei dem jeder Produktionsschritt (Ernte, Abfüllung, Versiegelung) in Neuseeland durchgeführt wurde. Dies ist ein zusätzlicher Vertrauensbeweis.

Wie man Manuka-Honig Zertifikate liest und interpretiert

Fälschungen, Food Fraud und amtliche Kontrollen

Die hohe Zahlungsbereitschaft der Verbraucherinnen und Verbraucher für Manukahonig macht dieses Produkt anfällig für Lebensmittelbetrug (Food Fraud). Bei einem jährlichen Produktionsumfang von 1.700 t Manukahonig in Neuseeland und einem geschätzten weltweiten jährlichen Verkauf von 10.000 t zeigt sich ein massives Ungleichgewicht. Deshalb ist Manuka-Honig eines der am häufigsten gefälschten Lebensmittel der Welt.

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Ein solcher Lebensmittelbetrug ist vor allem aufgrund des parallelen Vorkommens anderer gleichzeitig blühender neuseeländischer Pflanzen möglich. Typische Vertreter sind hier Kanuka, Rata, Pohutukawa, Rewarewa und Kamahi. Vor allem der Kanukahonig ähnelt nicht nur im Namen dem Manukahonig stark, sondern auch hinsichtlich der Pollen und der sensorischen Eigenschaften, sodass eine Unterscheidung allein durch eine Pollenanalyse und sensorische Prüfung erschwert bzw. unmöglich sein kann. Diese anderen neuseeländischen Honige weisen jedoch im Gegensatz zum Manukahonig keine so hohe antibakterielle Aktivität auf. Ursache hierfür ist u. a. der geringere MGO-Gehalt.

Um die Echtheit eines Manukahonigs zu beurteilen, werden die Proben mittels eines chromatographischen Trennverfahrens in Verbindung mit moderner, hochauflösender Massenspektrometrie auf typische Manuka-Markersubstanzen untersucht. Neben dem wertgebenden MGO werden u. a. auch verschiedene Polyphenole quantitativ erfasst und mit für Manukahonig typischen Gehalten verglichen. Außerdem wird das Vorhandensein der Verbindung Leptosperin, einem fast ausschließlich in der Manuka-Pflanze vorkommenden Inhaltsstoff, nachgewiesen.

Die Landesuntersuchungsanstalt Sachsen nahm sich der Herausforderung an, die Authentizität von Manukahonigen zu überprüfen. Die Notwendigkeit und die Forderung nach Authentizitätsprüfungen sind größer als je zuvor. Eine verlässliche und wirksame amtliche Lebensmittelüberwachung erfordert fachkundiges Personal und Labore mit moderner Analysentechnik.

Preisgestaltung und Auswahl der MGO-Stufe

Die Preise für Manuka-Honig, sei es als verzehrfertiges oder medizinisches Naturprodukt, variieren stark. Dabei sind die Preise von der Qualität, dem MGO-Grad, seiner Verpackung, Herkunft und der UMF-Zertifizierung abhängig. Je höher der MGO-Gehalt, desto teurer: Beginnend bei 100+, wenn man so will für Manuka-Honigeinsteiger, finden sich zum Beispiel bei online Vergleichsplattformen Preise von 53 Euro/kg. Steigt der MGO-Wert auf 550+ macht sich das an einem Preis von rund 200 Euro/kg bemerkbar. Für die sehr hohe MGO-Stufe von 850+ zahlt man gute 520 Euro/kg. Aufgrund seiner begrenzten Verfügbarkeit muss man in Deutschland für den Erwerb eines 250 g-Glases Manukahonig mit 30 bis 100 Euro tief in die Tasche greifen.

Nebenwirkungen, psychische Wirkung und sonstige Effekte

Die psychische Wirkung von Manuka-Honig kann, wenn überhaupt, als indirekt bezeichnet werden. Wo Menschen unter Verdauungsproblemen oder entzündeter Haut leiden, und unter Absprache mit der Hausarztpraxis eine Anwendung mit Manuka-Honig möglicherweise wohltuend wundheilend hilft, wirkt sich das in der Folge positiv auf das Wohlbefinden und demnach die Psyche der Patienten aus.

Zudem hat Bienenhonig im Allgemeinen einen hohen Phosphorgehalt. Dieser soll beruhigend auf Seele und Geist wirken. Zudem kann sich der Organismus beim Verzehr von Honig schneller entspannen, da durch den je nach Sorte mehr oder weniger enthaltenen Traubenzucker Neuronen schneller ins Blut übergehen. Ein österreichisches Forscherteam unter der Diplom-Oekotrophologin Renate Frank und dem Allgemeinmediziner Dr. Johann Puttinger belegte, dass täglich zwei Esslöffel Honig (50 g) das Wohlbefinden erhöhen. Die Ergebnisse der Honigstudie, deren Ergebnisse 2007 veröffentlicht wurden, zeigten eine deutliche Absenkung der Belastung mit freien Radikalen und eine Verbesserung des Immunstatus der Probanden (50 Erwachsene).

Eine positive Wirkung auf die Psyche wird allerdings auch Lindenhonig nachgesagt. Dieser verfügt im Vergleich zu anderen Blütenhonigen über einen hohen Gehalt an ätherischen Ölen, die entspannend wirken.

Praktische Tipps: Einkauf und Vertrauen schaffen

  • Achte beim Kauf eines Manuka Honigs auf den UMF und MGO-Gehalt. Der „3-in-1 Honey Method“-Test mit der Analyse des DHA, HMF und MGO-Wert ist bei Manuka Honigen weit verbreitet.
  • Suche nach offengelegten Laborzertifikaten und prüfe die Chargennummer auf dem Etikett, um das passende Zertifikat zu finden.
  • Bevorzuge Anbieter, die ein neuseeländisches Laborzertifikat veröffentlichen und idealerweise alle Produktionsschritte in Neuseeland durchführen.
  • Sei vorsichtig bei sehr günstigen Angeboten und überprüfe, ob das Produkt als monofloral Manuka ausgewiesen ist.

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