Manuka-Honig mit Gelée Royale: Wirkung und Vorteile
Gelée Royal - für den Laien klingt das exklusiv, prestigeträchtig und vor allem königlich. Wie Honig oder Propolis stammt es aus dem Bienenstock - doch der wertvolle Stoff kommt nicht dem gesamten Volk zugute.
Was ist Gelée Royale?
Bienen produzieren Gelée Royale (Königinnen- oder Weiselfuttersaft) insbesondere für die Aufzucht der Bienenkönigin (Weisel). Es handelt sich um einen nährstoffreichen Futtersaft, den die Bienen ausschließlich für ihre Königin herstellen. Gelée Royale enthält alle für die Entwicklung der Bienen wichtigen Nährstoffe sowie Enzyme und Bienenhormone. Gelée Royale enthält Eiweiße, Zucker, Fette sowie Mineralien, Spurenelemente und 16 Vitamine. Neben 60 bis 70 Prozent Wasser sind 11 bis 25 Prozent Zucker (Fruktose, Glukose, Saccharose), 9 bis 18 Prozent Proteine und Aminosäuren sowie 2 bis 8 Prozent Fette enthalten. Darüber hinaus sind vor allem B-Vitamine enthalten. Der Gehalt an 10-Hydroxy-2-decensäure, einer Fettsäure, ist ein Merkmal für die Produktqualität (1 bis 6 Prozent). Die 10-Hydroxy-2-decensäure wurde bislang nur im Weiselfuttersaft gefunden und bekam im englischen Sprachraum deshalb den Namen „Queen Bee Acid“.
Wie entsteht Gelée Royale im Bienenstock?
Die Herstellung des königlichen Gelée obliegt allein den Bienen. Um Gelée Royale zu produzieren, sondern die Hypopharynxdrüsen der Ammenbiene einen Saft in den Mund der Biene ab, wo er mit Sekreten aus den Mandibeldrüsen und der Honigblase gemischt wird. Rohstoffe sind Pollen und Honig. Nur zwischen ihrem 4. und 12. Lebenstag produzieren junge Arbeiterinnen als “Ammenbienen” das Gelée Royal, um die Larven und die Königin damit zu füttern. Im Gegensatz zu gewöhnlichen Bienen erhalten Larven, die in Königinnenzellen liegen, ausschließlich das hochkonzentrierte Gelée Royale, an dessen Bildung beide Drüsen gleichermaßen beteiligt sind.
Gelée Royal ist die Hauptnahrungsquelle für Bienenlarven in den ersten drei Tagen ihrer Entwicklung. Alle Larven erhalten Gelée Royal in den ersten Lebensstadien, um ihnen einen optimalen Start in ihr kurzes, arbeitsreiches Leben zu sichern. Die Königin wird wesentlich länger damit versorgt, damit sie ihre Größe und Leistungsstärke erhält, die sie in ihrem langen, fast noch anstrengenderem Dasein dringend benötigt. Die exklusive, proteinreiche Fütterung stimuliert vor allem die Entwicklung ihrer Eierstöcke.
Biologie und Epigenetik: Wie aus Larve Königin wird
Die Larve, die zur Bienenkönigin auserkoren wird, ernährt sich auch danach davon, während alle anderen zu einem Speiseplan aus Pollen und Bienenbrot wechseln. Diese Entwicklung ist umso erstaunlicher, weil sich die Larven der Arbeiterinnen bezüglich ihrer Gene, nicht im Geringsten von der Königinnenlarve unterscheiden. Der Unterschied: Durch Lebenseinflüsse lagern sich Methylverbindungen an bestimmte Sequenzen der DNS an und sorgen dafür, dass diese Abschnitte nicht mehr abgelesen werden. Merkmale wie produktive Eierstöcke bilden sich am Tier nicht mehr aus, weil die entsprechenden Gene dafür „blockiert“ wurden. Gewusst? Wie Ernährung und Umgebung das Erbgut eines Lebewesens verändern kann, untersuchen Wissenschaftler im Fach der Epigenetik. Für sie ist die Ernährung von Arbeiterinnen und Bienenkönigin ein anschauliches Modellbeispiel.
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Herstellung und Ernte von Gelée Royale - Aufwand und Ethik
Die Gewinnung des Weiselsfuttersaftes ist sehr arbeitsintensiv. Um das Bienenvolk zur übermäßigen Produktion dieses Saftes zu animieren, wird die Königin entfernt. Der Imker bringt dafür Kunststoff-Näpfchen in die Waben ein und bestückt diese mit einer winzigen Larve. Nach drei Tagen wird die Larve entfernt und der Vorrat an Gelée Royale (pro Zelle rund 0,3 Gramm) abgesaugt. Auf diesem Weg kann ein Imker pro Volk und Jahr etwa 500 Gramm des Weiselsfuttersaftes gewinnen. Entsprechend hoch sind die Preise. Naturnah wirtschaftende Imker lehnen die Produktion von Gelée Royale ab, da das Entfernen der Königin für das Bienenvolk eine extreme Stresssituation und einen massiven Eingriff in das Gleichgewicht des Volkes bedeutet.
Manuka-Honig: Herkunft und Besonderheiten
Manuka-Honig kommt aus den bergigen Regionen Neuseelands. Dort wächst die Südseemyrthe, deren Blätter und Rinde schon die Maori zur Wundheilung nutzten. Sammeln die Bienen den Nektar dieser Pflanze, entsteht daraus der begehrte Manuka-Honig. Das Besondere: der hohe Methylglyoxal-Gehalt (MGO), der bei der Umwandlung des Nektars im Darm der Biene entsteht. Auch normaler Honig enthält Methylglyoxal, doch in viel geringeren Mengen. Sind es bei einem gewöhnlichen Honig um die 5 Milligramm pro Kilogramm, kommt der Manuka-Honig auf 650 Milligramm pro Kilogramm und mehr. Die antibakterielle Wirkung des Honigs gegen bestimmte Keime konnte bislang nur bei Zellkulturversuchen im Labor nachgewiesen werden. Gut belegt ist lediglich die antibakterielle Wirkung des Manuka-Honigs bei äußerlicher Anwendung zur Wundheilung.
Manuka-Honig kombiniert mit Gelée Royale: Produkte und Werbung
Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln versuchen gerne, die Wirkung des Gelée Royale auf den Menschen zu übertragen und bieten den Futtersaft der Königin in Trinkampullen oder Kapseln an. Gelée Royale wird frisch in Trinkampullen und gefriergetrocknet in Kapseln verkauft, teilweise gemischt mit Propolis oder Blütenpollen, aber auch mit Extra-Vitaminen (z.B. Vitamin C) oder Aloe vera angereichert. beecraft Gelée Royale Kapseln mit Manuka-Honig enthalten hochdosierte wertvolle Naturstoffe aus dem Bienenstock und Vitamin C. Pro 1 Durchstechflasche: Manuka-Honig (5250 mg), Gelée Royale (800 mg), Vitamin B6 (1,4 mg). Frei von unnötigen Zusatzstoffen.
Wissenschaftliche Evidenz: Was ist belegt, was nicht?
Die legendäre Gelee Royale gilt als "Wundermittel" für die menschliche Gesundheit. Wir wollen Dir im Folgenden zeigen, was es mit dem Bienenprodukt auf sich hat und welche gesundheitlichen Effekte man ihm nachsagt (und was an diesen Behauptungen dran ist). Faktisch konnten die vermeintlich positiven Wirkungen von Gelée Royale noch nicht so fundiert nachgewiesen werden, dass die Europäische Behörde für Lebensmittersicherheit (EFSA) daraus sogenannte Health Claims ableiten würde. Zum aktuellen Zeitpunkt wird der Weiselfuttersaft in der EU daher als Nahrungsergänzungsmittel gehandelt, zu dem keine gesundheitsbezogenen Aussagen gestattet sind. Aussagen, wonach Gelée Royale die Immunabwehr unterstützt oder positive Wirkungen auf den Stoffwechsel, Blutgefäße, Drüsenfunktionen, Hautgesundheit, Vitalität sowie Herzgesundheit und normale Cholesterin- bzw. Blutfett-Spiegel habe, sind somit irreführend und damit unzulässig.
Humanstudien, die eine Wirksamkeit von Bienenprodukten gegen Krebs zeigen, gibt es nicht. Diskutierte Effekte von Gelée Royale auf den Blutzucker-Spiegel, die Leberfunktion sowie das Körpergewicht konnten bisher ebenfalls nicht nachgewiesen werden. Mit den üblichen Dosierungsempfehlungen kann nicht mit Vitaminen angereichertes Gelée Royale keinen Beitrag zur Bedarfsdeckung mit diesen Mikronährstoffen leisten. Gleiches gilt für den Eiweiß- und Aminosäurengehalt. Wird auf der Verpackung oder in der Werbung auf Vitamine und Mineralstoffe hingewiesen, müssen diese Mikronährstoffe eindeutig benannt und die genauen Mengen pro Tagesdosis und in Prozent des Referenzwertes angegeben werden. In der Regel handelt es sich dabei um zugesetzte Vitamine, zum Beispiel Vitamin C. Dadurch ist eine Werbung mit dem Begriff "Immunsystem" möglich. Diese Aussage bezieht sich dann jedoch nicht auf das Gelée Royale, sondern auf das zugesetzte Vitamin C.
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Risiken, Nebenwirkungen und Qualitätsfragen
Achtung: Gelée Royale kann bei empfindlichen Personen zu teilweise schweren, lebensbedrohlichen allergischen Reaktionen führen können. Das gilt insbesondere für Personen, die an Atopie oder Asthma bronchiale leiden. Auch wer auf Bienen- oder Wespenstiche allergisch reagiert, sollte besser auf die Produkte verzichten. Ebenso schwangere und stillende Frauen. Frauen, die an einem hormonabhängigen Brustkrebs leiden, sollten Produkte mit Gelée Royale meiden, da diese das Krebswachstum fördern können. Es wird von Wechselwirkungen von Gelée Royale mit Blutgerinnungshemmern und anderen Medikamenten (Temozolomide) berichtet. Aus Tierversuchen ist ein Einfluss von Gelée Royale auf die Blutgerinnung bekannt. Bei einigen Menschen kommt es zu gastrointestinalen Problemen. Es wird auch von einer Gewichtszunahme berichtet.
Bienenprodukte aus osteuropäischen und asiatischen Ländern sind bis vor zehn Jahren immer wieder durch Rückstände von Arzneimittel- oder Pflanzenschutzmitteln aufgefallen, z.B. Antibiotika, Mittel gegen Milben oder bösartige Faulbrut. Gelée Royale kann Pyrrolizidinalkaloide (PA) enthalten. PA sind natürliche Inhaltsstoffe verschiedener Pflanzen und können beim Menschen das Erbgut schädigen und Krebs hervorrufen. Ihre Abbauprodukte sind giftig für die Leber. PA können auch in kleinen Mengen ein Risiko für die Gesundheit darstellen. Seit Juli 2022 gelten Höchstmengenregelungen für PA in Nahrungsergänzungsmitteln (VO (EU) 2020/2040). Höchstmengen für Gelée Royale sind in der Kontaminanten-Verordnung VO (EU) 2023/915 geregelt.
Qualitätsprüfung und Lagerung
Suchen Sie nach Packungshinweisen oder fragen Sie beim Hersteller/Importeur nach, ob deren Gelée-Royale-Produkte auf Pyrrolizidinalkaloide und Tierarzneimittelrückstände untersucht wurden. Frisches Gelée Royale kann gekühlt bei 0 bis 5 Grad Celsius bis zu einem halben Jahr aufbewahrt werden, tiefgefroren ohne Nährstoffverlust zwei bis drei Jahre. Du als Endverbraucher lagerst Gelée Royal dann im Kühlschrank, wo es sich wenige Wochen lang frisch hält. Wichtig ist dabei nicht nur die Kühlung, sondern auch der Schutz vor Licht. Für Gelée Royale gibt es eine internationale ISO-Norm (ISO 12824:2016) mit zwei unterschiedlichen Qualitäten. In der hochwertigen bekommt das Bienenvolk nur die natürliche Nahrung. Für das geringer wertige Gelée Royale erhalten die Bienen zusätzlich Futterlösungen, üblich unter anderem in China.
Praktische Empfehlungen
- Bei Allergien gegen Bienenprodukte, Asthma oder Atopie Gelée Royale meiden.
- Schwangere und stillende Frauen sollten Gelée Royale nicht verwenden.
- Achten Sie auf Laborprüfungen auf Rückstände (Arzneimittel, Pestizide, PA) und auf Herkunftsangaben.
- Wenn Produkte mit Immun-Claims werben, prüfen Sie die Zutatenliste: Oft beziehen sich Claims auf zugesetzte Vitamine wie Vitamin C.
- Lagern Sie frisches Gelée Royale gekühlt und lichtgeschützt.
- Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung.
Kurze historische und kulturelle Einordnung
Die Verwendung von Gelée Royale stammt nicht, wie oft behauptet, aus der traditionellen Naturheilkunde, sondern kam erst in den 1950er Jahren aus Frankreich. Gelée Royal war bereits in der Antike bekannt. Die alten Griechen glaubten, dass es in der Ambrosia, dem Trank der olympischen Götter, für ewige Jugend sorgt. Aristoteles erkannte als Erster die Funktion bei den Bienen und sah darin einen Quell physischer wie intellektueller Leistungsfähigkeit. In Asien genießt das Superfood Gelee Royal eine ähnlich legendäre Geschichte. Schon die ersten chinesischen Kaiser ließen es exklusiv in ihren königlichen Gärten herstellen, um damit ihre Langlebigkeit und das sexuelle Leistungsvermögen zu verbessern.
Wissenswertes zur Produktion von Manuka-Honig
In Neuseeland hat die Entdeckung des antibakteriellen Methylglyoxals im Honig einen wahren Boom ausgelöst, den sich die Hersteller teuer bezahlen lassen. Rund 2.000 Tonnen Manuka-Honig werden in Neuseeland im Jahr geerntet. Nicht alle Manipulationen können über Labortests entdeckt werden. Der Stoff lässt sich allerdings auch künstlich herstellen und das nutzen Honigfälscher aus.
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Tabelle: Nährstoffübersicht Gelée Royale (typische Werte)
| Bestandteil | Typischer Anteil |
|---|---|
| Wasser | 60-70 % |
| Zucker (Fruktose, Glukose, Saccharose) | 11-25 % |
| Proteine / Aminosäuren | 9-18 % |
| Fette | 2-8 % |
| 10-Hydroxy-2-decensäure (10-HDA) | 1-6 % |
| B-Vitamine | vorhanden |
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