Manuka Honig: MGO Bedeutung und Erklärung

Manuka-Honig unterscheidet sich von anderen Honigsorten vor allem durch seinen außergewöhnlich hohen Gehalt an Methylglyoxal (MGO). MGO steht für Methylglyoxal und gibt direkt an, wie viele Milligramm dieses Stoffs in einem Kilogramm Honig enthalten sind. Die Angabe von z.B. MGO 420+ bedeutet, dass ein Manuka Honig mindestens 420 mg Methylglyoxal pro kg Manuka Honig enthält.

Was ist Methylglyoxal (MGO) und wie entsteht es?

MGO (Methylglyoxal) entsteht aus Dihydroxyaceton (DHA) - einem natürlichen Zucker im Nektar der Manuka-Pflanze (Leptospermum scoparium). Diese MGO-Entstehung ist ein reiner Naturprozess - ohne künstliche Eingriffe. Das bedeutet, je mehr Dihydroxyaceton im Nektar einer Blüte ist, je mehr Methylglyoxal kann aus diesem Nektar entstehen. Methylglyoxal entsteht in der Honigwabe durch Dehydratation des im Nektar der Blüten des Manukastrauchs enthaltenen Stoffes Dihydroxyaceton (siehe unten).

Die MGO-Konzentration im „reifen“ Honig korreliert mit der DHA-Konzentration im Nektar, welche wiederum von Strauch zu Strauch schwankt. Interessant zu wissen: Der MGO-Gehalt kann in jungem Honig sogar noch natürlich nachreifen, da sich Methylglyoxal aus dem enthaltenen Dihydroxyaceton weiterbildet.

Schema: Umwandlung von DHA zu MGO im Manuka-Honig

Warum ist MGO wichtig?

Der Methylglyoxal-Gehalt hängt sehr eng mit der nicht-peroxiden Aktivität eines Manuka Honigs zusammen, so dass man nach dem heutigen Stand der Wissenschaft davon ausgeht, dass das Methylglyoxal der maßgebliche Inhaltsstoff in Manuka Honig ist. In Arbeiten des Instituts für Lebensmittelchemie der Technischen Universität Dresden konnte die Konzentration des Stoffwechselproduktes Methylglyoxal in bestimmten Manuka-Honigen aus Neuseeland gemessen und dessen antibakterieller Einfluss quantitativ in vitro nachgewiesen werden.

Je höher der MGO-Wert eines Honigs ist, desto stärker antimikrobiell wirkt er. Die University of Portsmouth liefert Daten, die zeigen, dass Manuka Honig gegen Escherichia coli und Proteus mirabilis-Erreger wirken. Besonders bakterizide Eigenschaften wurden gegen die Erreger Staphylococcus aureus und Escherichia coli festgestellt. Die University of Waikato belegte, dass Manuka-Honig auch gegen Helicobacter pylori wirkt.

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MGO-Werte: Was bedeuten die Stufen und wofür sind sie geeignet?

Der MGO-Gehalt eines Manuka Honigs wird in mg pro kg gemessen. MGO 400 bedeutet also: mindestens 400 mg Methylglyoxal pro Kilogramm. Um einen therapeutischen Nutzen zu haben, sollte ein Wert von 100 MGO angegeben sein. Dieser reicht meist bereits bei einfachen äußerlichen Anwendungen aus. 400er MGO-Werte und darüber gelten als besonders hochwertig. Sehr hohe MGO-Gehalte von über 1000 sind in den meisten Fällen nicht nötig.

Typische MGO-Stufe Charakter / Einsatz
MGO 100-150 Der Einstieg für Genießer; mild im Geschmack; ideal für täglichen Genuss
MGO 250-400 Allrounder für den Alltag; bewährt für tägliche Routine
MGO 550-700 Premiumklasse für gezielte Anwendung; punktueller Einsatz, äußerliche Pflege

Als Faustregel gilt: Für den Genuss reicht eine niedrige Stufe völlig aus, für die tägliche Routine hat sich der mittlere Bereich um MGO 300 bis 400 bewährt, und wer gezielt auf einen hohen Methylglyoxal-Gehalt Wert legt, investiert in MGO 600 oder mehr. Nicht jede Anwendung erfordert einen besonders hohen MGO-Gehalt.

UMF® vs. MGO: zwei Kennzeichnungen, unterschiedliche Messmethoden

Das MGO (Methylglyoxal) und der UMF (Unique Manuka Factor) sind zwei unterschiedliche Varianten, die Stärke eines Manuka Honigs zu messen. Der Unique Manuka Factor (UMF®) und der Methylglyoxal-Gehalt (MGO) sind zwei Möglichkeiten, die Stärke eines Manuka Honigs auszuweisen. Das MGO gibt den Methylglyoxal-Gehalt direkt an, während UMF® die nicht-peroxidische Aktivität misst.

Der Unique Manuka Factor war lange Zeit das vorherrschende Auszeichnungs- und Klassifizierungs-System für Manuka Honig. Er wurde von Dr. Peter Molan selbst definiert, um den Grad der nicht peroxiden Aktivität eines Manuka Honigs auszuweisen. Dafür wurde ein Manuka Honig im Vergleich zu einer phenolischen Lösung getestet und dann der entsprechende UMF®-Wert ermittelt. Zur Bestimmung dieses Faktors wird die antibakterielle Wirkung des Manuka-Honigs mit der einer Phenollösung verglichen: beispielsweise hat ein Manuka-Honig UMF® 20+ die gleiche nicht-peroxidische antibakterielle Wirksamkeit in-vitro wie eine 20-prozentige phenolische Lösung.

UMF ist das Siegel der neuseeländischen UMF Honey Association. Es berücksichtigt neben Methylglyoxal auch weitere Marker wie Leptosperin und Dihydroxyaceton, die die Echtheit des Honigs belegen. Die UMFHA stellt deshalb strenge Richtlinien und Kontrollen an die neuseeländischen Produzenten. Neben der Angabe der Wirkstärke fungiert das UMF®-Label auch als Gütesiegel - das einzige relevante, das es bis jetzt für Manuka Honig gibt.

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Authentizität, Zertifikate und Betrugsrisiken

Kaum ein Naturprodukt hat in den letzten Jahren so viel Aufmerksamkeit bekommen wie Manuka Honig. Die Preise von Manuka-Honig und den daraus hergestellten Produkten steigen mit deren Gehalt an MGO. Da die Preise besonders für Produkte mit einem hohem MGO-Wert recht hoch sind, häufen sich auch die Betrugsfälle. Schätzungen zufolge wird weltweit deutlich mehr Manuka Honig verkauft, als Neuseeland überhaupt produziert - ein klares Zeichen dafür, dass gestreckte oder falsch deklarierte Ware im Umlauf ist.

Die wichtigste Frage beim Kauf lautet nicht "Welcher ist der stärkste?", sondern "Wofür möchte ich ihn verwenden?". Egal, ob auf dem Manuka Honig Ihrer Wahl der UMF® oder das MGO ausgewiesen wird, verlangen Sie vor dem Kauf Einsicht in die Test-Zertifikate des jeweiligen Honigs. Seriöse Anbieter lassen jede Charge in unabhängigen, von der neuseeländischen Regierung akkreditierten Laboren testen und können Analysezertifikate vorweisen. Zur Authentifizierung von „neuseeländischem Manuka-Honig“ wurde 2017 ein Analyseverfahren vorgestellt, das zwischen monofloralen und multifloralen Manuka-Honigen unterscheiden kann.

Im Jahr 2013 warnte die britische Food Standards Agency vor zunehmenden Betrügereien mit falschem Manuka-Honig. Analyse-Ergebnisse zeigten, dass sehr viel Manuka-Honig verkauft wurde, der gar kein Methylglyoxal enthielt. Die neuseeländischen Produzenten gaben 2013 eine jährliche Produktion von nur 1700 Tonnen an, weltweit wurden jedoch jährlich 10.000 Tonnen angeblicher Manuka-Honig verkauft.

Infografik: Checkliste zur Echtheitsprüfung von Manuka-Honig

Anwendung, Dosierung und Sicherheit

Honig wird in vielen Kulturen seit Jahrtausenden als Hausmittel geschätzt, und Manukahonig gilt dabei als besonders interessant. Innerliche Anwendung: Am beliebtesten ist der pure Genuss - ein Teelöffel Manukahonig, langsam im Mund zergehen lassen, idealerweise morgens auf nüchternen Magen oder abends vor dem Schlafengehen. Auch im Tee ist Manuka Honig ein Genuss; damit die empfindlichen Inhaltsstoffe erhalten bleiben, sollte das Getränk allerdings nur noch lauwarm sein, denn Temperaturen über etwa 40 Grad können wertvolle Bestandteile abbauen.

Äußerliche Anwendung: Traditionell wird Manukahonig dünn auf die gewünschte Hautpartie aufgetragen, etwa als Maske, punktuell bei Unreinheiten oder als pflegende Auflage auf trockenen Stellen. Nach einer Einwirkzeit von 20 bis 30 Minuten wird er mit lauwarmem Wasser abgespült. Für die äußere Anwendung reicht ein eher schwach wirksamer Honig; empfohlen werden etwa UMF5+ bis maximal UMF10+.

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Hinweis zur Sicherheit: Wie jeder Honig ist auch Manukahonig für Säuglinge unter zwölf Monaten nicht geeignet. Manukahonig ist ein Lebensmittel und kein Arzneimittel; bei ernsthaften oder anhaltenden Beschwerden gehört die Abklärung immer in ärztliche Hände.

Wissenschaftliche Studien und medizinische Anwendung

In vitro konnten antibakterielle Eigenschaften des Honigs nachgewiesen werden. Methylglyoxal hat eine minimal hemmende Konzentration gegenüber bestimmten Keimen wie Staphylococcus aureus und Escherichia coli gezeigt. Im August 2005 wurde ein zur Behandlung von Wunden ausgewiesenes Fertigpräparat unter der Bezeichnung Medihoney europaweit als Medizinprodukt zugelassen. Medihoney wird aus dem Blütennektar verschiedener Leptospermum-Arten gewonnen und enthält als weitere Komponente einen Blütenhonig mit einem hohen Anteil des Enzyms Glucose-Oxidase.

Durch den Einsatz des Honigs als Wundauflage soll ein feuchtes Wundmilieu erzeugt werden. Dieses soll in der Lage sein, sich ständig selbst zu desinfizieren, die Wunde nach außen abzuschließen und sie mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen. Eine systematische Übersichtsarbeit der Cochrane Collaboration aus dem Jahr 2015 stellte jedoch fest, dass sich aufgrund der Unterschiede in den Wundarten und Vergleichsbehandlungen keine allgemeinen Schlussfolgerungen über die Wirkung von Honig auf die Wundheilung ziehen lassen. Die Evidenz für die meisten Vergleiche sei von niedriger oder sehr niedriger Qualität; es bestehe aber Evidenz hoher Qualität dafür, dass Teilschichtverbrennungen mit Honig etwa vier bis fünf Tage schneller heilen als mit konventionellen Verbänden.

Vorstellung: Wie MGO die Wirksamkeit von Manuka-Honig erklärt

Praktische Tipps beim Kauf und zur Lagerung

  • Achten Sie auf die Bezeichnung MGO oder das UMF-Label, damit Sie garantierte Qualität erwerben.
  • Seriöse Anbieter können Analysezertifikate und Rückverfolgbarkeit vorweisen.
  • Transparente Herkunft: Echter Manukahonig stammt aus Neuseeland und wird idealerweise auch dort abgefüllt.
  • Realistischer Preis: Echter Manukahonig mit hohem MGO-Wert hat seinen Preis.

Manukahonig ist unkompliziert in der Aufbewahrung, ein paar Grundregeln verlängern jedoch seine Qualität. Lagern Sie das Glas dunkel, trocken und bei Zimmertemperatur - der Kühlschrank ist nicht nötig und lässt den Honig nur unnötig hart werden. Direkte Sonneneinstrahlung und Temperaturen über 40 Grad sollten Sie vermeiden, da Hitze die empfindlichen Inhaltsstoffe abbauen kann. Verwenden Sie außerdem immer einen sauberen, trockenen Löffel, damit keine Feuchtigkeit ins Glas gelangt.

Herkunft, Produktion und Markt

Manukahonig entsteht, wenn Bienen den Nektar der Südseemyrte (Leptospermum scoparium) sammeln, eines Strauchs, der fast ausschließlich in Neuseeland und in Teilen Südostaustraliens wächst. Die Manuka-Pflanze wächst fast nur in Neuseeland und blüht lediglich wenige Wochen im Jahr. Die Ernte ist aufwendig, die Mengen sind begrenzt, und jede Charge wird im Labor auf ihren MGO-Gehalt geprüft. Dazu kommen Zertifizierung, lange Transportwege und die weltweit hohe Nachfrage.

Mit der Einführung separater Warennummern für Manuka-Honig war es möglich, die tatsächlichen Exportmengen eines Jahres zu beziffern. 2019 betrugen diese weltweit für monofloralen Manuka-Honig 4.499 Tonnen und für multifloralen Manuka-Honig 2.270 Tonnen.

Karte: Hauptanbaugebiete der Manuka-Pflanze in Neuseeland

Zusammenfassung der wichtigsten Punkte

  • MGO ist der quantitative Indikator und gibt mg Methylglyoxal pro kg Honig an.
  • UMF® ist ein Qualitäts- und Echtheits-Siegel, das neben MGO auch Marker wie Leptosperin und DHA berücksichtigt.
  • Je höher der MGO-Wert, desto stärker die antimikrobielle Aktivität in vitro, doch nicht jeder Einsatz erfordert hohe MGO-Werte.
  • Achten Sie auf Laborzertifikate, Rückverfolgbarkeit und realistische Preise, um Fälschungen zu vermeiden.

Welche Stufe für Sie sinnvoll ist, hängt vom geplanten Einsatz ab. Für den Genuss reicht oft ein Honig mit MGO 100 bis 250. Für die tägliche Routine hat sich der mittlere Bereich um MGO 300 bis 400 bewährt. Wer gezielt auf einen hohen Methylglyoxal-Gehalt Wert legt, investiert in MGO 600 oder mehr.

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