Manuka Honig Lutschbonbons: Wirkung, Anwendung, Apotheke
Manuka Honig wird in Neuseeland von Honigbienen aus dem Nektar der Südseemyrte (Leptospermum scoparium) produziert. Die Maori, die Ureinwohner Neuseelands, bezeichnen die Pflanze in ihrer Sprache als Manuka. Der Strauch gehört zur Familie der Myrtengewächse und wird bis zu vier Meter hoch. Erstmalige Aufmerksamkeit erhielt die Südseemyrte durch den Botaniker Joseph Banks, ein Mitglied von James Cooks Expedition der Weltumsegelung. Banks stellte fest, dass die Südseemyrte von den Maori als Heilpflanze genutzt wurde.
Manuka-Honig wird traditionell als Naturheilmittel gepriesen. Manuka-Honig werden antimikrobielle und heilende Eigenschaften zugeschrieben und er wird häufig als Superfood bezeichnet. Beim Kauf des Manuka Honigs sollte man auf Qualitätskriterien wie den MGO- oder UMF-Wert achten. Wichtig ist der Hinweis auf den MGO oder UMF Gehalt. Dieser weist den Manuka Honig als geprüft und vertrauenswürdig aus. Beim Kauf sollten Sie darauf achten, ob der Anbieter Mitglied des neuseeländischen Branchenverbandes „Unique Manuka Factor Honey Association“ oder der „Australian Manuka Honey Association“ ist, da diese Honige auf Reinheit geprüft und zertifiziert werden.
Wirkstoffe: Methylglyoxal (MGO) und DHA
Das Besondere an Manuka Honig ist Methylglyoxal, ein Zuckerabbauprodukt, das als antibakterieller Wirkstoff identifiziert wurde. Methylglyoxal (MGO) wird aus Dihydroxyaceton (DHA) gebildet. MGO entsteht aus Dihydroxyaceton (DHA), das in den Blüten des Manuka-Strauchs vorkommt. Die Umwandlung erfolgt im Bienenstock bei der Trocknung des Honigs in den Waben. Der Wert gibt an, wie hoch die Menge an Methylglyoxal im Honig ist.
MGO wird unter anderem durch das Enzym Glucoseoxidase gebildet. Im medizinischen Manuka-Honig bleibt die Enzymaktivität stabil, solange der Honig unverdünnt und nicht zu sauer ist. Bei Kontakt mit Wundsekret oder anderen Substanzen, die den pH-Wert erhöhen, kann die Enzymaktivität zunehmen und die Freisetzung von MGO und Wasserstoffperoxid verstärken.
Antibakterielle und immunmodulierende Effekte
Die antibakterielle Wirkung von Manuka-Honig wird vor allem auf den Inhaltsstoff Methylglyoxal (MGO) zurückgeführt. In der Literatur wird berichtet, dass medizinischer Manuka-Honig, vor allem aufgrund des enthaltenen MGOs, eine Vielzahl von Bakterien hemmen kann, einschließlich einiger antibiotikaresistenter Stämme. Diese Erkenntnisse stammen jedoch aus Laboruntersuchungen. Es ist unklar, ob sie auf den lebenden Organismus übertragbar sind.
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Manuka-Honig soll zudem verhindern, dass sich auf Wunden ein Biofilm bildet, der Bakterien vor Antibiotika schützt. Außerdem soll er bestehende Biofilme auflösen und so die Wundheilung unterstützen. Manuka Honig wird in diversen Nahrungsergänzungsmitteln auch in Kombination mit Propolis, Heilpflanzen, Fruchtextrakten oder Vitaminen angeboten. Dadurch erhofft man sich eine umfangreichere Wirkung und einen weitreichenden Effekt auf das Immunsystem.
Manuka-Honig stimuliert die Produktion gewisser Faktoren in den Monozyten des Immunsystems. Tonks et al. fanden heraus, dass Manuka-Honig im Vergleich zu zwei anderen Honigsorten und Zuckersirup die Freisetzung der inflammatorischen Zytokine TNF-alpha, IL-1beta und IL-6 anregt. Singhal et al. Was dem Manuka Honig lange nur in der Alternativmedizin nachgesagt wurde, wird jetzt nach und nach durch Belege aus der wissenschaftlichen Forschung gestützt: in einer Studie von Almasaudi et al. erwies sich Manuka Honig bei Tierversuchen an Ratten als entzündungshemmend.
Anwendungsgebiete: Lutschbonbons, Mundpflege, Wundbehandlung und Haut
Während normaler Honig ein bekanntes Hausmittel bei Husten, Halsschmerzen und Erkältungen ist, enthält Manuka-Honig deutlich höhere Mengen des Wirkstoffs Methylglyoxal - der Hauptgrund für seine starke antibakterielle Wirkung. Manuka Honig kann wie normaler Honig jederzeit angewendet werden. Bei starken Symptomen sprechen Sie die Behandlung unbedingt mit Ihrem Arzt ab.
Manuka Honig wird vor allem als Salbe oder Creme bei Hautproblemen eingesetzt. Viele Phytotherapeuten sowie auch Ärzte und Tierärzte haben immer wieder gute Erfahrungen mit Manuka-Produkten zur Hautpflege gemacht. Bei Hautverletzungen, Wunden und leichten Verbrennungen lässt sich Manuka Honig ebenfalls einsetzen, um die Wundheilung zu fördern und Keime zu reduzieren. Zur Behandlung von Wunden teilen viele Verbraucher ihre Erfahrungen im Internet mit.
Manuka Honig wird auch als Mundspüllösung angeboten und soll aufgrund des keimhemmenden Effekts vor Karies und Parodontose schützen. Medizinischer, steriler Manuka-Honig muss bestimmte Reinheits- und Sicherheitskriterien erfüllen. Er enthält die Wirkstoffe in den erforderlichen standardisierten Mengen, damit er direkt oder in Form anderer Zubereitungen zur Wundbehandlung verwendet werden kann. Nur der medizinische, sterile Honig darf zur Wundbehandlung verwendet werden. „Normaler“ Manuka-Honig hingegen ist ein Naturprodukt, das Keime enthält und folglich schwere Reaktionen und Wundinfektionen hervorrufen kann.
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Mittlerweile gibt es viele Manuka-Produkte, die speziell für Tiere entwickelt wurden, um etwa Biss- oder Schürfwunden zu behandeln. Dabei steht den Patientenbesitzern eine Reihe von Salben oder Sprays zur Verfügung, die in den meisten Fällen leicht anzuwenden sind.
Lutschbonbons mit Manuka Honig
Lutschbonbons mit Manuka Honig nutzen die lokal keimhemmenden Eigenschaften des Honigs, um im Bereich Rachen, Mundschleimhaut und Hals zu wirken. Während normaler Honig ein bekanntes Hausmittel bei Husten ist, sollen Lutschbonbons mit Manuka Honig durch den hohen MGO-Gehalt besonders wirksam gegen Bakterien und bei Halsschmerzen sein. Manuka Honig kann wie normaler Honig jederzeit angewendet werden. Bei starken Symptomen sprechen Sie die Behandlung unbedingt mit Ihrem Arzt ab.
Sicherheit, Nebenwirkungen und Vorsicht
Kleine Kinder sollten bis zu einem Alter von etwa einem Jahr generell keinen Manuka Honig zu sich nehmen. Das Bakterium Clostridium botulinum kann sich in geringen Mengen im Honig befinden. Diese Bakterien produzieren Botulinumtoxine, die den Botulismus auslösen können. Die Erkrankung ist eher als Fleisch- oder Wurstvergiftung bekannt. Babys und Säuglingen unter zwölf Monaten sollte kein Honig verabreicht werden, da sich ihre Darmflora noch nicht komplett entwickelt hat und sie sich dadurch mit dem seltenen, aber lebensgefährlichen Säuglingsbotulismus infizieren können.
Wie bei allen Naturprodukten stellt sich auch bei Manuka Honig die Frage, ob nicht auch potentiell toxische Substanzen enthalten sind und wie diese sich auswirken. Laut Price et al. und Berlanga et al. bildet Methylglyoxal mit Lipoproteinen, DNA und Proteinen Adddukte, sogenannte advanced glycation end-products (AGEs).13,14 Diese halten Gefäßverletzungen und neuronale Verletzungen von der Heilung ab. Daher ist von einer erhöhten Zufuhr von Methylglyoxal durch Manuka Honig bei Diabetespatienten mit chronischen Wunden abzuraten.
Aron et al. stellten in einem Experiment mit einer 50%-igen Manuka-Lösung eine ototoxische, das heißt ohrenschädigende Wirkung fest. Generell ist bei reinen Naturprodukten wie Manuka Honig natürlich immer Vorsicht geboten. Generell können Menschen Manuka-Honig auch mit einem UMF 20+ verzehren. Das heißt jedoch nicht, dass es unschädlich ist und bedenkenlos in allen Fällen verwendet werden kann.
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Qualität, Kennzeichnung und Preis
Im Allgemeinen hat sich die Angabe des MGO-Wertes eingebürgert. Es gibt aber auch noch den UMF-Wert. Der „Unique Manuka Factor“ bezieht sich bei seiner Angabe der antibakteriellen Wirkung auf den Referenzwert einer phenolischen Lösung. Nur Mitglieder im Verband der Unique Manuka Factor Honey Association (UMFHA) dürfen diese Kennzeichnung nutzen. Manuka-Honig ist mindestens sechsmal so teuer wie andere Honigsorten. Aufgrund seines hohen Preises gibt es viele Fälschungen auf dem Markt.
Ein guter Honig zeichnet sich dadurch aus, dass er nach dem Herausschleudern aus den Waben keiner weiteren Behandlung unterzogen wird. Eine Wärmebehandlung würde die wertvollen Inhaltsstoffe des Honigs zerstören. Beim Kauf des Manuka Honigs sollte man auf Qualitätskriterien wie den MGO- oder UMF-Wert achten. Am besten ist es auch bei diesem Naturprodukt auf Bio-Ware zurückzugreifen.
Lagerung und Haltbarkeit
Wie die meisten lagerfähigen Naturprodukte sollte Manuka-Honig kühl, trocken und dunkel aufbewahrt werden, jedoch nicht im Kühlschrank, da er Wasser anzieht. Ein trockener Ort ist ebenfalls wichtig, da Honig Feuchtigkeit aus der Luft zieht. Daher sollten Sie am besten immer den Deckel fest verschließen. Am besten geschützt ist der Honig in einem braunen Glas mit einem dichten Verschluss. Beachten Sie das Haltbarkeitsdatum.
Wie bei jedem Lebensmittel ist die richtige Lagerung entscheidend - sie verlängert die Haltbarkeit von Honig und erhält seine Wirkung. Honig als Lebensmittel sollten Sie an einem kühlen, trockenen und dunklen Ort aufbewahren, da er hitze- und lichtempfindlich ist. Wenn er längere Zeit hohen Temperaturen und Licht ausgesetzt ist, können wertvolle Stoffe und Enzyme abgebaut werden. Von einer Lagerung im Kühlschrank wird abgeraten, da Honig bei Kälte kristallisiert und wieder erhitzt werden muss, um flüssig zu werden. Bei zu hoher Hitze besteht die Gefahr, dass die Enzymaktivität und somit die gesundheitsfördernden Eigenschaften beeinträchtigt werden.
Medizinische Zulassung und Anwendung in der Apotheke
Manuka-Honig wird in verzehrgeeigneten und medizinischen, sterilen Varianten angeboten. Medizinischer, steriler Manuka-Honig muss bestimmte Reinheits- und Sicherheitskriterien erfüllen. Nur der medizinische, sterile Honig darf zur Wundbehandlung verwendet werden. Für positive Effekte von medizinischem Honig in der Wundbehandlung fehlen bislang jedoch die Belege. Im Gegenteil, es wurden sogar vermehrt Schmerzen bei der Anwendung festgestellt.
Manuka Honig wird pur oder in medizinischen Produkten eingesetzt. Viele Apotheken führen Manuka-Produkte als Lutschbonbons, Pastillen, Salben oder Mundspülungen. Lutschbonbons mit Manuka Honig sind leicht anzuwenden und dienen der lokalen Anwendung im Mund-Rachen-Raum, sie ersetzen jedoch nicht den Arztbesuch bei schweren Infektionen.
Kurzübersicht: Unterschiede MGO vs. UMF
| Metrik | Bedeutung |
|---|---|
| MGO | Gibt die Menge an Methylglyoxal im Honig an; gängige Qualitätskennzeichnung |
| UMF | „Unique Manuka Factor“, Zertifikat, nur von Mitgliedern der UMFHA nutzbar; bezieht sich auf Vergleich mit phenolischer Lösung |
Praktische Hinweise für Verbraucher
- Achten Sie beim Kauf auf MGO- oder UMF-Angaben und auf vertrauenswürdige Zertifikate.
- Verwenden Sie Lutschbonbons mit Manuka Honig zur lokalen Linderung bei Halsschmerzen, konsultieren Sie aber bei starken Symptomen einen Arzt.
- Gebrauch von medizinischem Manuka-Honig zur Wundbehandlung nur mit sterilen, geprüften Produkten.
- Kein Honig für Säuglinge unter 12 Monaten.
- Bewahren Sie Manuka-Honig kühl, trocken, dunkel und luftdicht verschlossen auf; vermeiden Sie starke Hitze über 65 °C.
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