Manuka Honig — Konsistenz, Inhaltsstoffe und charakteristische Eigenschaften

Manuka Honig liegt voll im Trend und erfreut sich zunehmend grösserer Beliebtheit. Manuka Honig ist ein sogenannter Einzelblütenhonig, der von Bienen aus dem Blütennektar der Manuka-Pflanze, der sogenannten Südseemyrte, gewonnen wird. Diese besondere Honigsorte stammt von den Blüten des Manuka-Baums, der in Neuseeland und Teilen Australiens heimisch ist.

Herkunft der Pflanze und traditionelle Nutzung

Obwohl Manuka-Honig traditionell als neuseeländisches Produkt angesehen wird, ist die Manuka-Pflanze auch in Australien heimisch (und artenreicher): Dort gedeiht sie vor allem an der australischen Ostküste sowie im unberührten Buschland. Hierbei handelt es sich um einen sehr robusten Strauch, der mit dem australischen Teebaum verwandt ist und in der Sprache des indigenen Volks der Maori als „Manuka“ bezeichnet wird. Die Pflanze stellt keine hohen Ansprüche an die Bodenbedingungen. Sie wächst vom Tiefland bis hoch in die alpinen Regionen, bevorzugt an offenen, lichten Flächen oder am Waldrand.

Bei den neuseeländischen Ureinwohnerinnen und Ureinwohnern gilt der Südseemyrte-Strauch als wertvolle Heilpflanze, die unter anderem zur natürlichen Wundbehandlung sowie zur Linderung von Magen-Darm-Beschwerden, Fieber und Blasenentzündungen angewendet werden kann. So finden vor allem die Rinde sowie die Pflanzenblätter Verwendung, die beispielsweise zu einem Tee-Aufguss verarbeitet werden können. Aus den Blättern und den Zweigen kann auch Manuka-Öl destilliert werden, das ebenfalls aufgrund seiner heilungsfördernden Wirkungen von den indigenen Völkern geschätzt wurde.

Manuka-Strauch in natürlichem Habitat

Konsistenz, Farbe und Geschmack

Manuka Honig hat einen intensiven, würzig-herben und nur leicht süsslichen Geschmack sowie eine leicht dunkelgelbe Farbe. Echter Manuka Honig hat eine etwas dickere Konsistenz als normaler Honig und eine dunklere, bernsteinfarbene Farbe. Ein hochqualitativer Manuka Honig sollte Dunkelgold bis leicht Hellbraun sein. Die Honigfarbe kann unter Umständen ein Hinweis darauf sein, wie viel antioxidative Phenolverbindungen enthalten sind.

Der australische Honig überzeugt mit einem cremig-intensiven Geschmack und bietet somit einen Genuss der besonderen Art. Der Honig ist angenehm flüssig und kristallisiert wesentlich langsamer. Darüber hinaus verändert er auch im Laufe der Zeit seine Konsistenz nicht. Ebenso können Kälteeinbrüche in den Wintermonaten dazu führen, dass Manuka Honig hart wird. Sogar kann jeder Honig kristallisieren. Alle drei Szenarien sind völlig natürliche Reaktionen auf die Temperatur. Wenn es schneller gehen soll, können Sie den Honig erwärmen, z. B. auf einem Heizkörper, damit er schneller in seinen normalen Zustand zurückkehrt.

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Chemische Besonderheit: Methylglyoxal (MGO) und Dihydroxyaceton (DHA)

Das Besondere an diesem Honig ist das „Methylglyoxal“, ein Aldehyd, das bei der Produktion des Honigs im Bienenstock aus arttypischen Pflanzenstoffen und dem Bienenspeichel gebildet wird. Methylglyoxal findet sich im Manuka Honig in hundertfach höherer Konzentration als in herkömmlichen Honigsorten - und genau das macht dieses Naturprodukt so besonders. MGO ist also nicht von vornherein im Manuka Honig vorhanden. Im Nektar der Manuka-Pflanzen findet sich das Kohlenhydrat Dihydroxyaceton, kurz DHA: Erst durch die Kombination dieses Kohlenhydrats mit dem Bienenspeichel beginnt die Umwandlung von DHA in MGO. Diese Umwandlung kann mehrere Monate andauern und stagniert anschliessend auf einem bestimmten MGO-Wert.

MGO entsteht nicht direkt im Nektar der Manuka-Blüten, sondern nach der Honigbildung und -lagerung durch die Bienen, anhand einer chemischen Umwandlung. Nach der Honigproduktion wird das DHA durch nicht-enzymatische Reaktionen zu MGO umgewandelt. MGO entsteht unter anderem durch das im Bienenspeichel enthaltene Enzym Glucoseoxidase. Die Enzymaktivität bleibt im medizinischen Manuka-Honig stabil, solange er unverdünnt und nicht zu sauer ist. Wenn es mit Wundflüssigkeit oder anderen Stoffen in Kontakt kommt, die den pH-Wert erhöhen, kann die Enzymaktivität zunehmen.

Bedeutung des MGO-Wertes

Der Methylglyoxal-Wert bezeichnet diesen Inhaltsstoff in Milligramm pro Kilogramm. Methylglyoxal wirkt stark antibakteriell, weil es essenzielle Biomoleküle (Proteine, DNA, Enzyme) chemisch verändert und dadurch den Stoffwechsel und die Vermehrung von Bakterien blockiert. Bakterien können durch die hohe Konzentration keine Reparaturmechanismen mehr nutzen.

MGO-Kategorie ca. MGO (mg/kg) Hinweis
Einsteiger 100+ Für den täglichen Verzehr, günstiger
Mittlere Stufe 300-550+ Stärkere antibakterielle Eigenschaften
Hohe Stufe 850+ (bis 1000+) Sehr hohe Konzentration, teuer

Zum Vergleich: „Normaler“ Blütenhonig hat einen Methylglyoxal-Wert von 0 bis höchstens 20, bei Manuka Honig liegt der höchste MGO-Wert bei bis zu 1000+. Je höher der MGO-Wert ist, desto wertvoller ist also der Manuka Honig. Der MGO-Wert ist zum einen der Massstab für die Wirksamkeit und zum anderen für die Reinheit des Honigs.

Illustration der DHA-zu-MGO Umwandlung

Medizinische Anwendungen und Forschung

Manuka-Honig wird in klinischen Studien erforscht und teilweise angewendet. In vitro konnten antibakterielle Eigenschaften des Honigs nachgewiesen werden. Besonders bakterizide Eigenschaften wurden gegen die Erreger Staphylococcus aureus und Escherichia coli festgestellt. Für Methylglyoxal wurde die minimale Hemmkonzentration gegenüber beiden Keimen ermittelt als 1,1 Millimol pro Liter (entsprechend 75 Milligramm Methylglyoxal pro Kilogramm).

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Medizinischem Manuka-Honig wird nachgesagt, dass er die Bildung von Biofilmen auf Wunden verhindert, eine Barriere der Bakterien vor Antibiotika. Außerdem soll er bestehende Biofilme auflösen und somit die Wundheilung unterstützen. Im August 2005 wurde ein zur Behandlung von Wunden ausgewiesenes Fertigpräparat unter der Bezeichnung Medihoney europaweit als Medizinprodukt zugelassen. Medihoney wird aus dem Blütennektar verschiedener Leptospermum-Arten gewonnen und enthält als weitere Komponente einen Blütenhonig mit einem hohen Anteil des Enzyms Glucose-Oxidase. Das Gemisch wird durch Bestrahlung keimfrei gemacht.

Die Cochrane-Übersicht (2015) stellte fest, dass sich aufgrund der Unterschiede in den Wundarten und Vergleichsbehandlungen keine allgemeinen Schlussfolgerungen über die Wirkung von Honig auf die Wundheilung ziehen lassen. Allerdings bestehe Evidenz hoher Qualität dafür, dass Teilschichtverbrennungen mit Honig etwa vier bis fünf Tage schneller heilen als mit konventionellen Verbänden. Es bestehe Evidenz moderater Qualität dafür, dass Honig wirksamer zur Wundheilung von infizierten Wunden nach chirurgischen Eingriffen ist als Antiseptika mit anschließendem Mullverband.

Anwendungsgebiete im Alltag

  • Unterstützung bei Erkältungen: einen Teelöffel pur im Mund zergehen lassen oder in maximal 40 °C warmen Tee auflösen und trinken.
  • Süssungsmittel: Manuka Honig kann ideal als Süssungsmittel angewendet werden, so zum Beispiel in Smoothies und Müslis - oder einfach pur genossen werden!
  • Wundversorgung: Hierfür nur medizinisch zertifizierten Manuka-Honig, sogenannten Medihoney mit dem CE-Siegel, verwenden.
  • Wohlbefinden: Es gibt Hinweise, dass täglicher Honigkonsum das Wohlbefinden steigern kann; Studien zeigen z. B. eine Absenkung freier Radikale und eine Verbesserung des Immunstatus.
Anwendung von Manuka-Honig bei Hautverletzungen (demonstrativ)

Qualität, Zertifikate und Authentizität

Da echter Manuka Honig nicht billig ist und es viele Fälschungen auf dem Markt gibt, ist es wichtig zu wissen, wie man echten von gefälschtem Manuka Honig unterscheiden kann. Manuka Honig ist ein Produkt, das aufgrund seines Wertes und der relativ geringen jährlichen Produktionsmenge bedauerlicherweise oft gefälscht wird. Seriöse Qualitätssiegel spielen aus diesem Grund eine besonders wichtige Rolle.

Einige wichtige Prüfzeichen und Standards:

  • UMF (Unique Manuka Factor) - ein Qualitätsmerkmal, das die Authentizität und die antibakterielle Wirksamkeit bestätigt. Ein UMF-Label garantiert, dass der Honig echte antibakterielle Eigenschaften hat und dass er in Neuseeland hergestellt wurde.
  • MGO-Siegel - charakterisiert den Methylglyoxalgehalt in mg/kg (z. B. MGO® 100, 550, 850).
  • AMHA (Australian Manuka Honey Association) - Qualitätsstandards erfordern, dass die natürlich vorkommenden Stoffe MGO und DHA im Honig vorhanden sind; Testkontrollen werden von unabhängigen Laboren durchgeführt.
  • Die Association for Defining Authentic Australian Manuka Honey garantiert 100 % reinen Manuka Honig aus Australien.

Nach neuseeländischem Recht durfte in der Vergangenheit uneingeschränkt jeder Honig, der von einem Bienenvolk produziert wurde, das in der Nähe von Manukapflanzen aufgestellt ist, von den Imkern als „Manuka“ vermarktet werden, auch wenn die Manukaanteile im Honig kaum mehr nachweisbar waren. 2013 warnte die britische Agentur für Lebensmittelstandards Konsumenten vor zunehmenden Betrügereien mit falschem Manuka-Honig. Analyse-Ergebnisse würden zeigen, daß offensichtlich sehr viel Manuka-Honig verkauft wird, der gar kein Manuka-Honig ist. Konkret wurde festgestellt, daß in diesen Honigen gar kein Methylglyoxal enthalten war.

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Herkunft und Markt: Neuseeland vs. Australien

Nicht nur Neuseeland, sondern vor allem Ost-Australien produziert einige der stärksten Manuka-Sorten weltweit. Unser hochwertiger Honig stammt aus Australien, denn gerade dieser australische Manuka-Honig hat eine hohe Qualität und Reinheit, kann jedoch wesentlich günstiger produziert werden als sein neuseeländisches Pendant. Dadurch erklärt sich im Vergleich zum neuseeländischen Manuka Honig auch der niedrigere Verkaufspreis. Auch in puncto Geschmack und Konsistenz hat australischer Manuka-Honig die Nase vorn: Aufgrund der über 80 verschiedenen Manuka-Pflanzen, die in Australien wachsen (in Neuseeland hingegen nur eine einzige), können hier optimalere Ergebnisse bei der Honig-Produktion erzielt werden.

Mit der Einführung separater Warennummern für Manuka-Honig war es möglich, die tatsächlichen Exportmengen zu beziffern. 2019 betrugen diese weltweit für monofloralen Manuka-Honig 4.499 Tonnen und für multifloralen Manuka-Honig 2.270 Tonnen.

Lagerung, Haltbarkeit und Transport

Genau wie jeder andere reine Bienenhonig ist Manuka-Honig ein mit aktiven Enzymen ausgestattetes Naturprodukt - und wasserliebend. Das bedeutet, dass er Feuchtigkeit aus der Luft zieht, sogar durch ein mit einem Deckel verschlossenes Glas oder einen fest verschlossenen Plastikeimer. Um seine Haltbarkeit zu verlängern und die gesunde beziehungsweise wohltuende Wirkung zu erhalten, lagert man Bienenhonig wie auch Manuka-Honig daher am besten an einem kühlen, trocknen und dunklen Ort.

MGO in Manuka Honig ist eine natürliche Verbindung, die durch extreme Hitze beeinträchtigt wird, aber nur über einen sehr langen Zeitraum, z.B. wenn ein Becher jahrelang in einem Schaufenster in direktem Sonnenlicht ausgesetzt wurde. Unser gesamter Bestand von Manuka Honig wird in unserem Lagerhaus, das von den Behörden zugelassen ist, lebensmittelkonform gelagert. Und das stets, bevor er an Sie auf verschiedenen Transportwegen versandt wird.

Preis, Verfügbarkeit und Wirtschaft

Die Preise für Manuka-Honig, sei es als verzehrfertiges oder medizinisches Naturprodukt, variieren stark. Dabei sind die Preise von der Qualität, dem MGO-Grad, seiner Verpackung, Herkunft und der UMF-Zertifizierung abhängig. Je höher der MGO-Gehalt, desto teurer: Beginnend bei 100+, wenn man so will für Manuka-Honig-Einsteiger, finden sich zum Beispiel bei online Vergleichsplattformen Preise von 53 Euro/kg. Steigt der MGO-Wert auf 550+ macht sich das an einem Preis von rund 200 Euro/kg bemerkbar. Für die sehr hohe MGO-Stufe von 850+ zahlt man gute 520 Euro/kg.

Mit der steigenden internationalen Nachfrage erhöhte sich der Preis von 37 NZD für ein Kilo im Jahr 2010 auf über 100 NZD im Jahr 2015. Die Zahl der Imker wuchs sprunghaft und die Menge an produziertem Honig erreichte 2015 20.000 Tonnen. Mit der wachsenden Konkurrenz um die begrenzte Zahl an Futterpflanzen kam es zu zahlreichen Konflikten und steigender Kriminalität im Manuka-Imkermilieu.

Sicherheit, Nebenbemerkungen und Empfehlungen

Manuka-Honig ist ein Naturprodukt und kein Ersatz für Medikamente. Der Konsum von Manuka-Honig sollte im Zweifel mit dem zuständigen medizinischen Fachpersonal abgestimmt werden. Ein hochqualitativer Manuka Honig sollte Dunkelgold bis leicht Hellbraun sein. Dieses Echtheitszeichen der Association for Defining Authentic Australian Manuka Honey ist sehr wichtig, denn es garantiert Ihnen 100 % reinen Manuka Honig aus Australien.

Die Bedeutung des Methylglyoxalgehaltes im Manuka-Honig wurde sowohl hinsichtlich der antibakteriellen Wirksamkeit als auch der toxikologischen Unbedenklichkeit kontrovers diskutiert. Der Lebensmittelchemiker Thomas Henle von der TU Dresden hält die in Manuka-Honigen gefundenen 300 bis 700 mg pro Kilogramm „für den menschlichen Organismus (…) möglicherweise nicht mehr unbedenklich“.

Alternativen und Fazit zur Wahl

Manuka-Honig ist zweifellos ein außergewöhnlicher Honig mit einzigartigen Eigenschaften. Sein intensiver Geschmack, die besondere Konsistenz und der hohe MGO-Gehalt machen ihn zu einem begehrten Produkt. Doch gibt es vielleicht auch heimische Manuka-Alternativen? Heidehonig ist einer der wenigen deutschen Honige, die geschmacklich und von der Konsistenz her mit Manuka-Honig vergleichbar sind. Wer eine hochwertige, regionale und unkomplizierte Alternative sucht, trifft mit Heidehonig eine kluge Entscheidung.

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