Manuka Honig: Herkunft und Blütezeit
Manuka Honig liegt voll im Trend und erfreut sich zunehmend grösserer Beliebtheit. Manuka Honig ist ein von Honigbienen aus dem Blütennektar der Südseemyrte (Manuka) erzeugter Honig, der traditionell als Naturheilmittel verwendet wird. Er stammt aus Neuseeland und wird aus dem Nektar der Manuka-Pflanze (Leptospermum scoparium bzw. Leptospermum polygalifolium) gewonnen, die dort wild wächst. Obwohl Manuka-Honig traditionell als neuseeländisches Produkt angesehen wird, ist die Manuka-Pflanze auch in Australien heimisch (und artenreicher): Dort gedeiht sie vor allem an der australischen Ostküste sowie im unberührten Buschland.
Die Manuka-Pflanze: Vorkommen, Wachstum und Anspruch
Die Pflanze stellt keine hohen Ansprüche an die Bodenbedingungen. Sie wächst vom Tiefland bis hoch in die alpinen Regionen, bevorzugt an offenen, lichten Flächen oder am Waldrand. Sie wächst auch im südöstlichen Australien. Sie wächst als mannshoher Strauch oder als bis zu 15 Meter hoher Baum mit weißen oder rosafarbenen Blüten. Da die Pflanze sehr robust und widerstandsfähig ist, wächst sie so gut wie überall in Neuseeland, wird aber hauptsächlich auf der Nordinsel Neuseelands kultiviert. Manuka war das Gewächs, das auf den gerodeten Flächen als erstes immer wieder Wurzeln schlug.
In Australien wachsen über 80 verschiedene Manuka-Pflanzen, in Neuseeland hingegen nur eine einzige; dadurch sind australische Manuka-Gebiete artenreicher und produzieren einige der stärksten Manuka-Sorten weltweit. Nicht nur Neuseeland, sondern vor allem Ost-Australien produziert einige der stärksten Manuka-Sorten weltweit. Der australische Honig überzeugt mit einem cremig-intensiven Geschmack und bietet somit einen Genuss der besonderen Art.
Blütezeit und Erntezeitraum
Die Gewinnung von Manuka-Honig ist besonders anspruchsvoll, da die Manuka-Pflanze nur für wenige Wochen im Jahr blüht. Die Honigernte erfolgt traditionell in entlegenen, naturbelassenen Regionen Neuseelands. Manuka Honig zählt zu den seltensten Honigen der Welt. Er entsteht aus dem Nektar der neuseeländischen Manuka-Pflanze und wird nur wenige Wochen pro Jahr geerntet.
Die Imker stellen ihre Völker gezielt in die Nähe von blühenden Manuka-Sträuchern, denn nur wenn Bienen überwiegend Manuka-Nektar sammeln, entsteht monofloraler Manuka-Honig. Sobald sie eine UMF-Einstufung erhalten hatten, konnten die Manuka Honigproduzenten ihren Honig als reinen, hochwertigen, echten Manuka Honig kennzeichnen und vermarkten.
Lesen Sie auch: Bienenprodukte im Vergleich: Manuka Honig und Propolis
Wie entsteht Manuka-Honig? Die Verarbeitung im Bienenstock
Die eigentliche Herstellung des Honigs beginnt mit dem Sammeln des Nektars: Zuerst sammeln die Bienen den Nektar aus den Blüten des Manuka-Strauchs. Danach transportieren sie ihn in den Bienenstock, wo er weiterverarbeitet wird. Die Sammelbienen übergeben den frischen Manuka-Nektar an die Stockbienen. Dabei wird er mehrmals von Biene zu Biene weitergereicht und jedes Mal mit wichtigen Enzymen angereichert. Dem Honig wird die Flüssigkeit entzogen und er wird fermentiert. Dies geschieht, indem die Bienen den Nektar in Form von Tropfen aus der Honigblase durch den Rüssel abgeben und danach wieder einsaugen und erneut ausscheiden. Dabei verdunstet das Wasser und die Bienen fügen dem Nektar Enzyme zu. Der so bearbeitete halbreife Honig wird in Waben eingelagert, wo er weiter reift. Bevor der Honig geerntet werden kann, muss er vollständig reifen. Imker entnehmen den reifen Honig, zentrifugieren und reinigen ihn und füllen ihn dann ab. Der Honig wird dann schliesslich in einer Honigschleuder durch die Wirkung der Zentrifugalkraft aus den einzelnen Waben extrahiert.
MGO und DHA: Die chemische Grundlage der Besonderheit
Das Besondere an diesem Honig ist das „Methylglyoxal“, ein Aldehyd, das bei der Produktion des Honigs im Bienenstock aus arttypischen Pflanzenstoffen und dem Bienenspeichel gebildet wird. Methylglyoxal, kurz MGO, ist ein Zuckerabbau-Produkt, das in der Bienenwabe während der Reifung des Honigs entsteht. MGO ist also nicht von vornherein im Manuka Honig vorhanden. Im Nektar der Manuka-Pflanzen findet sich das Kohlenhydrat Dihydroxyaceton, kurz DHA: Erst durch die Kombination dieses Kohlenhydrats mit dem Bienenspeichel beginnt die Umwandlung von DHA in MGO. Dieser Umwandlungsvorgang kann mehrere Monate andauern und stagniert anschliessend auf einem bestimmten MGO-Wert.
Das Methylglyoxal ist nicht im Nektar der Manuka-Blüten vorhanden. Methylglyoxal entsteht in der Honigwabe durch Dehydratation des im Nektar der Blüten des Manukastrauchs enthaltenen Stoffes Dihydroxyaceton (siehe oben). Die MGO-Konzentration im „reifen“ Honig korreliert mit der DHA-Konzentration im Nektar, welche wiederum von Strauch zu Strauch schwankt.
Warum ist MGO wichtig?
Methylglyoxal findet sich im Manuka Honig in hundertfach höherer Konzentration als in herkömmlichen Honigsorten - und genau das macht dieses Naturprodukt so besonders. Zum Vergleich: „Normaler“ Blütenhonig hat einen Methylglyoxal-Wert von 0 bis höchstens 20, bei Manuka Honig liegt der höchste MGO-Wert bei bis zu 1000+. Der Methylglyoxal-Wert bezeichnet diesen Inhaltsstoff in Milligramm pro Kilogramm. Dieser Wert ist zum einen der Massstab für die Wirksamkeit und zum anderen für die Reinheit des Honigs. Je höher der MGO-Wert ist, desto wertvoller ist also der Manuka Honig.
| Bezeichnung | Bedeutung |
|---|---|
| DHA | Ausgangsstoff im Nektar, der zu MGO umgewandelt wird |
| MGO | Methylglyoxal-Gehalt in mg/kg, Qualitäts- und Wirksamkeitsmaßstab |
| UMF | Unique Manuka Factor: Messung der antibakteriellen Aktivität im Vergleich zu Phenol |
| AMHA | Australian Manuka Honey Association: Qualitätskontrolle und Siegel |
Qualitätssicherung, Zertifikate und Marktproblematik
Bei der Honigherstellung legen die Imker höchsten Wert auf Reinheit und Qualität. Seriöse Qualitätssiegel spielen aus diesem Grund eine besonders wichtige Rolle. Das Kürzel „AMHA“ steht für Australian Manuka Honey Association. Die Qualitätsstandards zum Tragen des Siegels erfordern, dass die natürlich vorkommenden Stoffe „Methylglyoxal“ und „Dihydroxyaceton“ im Honig vorhanden sind. Die Testkontrollen werden von einem unabhängigen, zugelassenen Analyselabor durchgeführt: Jede Charge wird auf den exakten DHA- und MGO-Gehalt geprüft und die Ergebnisse werden anschliessend auf der Produktrückseite vermerkt. Die Association for Defining Authentic Australian Manuka Honey garantiert 100 % reinen Manuka Honig aus Australien.
Lesen Sie auch: Was macht guten Manuka Honig aus?
Nach neuseeländischem Recht durfte in der Vergangenheit uneingeschränkt jeder Honig, der von einem Bienenvolk produziert wurde, das in der Nähe von Manukapflanzen aufgestellt ist, von den Imkern als „Manuka“ vermarktet werden, auch wenn die Manukaanteile im Honig kaum mehr nachweisbar waren. 2013 warnte die britische Agentur für Lebensmittelstandards Konsumenten vor zunehmenden Betrügereien mit falschem Manuka-Honig. Analyse-Ergebnisse würden zeigen, daß offensichtlich sehr viel Manuka-Honig verkauft wird, der gar kein Manuka-Honig ist. Nur jeder fünfte bis sechste verkaufte „Manuka-Honig“ sei demnach authentisch. Mittlerweile gibt es präzisere Definitionen und Analyseverfahren: Im Dezember 2017 stellte das neuseeländische Ministerium für Grundstoffindustrien (MPI) eine Definition und ein Analyseverfahren vor, die für die Authentifizierung von „neuseeländischem Manuka-Honig“ verwendet werden können.
Geschmack, Konsistenz und Anwendung
Manuka Honig hat einen intensiven, würzig-herben und nur leicht süsslichen Geschmack sowie eine leicht dunkelgelbe Farbe. Manuka-Honig hat eine reiche, würzige Note, die ihn von anderen Honigsorten unterscheidet. Er ist herrlich süß und hat bei hohen MGO-Werten mitunter einen leicht bitteren Beigeschmack. Bei geringen MGO-Werten dominiert ein fruchtiger Geschmack, der ein wenig an Melone erinnert. Der Honig ist angenehm flüssig und kristallisiert wesentlich langsamer. Darüber hinaus verändert er auch im Laufe der Zeit seine Konsistenz nicht.
Manuka Honig kann ideal als Süssungsmittel angewendet werden, so zum Beispiel in Smoothies und Müslis - oder einfach pur genossen werden! Am besten schmeckt Manuka-Honig pur direkt vom Löffel oder auf warmem Toastbrot. Manuka Honig passt wunderbar zu frischem Obst oder Joghurt und kommt als Topping für Pudding, Pfannkuchen oder Pancakes infrage. Er ist auch gut für Marinaden, Dressings und Saucen geeignet und verleiht Gerichten mit seinem süß-würzigen Geschmack das gewisse Etwas. Außerdem ist er auch ein toller Begleiter für Tee und eine ungewöhnliche Süße in Kaffee.
Traditionelle Nutzung und medizinische Forschung
Bei den neuseeländischen Ureinwohnerinnen und Ureinwohnern gilt der Südseemyrte-Strauch als wertvolle Heilpflanze, die unter anderem zur natürlichen Wundbehandlung sowie zur Linderung von Magen-Darm-Beschwerden, Fieber und Blasenentzündungen angewendet werden kann. So finden vor allem die Rinde sowie die Pflanzenblätter Verwendung, die beispielsweise zu einem Tee-Aufguss verarbeitet werden können. Aus den Blättern und den Zweigen kann auch Manuka-Öl destilliert werden, das ebenfalls aufgrund seiner heilungsfördernden Wirkungen von den indigenen Völkern geschätzt wurde.
Seit Jahrhunderten wird Manuka-Honig von den Einheimischen Neuseelands für seine medizinischen Vorteile geschätzt. In vitro konnten antibakterielle Eigenschaften des Honigs nachgewiesen werden. Die wesentlichen Inhaltsstoffe des Manuka-Honigs sind neben den Zuckern des Honigs in wechselnden Mengen das nicht-peroxidisch antibakteriell wirksame Zuckerabbauprodukt Methylglyoxal (MGO). In Arbeiten des Instituts für Lebensmittelchemie der Technischen Universität Dresden konnte die Konzentration des Stoffwechselproduktes Methylglyoxal in bestimmten Manuka-Honigen aus Neuseeland gemessen und dessen antibakterieller Einfluss quantitativ in vitro nachgewiesen werden. Besonders bakterizide Eigenschaften wurden gegen die Erreger Staphylococcus aureus und Escherichia coli festgestellt.
Lesen Sie auch: Leitfaden zum Manuka Honig Kauf
Sicherheitsaspekte und regulatorische Hinweise
Die Bedeutung des Methylglyoxalgehaltes im Manuka-Honig wurde sowohl hinsichtlich der antibakteriellen Wirksamkeit als auch der toxikologischen Unbedenklichkeit kontrovers diskutiert. Der Lebensmittelchemiker Thomas Henle von der TU Dresden hält die in Manuka-Honigen gefundenen 300 bis 700 mg pro Kilogramm „für den menschlichen Organismus (…) möglicherweise nicht mehr unbedenklich“. Hinweis: Da Manuka Honig als Lebensmittel eingestuft ist und nicht als Arzneimittel oder Heilmittel zugelassen wurde, ist es gemäß den geltenden EU-Vorschriften und dem deutschen Lebensmittelrecht unzulässig, gesundheitsbezogene Wirkungen auszuführen.
Für arzneiliche Anwendungen existieren spezielle Produkte: Im August 2005 wurde ein zur Behandlung von Wunden ausgewiesenes Fertigpräparat unter der Bezeichnung Medihoney europaweit als Medizinprodukt zugelassen. Medihoney wird aus dem Blütennektar verschiedener Leptospermum-Arten gewonnen und enthält als weitere Komponente einen Blütenhonig mit einem hohen Anteil des Enzyms Glucose-Oxidase. Mittlerweile wird Manuka-Honig in klinischen Studien erforscht und teilweise angewendet. Die Evidenzlage ist je nach Anwendungsgebiet unterschiedlich; die Cochrane-Übersicht stellte fest, dass sich aufgrund der Unterschiede in den Wundarten und Vergleichsbehandlungen keine allgemeinen Schlussfolgerungen über die Wirkung von Honig auf die Wundheilung ziehen lassen.
Praktische Hinweise zum Kauf
Ein hochqualitativer Manuka Honig sollte Dunkelgold bis leicht Hellbraun sein. Der MGO-Gehalt des Manuka-Honigs ist ein zentrales Qualitätsmerkmal, denn genau dieser Stoff macht den Honig im Vergleich zu anderen Honigsorten so einzigartig. Der Mindestwert für Manuka-Honig beträgt 100+. Es gibt Qualitätsstufen mit einem Wert von 250+ oder 400+, manche Hersteller bieten das Naturprodukt sogar mit Werten über 800+ bis 1000+ an. Tests zeigen, dass Manuka-Honig mit einem MGO-Gehalt von über 400 mg/kg (400+) als besonders wirksam für therapeutische Zwecke angesehen werden kann.
Der beste Weg, um die Qualität von Manuka-Honig zu beurteilen, ist, nach dem MGO-Gehalt Ausschau zu halten und auf entsprechende Zertifikate wie UMF oder AMHA zu achten. Achtung vor Fälschungen und fragwürdigen Etiketten: Wer sicherstellen will, dass er echten Manuka-Honig bekommt, muss genau hinschauen.
Regionale Alternative
Heidehonig ist einer der wenigen deutschen Honige, die geschmacklich und von der Konsistenz her mit Manuka-Honig vergleichbar sind. Wer eine hochwertige, regionale und unkomplizierte Alternative sucht, trifft mit Heidehonig eine kluge Entscheidung.
tags: #Manuka #Honig #Herkunft #und #Blütezeit


