Manuka-Honig: Wirkung gegen Streptokokken und medikamentenresistente Erreger – wissenschaftliche Studien

Die antimikrobiellen Eigenschaften von Honig sind seit Jahrtausenden bekannt; jetzt rcken insbesondere Studien zum Manuka-Honig in den Fokus, weil er gegen antibiotikaresistente Erreger wie MRSA, Pseudomonas aeruginosa und Streptokokken Wirkung zeigt. Erforscht wurde der sogenannte Manuka-Honig, den Bienen aus dem Nektar des in Neuseeland wachsenden Manuka-Baumes gewinnen.

Was ist Manuka-Honig und wodurch unterscheidet er sich?

Manuka-Honig ist ein sortenreiner Honig, der aus Neuseeland stammt. Er wird von Bienen aus dem Nektar von der Pflanze Leptospermum scoparium, die auch als Manuka oder Manuka-Buch bezeichnet wird, ganz natürlich gewonnen. Die Pflanze wird auch als Neuseelandmyrte benannt. Manuka-Honig wird seit Tausenden von Jahren vom Ureinwohnern Neuseelands als Naturheilmittel verwendet. Die Maori haben Manuka-Honig seit Jahrtausenden benutzt, um beispielsweise Wunden zu behandeln.

Während viele Honige nur wenige Milligramm der Substanz Methylglyoxal (MGO) enthalten, sind bestimmte Manuka-Honige daran reich. Manuka-Honig enthält besondere Inhaltsstoffe und dazu gehört insbesondere Methylglyoxal. Der MGO-Gehalt von Manuka-Honig kann bis auf 500 oder 1500 Milligramm pro Kilogramm angegeben werden. Damit enthält Manuka-Honig bis zu tausendmal mehr MGO als beispielsweise deutscher Bienenhonig! Das macht Manuka-Honig so wertvoll für die menschliche Ernährungsweise. Die gesundheitliche Wirkung ist abhängig vom MGO-Gehalt.

Manuka-Blüten und Honigglas

Wirkmechanismen: multifaktoriell und spezifisch

Die antimikrobiellen Eigenschaften von Honig, einem Naturprodukt mit einer langen Geschichte medizinischer Anwendungen, werden zunehmend anerkannt, insbesondere gegen antibiotikaresistente Erreger. Manuka-Honig wirkt multifaktoriell, unter anderem durch die Produktion von Wasserstoffperoxid, phenolische Verbindungen und den hohen Zuckergehalt. Durch seinen hohen Zuckergehalt entzieht Honig Bakterien Wasser und erschwert ihnen die Vermehrung. Hinzu kommen Inhaltsstoffe, die Krankheitserreger abtöten.

Wird Honig etwa mit Wasser verdünnt, entsteht Wasserstoffperoxid, das antibakteriell wirkt. Das ist allen Honigsorten gemein. Bei Manuka kommt als weiterer Hauptfaktor das Methylglyoxal (MGO) hinzu: Durch den antibakteriellen Effekt wird MGO beispielsweise Erkältungskrankheiten entgegen. Dieser Effekt ist wissenschaftlich bestens belegt. Methylglyoxal entsteht in den Honigwaben durch Flüssigkeitsverlust und natürliche Veränderung des Nektars. Der Nektar enthält die Substanz Dihydroxyaceton und daraus bildet sich natürlich MGO.

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Studienlage: Wirkung gegen Streptokokken, MRSA und andere Erreger

Die Forscher nahmen nun die Erreger Pseudomonas aeruginosa, A-Streptokokken und den methicillinresistenten Staphylococcus aureus (MRSA) unter die Lupe. Es zeigte sich, dass Manuka das Wachstum dieser Bakterien hemmen kann und somit eine gute Alternative bei medikament-resistenten Wundinfektionen sein könne. „Honig verhindert den Beginn einer akuten Infektion, indem er die Bakterien daran hindert, sich an das Gewebe zu heften. Zudem verhindert er auch, dass Bakterien einen Antibiotika-Schutz in Form eines Biofilms bilden", erklärt Cooper.

Rose Cooper (Cardiff) hat es vor zehn Jahren bemerkt, seitdem sucht sie die aktive Komponente. Gefunden hat sie sie noch nicht, aber nun hat sie gezeigt, dass Honig - Manuka-Honig aus Neuseeland, der in der Medizin schon eingesetzt wird - auch bei Bakterien wirkt, die gegen Antibiotika resistent sind, Pseudomonas aeruginosa, A-Streptokokken und Staphylococcus aureus. Weiter macht Manuka bestehende MRSA-Keime empfindlicher auf Antibiotika, wie etwa Oxacillin, wodurch antibiotische Resistenz rückgängig gemacht werden kann.

Laboranalysen von Bakterienkulturen

Biofilme: Verhinderung und Auflösung

Biofilme werden verhindert. „Honig erschwert das Festsetzen von Bakterien auf Körpergewebe", berichtete die Forscherin auf einer Mikrobiologen-Konferenz, „und er verhindert die Bildung von Biofilmen.“ Damit verlieren Bakterien eine zentrale Abwehr gegen Antibiotika: In Biofilme können die Medikamente nicht eindringen.

Um zu untersuchen, wie gut Manuka-Honig selbst hartnäckigen Bakterienfilmen entgegenwirkt, züchteten US-Forscher zwei verschiedene Keime: Escherichia coli und Proteus mirabilis zählen zu den häufigsten Auslösern von Harnwegsinfekten. Selbst eine Lösung mit nur 3,3 Prozent Honig hinderte die Bakterien daran, sich auf dem Plastik festzusetzen. Auch im zweiten Test, nachdem der Bakterienfilm bereits gewachsen war, wirkte der Honig den Krankheitserregern entgegen. War der Bakterienfilm einen Tag lang einer Honigkonzentration von 16,7 Prozent ausgesetzt, reduzierte sich sein Wachstum um 46 Prozent. Die Studie spreche dafür, dass sich der verdünnte Manuka-Honig als Desinfektionsmittel für Katheter eignen könnte, schreiben die Forscher.

Klinische Evidenz und Cochrane-Studien

Für einige gesundheitliche Effekte von Honig - insbesondere Manuka-Honig - ist die wissenschaftliche Evidenz gut bis herausragend. Für den hustenstillenden Effekt von Honig bei Kindern liegt beispielsweise eine Cochrane Study (mit sechs randomisierten kontrollierten Studien) vor. Das gilt auch für die Behandlung von Wunden mit Manuka-Honig. Zudem tauchen Honige in weiteren Cochrane Studies auf (insbesondere bei Wunden und Verbrennungen). Manuka-Honig findet in drei Cochrane-Studies positiv Erwähnung.

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Es gibt eine Vielzahl von publizierten wissenschaftlichen Studien zum Einsatz von Manuka-Honig beim Menschen. Eine Recherche bei Google Scholar ergibt (Suchbegriff „Manuka+Honey“) rund 17.300 Suchergebnisse und eine Suche in der Datenbank für medizinische Fachliteratur PubMed ergibt für den Suchbegriff „Manuka+Honey“ 557 Suchergebnisse. Die wissenschaftlichen Publikationen zu Manuka-Honig reichen von A wie „Trockene Augen“ bis Z wie „Zahnbelag“.

Experimentelle Demonstration der Wirkung von Manuka-Honig gegen Biofilme

Anwendungsbereiche: innerlich und äußerlich

Die nachgewiesene antimikrobielle Wirkung von Manuka-Honig kann helfen, die Symptome von Erkältungserkrankungen effektiv lindern. Honig ist auch in der Lage, bei Magen-Darm-Erkrankungen positiv zu wirken. Gleiches gilt bei Halsschmerzen. Zudem kann Manuka-Honig lokal - also äußerlich auf der Haut - angewendet werden. Bei Erkältungen und Infekten mit Husten und Halsschmerzen lässt man mindestens 3-mal täglich einen Teelöffel des Honigs auf der Zunge zergehen. Den letzten Teelöffel nehmen Sie am besten direkt vor dem Schlafengehen.

Manuka-Honig hingegen kann bei den genannten Infektionen der Atemwege ganz einfach vor dem Schlafengehen an die inneren Nasenwände gestrichen werden, so dass der Honig über Nacht an Ort und Stelle auf die Schleimhäute einwirken kann. Einer äußerlichen Anwendung hingegen dürfte auch bei Diabetikern nichts im Wege stehen.

Wundheilung und medizinische Produkte

Manuka-Honig wird in Neuseeland unter anderem als „Medizinprodukt“ für die Therapie von Wundheilungsstörungen in Kliniken eingesetzt. Einige Wundmittelprodukte verwenden ihn bereits aufgrund seiner antimikrobiellen Eigenschaften, obwohl die genaue Wirkung noch unbekannt ist. Dass Honig ein geeignetes Mittel gegen Bakterien und die von ihnen verursachten chronischen Wunden sein könnte, glauben britische Forscher nun belegt zu haben.

Dosierung, Qualität und Lagerung

Der Bundesbürger isst durchschnittlich gerade einmal 949 g Honig im Jahr - das ist die minimale Menge von 2,6 g am Tag. Um Effekte durch die Aufnahme von Manuka-Honig erzielen zu können ist in Abhängigkeit vom MGO-Gehalt die Aufnahme von ein bis zwei Teelöffeln erforderlich. Die Aufnahme von zehn Gramm Honig täglich ist ernährungswissenschaftlicher- und ernährungsmedizinischer Sicht sehr sinnvoll und anzuraten. Zu Steigerung der Abwehrkräfte können auch 20 g täglich sinnvoll sein. Notwendig ist die langfristige tägliche Aufnahme von hochwertigem Manuka-Honig. Die mit der Nahrung aufnehmbare MGO Menge ist ohne Nebenwirkungen oder schädigende Einflüsse.

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Bei hochwertigen Honigen, die z. B. in Deutschland abgefüllt werden, wird die antibakterielle Aktivität mit Hilfe des sog. MGO-Gehaltes angegeben. In Neuseeland hingegen wird die Qualität des Honigs mit dem sog. UMF (Unique Manuka Factor) angegeben. UMF ist ein geschütztes Bewertungssystem der Unique Manuka Factor Honey Association aus Neuseeland. UMF bewertet nicht nur den MGO-Gehalt, sondern zusätzlich noch andere Inhaltsstoffe und steht außerdem für Echtheit und Qualität, ist also eher ein Qualitäts- und Echtheitssiegel. Ein MGO von über 400 steht dabei schon für Spitzenqualität.

Die in Honig enthaltenen wertvollen Substanzen sind außerordentlich empfindlich. MGO selbst ist nicht hitzeempfindlich. Da Honige und insbesondere Manuka-Honig eine Vielzahl von wertvollen Substanzen enthalten, die empfindlich sind (gegen Hitze, Sauerstoff, UV-Einstrahlung), sollte Manuka-Honig nicht in heißen Tee oder heiße Milch gegeben werden, sondern besser bei Zimmertemperatur direkt vom Löffel gegessen werden. Honig gehört auch nicht in den Backofen oder die Mikrowelle. Honig sollte auch nicht eingefroren werden. Honig sollte kühl (aber nicht kalt), verschlossen und dunkel gelagert werden. Honig mag kein Sonnenlicht (UV-Strahlen), deswegen sind Packungen von hochwertigem Manuka-Honig grundsätzlich dunkel und damit lichtgeschützt.

Verschiedene MGO- und UMF-Label auf Honiggläsern

Sicherheit, Grenzen und offene Fragen

Wer sich aufgrund der gut untersuchten antibakteriellen Wirkung eine Wunderwirkung etwa bei Erkältungen erhofft, sollte jedoch gewarnt sein. Erkältungen werden in der Regel von Viren und nicht von Bakterien verursacht. Aus diesem Grund können sie auch nicht mit Antibiotika behandelt werden. Hinzu kommt ein zweiter, wichtiger Punkt: Die Inhaltsstoffe des Honigs können - selbst wenn sie auch Viren bekämpfen - nur an Stellen wirken, die sie direkt erreichen. Auf seinem Weg in den Bauch etwa passiert der Honig Mund, Rachen und Hals. Bei den Bronchien, Schauplatz eines tiefsitzenden Hustens, kommt er nicht an.

Bis ein breiter Einsatz in der Medizin denkbar ist, müssen aber noch weitere Studien folgen. Noch ist unklar, ob sich die Ergebnisse aus Labor- und Tierstudien vollständig auf klinische Situationen wie die Blasen- oder tiefer liegende Infektionen übertragen lassen. Bevor ein Einsatz in der Medizin denkbar ist, müssen aber noch weitere Studien folgen. In Tierversuchen wurde MGO mit Diabetes in Verbindung gebracht. Wichtig: Geben Sie Kindern unter 1 Jahr niemals Honig.

Praktische Hinweise für Anwender und Kliniker

Ob man ein natürliches Mittel oder ein Medikament verschreibt, hängt eindeutig von der klinischen Situation des Patienten ab, betont die Linzer Medizinerin. „Bei einem unkomplizierten Harnwegsinfekt wird man sicher nicht gleich mit großen Geschützen auffahren.“ Honig ist in erster Linie Bienenhonig und Honig ist mehr als einfach nur ein süßschmeckendes Lebensmittel - ein natürliches Süßungsmittel mit viel Geschmack und noch viel mehr Inhaltsstoffe. In Ländern wie beispielsweise Neuseeland werden spezielle Manuka-Honige auch als „Medizinprodukt“ für die Therapie von Wundheilungsstörungen in Kliniken eingesetzt. Zudem gibt es insbesondere außerhalb von Deutschland die Verwendung von Manuka-Honig als Nahrungsergänzungsmittel oder diätetisches Therapeutikum o. ä.

Wenn Sie Honig dennoch kaufen möchten, achten Sie auf verantwortungsvolle Bienenhaltung und wählen Honig am besten aus der Region und von sorgfältig arbeitenden Hobbyimkern. Biosotas Manuka-Honig ist 100 % australisch, nachhaltig geerntet und wird unabhängig getestet, um seine MGO-Werte und Bioaktivität zu bestätigen.

Tabelle: Kurzüberblick zu Wirkung, Studienlage und Anwendung

Aspekt Stand aus den bereitgestellten Quellen
Wirkstoffe MGO, Wasserstoffperoxid, phenolische Verbindungen, hoher Zuckergehalt
Wirkmechanismus Osmose, H2O2-Produktion, Hemmung der Haftung, Verhinderung/Auflösung von Biofilmen
Erreger mit nachgewiesener Empfindlichkeit MRSA, Pseudomonas aeruginosa, A-Streptokokken, E. coli, Proteus mirabilis, H. pylori
Klinische Evidenz Mehrere Studien, Cochrane-Reviews bei Husten (Kinder) und Wundbehandlung
Anwendung Äußerlich bei Wunden, innerlich bei Halsschmerzen/Husten; Dosierung 1-2 TL/Tag (je nach MGO)
Sicherheit Nicht für Kinder <1 Jahr; weitere Studien nötig; MGO in Tierversuchen mit Diabetes assoziiert

Honig zählt zu den ältesten Heilmitteln der Menschheit. Schon 400 vor Christus pries Hippokrates es als Mittel gegen Fieber an; Wunden wurden Jahrhundertelang mit Umschlägen aus Honig, Öl und Wein versorgt. Was die Menschen früher nur ahnen konnten, ist heute durch Studien belegt: Honig ist gut für die Gesundheit, denn er kann Bakterien abtöten und so Infektionen verhindern. Vor allem einer soll darin besonders effektiv sein - Manuka-Honig aus Neuseeland. Das traditionelle Mittel der Wundheilung wirkt allein - und im Verbund mit Antibiotika.

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