Madame Cheri und der Hype um Dubai-Schokolade: Ein Testbericht und Einblick in den Markenstreit

Der Hype um Dubai-Schokolade ist ungebrochen und hat in Deutschland einen regelrechten Run ausgelöst. Doch mit dem Erfolg kommen auch Herausforderungen: Markenstreitigkeiten, Qualitätsmängel und Verbraucherwarnungen trüben das Bild der süßen Verführung. Dieser Artikel beleuchtet den aktuellen Stand des Dubai-Schokoladen-Trends, die damit verbundenen Probleme und gibt Tipps, wie man gute von schlechter Qualität unterscheiden kann.

Der Run auf Dubai-Schokolade: Was macht sie so besonders?

Dubai-Schokolade hat sich in kurzer Zeit zu einem der begehrtesten Produkte entwickelt. Rezepte kursieren im Netz und zeigen, dass man im Grunde hochwertige Vollmilchschokolade, Pistazienmus und Kadayif benötigt. Kadayif, auch Engelshaar genannt, sind zarte Teigfäden, die in vielen orientalischen Süßspeisen verwendet werden und der Schokolade ihren charakteristischen Crunch verleihen. Die einzelnen Zutaten sind nicht immer leicht erhältlich und können teuer sein, was einen höheren Preis des Endprodukts rechtfertigt.

Als Erfinderin der originalen Dubai-Schokolade gilt Sarah Hamouda, die Gründerin des in Dubai ansässigen Unternehmens Fix Dessert Chocolatier. Sie kreierte die begehrte Schokolade während ihrer Schwangerschaft im Jahr 2021.

Markenstreitigkeiten und rechtliche Auseinandersetzungen

Die Popularität der Dubai-Schokolade hat zu einem regelrechten Markenstreit geführt. Mehrere Unternehmen haben beim Deutschen Patent- und Markenamt Markenrechte für Dubai-Schokolade angemeldet.

  • Lukas Nonnenmacher (Firma AnalyticOne) reichte am 28. August eine Markenanmeldung für die Wortmarke „Dubai-Schokolade“ (Aktenzeichen 3020242324716) ein. Er vertreibt mit seiner Partnerin in Düsseldorf unter dem Label „Madame Cheri“ Dubai-Schokolade, die in der Türkei hergestellt wird. Seit 2014 produziert Madame Chéri Feinkost-Schokolade in Bolu, in der Nähe von Istanbul, und seit 2022 zusätzlich in Ankara. Die deutsch-türkische Partnerschaft feiert 2025 ihr zehnjähriges Bestehen. Das Unternehmen sieht sich als erstes deutsches Unternehmen, das Dubai-Schokolade für den Handel entwickelt und vermarktet hat und brachte das Produkt bereits im August 2024 auf den Markt, schneller als Lindt.
  • Kiki Aweimer (Kikis Kitchen GmbH) aus Bochum meldete die Marke „Kikis Dubai Schokolade“ (Aktenzeichen 3020242327243) an. Sie produziert wöchentlich 5000 Tafeln und plant eine Steigerung auf 20.000. Kiki Aweimer bezweifelt, dass man den Begriff „Dubai-Schokolade“ ohne einen Zusatz als Marke schützen lassen kann, da er den Namen der Stadt Dubai enthält und somit als geografische Angabe gilt.
  • Andreas Wilmers (Alina Wilmers Verwaltungs GmbH) will den Verkauf von Dubai-Schokolade verbieten, die nicht aus Dubai stammt. Er ist nach eigenen Angaben der offizielle Exporteur der Dubai-Schokolade „Fex“, die von der Firma Arabic Sweets in Dubai hergestellt wird. Er plant, Abmahnungen auszusprechen und rechtliche Schritte einzuleiten gegen jegliche Verwendung des Namens ‚Dubai‘ auf der Schokolade, solange diese nicht aus Dubai kommt.
  • Die türkische Firma Bolci hat für ihre Dubai-Schokolade europaweit Markenschutz beantragt.

Lukas Nonnenmacher erklärt, dass er theoretisch nach erfolgreichem Abschluss des Markenverfahrens selbst Lizenzen für die Deklaration als ‚Dubai Schokolade‘ im deutschen Markt vergeben oder anderen die Benutzung untersagen könnte. Kiki Aweimer hingegen möchte sicherstellen, dass es keine Verwechslungen gibt und ihre Marke „Kikis Dubai Schokolade“ klar erkennbar bleibt.

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Qualitätsprobleme und Verbraucherwarnungen

Neben den markenrechtlichen Auseinandersetzungen gibt es auch Qualitätsprobleme bei Dubai-Schokolade. Stichprobenartige Untersuchungen haben ergeben, dass einige Produkte erhebliche Mängel aufweisen.

Das Chemische- und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Stuttgart hat in Zusammenarbeit mit den CVUAs Freiburg und Sigmaringen Dubai-Schokolade untersucht. In jeder von acht Proben wurden Verunreinigungen, Farbstoffe, Allergene und Fremdfett festgestellt. In drei türkischen Proben wurde nicht deklarierter Sesam gefunden, was für Sesam-Allergiker gesundheitsschädlich sein kann. Die Proben aus den Vereinigten Arabischen Emiraten waren nicht für den menschlichen Verzehr geeignet, weil sie herstellungsbedingte Verunreinigungen enthielten.

Verbraucherminister Peter Hauk (CDU) sagte, dass "von Betrug bis Gesundheitsschädlichkeit wurde in den ersten Importproben von 'Dubai-Schokolade' alles gefunden". Er hat ein landesweites Sonderprogramm gestartet, um angebotene Dubai-Schokolade genauer unter die Lupe zu nehmen.

In einer Probe mit Pistazienfüllung wurden hohe Anteile an Schimmelpilzgiften (Mykotoxine), vor allem Aflatoxine, festgestellt. Die Ware wurde bis zur endgültigen Ergebnisermittlung gesperrt. In fünf der acht Proben sei keine Schokolade enthalten gewesen, sondern Palmöl. Sie stammten den Angaben zufolge aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und waren demnach aus unterschiedlichen Chargen vom selben Hersteller. Außerdem seien sie nicht zum Verzehr geeignet gewesen. Sie enthielten dem CVUA-Bericht zufolge eine fast doppelt so hohe Menge wie der erlaubte Höchstwert für Glycidyl-Fettsäureester - eine Substanz, die als "wahrscheinlich krebserregend" eingestuft wird.

Tipps für den Kauf von Dubai-Schokolade: Worauf sollte man achten?

Angesichts der Qualitätsprobleme ist es wichtig, beim Kauf von Dubai-Schokolade auf bestimmte Kriterien zu achten:

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  • Zutatenliste: Je weniger Zutaten, desto besser die Schokolade. Ein hoher Kakaoanteil ist ein Qualitätsmerkmal. Produkte, die anstatt Kakaobutter andere pflanzliche Fette enthalten, sind keine Schokolade. Laut Kakaoverordnung müssen in einer Schokolade mindestens 35 Prozent Kakaotrockenmasse sein.
  • Herkunft: Achten Sie auf die Herkunft der Schokolade. Bevorzugen Sie Produkte von Herstellern, die für Qualität und Transparenz bekannt sind.
  • Kennzeichnung: Achten Sie auf eine vollständige Kennzeichnung in deutscher Sprache.
  • Siegel: Achten Sie auf Siegel wie Fair Trade und Rainforest Alliance.
  • Aussehen und Geruch: Die Schokolade sollte glänzend aussehen und einen angenehmen, schokoladigen Geruch haben.
  • Verpackung: Die Verpackung sollte unbeschädigt sein und alle wichtigen Informationen enthalten.

Bernhard Burdick von der Verbraucherzentrale NRW empfiehlt, auf eine kurze Zutatenliste und einen hohen Kakaoanteil zu achten.

Alternativen und DIY-Dubai-Schokolade

Wer auf Nummer sicher gehen möchte oder eine günstigere Alternative sucht, kann Dubai-Schokolade auch selbst herstellen. Die benötigten Zutaten sind hochwertige Vollmilchschokolade, Pistazienmus und Kadayif. Im Internet gibt es zahlreiche Rezepte.

Eine weitere Alternative sind Dubai Schokolade Crossies, bei denen Cornflakes statt Engelshaar verwendet werden.

Einige Rewe-Filialen bieten Dubai-Schokolade für unter 5 Euro an. Auch niederländische Anbieter wie die Chocolaterie De Bonte Koe in Schiedam bieten Dubai-Schokolade an. Im „Little USA World“ in Hessen kann man Dubai-Schokolade von einem Lohnhersteller in Europa kaufen.

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