Knoblauch Honig Anwendung: Ein umfassender Leitfaden

Fermentierter Knoblauch in Honig ist eine köstliche und gesundheitsfördernde Kombination, die in den letzten Jahren immer beliebter wird. Diese einzigartige Mischung vereint die gesundheitlichen Vorteile von Knoblauch und Honig durch den Fermentationsprozess, der nicht nur den Geschmack verbessert, sondern auch die Nährstoffverfügbarkeit erhöht. Dieser Artikel beleuchtet die vielfältigen Anwendungsbereiche von Knoblauch Honig, von der Herstellung bis zur Verwendung in der Küche und als natürliches Heilmittel.

Was ist fermentierter Knoblauch in Honig?

Fermentierter Knoblauch in Honig ist eine Mischung aus rohem Knoblauch und Honig, die über einen längeren Zeitraum fermentiert wird. Der Fermentationsprozess mildert den scharfen Geschmack des Knoblauchs und verwandelt ihn in eine süßere, mildere Version. Gleichzeitig reichert er den Honig mit zusätzlichen Aromen und Nährstoffen an.

Der Fermentationsprozess

Die Fermentation ist ein uraltes Verfahren zur Konservierung und Veredelung von Lebensmitteln, das in den letzten Jahren wieder mehr Aufmerksamkeit erlangt hat. Beim Fermentieren in Honig werden Zutaten wie Knoblauch in Honig eingelegt, sodass sie durch die Aktivität von Mikroorganismen verändert und „reif“ werden. Anders als beim klassischen Fermentieren von Lebensmitteln in Salzlake oder Wasser ist der Honig hier das Hauptfermentationsmedium.

Honig hat durch seinen hohen Zuckergehalt und seine antibakteriellen Eigenschaften ideale Voraussetzungen für das Fermentieren. Honig selbst enthält jedoch zu wenig Wasser, um selbst Fermentationsprozesse zu starten. Der nach und nach austretende Saft des Knoblauchs verdünnt den Honig gerade genug, damit er fermentiert, aber nicht genug, um eine signifikante Menge an Alkohol zu produzieren.

Die Vorteile der Fermentation

Durch den Fermentationsprozess werden viele Nährstoffe freigesetzt, die unserem Körper guttun. Fermentierte Lebensmittel sind reich an Probiotika, die die Darmgesundheit fördern. Zudem werden die Aromen der enthaltenen Zutaten intensiviert, die Nährstoffe besser verfügbar gemacht und die heilenden Eigenschaften der Zutaten verstärkt.

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Herstellung von fermentiertem Knoblauch in Honig

Die Herstellung von fermentiertem Knoblauch in Honig zu Hause ist ein unkomplizierter Prozess, der wenig Zeit erfordert. Alles, was du dafür benötigst, sind frische Knoblauchzehen, roher, unbehandelter Honig und ein Glasgefäß.

Zutaten und Materialien:

  • Frische Knoblauchzehen
  • Roher, unbehandelter Honig
  • Ein steriles Glasgefäß mit einem Fassungsvermögen von ca. 0,75 bis 1 Liter
  • Optional: Chilischoten, Pfefferkörner, Zitrone oder Limette, Kräuter oder Gewürze nach Belieben

Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. Knoblauch vorbereiten: Die Knoblauchzehen von den Knollen lösen und schälen. Ein Tipp: Die Enden der Zehen abschneiden, die ungeschälten Zehen in eine Frischhaltedose geben, verschließen und kräftig schütteln. Dabei löst sich die Haut der meisten Zehen von selbst. Verwende möglichst frischen Knoblauch.
  2. Honig hinzufügen: Die geschälten Knoblauchzehen in das sterile Glasgefäß geben und mit dem rohen Honig vollständig bedecken. Es ist egal, ob der Honig noch flüssig oder schon kristallisiert ist. Die austretende Flüssigkeit des Knoblauchs lässt ihn im Handumdrehen wieder flüssig werden. Wichtig ist, dass ihr unbehandelten Honig kauft.
  3. Fermentation starten: Das Glas locker verschließen, sodass Gase entweichen können. Alternativ kann ein Fermentier Deckel verwendet werden.
  4. Fermentationsdauer: Nach etwa einer Woche wird die Bläschenbildung abnehmen, und die Knoblauchzehen beginnen, sich zu verfärben und auf den Boden des Glases zu sinken. In den ersten 7 Tagen sollte das Glas 1-2 Mal am Tag geöffnet werden, um das Kohlendioxid abzulassen. 2-3 Mal am Tag muss das Glas umgedreht werden, damit alle Knoblauchzehen immer wieder mit Honig überzogen werden. Nachdem die Bläschenbildung geringer wird, braucht man das Glas nicht mehr umzudrehen.
  5. Reifezeit: Auch wenn der fermentierte Knoblauch bereits nach wenigen Wochen genießbar ist, lohnt es sich, ihn mindestens sechs Monate reifen zu lassen. Die Geduld lohnt sich sehr. Der Knoblauch wird immer farbintensiver und weicher im Geschmack, der Honig flüssig und dunkel und von Aroma durchzogen.

Wichtige Tipps für die Herstellung:

  • Verwende hochwertigen rohen Honig: Nur roher, unbehandelter Honig enthält die natürlichen Eigenschaften, die für die Fermentation nötig sind. Es gibt eigentlich an jeder Ecke eine/n Imker:in, selbst in grossen Städten. Das sind eure Anlaufstellen für guten Honig.
  • Frische Knoblauchzehen sind entscheidend: Wähle frische, unbeschädigte Knoblauchzehen für das beste Ergebnis. Es ist wichtig, dass der Knoblauch weder ausgetrocknet ist, noch, dass er spriesst.
  • Lagerung und Reifezeit: Bewahre das Glas mit dem fermentierten Knoblauch an einem kühlen, dunklen Ort auf, um den Fermentationsprozess zu stabilisieren und das Aroma zu intensivieren. An einem dunklen Ort ist Knoblauchhonig 6 Monate und länger haltbar, vorausgesetzt das Glas bleibt frei von Kontamination.

Mögliche Variationen:

  • Chilischoten: Geben Sie eine oder zwei Chilischoten hinzu, um dem Ferment einen schärferen Geschmack zu verleihen.
  • Pfefferkörner: Geben Sie einen Teelöffel Pfefferkörner hinzu, um dem Ferment eine leichte Schärfe zu verleihen.
  • Zitrone oder Limette: Geben Sie den Saft einer halben Zitrone oder Limette hinzu, um dem Ferment eine fruchtige Note zu verleihen.
  • Sonstige Kräuter oder Gewürze: Geben Sie nach Belieben andere Kräuter oder Gewürze hinzu, z. B. Ingwer, Zimt, Thymian oder Rosmarin.

Was tun, wenn Probleme auftreten?

  • Kahm-Hefe: Beim Fermentieren kann es dazu kommen, dass sich eine dünne weiße Schicht auf der Wasseroberfläche bildet. Diese kann teilweise auch Blasen werfen und eine Art Rillenmuster aufweisen. Dabei handelt es sich meistens um Kahm-Hefe, die völlig ungefährlich ist und einfach entfernt werden kann.
  • Schimmel: Achte jedoch darauf die Kahm-Hefe von Schimmel zu unterscheiden. Schimmel ist oft pelzig, fleckartig verteilt und teilweise auch farbig. Verschimmelte Fermente solltest du nicht verzehren.
  • Druckaufbau: Knoblauch in Honig ist ein extrem aktives Ferment. Schon vom ersten Tag entstehen die wundervollen Blubberblasen. Deswegen ist es wichtig, dass ihr das Kohlendioxid aus eurem Fermentierbehälter rauslasst, weil sonst zu viel Druck entstehen kann. Dafür öffnet man 1-2 Mal am Tag das Glas, ungefähr die ersten 7 Tage. Nutzt du jedoch ein luftdichtes Gärmedium, musst du unbedingt regelmäßig das CO2 entweichen lassen. Öffne kurz den Verschluss, damit keine Explosionsgefahr entsteht.

Anwendung von fermentiertem Knoblauch in Honig

Fermentierter Knoblauch in Honig ist ein wahres Multitalent in der Küche und ein perfektes natürliches Heilmittel. Die Kombination aus der natürlichen Süße des Honigs und dem milden, würzigen Knoblauchgeschmack eignet sich perfekt, um eine Vielzahl von Gerichten zu verfeinern und die Gesundheit zu fördern.

Kulinarische Anwendungen:

  • Salatdressings: Die süßliche Note des Honigs und der mildere Knoblauchgeschmack passen perfekt zu Salatdressings.
  • Marinaden: Verwenden Sie fermentierten Knoblauch in Honig als Marinade für Fleischgerichte.
  • Saucen: Geben Sie fermentierten Knoblauch in Honig in Soßen, um ihnen eine tiefere Geschmacksnote zu verleihen.
  • Beilage: Fermentierter Knoblauch in Honig lässt sich auch hervorragend mit Käse oder als Dip zu frischem Brot kombinieren.
  • Glasieren von Fleisch und Gemüse: Der Knoblauch-Honig eignet sich hervorragend zum Glasieren von Fleisch und Geflügel oder zum Süßen bzw. Würzen von Suppen und Saucen oder im Salatdressing.
  • Würzen von Gerichten: Mit Knoblauchhonig kann sehr gut Gerichte würzen, Gemüse und Fleisch glasieren und Gebäck bestreichen.

Gesundheitliche Anwendungen:

Fermentierter Knoblauch in Honig ist nicht nur lecker, sondern hat auch gesundheitsfördernde Eigenschaften.

  • Natürliches Heilmittel bei Erkältungen und grippalen Infekten: Vor allem durch die antibakteriellen Eigenschaften wird fermentierter Knoblauch in Honig zu einem perfekten natürlichen Heilmittel bei Erkältungen und grippalen Infekten.
  • Blutdrucksenkend: Die Inhaltsstoffe im Knoblauch wirken blutdrucksenkend und können so dabei helfen, Thrombosen oder Schlaganfällen vorzubeugen.
  • Antibakteriell: Knoblauch wirkt antibakteriell.
  • Cholesterinspiegel senken: Knoblauch kann sogar dabei helfen, den Cholesterinspiegel zu senken.
  • Immunsystem stärken: Sowohl Honig, als auch Ingwer werden gesundheitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben, die sogar wissenschaftlich belegt sind. So wirkt Ingwer z.B. nachweislich gegen Übelkeit, schmerzlindernd, entzündungshemmend und kann das Immunsystem stärken. Auch Honig wirkt entzündungshemmend, enthält Inhaltsstoffe, die vor freien Radikalen schützen und wirkt sich generell positiv auf das Immunsystem aus.

Tipps zur Anwendung bei Erkältungen:

  • Füge etwas fermentierten Knoblauch in dein Lieblingsrezept hinzu.
  • Trage etwas Honig mit fermentiertem Knoblauch auf Brot oder Brötchen auf.
  • Mische Honig und fermentierten Knoblauch mit etwas Zitronensaft und trinke das Ganze als Tee.
  • Zur Vorbeugung oder bei einer akuten Erkältung kann man 1 EL Honig mit oder ohne Knoblauchzehe pur nehmen oder mit etwas warmem Wasser vermischen.

Warum Knoblauch und Honig fermentieren?

Die Fermentation von Knoblauch und Honig bietet eine Vielzahl von Vorteilen, die sowohl den Geschmack als auch die gesundheitlichen Eigenschaften betreffen.

Verbesserter Geschmack:

Der Fermentationsprozess bringt den natürlichen Geschmack des Knoblauchs zur Geltung und mindert seine intensive Schärfe. Gleichzeitig wird der Honig, der als Basis dient, immer flüssiger und nimmt die Aromen des Knoblauchs auf. Der fermentierte Knoblauch hat nicht nur einen einzigartigen Geschmack, sondern bringt auch komplexe Aromen in deine Gerichte.

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Erhöhte Nährstoffverfügbarkeit:

Durch den Fermentationsprozess werden viele Nährstoffe freigesetzt, die unserem Körper guttun. Die Fermentation ist ein Prozess, bei dem Mikroorganismen Zucker in Säure umwandeln. Fermentiertes Obst und Gemüse enthält viele wichtige Vitamine und Mineralien. Sie sind zudem reich an Ballaststoffen, die die Verdauung unterstützen.

Leichtere Verdaulichkeit:

Der Fermentationsprozess verändert die Zusammensetzung des Honigs und macht ihn dadurch leichter verdaulich. Durch den Fermentationsprozess wird der Knoblauch milder und leichter verdaulich.

Erhöhter Antioxidationsgehalt:

Fermentierter Honig hat einen hohen Antioxidationsgehalt. Antioxidantien sind wichtig für unseren Körper, da sie unsere Zellen vor Schäden schützen. Knoblauch enthält zahlreiche antioxidative Substanzen wie Vitamin A und Flavonoide.

Lagerung von fermentiertem Knoblauch in Honig

Damit der fermentierte Knoblauch in Honig seine Aromen voll entfalten kann, ist die richtige Lagerung entscheidend.

Optimale Lagerbedingungen:

Bewahre das Glas mit dem fermentierten Knoblauch an einem kühlen, dunklen Ort auf, um den Fermentationsprozess zu stabilisieren und das Aroma zu intensivieren. Ideal ist eine Lagerung über mehrere Monate, damit der Geschmack des Knoblauchs und des Honigs vollständig zur Geltung kommt. Einmal geöffnet, sollte das Glas im Kühlschrank aufbewahrt werden, um die Frische und Qualität des Produkts zu erhalten.

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Haltbarkeit:

An einem dunklen Ort ist Knoblauchhonig 6 Monate und länger haltbar, vorausgesetzt das Glas bleibt frei von Kontamination. Bei mir steht noch ein winziges Gläschen vier Jahre alter Knoblauch in Honig. Er ist mittlerweile schwarzbraun und extrem köstlich. Die Geduld lohnt sich sehr.

Was tun, wenn der Honig kristallisiert?

Es ist völlig normal, dass Honig mit der Zeit kristallisiert, besonders bei rohem, unbehandeltem Honig. Dies beeinträchtigt jedoch nicht die Qualität des fermentierten Knoblauchs. Die austretende Flüssigkeit des Knoblauchs lässt ihn im Handumdrehen wieder flüssig werden.

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